Unser Spiegel: Thora, Propheten und Schriften!

Glaubensimpuls 195

Ehrlich, wer will heute ohne Spiegel auskommen? Manchmal wären wir zwar froh es gäbe ihn nicht. Aber ohne Spiegel würden wir uns in der Öffentlichkeit nicht selten der Lächerlichkeit preisgeben. Letzthin sollten Marianne, Tabea und ich ganz schnell nach Brig fahren. Die Frauen mussten zur Arbeit. Da ich nicht mehr mit allen Zähnen rechnen kann, weil sie weg sind, bin ich meistens als letzter am Tisch. In meiner Hast rannte ich den Frauen hinten nach. Tabea machte mich im Auto mit spassiger Miene auf einen recht starken Überrest an Konfitüre in meinem Schnauz am linken Mundwinkel aufmerksam! Da war ich aber froh, putzte so gut es ging und fragte: „Ist nun alles okay?“

In den früheren Zeiten, als es keinen Spiegel gab, war jeder auf die Augen und den Kommentar des Nächsten angewiesen. Mancher war dem Spott ausgesetzt. Warum? Man liess ihn einfach mit seinem verschmierten Gesicht – oder was es auch immer war – vor die Leute treten um sich über ihn lustig zu machen oder ihn zu demütigen. Das ist so, wenn man in solch wesentlichen Dingen von Menschen abhängig ist. Da ist einfach alles möglich. Gut gibt es da einen Spiegel in unserer Wohnung, auf den Toiletten und.. Der Spiegel zeigt uns das wahre, wirkliche Aussehen. Er ist frei von Bestechung, belügt uns nicht – ist einfach grundehrlich und aufrichtig. Er zeigt uns ins Gesicht hinein wie unser Gesicht aussieht oder wie es korrekt aussehen sollte.

Unser inneres Gesicht ist noch viel wichtiger als das äussere. Auch dieses Gesicht, das innere Gesicht, braucht seinen Spiegel. Unser inneres Gesicht kann sich nicht ein Leben lang auf den Glaubens-Blick der Mitmenschen verlassen und nach den Aussagen anderer Menschen richten. Unser inneres Gesicht, das ist das Gesicht unseres Glaubens, unseres Vertrauens, das was uns in Wirklichkeit ausmacht, das was wir wirklich fühlen und denken, das was unser Leben hält, das was uns in der Gegenwart und auf die Zukunft hin trägt, das was wir wirklich sind.

Überall dort wo der Spiegel ein Urteil über unser Äusseres abgibt, dort müsste im gleichen Atemzug der innere Spiegel mitreden können. Mit andern Worten, das was ich als Mensch innerlich bin, das zeigt mir der biblische Spiegel auf. Der Tanach, d.h. Thora, Propheten und Schriften sind unser innerer Spiegel. Der innere Spiegel ist dem auserwählten Volk in die Hand gegeben worden. Nicht etwa wie die Beschreibung eines Schrankes oder eines Bettes, die wir mühsam durchlesen und ebenso mühsam umsetzen. Ist das Bett aufgestellt dann ist die Sache ein für allemal erledigt und wir schlafen darin.

Anders ist die Bibel. Sie ist vielmehr eine reiche Schöpfung, eine Zusammenfassung, ein Werk, das in tausenden von Jahren gewachsen ist und allezeit umgesetzt werden will – zu unserem Wohlergehen. Die Bibel ist eine grandiose Sammlung von Erfahrungen und Lebensweisheiten aus der Beziehung JaHuWaHs zu dem auserwählten Volk und umgekehrt. Sie ist nach dem Willen unseres Schöpfers JaHuWaH entstanden, dem immer gleichen Schöpfer des Leben. Sie ist aus dem Umgang mit den Menschen, ihrem Wesen und ihrer Wankelmütigkeit, mit der ständigen Gefahr in die Selbstzerstörung abzudriften, entstanden. Darum verkündet der Prophet JirmeJahu (Jeremia) die spiegelklaren Worte:

„So spricht der JaHuWaH: Verflucht (dem Gericht verfallen) ist der Mann (Mensch), der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz von JaHuWaH weicht! Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Steppe und nicht sehen, dass Gutes kommt. Und an dürren Stätten in der Wüste wird er wohnen, in einem salzigen Land, wo sonst niemand wohnt. Gesegnet ist der Mann (Mensch), der auf JaHuWaH vertraut und dessen Vertrauen JaHuWaH ist! Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen (Jer 17,5-8).

Es sind Worte die an Klarheit (Spiegel) nicht zu übertreffen sind. Sie geben das Wesen und den Weg eines Menschen wieder. Der innere Spiegel sind also die Gedanken JaHuWaHs. Es ist das was wir zum Leben brauchen, das was uns als Leitplanke für unseren Lebensweg gegeben ist, damit wir nicht abdriften. Aber nicht nur das. Noch viel wichtiger ist der Segen, der uns darin gegeben ist. Es ist die tragende Geborgenheit in den offenen Armen und Händen – am Herzen unseres Schöpfers – JaHuWaH.

Das Bekenntnis aller biblischen Propheten JaHuWaHs lautet: „Der Fels: vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Erlöser der Treue hält und ohne Trug ist, gerecht und gerade ist er! (5Mo 32,4). In diesen Spiegel schaute Abraham und sein Leben veränderte sich radikal. Eine unvollstellbare Kraft erfüllte von da an sein Leben. Wagen wir es in diesen Spiegel zu schauen. Fürchten wir uns nicht. JaHuWaH wartet mit offenen Armen und einem treuen Herzen auf uns. Jahushua von Nazareth warf sich mit Haut, Haar und Knochen in die Arme JaHuWaHs. Das kostete ihn zwar sein Leben, doch er schaute die Gedanken JaHuWaHs im Spiegel, d.h. im Herzen JaHuWaHs.

JaHuWaH hatte sein Volk nicht nur von der grausamen Not aus dem Joch der Ägypter befreit und erlöst. Die tief religiösen Ägypter wollten das von Götzen und Götzenkulten, von Sakramenten und religiöser Menschenhörigkeit befreite Volk vernichten, ausrotten. Das hatten zuvor schon andere Völker mit allen erdenklichen Schikanen versucht – bis zum heutigen Tage. Fanatische religiöse Organisationen wie die islamische Arabische Liga, die Hamas, die Hizbulla und Völker wie der Iran werden in ihren Absicht zur Vernichtung des auserwählten Volkes indirekt von der UNO, der EU und den christlichen Landeskirchen unterstützt. Es reicht ein Blick in die Resolutionen der UNO.

Rund 400 Jahre lang hatte sich das auserwählte Volk geweigert sich den Göttern Ägyptens, ihren Priestern und ihrer Theologie zu unterwerfen. Und doch bestand die latente Gefahr sich in der grossen Not und Ausbeutung dem Unterdrücker glaubensmässig zu beugen. Doch das geschah nicht. Die Bibel ist das Zeugnis der aussergewöhnlichen Überlebenskraft des auserwählten Volkes. Diese Überlebenskraft entsprang einzig und allein aus der tiefen erfahrungsreichen Beziehung mit JaHuWaH, die fortwährend genährt wurde. Es ist die Überlebenskraft, die aus der Wiedergeburt Abrahams in JaHuWaH, verbunden mit den gewaltigen Verheissungen, möglich ist. JaHuWaH und sein Wort ist ein Segen für jeden einzelnen von uns, geplant aber auch als der Segen für die ganze Menschheit.

Darum lasst uns z.B. 2Kor 3,6b in seinem ursprünglichen Sinn übersetzen. Falsch übersetzt: „Denn das Gesetz (gemeint ist die Thora) bringt den Tod, aber der Geist Gottes macht lebendig“. Wie schrecklich ist diese Übersetzung! Als ob der Geist JaHuWaHs nicht in der Thora gegeben ist. Sagt doch Jahushua von Nazareth: „Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund JaHuWaHs ausgeht“. Ebenso: „Meint nicht, dass ich gekommen sei, die Thora (das Gesetz) oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu bestätigen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde (dieses Zeitalter) vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora (dem Gesetz) vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel“ (Mt 5,17-19).

Geist JaHuWaHs und Thora können nie voneinander getrennt werden. Darum muss korrekt übersetzt werden: „Denn die religiöse Tradition von Menschen (das religiöse Gesetz von Menschen) bringt den Tod, aber die Thora (der Geist JaHuWaHs) macht lebendig“.

Darum lasst mich diesen Impuls abschliessen mit den gewaltigen und packenden Worten des Propheten Jeshajahu (Jesajah): „Ich, ich bin der Erlöser, und ausser mir gibt es keinen Retter. Ich habe verkündigt und gerettet und hören lassen, und kein fremder Erlöser (Gott) war unter euch. Und ihr seid meine Zeugen, spricht JaHuWaH, und ich bin Erlöser (Gott). Ja, auch weiterhin bin ich derselbe, und da ist niemand, der aus meiner Hand errettet. Ich wirke, und wer kann es rückgängig machen? So spricht JaHuWaH, euer Erlöser, der Heilige Israels.. Ich bin JaHuWaH, euer Heiliger (Ausgesonderter), der Schöpfer Israels, euer König“ (Jes 43,11-14.15).

Mit Danksagung wünsche ich allen den Segen und die Freude JaHuWaHs. Allen wünsche ich einen tiefsinnigen Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard