„Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten“ (Jesajah 66,13)

Glaubensimpuls 14

Im Glaubensimpuls 7 habe ich unter der Aussage: „Denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut“ (Jeremiah 11,20) unter Punkt 6 die Erstattung Jahwehs kurz angedeutet. Jedes Unrecht, das geschieht, erstattet Jahweh: „Mein ist das Gericht (Wiederherstellung, Erstattung) und das Urteil“ (5. Mo 32,35). Was heisst das? Die Bibel ist durchzogen mit Aussagen und Darstellungen über diese Einzigartigkeit des Wesens Jahwehs. Diese Wesenseigenschaft hebt Jahweh ab von allen menschlichen Überlegungen, Philosophien, Theologien und den Forderungen der Gottheiten unter allen anderen Völkern. Diese Gottheiten brechen über ihre Anhänger Bündnisse, fordern enorme religiöse Leistungen, sind launisch und berechnend, bestechend und rücksichtslos, zerstörend und vernichtend. Sie verbannen Menschen in eine immerwährende Hölle, oder löschen ihr Leben für immer aus.

Gott Jahweh hingegen beurteilt alles und handelt nach dem Gesetz der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Liebe, die alles wandelt, erstattet und damit wiederherstellt. Darum wird Jahweh in der Bibel als Tröster dargestellt und zwar mit den Worten: „Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten“. Warum handelt Jahweh so? Shaul schreibt uns: „Wie unausforschlich sind seine Gerichte (Wiederherstellungen, Erstattungen) und unausspürbar seine Wege! Denn wer hat Jahwehs Sinn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Wer hat ihm vorher gegeben und es wir ihm vergolten werden? Denn von ihm und durch ihn und für ihn (auf ihn hin) sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in die Ewigkeiten(eis tous aionas)“! Wahrlich (Amen). (Röm 11,33-36).

Das Wesen Jahwehs, das in der Wiederherstellung, bzw. Erstattung, zum vollkommenen Ausdruck kommt, ist uns im ersten Satz der Bibel bereits dargestellt: „Im Anfang schuf Jahweh die Himmel und die Erde“ (1. Mo 1,1). Was Jahweh schafft, schafft er sehr gut, vollkommen geordnet und harmonisch, aber dann geschah Schlimmes, denn „die Erde wurde wüst und leer (eine Öde) und Finsternis war über der Tiefe (Flut)“ (1. Mo 1,2). Kepha (Petrus) schreibt über die Urwelt: „Denn denen… ist verborgen, dass von alters her Himmel waren und eine Erde, die aus Wasser und durch Wasser bestand hatte und zwar durch das Wort Jahwehs, durch welche (Wasser) die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging“ (2. Petr 3,5-6). Der Untergang des Urkosmos hat übrigens nichts mit der Sintflut (1. Mose Kapitel 7 und 8) zu tun. Nach der untergegangenen ersten Welt, sagte Jahweh nicht einfach: Na nun, es war ein Missgeschick von mir, überlassen wir das Kaputte sich selbst, vergessen wir es, ich habe es satt, mich dauernd mit kaputten Dingen, Menschen und Engeln zu beschäftigen, das Wasser steht mir bis zum Hals, es reicht. Ich fange jetzt etwas vollkommen Neues, mit völlig neuem Material an…

Nein, Gott Jahweh erstattet, d.h. er macht aus der Katastrophe, aus der Erde, die wüst und leer wurde und aus allem, was dabei in Mitleidenschaft gezogen worden war, etwas ganz Neues. Darum heisst es „… und der Odem, Atem, Geist Jahwehs zitterte (schwebte) über den Wassern“ (1. Mo 1,2). Im aramäisch-hebräischen Kontext hat schweben über etwas und darüber zittern mit der Zeugung neuen Lebens zu tun, aber aus dem bereits Bestehenden.

Wir lesen auf der ersten Seite der Bibel weiter: „Und Gott Jahweh sprach: Es werde… und es wurde…“ (1. Mo 1,3). Die Aussagen setzen sich bei der Erschaffung bzw. Erstattung des neuen Lebens fort. Immer wieder heisst es: „ und es geschah so“ (1. Mo 1,7), genau so wie Gott Jahweh sprach (zeugte). Schon vor dem Ende der abgequälten, zerstörten Schöpfung, sah Gott Jahweh bereits die wunderbare Neuwerdung bzw. Erstattung. Er sah den Menschen und die ganze Schöpfung in der Ebenbildlichkeit seiner selbst und aus sich selbst(vgl. 1. Mo 1,26). Darum lesen wir: „Und Gott Jahweh sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut… So wurden die Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet. Und Jahweh vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Und Jahweh segnete den siebten Tag und heiligte ich; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Jahweh geschaffen hatte, indem er es machte“ (1. Mo 1,31- 2. Mose 1-3). Der wöchentliche Shabbat soll uns auch an diese allumfassende Neuordnung, bzw. Erstattung unseres Lebens und der gesamten Schöpfung erinnern. Durch den Ungehorsam Adams ist unsere gegenwärtige Schöpfung verfinstert worden (vgl. 1. Mo 3,17). Jahweh setzte seinen Mashiach Jahshua „als den Erstgeborenen aller Schöpfung… als den Anfang, den Erstgeborenen aus den Toten“ (Kol 1,15.18) zur Wiederherstellung ein. Darum hat er ihn an einem Shabbat aus den Toten auferweckt (nicht an einem Sonntag) „… dass er als Erster durch Totenauferweckung Licht verkündigen sollte, sowohl dem Volk (Juden) als auch den (Israel-)Nationen.“ (Apg 26,23).

Durch den Propheten Jesajah spricht der himmlische Vater von der Zukunft: „Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, spricht Jahweh, so werden eure Nachkommen und euer Name bestehen. Und es wird geschehen: Neumond für Neumond und Shabbat für Shabbat wird alles Fleisch kommen um vor mir anzubeten, spricht Jahweh“ (Jes 66,22-23).

Aus der abgequälten zerstörten Welt, Schöpfung, dem Urkosmos schuf also Gott Jahweh etwas völlig Neues. Eine neue wunderbare Schöpfung. Die alte abgequälte Welt, durch unsägliche Leiden gedemütigt und zerstört, bis sie wüst und leer wurde, lag wie ein Scherbenhaufen vor Jahweh. Er stattete (erstattete) sie aus, mit einem vollkommen neuen Angesicht. Schon allein der Blick hinauf in den Sternenhimmel macht uns sprachlos!

In diesem Zusammenhang schreibt Shaul im Hymnus über die Liebe: „Die Liebe vergeht niemals“ (1. Kor 13,8b). Wenn die Liebe niemals vergeht, kann die Liebe auch niemals etwas aufgeben. Die Liebe ist immer ein Neuanfang und versetzt alles in einen neuen Anfang. Was Gott Jahweh einmal in seiner Liebe geschaffen hat, ausnahmslos, wird er nie und nimmer aufgeben, oder vernichten. Was da unter die Räder des Unrechts gekommen ist, wird durch den liebenden Prozess des Durchrichtens, d.h. der Wiederherstellung, der Erstattung, neu werden und leben. Die Bibel ist voller Darstellungen davon (vgl. Lk 17,11-32, der barmherzige Vater und sein Trost für seinen am Boden zerstörten Sohn)! Darin trägt Jahweh gleichsam den Geist einer Mutter: „wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten“ (Jesajah 66,13). Diesen mütterlichen Trost Jahwehs wünsche ich uns allen in allen Dingen von Herzen.

Gregor Dalliard