„Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg“ (Psalm 50,23)

Glaubensimpuls 018

Im Unterschied zu den vielen Grossreligionen wie Animismus, Voodoo, Mystizismus, Esoterik, Hinduismus, Buddhismus u.a.m. bildet die Danksagung im Glaubensleben mit dem lebendigen Gott Jahweh eine zentrale Rolle. Das Leben der Gläubigen, also jener, die eine lebendige Jahwehbeziehung pflegen, ist durchdrungen von Danksagungen. Dankopfer, Dankchöre, Danklieder, Danksagungen… spielen eine zentrale Rolle.

Eine der schönsten Aussagen, die von einer reichen lebensnahen Erfahrung mit Gott Jahweh zeugt, finden wir im Psalm 50,23: „Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg“. Das Wort „opfert“ mag bei manchen Menschen den Gedanken an einen liturgischen plappernden, d.h. sich laufend wiederholenden, eintönigen, monotonen Ablauf bei einer religiösen Zeremonie auslösen. Die Zeugen der Bibel aber meinen etwas völlig anderes. Die täglich gepflegte persönliche Beziehung mit dem lebendigen Gott Jahweh ist gemeint, aus der echte und ungeheuchelte Danksagungen erwachsen. Unser Haupt, Jahshua HaMashiach (Jesus Christus), hat dir und mir, nach dem Willen Jahwehs, diese Beziehung erschlossen und damit ermöglicht (vgl. Joh 14,6; Apg 4,15; 1. Tim 2,3-5).

Diese Beziehung will nicht in den Kinderschuhen stecken oder von Menschen abhängig bleiben. Sie will wachsen und mündig werden (vgl. Hos 4,6; 6,6; 8,12; Ps 83,19; 100,3; Joh 4,22b; 17,3; Eph 1,15-17,4,13; Kol 1,9-10). Was heisst das? Dadurch, dass wir im Wort Jahwehs forschen, wächst die Erkenntnis über sein wirkliches Wesen und seine Heilsabsichten, die dann offen vor uns liegen. Dadurch wiederum wächst unsere Beziehung zu unserem Gott Jahweh, der Geist ist (vgl. Tempelweihe Salomos 2. Chr, Kap. 5, Kap 6 und 7,1-3; Joh 4,24). Er ist es, der über allem steht, der alles wirkt und mit uns durch alles geht – ein ganzes irdisches Leben lang, was die Bibel zuhauf bezeugt. Da ist nichts dem plumpen Zufall überlassen. Da ist kein ohnmächtiges Nichts, keine gähnende Leere. Das dürfen wir aus allen Schriften erkennen. Die meisten Menschen und selbst die wenigsten Christen wissen etwas von diesen Offenbarungen in der Bibel. Sie lesen darüber hinweg, weil sie von Menschen und ihrer Theologie abhängig sind. Salomo bezeugte bei der Tempelweihe: „ – denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder“ (1. Kön 8,39). Shaul sagt den Philosophen in Athen: „… obgleich er nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir“ (Apg 17,28).

Wir verstehen in diesem Kontext die Zeugen in der Bibel und ihre Bekenntnisse, wie sie in Psalm 50,23 ausgedrückt sind! Shaul ist vom gleichen Holz geschnitzt, d.h. er ist vom gleichen Geist wie seine israelitisch-jüdischen Vorväter, die Propheten, erfasst. Er wollte aus dem Geist Jahshuas heraus bewusst mit Gott Jahweh leben. Aus dieser tiefen Beziehung, wurde sein Leben völlig umgewandelt. Darum konnte Shaul den Gläubigen von Kolossä schreiben: „Und alles, was ihr tut im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jahshua HaMashiach (Jesus Christus) und sagt Gott Jahweh, dem Vater, Dank durch ihn (Kol 3,17). Aus seiner tiefsten Jahwehbeziehung kann er auch den Gläubigen in Ephesus schreiben: „Sagt allezeit für alles Gott Jahweh, dem Vater, Dank im Namen unseres Herrn Jahshua HaMashiach (Jesus Christus)!“ (Eph 5,20; vgl. 1. Thess 5,18; Kol 2,7).

In Lukas 15,11-32 ist uns die Geschichte des verlorenen Sohnes (Bild für die zehn „verlorenen“ Israel-Nationen) dargestellt. Wie war doch der zweite Sohn bei den Schweinen und ihren Schoten gelandet. Schweine und Schoten sind nach israelitischjüdischen Verständnis das Bild für solche (hier die „verlorenen“ zehn Stämme – wir), die durch ihre Untreue und ihren Götzendienst, d.h. durch ihre glaubensmässige Hurerei, in eine totale Beziehungslosigkeit zu Jahweh geraten sind. Doch der verzweifelte „verlorene“ Sohn wurde innerlich von der Liebe des Vaters erfasst und bewegt. Es war jene väterliche Liebe, die nie aufhört, die den Sohn bewegte in sich zu gehen, und in die allzeit offenen Arme seines Vaters zu fallen. Von dieser Liebe schreibt Shaul den Korinthern: „Die Liebe vergeht niemals“ (1. Kor 13,8).

Wir sind über das Wesen dieses Vaters zutiefst betroffen! Manche sind über das Wesen des Vaters verärgert, vor allem solche aus Freikirchen und unabhängigen Gemeinschaften. Doch jede Empörung über das Verhalten dieses Vaters bleibt zwecklos, denn wir sind real, geistig und heilsgeschichtlich dieser zweite Sohn. Die bleibende Liebe des Vaters hat uns aufgeweckt. Wir haben dabei keinen Ruhm vorzuweisen, alles ist Gnade (vgl. Eph 2,4-10). Hier können und wollen wir nur noch danken und zwar anhaltend danken, ein Leben lang. Und tatsächlich, beim Danken bahnen wir uns neue Wege! Das wünsche ich uns allen von Herzen.

Gregor Dalliard