„Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Markus 1,11)

Glaubensimpuls 11

Im Glaubensimpuls 11 habe ich obigen Vers zitiert im Zusammenhang mit der Aussage in Lukas 2,52: „… und Jahshua nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Jahweh…“.

Zwischen dem 2. und 4. Jh. entstanden Dutzende von Kindheits-Evangelien über Jahshua (Jesus). Das aufkommende zölibatäre heidnische Mönchsideal liess in all diesen Kindheitsberichten, entsprechend seiner damaligen heidnischen Vorstellungswelt über Helden und Heroen in Literatur und Tradition, der Fantasie freien Lauf. So lösten sie das Kind Jahshua aus dem israelitisch-jüdischen und prophetisch-heilsgeschichtlichen Zusammenhang heraus und bauten es in ihre heidnisch-mystische Gedankenwelt ein. Einiges davon ist in die spätere Sammlung des Matthäus- und Lukasevangeliums eingeflossen, während in den früheren Sammlungen des Markusevangeliums und in den Briefen Shauls noch nichts davon zu finden ist.

Jahshua wurde dadurch von uns Menschen getrennt, was die Dreieinigkeits-, Jungfrauen- und Muttergotteslehre bestätigt. Während also die Propheten, Jahshua selbst und die Apostel noch von der Gleichheit Jahshuas mit uns sprechen und schreiben, wird von den Kirchenvätern diese Gleichheit aufgehoben. Der Autor des Hebräerbriefes schreibt wie Mose (5. Mose 18,15.18): „Daher musste er in allem den Brüdern gleich werden“ (Hebräer 2,17). Shaul schreibt dasselbe, „… indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist“ (Philipper 2,7), „indem Jahweh seinen eigenen Gesalbten (Sohn, Mashiach) in Gleichgestalt (Gleichheit) des Fleisches der Sünde… sandte“ (Römer 8,3).

Eines steht jedenfalls vom Zeugnis der Bibel her fest. Das Kind Jahshua entwickelte sich im jüdisch-israelitischen Heilskontext wie die meisten gläubigen Judenkinder. Als der himmlische Vater ihn mit seinem Geist salbte, durchflutete, also zum Gesalbten (Christus) machte, bezeugte er für alle Anwesenden hörbar: „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Markus 1,11; Matthäus 3,17; Lukas 3,22). Im Johannesevangelium ist uns das Zeugnis Johannes des Täufers überliefert: „Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabfahren, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes (der Mashiach = der Gesalbte, d.h. der Christus) ist“ (Johannes 1,32-34). Mit diesem Geschehen erfüllte sich das heilsgeschichtliche Wort Jahwehs an seine Propheten von der Salbung seines Knechtes Jahshuas mit seinem Geist (Jesaja 11,1ff; 42,1ff; 61,1ff). Darum wird Jahshua der Gesalbte genannt (hebräisch: HaMashiach; griechisch: der Christos; lateinisch: der Christus.

Vom himmlischen Vater, vor Grundlegung der Welt erwählt (Epheser 1,4; 1. Petrus 1,20 u.a.m.), ruhte das Wohlgefallen Jahwehs auf Jahshua, der nun der Gesalbte (der Christus) genannt wurde. Andreas sagte darum zu seinem Bruder Simon Kefa (Petrus): „Wir haben den Messias (Gesalbten) gefunden; was übersetzt ist: Christus. Und er führte ihn zu Jahshua…“ (Johannes 1,41-42). Philippus fand Nathanael und spricht zu ihm, wir haben den gefunden, von dem Mose in der Thora geschrieben und die Propheten, Jahshua, den Sohn des Josef von Nazareth“ (Johannes 1,45).

Dieses Wohlgefallen des Vaters an Jahshua bestätigt der Matthäusbericht: „… damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist: der spricht: ‚Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat, ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Israel-Nationen Wiederbringung (Gericht) ankündigen.“ (Jesaja 42,1-4; 11,2; 61,1; Matthäus 12,17-18). Auch bei dem späteren Verklärungsgeschehen auf einem hohen Berg wird die Stimme des himmlischen Vaters für die Anwesenden hörbar wahrgenommen: „Während er noch betete, siehe, da überschattete sie eine dichte Wolke, und siehe eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn (der Gesalbte = der Christus) an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hört!“ (5. Mose 18,15; Markus 9,2-13; Lukas 9,28-36; 2. Petrus 1,16-18).

Die Bibel spricht auch von dem Wohlgefallen des himmlischen Vaters über uns. Dieses Wohlgefallen steht in Beziehung zu der souveränen Erwählung des Vaters zu unserer Erstlingsschaft. Shaul bestätigt diese Tatsache, indem er auf Mose weist: „Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Jahweh? Das sei ferne! Denn er sagt zu Mose: ‚Ich werde begnadigen, wen ich begnadige, und werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme‘ so liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem Begnadigenden Gott Jahweh“ (5. Mose 32,4; 2. Mose 33,19; Römer 9,14-16). Solche Aussagen ergeben nur im Blick auf die Wiederbringung und –herstellung aller Menschen einen Sinn, sonst wäre Jahweh tatsächlich ungerecht! (vgl. Philipper 2,10; 1. Korinther 12,3).

Unsere Geburt und Kinderjahre waren eine einzige Vorbereitung auf unsere Beziehung und Stellung zu Jahweh. In unserem Glaubensleben dürfen wir, trotz aller Schwächen und laufend wiederkehrender Niederlagen, in der Beziehung zu Jahweh wachsen und reifen wie Jahshua. Um unser Altern brauchen wir uns nicht zu bemühen, das liegt in der Natur der vom himmlischen Vater gegebenen Lebensordnung. Haben wir doch eine Sorge weniger! Auch um das Wohlgefallen Jahwehs (die Erwählung) brauchen wir uns nicht zu sorgen, das steht fest: „An den Heiligen (Ausgesonderten)… auf Erden… ist all mein Wohlgefallen“ (Psalm 16,3; 149,4).

Um die Treue zu ihm geht es: „Wer aber Treue übt, hat sein Wohlgefallen“ (Sprüche 12,22). Darum lasst und unter seinem Wohlgefallen die Treue zu ihm vertiefen, nach dem Wunsch der früheren Zeugen, „dass Jahweh, der Gott unseres Herrn Jahshua HaMashiach, der Vater der Herrlichkeit euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung zur Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen (Ausgesonderten) und was die überschwängliche Grösse seiner Kraft an uns, den Vertrauenden (den Glaubenden) ist, nach der Wirklichkeit der Macht seiner Stärke. Die hat er in dem Mashiach wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt (in den himmlischen Welten) gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter sondern auch in dem Zukünftigen genannt wird. Und alles hat er seinen Füssen unterworfen und ihn als Haupt über alles den Herausgerufenen (Ausgesonderten, Gemeinde) gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt“ (Epheser 1,17-23, Kolosser 1,9-10; 2. Mose 6,7; 5. Mose 29,5; Psalm 83,19; 100,3).

Ich wünsche allen von Herzen: „Gnade und Treue (Jahwehs) sollen (werden) dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf deines Herzens Tafel… auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade“ (Sprüche 2,3.6).

Gregor Dalliard