„Von Zion wird Weisung ausgehen“ (Jes 2,3; Mi 4,2).

Glaubensimpuls 137

Auf den letzten Gim 136 gab es recht viele Reaktionen. Darum möchte ich nochmals auf den Kontext von Sach 14,4 etwas eingehen. Es geht um die Person und die Stellung Jahshuas von Nazareth im heilsgeschichtlichen Plan Jahwehs und um Jahweh (JHWH = JaHuWaH sprich Jahua) selbst. Wer ist JaHuWaH und worin bestand die Sendung Jahshuas? Diese Fragen scheiden die Geister. Vor allem die Person Jahshua von Nazareth scheidet die Geister. Diese Scheidung ist notwendig und wird ihren Höhepunkt dann erreichen wenn Jahweh, unser himmlischer Vater, nach seinem Wort, das er durch seine Propheten als verbindliches, bleibendes, immer gültiges und als nicht aufzuhebendes Wort verkündete, mit seinen Heiligen kommen und seine Füsse auf den Ölberg setzen wird (vgl. Sach 14,4).

Nach dem Zeugnis der Propheten kommt Jahweh mit seinen Heiligen, eigentlich in seinen Heiligen. Die Heiligen werden das Erbe und damit die Wiederherstellung (Herrschaft = Gerichte zur Wiederherstellung) aller Dinge antreten (vgl. Dan 7,13-14.18.22.26-27; Sach 14,16-20; Jes 65 und 66 und 11 u.a.m.). Ihre Herrschaft ist die Herrschaft JaHuWaHs und sie wird kein Ende haben. „Und seine Füsse werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen“ (vgl. Gim 136). Die Erde galt als Schemel seiner Füsse, speziell Jerusalem mit dem Ölberg. Von hier aus wird Jahweh seine Herrschaft, seine Weisungen und Ordnungen hinaus in alle Welt bringen: „Von Zion wird Weisung ausgehen“ (Jes 2,3; Mi 4,2).

Alle Reiche und Herrschaften dieser Welt werden mit seinem Kommen, mit dem Kommen seiner Heiligen, ein Ende haben: „Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich (Königtum, Königreich) empfangen, und sie werden das Reich (Herrschaft) besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten (d.h. durch alle Zeitalter hindurch bis es keine Zeit mehr geben wird!)“ (Dan 7,18). Jahweh wird dann alles in allem sein (vgl. 1Kor 15,28; Röm 11,32-36).

Das Reich des JaHuWaH (sprich Jahua), des himmlischen Abba, ist ein Reich aller zukünftigen Zeiten: „Das Reich ist ein Reich aller künftigen Zeiten“ (Ps 145,13). Dabei wird JaHuWaH „der König der Herrlichkeit“ genannt (vgl. Ps 24,10), der alles geschaffen hat. Von ihm kommt alles und zu ihm hin wird alles wieder hergerichtet, d.h. zurückgeführt werden – durch seine Heiligen, dazu gehört natürlich auch Jahshua. Der Psalmist fragt gleich zweimal: „Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit?“ (vgl. Ps 24,8.10). Das Bekenntnis lautet: „JaHuWaH, stark und mächtig im Kampf! Erhebt die Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehe!.. JaHuWaH der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit“.

Es gibt hier überhaupt keinen Hinweis darauf, dass Jahshua der kommende König der Herrlichkeit sein wird, im Gegenteil! „JaHuWaH hat in den Himmeln aufgerichtet seinen Thron, und seine Herrschaft regiert über alles“ (Ps 103,19). Darum soll er mit seiner Herrlichkeit in unser Leben und in alle seine Werke einziehen bis ihn alle seine Werke preisen. „Es werden dich loben alle deine Werke“ (Ps 145,10).

Die Scheidung der Geister, durch die Person und den Dienst Jahshuas wurde unvermeidlich, als die Kirchenväter Jahshua von Nazareth im 4.Jahrhundert auf den beiden Konzilien, Nizäa 325 und Konstantinopel 381, entjudaisierten und ihn nach heidnischer Vorgabe offiziell zum wahren Gott und wahren Menschen, zum Fleisch gewordenen Gott, machten. Schon ab dem 2. Jahrhundert flammte der Kampf vereinzelt zwischen Bibeltreuen, d.h. den Thoratreuen und hellenistisch geprägten Fanatikern auf, der schliesslich seinen Höhepunkt in der Erklärung und Dogmatisierung der drei Gottheiten (Trinität) fand.

Für uns ist das Zeugnis der Bibel massgebend und zwar jener Bibel, die auch für Jahshua und die Apostel massgebend war. Für den Inhalt dieser Bibel gaben sie ihr Leben dahin. Sie, diese Bibel, muss auch für uns in allen Dingen Schiedsrichter werden und bleiben. Jahweh, unser himmlischer Vater, Schöpfer unseres Lebens, Schöpfer Himmels und Erde, spricht zu uns durch sein auserwähltes Volk. Durch niemand sonst sprach er zu uns. Die zwölf Stämme sind sein auserwähltes Sprachorgan. Daran kommt keiner vorbei. Was er zu den Vätern des auserwählten Volkes sprach bestätigte sich bisher durch sein gesprochenes Wort selbst. Es bestätigt sich laufend und wird sich weiter bestätigen. Alles was er als verbindlich sprach ist in den Bundesschriften (AT) enthalten.

