„und Jahweh sprach… Und es wurde…“ (1. Mose 1,3)

Glaubensimpuls 16

Als „Jahweh sprach… Und es wurde…“, war alles wüst und leer (1. Mo 1,2). Wüst und leer sind Wörter, die für uns Menschen einen Todeszustand, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck bringen, nicht aber für den lebendigen Gott Jahweh. Die Bibel berichtet uns im Schöpfungsbericht von der Entstehung dieser Schöpfung. Wir, die wir in einer lebendigen Beziehung zu Gott Jahweh leben dürfen und die Schöpfung beobachten, kommen aus keinem Staunen heraus. Obwohl die neue Schöpfung durch den Ungehorsam Adams (1. Mo 3,16-21; Röm 8,20-24) schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, erfahren wir sie – mit einem offenen Herzen und Geist – von einer unerschöpflichen Seite her.

Das Bekenntnis der israelitisch-jüdischen Zeugen: „Und Gott sprach… Und es wurde…“, begegnet dem in Beziehung zu Jahweh lebenden Menschen auf Schritt und Tritt. Wer in dieser Beziehung die Schöpfungsfeinheiten sehen und erleben darf, wird immer neu erbaut und aufgerichtet.

Kürzlich sagte uns ein Sportkollege: „Ich bin nur auf dem Papier Protestant, mit dem Tod ist für mich alles aus“. Er glaubt an die Urknall-Theorie. Als ich noch katholischer Pfarrer war und zu den Erstklässlern vom Werden der Schöpfung sprach, versuchte ich den Kindern die Urknall-Theorie darzulegen. Als ich sagte, dass diese Menschen glauben, dass sich der Urknall von selbst ausgelöst hätte, schaute mich ein Mädchen, über das ganze Gesicht strahlend, an und sagte kopfschüttelnd: „Nein, nein, Herr Pfarrer, wenn es knallt, dann macht mein Papa seine Schiessübungen!“ Der Papa dieses Kindes hatte sich im Keller einen Schiessübungsraum eingerichtet. Zum Verdruss der Mutter war der Papa mehr mit dem Knallen beschäftigt, als mit der Familie. Darum seufzte die Mutter ab und zu: „Der Papa knallt wieder einmal!“. Für das strahlende Mädchen war es also klar, wenn es knallt, dann steckt jemand dahinter. „Wenn es knallt, dann macht der Papa…“. Aus sich selbst heraus kann nichts knallen. Es muss ein Verursacher dahinter stehen.

Die Begründung und der Glaube an die Urknall-Theorie ist wohl auf der primitivsten Stufe des menschlichen Denkens anzusetzen, um nicht zu sagen, dass er das Produkt einer Art von kontinuierlicher, tradierter Glaubensbesessenheit darstellt, die aus dem Protest gegen den Schöpfer erwachsen ist und Menschen beherrscht. Nach fundamentalistischer Manier wird diese Theorie blind verteidigt.

Ein anderer Aspekt! Im tiefsten Winter sind die Bäume kahl. Sie erscheinen uns leblos und tot. Und dennoch beginnt in dieser äussersten Kälte, in diesem äusseren Tod, bereits der nächste Frühling. Gerade die Israeliten, später nur noch die Juden, lernten das Sprechen Jahwehs auch durch seine Schöpfung verstehen. „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Jahwehs, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk. Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis – ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. Ihr Schallgeht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache… Die Weisungen (Ordnungen) Jahwehs sind vollkommen und erquicken die Seele; das Zeugnis Jahwehs ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise“ (Ps 19,1-4.8).

