„Zeugen für Christus“

Glaubensimpuls 192

Nach Ostern ist es in den Kirchen Sitte Texte aus dem „Neuen Testament“ (NT) zu lesen die sich ganz speziell auf die spezifischen heidnisch-christlichen Lehren der Kirchenväter beziehen. Es betrifft zuerst einmal die Lehre über den entjudaisierten Jahushua von Nazareth, der angeblich unter dem Namen Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch von den Toten auferstanden ist.

Sodann betrifft es jene, die dieses Ereignis angeblich gesehen haben, also jene, die als Zeugen der Auferstehung gelten und jene, denen er sich angeblich zeigte, wie dem Thomas (Jo 20,24-29) und dem Shaul (Paulus) (vgl. 1Kor 15,1-8). Sie sollen dieses Ereignis hinaus in alle Welt tragen.

Alle Menschen sollen zum Glauben an den Auferstandenen Gott Jesus bekehrt werden, der als der wahre Gott Jesus und als der wahre Mensch Jesus auf Erden erschienen ist. Ohne die Bekehrung zu ihm, ohne die Aufnahme der zweiten Person der Drei-Personen-Gottheiten in sein persönliches Leben gibt es nach deren Lehre keine Vergebung der Sünden, keine Errettung. Jeder Mensch, der ihn nicht persönlich aufnimmt, wie etwa Behinderte, Säuglinge und jene, die von ihm nie etwas gehört haben, also eine Masse von Menschen, werden nach deren Lehre alle in die bleibenden Höllenqualen gestürzt werden und zwar von Ewigkeit zu Ewigkeit.

„Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden“ (Mk 16,15-16). Das ist die typische Lehre der Kirchenväter, die unbeschreibliche Leiden erzeugte, unter deren Folgen die Menschheit heute noch schwer zu tragen hat (siehe Shoah!).

„Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,19-20). Diese trinitarische Taufformel ist in Anlehnung an die heidnischen Trinitäten (Lehre von drei Göttern) erst von den Kirchenvätern verfasst und auf den ersten Konzilien sanktioniert worden.

Also führten sie die Gewalt-Taufe für Säuglinge und die Gewalt-Taufe für Juden und Andersgläubige ein. Es ist die Erlöser-Liebe der Kirche und der Gehorsam ihrem trinitarischen Gott gegenüber – so lehrt sie – die sie drängt durch diesen heiligen sakramentalen Gewalt-Akt der Taufe diese Menschen zu erlösen, d.h. mit ihrem Gott Jesus zu versöhnen. Das ist die dogmatisch festgemachte Lehre der Kirchenväter und damit auch der christlichen Kirchen bis zum heutigen Tag! Bis zum heutigen Tag wird dieser religiöse Gewalt-Akt der Säuglingstaufe in den Grosskirchen theologisch verhüllt und übertüncht weiter praktiziert.

Es sind Lehren die dem gesamten biblischen Zusammenhang widersprechen. Sie widersprechen dem gesamten prophetischen Wort über die Vergebung der Sünden, über die Umkehr und die Erlösung. Sie widersprechen dem gesamten Heilsplan JaHuWaHs. Kein Prophet hat jemals im Auftrag JaHuWaHs von einem künftigen Gott Jesus gesprochen, der als Jude in die Welt kommen sollte, als Jude geboren werden sollte, um dann als entjudaisierter Jude, als wahrer Gott und wahrer Mensch, die Welt mit seinem Blut zu erlösen um dann aufzuerstehen. Keiner hat jemals prophezeit, dass dieser sich nach seiner Auferstehung zur Rechten des himmlischen Vaters platzieren und von dort aus seine Herrschaft antreten und die Welt regieren würde. Jeder der in der Thora, in den Propheten und Schriften beheimatet ist und darin seriös forscht, kann das relativ leicht bestätigen.

Nun sollten alle Jesus-Anhänger Zeugen der Auferstehung und Zeugen der angebrochenen Herrschaft des Mensch gewordenen Gottes Jesus sein. Die Zeugenschaft der Auferstehung gipfelt in der Aussage:

„Wenn aber gepredigt wird, dass Christus aus den Toten auferweckt sei, wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe? Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verlorengegangen. Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen.

Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen; denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füsse gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan. Denn alles hat er seinen Füssen unterworfen (1Kor 15,12-27).