Alles was ausserhalb der BuS (AT) aufgeschrieben wurde mag in mancher Hinsicht lehrreich sein, darf aber niemals den BuS (AT) gleichgesetzt werden. So hielten es alle Propheten, alle thoratreuen Juden, Jahshua und die Apostel. So wollen auch wir es halten. So einfach ist das!

Wir halten noch einmal fest: Jahshua wurde in den Schriften, die wir als Bekenntnisschriften (BeS = NT) bezeichnen und die die Kirchenväter der Thora gleichsetzen, besser noch darüber setzten (vgl. Gim 136), entjudaisiert und den heidnischen Göttersöhnen gleichgesetzt. Darum lehren die Kirchenväter, dass dieser zweite Gott am Ende der Zeit als Jesus wiederkommen wird. Er steht als der Fleisch gewordene Gott, der schon einmal hier auf Erden war, dem ersten Gott in nichts nach. Er wird seine Füsse auf den Ölberg setzen. Diese Lehre widerspricht aber offensichtlich dem ganzen prophetischen Wort Jahwehs (vgl. Gim 136).

Wir tun uns äusserst schwer mit dieser Tatsache, weil wir vom Geist der Kirchenväter völlig durchsäuert sind. Wozu Jahshua gesandt war und was er von den Bundesschriften hielt wissen wir inzwischen zur Genüge. Was er nach den Bundesschriften (AT) glaubte und lehrte wissen wir aus etlichen zentralen Aussagen in des BeS (NT) (vgl. Mt4,4; 5,17-19; 15,1-28 u.a.m.).

Jahshua kam nach dem zusammenhängenden Zeugnis der Schrift keinesfalls um als Blutopfer für die ganze Menschheit seinem und unserem Gott (d.h. Erlöser) seinem und unserem Vater dargebracht zu werden, um die Menschheit mit Jahweh zu versöhnen (versühnen). Davon spricht Jahweh niemals. Jahweh aber spricht immer und immer wieder von Vergebung und Versöhnung, die jedem durch die persönliche Umkehr, durch sein hörendes Herz, geschenkt wird. „Der da vergibt alle deine Sünden, der da heilt alle deine Gebrechen (seelische Leiden).. Denn so hoch die Himmel über der Erde sind, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die auf ihn hören“ (zu ihm umkehren) (Ps 103,3.11).

Grausame menschliche Blutopfer gehörten in heidnischen Kulturen zum festen Versöhnungsritual mit den Göttern. Mit der Erwählung und Berufung Abrahams verbot Jahweh diese blutrünstigen grausamen Opfer. Jahshua hatte damit überhaupt nichts zu tun. Nur aus den Bundesschriften (AT) ist uns ersichtlich worin Berufung und Dienst Jahshuas bestanden. Auf zentrale Dinge habe ich bereits hingewiesen. Es gilt darum noch zwei weitere Punkte zu beachten.

Der Vater hatte ihm eine bestimmte Zahl von Menschen anvertraut, die er für den Dienst der Wiederherstellung der „verlorenen“ zehn Stämme zubereiten sollte (vgl. Jo 17,6-10.24). Diese sollten diesen Dienst weiterführen (vgl. Jo 17,18.20). Jahshua dankte für diesen Auftrag, den er vor seinem Tod völlig erfüllt hatte (vgl. Jo 17,4; 4,34). Darum wird er in Hebr 3,3 auch mit dem Dienst und der Sendung des Mose verglichen, was unmöglich wäre, wenn er, im Unterschied zu Mose, JaHuWaH als das Blutopfer für die Welt hätte dargebracht werden müssen. Jeder Vergleich mit dem Dienst und der Sendung Mose wäre dann völlig undenkbar, absurd und blasphemisch.

Jahshua erfüllte noch eine andere Aufgabe. Er sollte den wahren Namen, wie ihn Jahweh in 2Mo 3,13-15 dem Mose kundtat und für alle Generationen seines Volkes forderte wieder offenbaren. Nach dem Schrecken und Entsetzen, das Nebukadnezar über die zwei verbliebenen Stämme, die Juden, brachte, wurde das Aussprechen des Namens JHWH = JaHuWaH, (sprich JaHua) verboten, aus Angst jemand könnte ihn missbräuchlich aussprechen und es könnten neue schreckliche Ereignisse über das Volk hereinbrechen. Diese übertriebenen Vorsichtsmassnahmen wurden im Laufe der Zeit noch verstärkt bis schliesslich die Todesstrafe auf den Ausspruch des wahren Namens stand.

Vermutlich hatte der Sadduzäer Kaiphas, der Hohepriester, deswegen die Kleider zerrissen als er aus dem Munde Jahshuas den wahren Namen JaHuWaH hörte und ihn deswegen als Todeskandidat bezeichnete. Die Sadduzäer galten zwar als offizielle Verwalter und Hüter der Tempeltraditionen, in Wirklichkeit aber waren sie reine Manager, die sich durch die Zeit zu winden wussten.

Jahshua bekannte offenbar, dass er den Namen des Vaters, der da ist JaHuWaH (sprich Jahua), den Menschen wieder geoffenbart hatte (vgl. Jo 17,6.12.26). Wir werden uns damit wohl tiefer auseinandersetzen müssen. Das aber soll uns mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.

Allen wünsche ich von Herzen einen gesegneten Shabbat und viel Freude im Forschen der biblischen Zusammenhänge.

Gregor Dalliard