Sooft in der Geschichte lebte das auserwählte Volk als vertriebenes, verfolgtes, dem Tode preisgegebenes Volk, gleichsam im allertiefsten Winter. Es fühlte sich wie tot und es wurde für tot erklärt. Es sollte durch Ausrottung oder Assimilation, also durch Anpassung an die Denkweisen und Lebensordnungen der jeweiligen heidnischen und götzendienerischen oder heidnisch-christlichen Völker sachte aber systematisch untergehen (Luther, Evangelisches Kirchentum, Napoleon u.a.m.) oder ausgerottet werden (babylonische Minister, Pharao, Kirchenväter, Papsttum, Hitler u.a.m.). Doch es erwachte immer wieder aus dieser Winterstarre, diesem Tod, zu neuem Leben, weil es dem Wort Jahwehs glaubte und vertraute und eine zentrale Rolle im Heilswillen des himmlischen Vaters Jahweh ausübt. Wäre Israel in den eisigsten Wintern seiner Geschichte untergegangen, würden wir von Jahweh nichts wissen. Wir würden im tiefsten hellenistisch-heidnischen, philosophischen Götterkult oder in sonstigen religiösen Machtstrukturen gefangen sein. So ist ein Überrest zu einem immer neuen Frühling erweckt worden. Dank den erweckten Juden, die in ihrer Treue zum himmlischen Vater die schrecklichsten eisigsten Zeiten durchlebten, sind wir zum Glauben an Jahweh geführt worden. Shaul bestätigt diese Aussage: „Denn wenn ihre Zerstreuung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anders sein, als Leben aus den Toten?“ (Röm 11,15; vgl. Hes Kap 36 und 37).

Wir freuen uns im Vertrauen auf den gleichen Gott Jahweh, der jede Winterstarre, jeden äusserlichen Tod zu neuem Leben erwecken wird und zwar durch und aus Liebe zu seinem Geschaffenen, wie rebellisch und todbringend es auch sein mag (5. Mo 7,6-8; Jes 45,3-7.23-25 u.a.m). Den Juden sind wir allezeit zutiefst dankbar für ihre Treue und ihr Durchhalten, denn Jahshua, ein Jude, unser Haupt, der Mashiach, d.h. der Gesalbte (Christus) hat uns im Auftrag des Vaters aus der Winterstarre erweckt: „…die wir in den Vergehungen (ohne Jahweh-Beziehungen) tot waren…, ohne Gott Jahweh (ohne Jahweh-Beziehung), entfremdet dem Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheissung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Jahweh in der Welt“ (Eph 2,5.12).

Doch jetzt leben wir in der Beziehung zu Jahweh. Wir sind durch Jahshua, dem vom Vater gesalbten Juden (Christus), wie aus dem Nichts, wie aus der tiefsten Eiseskälte, zu Jahweh zurückgebracht worden. „Denn ihr (die zehn „verlorenen“ Stämme) gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.“ (1. Petr 2,25). Wir sind nun wieder „unter sie (Juden) eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden“. Mit diesen Sätzen ermahnt und erinnert uns Shaul (Paulus), im Brief an die Römer, an unsere Zugehörigkeit zu den Juden, selbst wenn wir gewisse Verhaltensweisen in den unterschiedlichen Richtungen und Prägungen nicht teilen können (Röm 11,17, vgl. Jo 4,22). Darum tragen wir eine lebendige Hoffnung in uns, die uns von Jahweh ins Herz gegeben worden ist (vgl. Ps 9,19; 39,8; 71,5; 146,5; Spr 23,18; Jer 17,13; Röm 5,1-5 u.a.m.).

Diese Hoffnung legte Jahweh, unser Schöpfer, in unser Wesen: “Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65,17; 66,22; Offb 21,5). Kepha (Petrus) bestätigt das Reden der Propheten: „Wir erwarten aber nach seiner Verheissung, neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petr 3,13).

Was Gott Jahweh verspricht, das hält er auch. Die geschichtlichen Abläufe, die wir dank vieler historischer Erkenntnisse rückblickend betrachten dürfen, beweisen uns diese Tatsache im Lichte der Bibel. In den Flutwellen der antigöttlichen Fantasien, Irreführungen und Machenschaften über unsere Herkunft und Zukunft, richten wir unser Augenmerk auf die in der Geschichte bestätigten Zusprüche. Denn: „Jahweh sprach… Und es wurde…“ (1. Mo 1,3).

Gregor Dalliard