Wie begründet der Autor die Lehre von der Auferstehung seines Gottes Jesus? Weil es eine Auferstehung der Toten gibt darum ist Christus von den Toten auferstanden. Damit die Auferstehung eines Mensch gewordenen Gottes begründen zu wollen hat schlichtweg mit einer unüberbietbaren Dummheit zu tun. Eine solche Begründung ist an den Haaren herbeigezogen. Der Schreiber gibt sich selbst der Lächerlichkeit preis. Eine solche Begründung hält dem prophetischen Wort JaHuWaHs in keiner Weise stand. Einige Sadduzäer lehnten eine bestimmte Lehre über die Auferstehung der Toten ab: „..wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe?“

Wenn dieser trinitarische Gott, der Christus, als der wahre Gott und der wahre Mensch, nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube – sagt der Autor – inhaltslos: „..wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott bezeugt haben.. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.“ (Verse 14-15.17).

Das aber darf und kann nicht sein, meint der Autor, denn wer nicht an die Auferstehung des Jesus glaubt, der von einer Jungfrau – als der wahre Gott und der wahre Mensch – in dieser Welt geboren worden ist, der bleibt in seinen Sünden. Welch ein Irrwahn! Die Thora, die Propheten und Psalmen belehren uns laufend darüber wie wir Vergebung der Sünden empfangen, wie wir versöhnt und völlig eins mit JaHuWaH leben können. Kein einziges Mal wird diese Vergebung mit dem Glauben an die Auferstehung einer griechischen oder griechisch-römischen Gottheit unter dem Namen Jesus verknüpft, Gottheiten, die jeweils von Jungfrauen als wahre Götter und wahre Menschen geboren worden sind.

Ohne Zweifel haben wir es hier mit falschen Zeugen zu tun, denn ein weiteres Kriterium, das dem Heilsplan JaHuWaHs und der Sündenvergebung der biblischen Zeugen widerspricht ist auch folgende Aussage: „Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden“ (V 22). Eine so zentrale Botschaft müsste von jedem Propheten mehrmals erwähnt sein. Doch auch davon wissen weder JaHuWaH noch die Propheten etwas. Das ist pure Philosophie der Kirchenväter.

Die Verkündigung einer Auferstehung des entjudaisierten Juden und Rabbi Jahushua von Nazareth macht sie zu falschen Zeugen. Darauf bauten sie die bevorstehende, sofortige Wiederkunft Jahushuas auf. Das belegen uns eine ganze reihe von Aussagen, die wir früher schon zitiert haben. Erst allmählich, als die Wiederkunft einfach nicht erfolgen wollte wurden die ersten drei Kapitel der Apostelgeschichte und andere Texte hinzugeschrieben. Im Mittelpunkt der Verkündigung stand vorher die gleich bevorstehende Entrückung jener Sekte, der Christen. Sie glaubten von sich die „Gemeinde“ des Gottes Jesus zu sein, das neue Volk Gottes, das die Juden ersetzt, das neue Volk das nun entrückt wird und mit Jesus Hochzeit im Himmel feiert, während alle Juden hier auf Erden die schrecklichsten Endgerichte durchleiden müssten. Eine ganze Reihe von Aussagen im „NT“ belegen diesen Irrwahn. Aber nichts davon erfüllte sich!

Von da ab verlagerte sich die Lehre auf Aussagen wie wir sie z.B. in Markus, Kapitel 16 zusammengefasst vorfinden, vor allem in den Versen 15-18: „Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden, werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“

Von einer bevorstehenden Wiederkunft und Entrückung ist keine Rede mehr. Man ist verunsichert. Nun werden diese Naherwartungen in die Ferne gerückt. Als die Kirchenväter unter Papst Damasus im 4.Jh. das „NT“ definitiv überarbeiteten und zur verbindlichen Gegenschrift zum Tanach (Thora, Propheten und Schriften) erklärten, fügten sie folgendes Gedanken- und Lehrgut in Bezug auf die Wiederkunft in die Schriften ein:

„Von jenem Tag aber und jener Stunde weiss niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, sondern mein Vater allein. Aber wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Flut waren: sie assen und tranken, sie heirateten und verheirateten, bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging, und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein“ (Mt 24,36-39; vgl. Mk 13,32-33; Apg 1,7).

Anstelle der Wiederkunft und Entrückung trat nun die Weltevangelisation in den Mittelpunkt. Warum wohl? Der Gott Jesus hatte es sich anders überlegt, so lehrten die Kirchenväter das Volk, das ihnen vertraute. Jesus, einer der drei trinitarischen Gottheiten hatte sich nun im Himmel zur Rechten des Vaters gesetzt um von dort aus zu herrschen. Er blieb einfach dort und führt nun seine Herrschaft von dort aus – bis alles Böse in der Welt beseitigt sein wird. Wie wurde das begründet. Wir können das nachlesen Mt 28 18: „Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden“, ebenso in 1Kor 15,20-28. Und es heisst: „Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan. `Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen´“ (1Kor 15,25-27). Der Vers 27 sticht heraus: „Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen“. Trotzdem blieb bis heute alles im Argen!!

Er herrscht von dort aus durch das neue Volk Gottes, die Christen. Darum müssen alle Menschen der Kirche, dem christlichen Gott Jesus unterworfen werden, wie auch immer!!

Dass der Tod als letzter Feind weggetan werden wird, bezeugen die Propheten immer wieder. Aber schrecklich absurd und dem prophetischen Wort widersprechend hört sich die Botschaft an: Der Christus herrscht als wahrer Gott (im herkömmlichen Sinn) und wahrer Mensch im Himmel bis er sich alle Feinde unterworfen hat. Gleichzeitig unterwirft sich sein neues Volk alle Völker der Erde. Damit unterwirft es sie angeblich der Herrschaft des Gottes Jesus. Dies geschah zeitweilig durch eine brutale Weltevangelisation, wie uns dies die zweitausendjährige Geschichte der christlichen Kirchen und Gemeinschaften lehrt. Das ist verwegen und widerspricht dem prophetischen Wort.

Die Schreiber haben alles durcheinander gebracht. Erstens bezeugt die ganze Bibel durchgehend, dass JaHuWaH allein Gott (Erlöser) ist und seine Ehre und seine Macht souverän behält und keinem anderen jemals übergibt (Jes 44,6-8, 45,5; Sach 14,9; Dan 7,27; Ps 86,10 u.a.m.). Zweitens lehren die Propheten, dass JaHuWaH am Ende der Tage seine Herrschaft seinem treuen auserwählten jüdischen Überrest übergeben wird (Dan 7,18.22. 27; Sach 14,5), damit sich die Verheissungen an Abraham erfüllen werden (1Mo 12, 1-3; Jer 31,31-36). Drittens werden alle Menschen und Völker nach der Erlösung suchen, die von JaHuWaH und seinem Volk ausgehen wird (Jes 2,1-5; Jer 3,17; 16,19-21; Sach 8,21-23, 2,15, 14,16; Jes 66,22-23; Ps 102,23).

Der Schreiber des Textes an die Korinther zitiert aus Psalm 8,7: „Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen“ (1Kor 15,27). Er will damit seine Irrlehre von der Herrschaft seines Gottes Jesus in ein gutes Licht stellen, einfach legitimieren. Das scheint ihm zu passen. Doch damit missbraucht er den Psalm 8. Er führt die Leser, die die Thora, Propheten und Psalmen nicht kennen ganz einfach hinters Licht! Das tut der Schreiber übrigens auch in Eph 1,22 und Hebr 2,8.

Doch lesen wir den ganzen Psalm 8 in seinem Zusammenhang, lesen wir überhaupt nichts von der Herrschaft eines auferstanden Gottes Jesus, dem der Vater alles unterworfen hätte. Es ist leicht zu ersehen wovon der Psalmist schreibt. Er rühmt zuerst die Allmacht und Grösse unseres Schöpfers, des Abba JaHuWaH und seine Schöpfung. Er preist die wunderbare Schöpfung und Stellung des Menschen in Anlehnung an 1Mose. Ihn hat er grossartig gemacht und ihm die Verwaltung seiner Schöpfung anvertraut: „Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. Du machst ihn zum Herrscher (Verwalter) über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht. JaHuWaH, unser Erlöser, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!“ (Ps 85-10). Das ist Grund zu grosser Freude und führt uns hinein in eine tiefe Dankbarkeit.

Damit möchte ich diese Darlegungen beschliessen. Allen wünsche ich eine gesegnete Zeit und einen besinnlichen Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard