„Eloi, Eloi, lema sabachthani? was verdolmetscht ist: Mein Erlöser (Gott), mein Erlöser (Gott), warum hast du mich verlassen“? (Mk 15,34).

Glaubensimpuls 76

Das verhaltene Auftreten Jahshuas, die ständige Flucht vor den Römern und das Verbot seinen Anhängern gegenüber, nicht öffentlich von seinen Wundern zu sprechen, (um die Römer nicht gegen ihn aufzubringen), irritierte Jochanan (Johannes) den Täufer, der als entschlossener Pharisäer und Prophet ohne Rücksicht auf irgend jemand auftrat und kein Blatt vor den Mund nahm. Er, Jochanan, hatte beim Auftreten Jahshuas unmissverständlich auf Jahshua hingewiesen und „bezeugt, dass dieser der Sohn Jahwehs ist“, d.h. der Gesalbte Jahwehs (Jo 1. 34). Darum bezeugte er ihn als „das Lamm Jahwehs, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Jo 1,30). Was ist die Sünde der Welt? Die Sünde der Welt ist die Trennung von Jahweh und betrifft zuerst immer die zwölf Stämme und deren vielen Nachkommen, die auf der ganzen Welt leben und zum grossen Teil vermischt sind. Vor allem die Nachkommen der zehn „verlorenen“ Stämme wissen von ihrer Herkunft her kaum noch etwas oder nichts mehr, weniger noch als assimilierte Juden, die ihre Herkunft zum Teil noch kennen, auch aufgrund gewisser Namen.  Juda lebt auch verstreut auf der ganzen Welt. Aber als jüdischer Überrest ist Juda weltweit erkennbar, heute vor allem im Staat Israel. Zuerst geht es um das Wiedereinpfropfen einer Auswahl aus den zehn „verlorenen“ Nordstämmen (vgl. Hos 2,1-25; Röm 9,23-26; 1Petr 2,10.25) und einzelner „verlorener“ Juden, die sich nicht wie die gerechten Juden nach der Thora, den Propheten und den Schriften ausrichten, weil sie diesen Reichtum im Laufe der Geschichte verloren haben, aber gehört ihnen zuerst (Röm 9,4-5). Der Prophet Hosea und andere kündeten diese Zeit an. Später werden auch die übrigen der zehn Stämme und alle Heiden hinzukommen (vgl. Apg 15,13-18; 11,25 u.a.m.).

Jahshuas Auftrag bestand also darin diese Trennung, die als Gericht wirksam war und ist, für eine Auswahl aus diesen  Stämmen und ihren Nachkommen für vollendet zu erklären. Damit leitete er mit seiner Sendung und mit seinem Auftrag den Anbruch einer neuen Heilszeit innerhalb der umfassenden Heilsgeschichte ein, die bis zum heutigen Zeitpunkt anhält und läuft. Er leitete diesen heilsgeschichtlichen Weg ein, das war seine spezielle Sendung. Wunderbar!

Doch als Jochanan im Gefängnis sass, war er über die Sendung Jahshuas verunsichert. Darum liess er Jahshua fragen: „Bist du der Kommende (der Verheissene), oder sollen wir auf einen andern warten?“ (Mt 11,3). Jochanan der Täufer war überzeugt, dass mit Jahshuas Sendung das verheissene umfassende Friedensreich anbrechen würde, sollte er der verheissene Mashiach sein. Damit würde die römische Herrschaft über Juda  definitiv ein Ende haben. Doch das hat Jahshua nie gesagt oder gelehrt. Jahshua liess Jochanan wissen was er an Wunderzeichen wirke, die ihn als den verheissenen Mashiach auszeichneten und damit den Anbruch einer neuen Heilszeit ankündigten. So war es bei Mose, Elijah und anderen, deren jeweiliges heilsgeschichtliche Wirken ebenfalls durch grosse Wunder und Zeichen bekräftigt und bestätigt worden war. Darum hielten ihn die Apostel für einen dieser grossen Propheten. Kepha aber bekannte ihn, durch Eingabe des himmlischen Vaters, als den Wiederhersteller des auserwählten Volkes, d.h. er hielt ihn für den Jahweh Shua, den Gesalbten des Vaters, allgemein gesagt, den Christus  (vgl. Mt 16,13-18).

Die Brutalität mit der Pilatus gegen die Galiläer vorging war entsetzlich. Vor allem die galiläischen Volksmassen bis hin nach Syrien folgten Jahshua eifrig nach (vgl. Mt4,23-25). Pilatus scheute nicht davor zurück gläubige Galiläer während der Opferhandlungen im Tempel abzuschlachten und deren Blut mit dem Blut der Opfertiere zu vermischen (vgl. Lk13,1). Jahshua entwich dem Zugriff der Römer  immer wieder durch die Flucht ins galiläische Hinterland (vgl. Mt 4,12-17). Das Leben der Juden unter der römischen Herrschaft war unerträglich. Die anhaltenden Demütigungen und Ausbeutung, der Missbrauch und die Schändung der jungen Frauen und vieles mehr trieb viele in die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Einige konnten durch Kollaboration und taktischem Vorgehen mit den Römern dem Schlimmsten entkommen. Der Drang nach Freiheit war enorm und führte zu der inneren Haltung: lieber tot als den Römern ausgesetzt bleiben (siehe Masada).

Jahshua versuchte jeder öffentlichen Auseinandersetzung mit den Römern aus dem Weg zu gehen, denn er wusste um die schrecklichen Folgen für das verarmte ausgebeutete Volk. Dieses Leid wollte er nicht noch verschlimmern. Laufend musste er sich darum verstecken, vor allem nach grösseren Auftritten (vgl. Jo 6,15). Jahsua wusste von Anfang an, dass sein Auftreten und seine Sendung unter dieser eisernen Herrschaft ein gewaltvolles Ende für ihn nehmen würde. Jahshua war sicher alles andere als naiv oder ein Träumer. Und weil er die Lage einzuschätzen wusste, was unter den gegebenen Umständen ja eigentlich nicht schwer war, machte er seine Jünger von dem Augenblick an als bekannt war, dass er der Mashiach, der König Israels sei (vgl. Mt 16,13-19) auf seine Hinrichtung  aufmerksam (vgl. die drei Leidensankündigungen Mk 8,31ff; 9,30ff;10,32ff). Er verbot ihnen aber strengstens ihn als König (Mashaiach d.h. Gesalbter) bekannt zu machen, denn die Gefahr einer zu frühen Hinrichtung lauerte um jede Ecke. Er bezeichnete seine Leiden und seinen Tod als fest verordneten Willen des Vaters (vgl. Lk 24,25ff).

Wer die Brutalität der Römer aus der Geschichte kennt mit der sie jedes Ansinnen auf Befreiung vom römischen Joch niederschlugen und mit aller Härte gleich an den Wurzeln ausrotteten, kann sich vorstellen was folgen musste, als sich Jahshua am Passahfest zum König der Juden ausrufen liess, feierlich in Jerusalem einzog und hinauf zum Tempel ritt. Die Stadt und Umgebung war von anbetenden Passahpilgern übersät. Die jüdischen Massen waren ausser sich vor Freude: „Und viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere aber Zweige, die sie auf den Feldern abschnitten; und die Vorangehenden und die Nachfolgenden riefen: Hilf doch Jahshua (Hosianna) Gepriesen sei, der da kommt im Namen Jahwehs! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosianna in der Höhe! Und er zog in Jerusalem ein, in den Tempel“ (Mk 11, 8-11). Im Lukasbericht steht: „und sie sagten: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen Jahwehs“ (Lk 19,38). Ganz Jerusalem öffnete Jahshua als Mashiach, d.h. Gesalbter Jahres, Christus) Tür und Tor.

Dieses überraschende, unerwartete öffentliche Auftreten Jahshuas, als König der Juden, am Grossen Fest, an Passah, brachte die römische Besatzungsmacht ausser Rand und Band. Das Vorgehen Jahshuas war nach strengstem römischen Gesetz ein absolutes Staatsverbrechen, das auf der Stelle geahndet werden musste. Nach dem römischen Gesetz musste Jahshua in einem Schnellverfahren liquidiert werden. So geschah es auch. Den Juden musste ein unvergesslicher Denkzettel verpasst werden. Sie sollten nie wieder auf den Gedanken kommen sich gegen das römische Gesetz zu erheben. Das wusste Jahshua, das wussten die Juden, das wussten die Römer. Bei solchen Strafmassnahmen wurden jeweils Dutzende, wenn nicht Hunderte von ihnen abgeschlachtet.

Im Falle Jahshuas standen die führenden Juden in einer ausweglosen Zwickmühle. Sie kannten die schrecklichen Strafmassnahmen der Römer und  versuchten ein solches Massaker zu verhindern. Darum versuchte Kaiphas, der in jenem Jahr jüdischer Führer und Hoherpriester war, Jahshua den Römern zu überlassen damit sie nicht die ganze Nation umbrächten: „Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer (gemeint sind führende Pharisäer des Rates, nicht alle Pharisäer) den Hohen Rat und sprachen: Was tun? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und unsere Stadt wie auch unsere Nation wegnehmen (d.h. zerstören). Einer aber von ihnen, Kaiphas, der jenes Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts und überlegt auch nicht, dass es für euch nützlich ist, dass ein Mensch an Stelle des Volkes sterbe und nicht die ganze Nation umkomme. Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, dass Jahshua nicht nur anstelle der Nation sterben sollte; (um die Nation vor dem Tod durch die Römer zu schützen), sondern dass er die zerstreuten Kinder Jahwehs in eins versammelte“ (Jo 11,47-52). Es lohnt sich diesen Text mehrmals gründlich zu lesen! Wie wir bereits wissen war genau das sein Auftrag, seine spezielle Sendung, die „verlorenen“ Kinder Jahwehs zurückzuholen und mit den gerechten Juden, der bestehenden Nation, eins zu machen. Dieser Auftrag war in die Wege geleitet und damit war sein Dienst erfüllt und vollendet.

Bis dahin hatte er täglich, von aller Priesterschaft geschütz, im Tempel gelehrt (vgl. Mk 14,49). Ohne die Liebe der Priester, der Schriftgelehrten und Pharisäer hätte er niemals täglich den Tempel betreten und im Tempel lehren können. Auch diese wichtige Tatsache wird von den Kirchen kläglich unter den Teppich gekehrt, einfach totgeschwiegen, ignoriert. Jahshua erfüllte alle Regeln eines Rabbi und eines Propheten, die es ihm ermöglicht hatten täglich im Tempel und in den vielen Beth HaKnesseth (Synagogen) zu lehren. Jeder andere, der nicht den rabbinischen Vorschriften entsprach konnte nicht täglich im Tempel lehren, er hatte keine Berechtigung dazu, keinen Zutritt.

Jahshua wollte darum nach dem feierlichen königlichen Einzug in Jerusalem und dem Passahmahl auch nicht mehr nach Galiläa entkommen. Er zog sich mit seinen Vertrauten im Garten Gethsemane bei Jerusalem zurück und wartete dort auf seine Verhaftung (vgl. Mt 26, 36-50). Er ergab sich friedlich den römischen Polizeigarden.

Die Makkabis, ein Teil der Pharisäer, zu denen auch Jahshua gehörte, waren in ihrer Treue zum Wort Jahwehs bereit diese wichtige, prophetisch heilsgeschichtliche Aufgabe des Vaters zu erfüllen, nämlich den Auftakt zu geben die „verlorenen“ Kinder Jahwes zu suchen und zurückzubringen. Für diesen heilsgeschichtlichen Dienst, diese Sache Jahwehs und für die Ehre Jahwehs waren sie bereit den grausamsten Tod auf sich zu nehmen. Das tat Jahshua. Aber im Wissen um die grausamen Foltermethoden der Römer in einem solchen Falle, die öffentliche Folterpraxis und das entsetzliche Martyrium der Pfählung, das als abschreckender Schauprozess die Unterdrückten das Schaudern lernen liess, bat Jahshua den himmlischen Vater, dass er diesen grausamen Leidensweg doch von ihm nehmen möge. Jahshua war im Angesicht dieser bevorstehenden Leiden betrübt bis zum Tod und geängstigt. Er bat seine Jünger um Trost. Die sich überstürzenden Ereignisse und bevorstehenden Dinge erschöpften auch sie. Jahshua aber gab sich in den Willen des Vaters  (vgl. Mk 14,32-42; Mt 26 36-46; Lk22,39-46). Im ältesten Zeugnis der Bekenntnisschriften (BeS=NT) sind uns die letzten Worte Jahshuas übermittelt: „Eloi, Eloi, lema sabachthani? was verdolmetscht ist: Mein Erlöser (Gott), mein Erlöser (Gott), warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34).

Zu glauben, Jahshua hätte mit seiner sofortigen und qualvollen römischen Exekution nicht gerechnet ist naiv. Jahshua wusste wohl, dass unter und neben dieser bestehenden brutalen Besatzungsmacht kein zweites oder neues Reich bestehen konnte, schon gar nicht sein Königtum als die Königsherrschaft Davids und als das Reich des Frieden. Er wusste von der Brutalität der römischen Herrschaft aus dem Buch Daniel: „Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb, weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern“ (Dan 2,40). „Er sprach so: Das vierte Tier bedeutet: ein viertes Königreich wird auf Erden sein, das von allen andern Königreichen verschieden sein wird. Es wird die ganze Erde auffressen und sie zertreten und sie zermalmen“ (Dan 7,23).

Lasst uns einen kleinen Abstecher machen. Die vier Reiche von denen der himmlische Vater zu Daniel sprach und die speziell mit den übriggeblieben Heiligen, dem auserwählten und ausgesonderten Volk (Juda, Benjamin und einem Teil der Leviten) zu tun haben, werden mit grossen Tieren verglichen. Das erste Tier ist der Löwe. Er steht für das babylonische Weltreich (608- 508 v.u.Z.). Das zweite Tier ist der Bär. Er steht für das medopersische Reich (538-331). Das dritte Tier ist der Leopard. Er steht für das griechische Reich (331-168 v.u.Z.). Das vierte Tier war furchtbar und schreckenerregend (vgl. Dan 7,7). Es war und ist so schrecklich, dass Daniel es nicht fassen konnte. Es unterschied und unterscheidet sich von den andern, denn es war und ist den Heiligen, d.h. den Juden (und jenen die später wieder in die Jahwehbeziehung und in den Jahwehreichtum  eingepfropft werden – wie wir) gegenüber, grausamer als alle früheren Reiche. Es ist das römische Reich das 168 v.u.Z. aufstieg und 476 n.u.Z. auf das Papsttum und damit auf das trinitarische Kirchentum überging, das die neuen europäischen Staaten formte und unter dessen Inspiration und Prägung die europäische Union funktioniert. Das Kirchentum hat unter Hitler, der katholisches Mitglied war und blieb und der von den Päpsten bis heute nicht exkommuniziert worden ist, auf dem Fundament der Kirchenväter, dem „Volk der  Heiligen“, den Juden (vgl. Dan 7,23-28), die unfassbarsten Leiden zugefügt. Kein Weltreich, keine politische Richtung, keine Ideologie und keine Religion hat bis heute nur annähernd ein solches Leid über die Juden und die Menschheit gebracht.

Auch der nächste und letzte Holocaust wird von diesem Geist und Ort ausgehen, weil die führenden kirchlichen und politischen Menschen Europas taub sind für Jahwehs prophetisch-zusammenhängendes Wort und sein Volk. Sie nehmen ihre Verantwortung nicht wahr, denn sie haben aus der Shoa (Holocaust) nichts gelernt. Sie stellen sich taub und heuchlerisch. Sie lassen sich von der religös-fundamentalistischen palästinensischen Führung, der Hamas, der Hizbulla und andern Dschihadisten blenden und wollen geblendet sein. Sie unterstützen diese „heiligen“ Koran-Krieger mit Unsummen an Geld aus Europa, die das menschliche Leid im Nahen Osten konstant und bewusst chronisch hochhalten und vor aller Welt mit beeindruckenden Szenen zur Schau stellen um die Juden in aller Welt zu diffamieren – und das kommt an! Bei aller Tragik kann man hier wohl den weisen Volksspruch anwenden: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“!  Sie steuern und kurbeln die antijüdische Entwicklung im Nahen Osten und in Europa an und jagen lüstern nach einer nimmer satten Wirtschaft, Öl, Geld und Macht. Damit bringt das trinitarisch geprägte Europa erneut unsägliches Leid über die ganze Menschheit. Europa kann unter diesen Umständen wirtschaftlich keinen Segen haben und auch kein Segen für die Menschheit sein und werden. Darum war Daniel sprachlos und fassungslos über dieses unheimliche vierte Tier!

Die Jünger hofften aber, wie viele aus dem jüdischen Volk, dass Jahshua das eiserne Joch der Römer abschütteln würde, darum waren sie auch bewaffnet und wollten Jahshua mit Gewalt vor den Römern schützen (vgl. Mt 16, 21-23;). Kepha machte bei der Gefangennahme Jahshuas auch Gebrauch von seiner Waffe und hätte um ein Haar einen römischen Häscher umgebracht (vgl. 26,51). Jahshua sah seinen Auftrtag erfüllt. Darum verbot er Kepha mit Waffengewalt etwas erreichen zu wollen. Er kam nur, wie er selbst immer wieder sagte, um die „verlorenen“ Schafe Israels heimzuführen, sie in den Reichtum der Jahwehbeziehung zurückzuführen, damit sie, wie die gerechten Juden, in Jahwehs Ordnungen leben sollten um ein friedvolles und geordnetes Leben führen zu können: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24). In vielen Aussagen bestätigt  Jahshua diesen seinen einzigartigen Auftrag als seine spezifische Sendung (vgl. Gim 44,67,6). Einen anderen Auftrag hatte er nicht. Die Kirchenväter haben später alles mögliche in die ursprünglichen Fragmente, die zu einer neutestamentlichen Bibel zusammengefasst worden sind, hineingeschmuggelt.

Mit Jahshua wurden nicht nur drei sondern viele jüdische Männer hingerichtet. Bei den Römern wurden bei solch gravierenden Staatsverbrechen immer, ohne Ausnahme, solche grauenhafte Strafaktionen durchgeführt. Dass Juden, die in hoher Position standen, beim Einzug Jahshuas in Jerusalem eine solche Katastrophe abzuwenden versuchten, versteht sich von selbst, denn sie kannten das Vorgehen der Römer nur zu genau. Darum heisst es bei Lukas: Und einige der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu ihm (Jahshua): Rabbi, weise deine Jünger zurecht. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien“ (Lk 19,40). Damit war die kommende Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Jahshua war sich dessen bewusst. Er vollendete sein Leben im Willen des Vaters, der auch für uns nicht immer fassbar ist, aber das ist auch nicht nötig. Jochanan der Täufer erlebte dieses entschiedene Auftreten Jahshuas nicht mehr.

Vor seinem grässlichen Tod bezeugte Jahshua selbst, dass sein Auftrag nun vollendet sei: „Ich habe dich (Abba Jahweh) verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollendet, das du (Abba Jahweh) mir gegeben hast, das ich es tun sollte“ (Jo 17,4; Herb 3,2). Vergessen wir nicht, sein Dienst war vor seinem Tod vollendet. Diese Worte Jahshuas werden von den Kirchen eiskalt ignoriert. Jahshua kommt hier mit seinen Worten nicht an.

Auch nach der Hinrichtung Jahshuas hingen ihm die Massen an. Das erklärt auch die Tatsache warum alle an den Mashiach Glaubenden sich weiterhin täglich im Tempel aufhalten durften und konnten, selbst die Apostel. Sie waren von den jüdischen Priestern, den Schriftgelehrten und Pharisäern sehr geliebt und geachtet „und eine grosse Menge der Priester wurde dem Glauben (dem Auftrag und der Sendung Jahshuas) gehorsam“ (Apg 6,7). Gegen eine solche Menge, die fest zusammenhielt, waren die Römer weitgehend machtlos und konnten kaum etwas Umfassenderes ausrichten.

Seit zweitausend Jahren läuft nun dieser aussergewöhnliche Auftrag Jahshuas weiter. In unseren Tagen kann dieser Auftrag weltweit ein neues Ausmass annehmen. Der Vatikan hat seit der Reformation im 16.Jh., und ganz speziell nach dem letzten Weltkrieg, stetig an Machtausübung, religiöser Erpressung und Einfluss auf die Menschen verloren. Heute dürfen wir überall in Europa in Glaubensdingen unseren Verstand gebrauchen, was der Vatikan noch vor wenigen Jahren unter Höllenstrafe verbot. Jahshua gebietet uns in Glaubensdingen unseren ganzen Verstand einzusetzen (vgl. Mk 12,29-30; 5Mo 6,4-5).

In dieser wunderbaren Freiheit, die von uns auch eine entsprechende Verantwortung abverlangt, grüsse ich alle mit einem herzlichen Shalom und wünsche allen einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard