“Für mich aber – wie kostbar sind deine Gedanken, o JaHuWaH!" Ps 139,17

Glaubensimpuls 301

Der folgende Vers 18 bezeugt: “Ich erwache und bin noch bei dir”. Eine unvorstellbare Erfahrung, die sich mit der folgenden Aussage aus dem geoffenbarten Wort deckt: “..und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. (Pred 12,7). Wie könnte ein Geist ausserhalb von JaHuWaH irgendwo existieren? In einer deutschen TV-Diskussionsrunde ging es um die Rolle der Religionen in Bezug auf Kriege, Terror und Gewalt. Einflussnehmende Leute aus den beiden christlichen Grosskirchen, aus nichtchristlichen Ideologien und eine Muslimin nahmen daran teil. Irgendwann stand die Frage im Raum, ob denn wirklich alles von einem Gott kommen kann, der unter anderem das Leid, das als Folge tektonischer Plattenbewegungen Erdbeben mit unfassbarem Leid verursachen kann. Wenn alles von Gott kommt, wie kann er so schreckliches Leid, in so vielen Facetten, über die Menschen kommen lassen für das die Menschen überhaupt nicht verantwortlich gemacht werden können?

Der Atheist konnte den Fragesteller bejahend unterstützen. Die Kirchenvertreter hielten sich zurück, während die bekennende Muslimin das Wesentliche dessen was die Weisen Israeliten und die Juden immer schon glaubten und vertraten sehr beherzt in die Mitte gab, etwas das der Islam wohl aus dem Offenbarungsreichtum der Juden übernommen hat. Sie sagte: Wer Gott in seinem persönlichen Leben erfahren hat, kann nicht mehr sagen, es gibt keinen Gott. Ich war sehr erstaunt über die mutige Aussage dieser Muslimin. Das mag manchem der TV-Teilnehmer und Zuhörer sauer aufgestossen sein, dass ausgerechnet eine Muslimin uns an diese urjüdische Lehrweisheit erinnern muss.

Persönliche Erfahrungen im Umgang mit JaHuWaH lassen diese unbeantworteten Fragen über das Leid in den Hintergrund treten, denn niemand und nichts als die persönliche Erfahrung mit JaHuWaH, konnte sie jemals ein für allemal beantworten”, obwohl sich jede Generation neu mit diesen Fragen beschäftigt. Dass die Erfahrung mit JaHuWaH über diese nie beantwortbaren Fragen steht, kommt aus dem praktischen Leben der Juden, im Umgang mit JaHuWaH. Sie ist lange vor der Geburt des Jahushua von Nazareth von Rabbinern niedergeschrieben worden, lange bevor es griechische Philosophen und ihre Philosophien gab, die das Christentum übernommen hat.

Denken wir nur an die Ereignisse vor, während und nach dem Auszug aus Ägypten. Das ganze Leben des auserwählten Volkes ist immer und immer wieder von aussergewöhnlichen Geschehnissen – Erfahrungen – im Umgang mit JaHuWaH gekennzeichnet worden. Kein anderes Volk könnte nur annähernd so etwas vorweisen. JaHuWaH ist der einzig Eine, der alles ins Dasein gerufen hat und den Menschen die Menschlichkeit, Rechte, Gerechtigkeit und Liebe vermittelte, während alle einflussreichen Philosophien der Geschichte, aus dem Hintergrund der Götterkulte, -dramen und -traditionen dem Leben zu entfliehen suchten und dadurch die abartigsten Entwicklungen heraufbeschworen, wie z.B. der Zölibat. Die griechische Philosophie, durch die das Denken der christlichen Völker bis heute beeinflusst ist, hat die abartigsten und Menschen verachtesten Philosophien entwickelt. Darum stehen sie bis heute im krassen Gegensatz zu der von JaHuWaH geoffenbarten Lebenserfahrung und Lebenskraft der Juden – die aus dem Umgang mit JaHuWaH hervorgegangen ist.

Wir denken in unseren Tagen vor allem an die Rückkehr der vielen Juden in ihre Urheimat, in jenes Land, das JaHuWaH seinem Volk – über Abraham – für immer zugesprochen hatte. Alle Propheten der Bibel (TaNaCH) sprechen von der Rückkehr der Juden in ihr Land. In diesem Zusammenhang weise ich immer wieder auf die katholische, bzw. christliche Glaubens- und Lehrdogmatik hin. Sie besagt, dass die Juden nie mehr ihre alte Heimat bewohnen werden. Den Gründern des Christentums ist diese Lehre, gemäss ihrer Behauptung, als die sicherste Offenbarung von ihrer zweiten Gott-Person, dem Jesus-Gott, geoffenbart worden. Er soll ihnen diese Lehre durch die dritte christliche Gott-Person, den Heiligen Geist, als eine der sichersten Wahrheiten geoffenbart haben.

Dieses Dogma, das zum Glaubensfundament der Christen gehört, und damit die christliche Ersatztheologie ausmacht, gehört bis zu dieser Stunde immer noch zur sichersten Offenbarung des menschgewordenen Gottes der Christen, obwohl die Realität schon seit Jahrzehnten das Gegenteil bestätigt hat. Die christlichen Kirchen haben sich durch alle Jahrhunderte dafür eingesetzt, dass Juden sich nie wieder in Jerushalajim oder anderswo im damaligen Gebiet von Israel niederlassen dürfen, weil sie die Gottesmörder seien und weil JaHuWaH sie deswegen für immer verworfen habe. JaHuWaH hätte durch Jesus Christus, den menschgewordenen Gott, anstelle der endgültig verworfenen und verdammten Juden, die Christen als sein neues Volk erwählt .

Doch davon hat JaHuWaH durch keinen einzigen seiner Propheten jemals gesprochen!! Inzwischen ist diese feste christliche Lehre (Dogma) als die finsterste aller christlichen Irrlehren entlarvt worden, die in den letzten bald 2000 Jahren unfassbares Leid hervorgebracht hat. Sie liegt heute als der grösste Betrug bei der Entstehung des Christentums da – aufgedeckt vor aller Augen, denn es gab immer Juden in Israel – und seit 1948 sind sie wieder in einem festen Staatsgefüge dort ansässig. Für die Christen bleibt das ein nicht überwindbarer Schock – bis zu dieser Stunde! Man muss sich diese Blösse vorstellen, die heute einer Masse von kritischen Christen offenbar gemacht wird. Massen verlassen die christlichen Kirchen, wen wundert es?

Mit allen möglichen frommen Kunstgriffen und mit allen Mitteln des Einflusses versuchen die Führer die christlichen Volksmassen von diesen Tatsachen abzulenken. Man höre und staune, der Vatikan hat schliesslich, trotz aller seiner Widerstände – mit viel diplomatischem Geschick – als einer der letzten Staaten der Welt, den Staat Israel anerkennen müssen. Hätte er das nicht so gemacht, dann hätte er sich selbst ins Abseits der aktuellen Entwicklung begeben. Er würde heute international wie eine der Terrororganisationen behandelt werden. Damit hätte sich der Vatikan vor der Welt einen irreparablen Schaden zugefügt, den er, um alles in der Welt, nach Aussen hin vermeiden musste.

Alle Welt kann heute sehen, dass der christliche Glaube auf Täuschungen, Fälschungen, Lug und Betrug gegründet worden ist. Vieles vom jüdischen Offenbarungsgut ist von den Kirchengründern übernommen worden. Das meiste davon wird aber völlig verzerrt, aus dem Zusammenhang gerissen, vermittelt. Für die Juden aber und die aufrichtigen Christen, die nach der Wahrheit suchen, ist die Verheissung JaHuWaHs an Abraham, der von einer ewigen Landzuteilung spricht, eine weitere Erfahrung mehr, die jeden Zweifel über die Existenz JaHuWaHs klar in den Schatten stellt.

Bei dem Thema jenes Leides in der Welt, für das der Mensch nicht verantwortlich gemacht werden kann, zerbrechen sich die Menschen immer wieder neu den Kopf, und das von Generation zu Generation. Dabei verlieren sehr viele die Freude und den Sinn des Lebens. Sie entwickeln sich zu unzufriedenen Menschen mit allen möglichen negativen Auswüchsen. Sollten wir uns nicht viel mehr mit tiefer Dankbarkeit mit allen jenen Erfahrungen beschäftigen, die das auserwählte Volk in Gemeinschaft mit JaHuWaH erlebte und erlebt. Sie reichen als festes, beständiges Glaubensgebäude bis in die fernste Zukunft hinein. Das bestätigt uns die Geschichte. Das sind Erfahrungen, die keiner leugnen kann. Daran halten wir uns und wir bauen unser Leben darauf. JaHuWaH zeigt uns die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnis auf, indem er uns aufzeigt was in unserem Leben wichtig ist, worauf es ankommt. Darum lässt er uns wissen:

“Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken” (Jes 55,8-9). Diese Weisheiten sind umso aufschlussreicher, wenn wir sie im Kontext jener anderen betrachten wie etwa: “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren” (Jer 29,11). In welchem Kontext solche Aussagen auch immer gemacht sein mögen, sie erfüllen das Wesen JaHuWaHs in allen Bereichen des Lebens und zu allen Zeiten. Das ist die Intention JaHuWaHs, mehr brauchen wir nicht zu wissen, denn dann wissen wir eigentlich alles, weil nämlich alles Leben zu JaHuWaH zurückfinden wird. Das hat uns JaHuWaH vielfältig in seinem Wort bezeugt.

In dieser Glaubensfülle finden alle Trost die gegenwärtig tief betroffen vor einem unvorstellbaren Leid stehen. Darum konnten schwerst geprüfte Juden durch alle Generationen hindurch immer wieder zu neuen Lebenskräften aufsteigen, gerade so, als wäre nichts geschehen! Wir fragen uns darum oft, wie können Überlebende des Holocaust oder einzelne Überlebende einer ganzen ermordeten Sippe, überhaupt noch lebensfähig sein, weiterleben? Der Psalm 139 sollte zu unserem täglichen, oder zumindest zu unserem wöchentlichen, Gebetsleben gehören. Die Begriffe “töten”,“hassen” oder “Hass” in den Versen 19 bis 22 dürfen nicht nach unseren Denkmustern verstanden werden. Diese Ausdrücke sind im Sinne von “erschüttert” oder “Fassungslosigkeit” zu verstehen. Das durchtriebene Verhalten solcher Menschen ist von einer solchen Verwegenheit genährt, dass sich jeder Austausch mit ihnen als sinn- und zwecklos, ja als tödlich, erweist. Ihnen muss man aus dem Wege gehen, denn sie wollen ihren Nächsten aus dem bewährten erfahrenen Lebensfluss in die innere Vernichtung treiben.

Ich grüsse alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard