Unbefleckte Empfängnis, Jungfrauengeburt und Weihnachten. Teil 2

Glaubensimpuls 274

Ja, das ist kein leichtes Thema! Doch wir wollen nicht wegschauen. Die heidnischen Erlöser kamen fast ausnahmslos alle als Söhne Gottes, die von einer Gottheit in eine Jungfrau gezeugt worden waren, zur Welt. Forschen wir in den Traditionen der antiken Völker nach, lässt sich das relativ leicht feststellen. Im ägyptischen Kult war es der Sonnengott, der sich seine Jungfrau aussuchte um den Ägyptern ihren Erlöser zu schenken. In Persien war Zarathustra der Sohn Gottes, gezeugt vom obersten Gott in eine Jungfrau. In Indien wurde Buddha als Sohn Gottes gezeugt und geboren. Engel verkündeten der Königin Maya das grosse Wunder an. So finden wir die Weihnachtsgeschichte in sehr ähnlichen Weisen bei fast allen antiken Völkern.

Die Menschen lebten aus diesen mystischen Vorstellungen. Die Kirchenväter lebten in diesen Traditionen. Sie wollten ihrem neuen Gott Jesus unter alle Menschen bringen, ihn aussergewöhnlich gross machen. So versuchten sie ihn und seine Gebärerin, Maria, von allen andern Göttern und Jungfrauen abzuheben und beiden einen ausgesonderten Platz innerhalb allen Göttern und Jungfrauenmüttern zu geben. Während diese antiken Göttersöhne von ihren Jungfrauenmüttern z.T. auf übernatürliche Weise empfangen worden waren, wurden sie aber doch ganz normal geboren, wie das bei jeder Frau geschieht. Das sollte bei der jüdischen Mirjam und ihrem Sohn anders sein. Der Jesus-Gott sollte über allen anderen Göttern stehen, ebenso die Frau die ihn geboren hatte. Worin unterschied sich die Mutter des Jesus-Gottes von allen andern Gottesmüttern?

Indem Maria ihr Jungfernhäutchen bewahrte und zwar vor, während und nach der Geburt ihres Gottessohnes Jesus. Das ist die ausserordentliche Erkenntnis der Kirchengründer, das ergaben ihre Untersuchungen! Die letzten Päpste, vor allem der Pole Johannes-Paul II., waren voll Dankes und Jubel über diese Offenbarungen, die der Heilige Geist, die dritte Person, der drei Gottpersonen, den inzwischen heiliggesprochen Kirchenvätern geoffenbart hatte. Nun, das hob Maria von allen anderen Frauen ab und machte sie zur auserkorenen Mutter von Gott, zur Gottesmutter Maria, zur Gottesgebärerin, zur ewigen Jungfrau Maria, zur Himmelskönigin, obwohl sie mit Josef einige Kinder hatte, wie uns die ursprünglichen hebräischen Quellen versichern. Das gilt es wohl zu bedenken! Das allerdings war und ist für diese zölibatär verfahrenen Männer absolut undenkbar. Sich so etwas Schmutziges – pfui Teufel – von der Jungfrau Maria auszudenken ist frevelhaft, bis zum heutigen Tag!

Auf den Konzilien von Ephesus 431, Chalcedon 451, Konstantinopel 381, machten die Kirchenväter in langen Streitereien und Auseinandersetzungen, den bereits entjudaisierten Jahushua von Nazareth, als griechische Gottheit dem Gott der Juden, JaHuWaH gleich. Das gleiche Schicksal widerfuhr der Jüdin Mirjam. Sie wurde entjudaisiert, indem sie zu der neuen Göttin Maria erhoben wurde, zur Gottesgebärerin. JaHuWaH, der Gott der Juden sollte entmündigt werden. Schliesslich wurde der Jesus-Gott über JaHuWaH gestellt. Wer ihm sein Leben nicht übergeben würde und nicht an sein vergossenes Blut, das er als Gottheit zur Erlösung der ganzen Welt vergossen hatte, glauben würde, der würde nicht in den Himmel kommen, sondern direkt in die Hölle fahren – für immer! Die einfache, ehrliche Umkehr zu JaHuWaH zählte nichts mehr, war ersetzt durch das Bejahen des erlösenden Blutes der Jesus-Gottheit. Später durch den Sakramentenempfang, die Absolution des Priesters, durch den Ablass und und.., nur nicht durch die aufrichtige Umkehr zu JaHuWaH, wie das alle Propheten lehrten.

Diese verwirrten Konzilsmänner und ihre Nachfolger wurden von widersprüchlichen und abstossenden Phantasien getrieben. Sie sind von ihrem tiefen Hass, dem auserwählten Volk und dem prophetischen Wort der Bibel gegenüber, völlig blind gemacht worden. Dieser Blindheit folgte bis heute unermessliches menschliches Leid, das wir niemals übersehen dürfen. Schon während der ersten Konzilien ereigneten sich schreckliche Verbrechen. Nestorius, der Patriarch von Konstantinopel (428-431), im heutigen Istanbul, lehnte den Titel Gottesgebärerin für die Mutter der Jesus-Gottheit ab. Er kämpfte für den Titel Christusgebärerin. Nestorius hatte noch ein gewisses Empfinden für JaHuWaH. Doch sein Gegenspieler Kyrill war voller Wut, denn der Heilige Geist hatte ihm klar geoffenbart, dass Maria die Mutter von Gott ist. Kyrill bestach die Staatsbeamten, den Prätorianerpräfekten und einflussreiche Eunuchen mit unermesslichen Goldstücken. Er liess jene Bischöfe, die behaupteten Maria sei nicht die Gottesgebärerin einsperren, andere liess er mit seinem Pferdegespann lebendigen Leibes durch die Stadt schleifen. Kyrill war ein abgrundtiefer Judenverfolger. Er wollte sie, samt JaHuWaH, vom Erdboden verschwinden lassen. Er gilt als der erste christliche Geistliche, als der erste Führer, der in seiner Stellung als Patriarch, nach einer Endlösung der Judenfrage suchte.

Damit setzte sich dieser zölibatäre ruchlose fromme Machtmensch, mit Hilfe der bestochenen staatlichen Gewalt durch. Er baute den Marienkult weiter aus, der schliesslich in den Weihnachtskult führte, zu jener Frau, die sündlos war, weil sie nicht wie alle anderen Frauen über die Scheide geboren hatte und keusch blieb, mit keinem Mann etwas hatte. Die ehelosen Männer brauchten ihren Ersatz. Den schufen sie sich mit der keuschen Jungfrau Maria mit der sie geistig liiert waren, die aber gleichzeitig mit keinem Mann etwas zu tun haben durfte. Dieses abartige Denken gipfelte in die Feste Unbefleckte Empfängnis und Weihnachten. Diese Kulte fassen die Demütigungen der Kirchenväter gegenüber allen Frauen (und den Männern, siehe Josef) zusammen, die über den normalen Schöpfungsweg Kinder zeugen und gebären. Wie wir im letzten Gim hörten wurden die Lehren die zu diesen Dogmen und Kulten führten mit den übelsten Aussprüchen und Beschimpfungen gegen das natürliche Wesen der Frau begründet. Sie erreichten also ihren dogmatischen Höhepunkt in der Geburt des Jesus-Gottes aus der immerwährenden Jungfrau Maria. Was uns nicht erstaunen sollte: Die Kirche sprach später Kyrill heilig.

Papst Martin erklärte auf der Lateransynode von 649 n.u.Z. den Glauben an die immerwährende Jungfräulichkeit Marias und ihre unbefleckte Empfängnis (immaculata conceptio) für heilsnotwendig. Der Begriff “unbefleckt” vermittelt das Denken der zölibatären Kirchengründer, die jede natürliche eheliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, jede Zeugung eines Kindes, als Befleckung vermittelten, als etwas Minderwärtiges, woran Jesus und Maria keine Freude haben konnten. Die meisten katholischen Eheleute litten unter den Folgen dieses frommen Psychoterrors, und das über Jahrhunderte hinweg. So feiern die meisten Menschen ahnungslos und verführt Weihnachten nach dem Nicäno-Konstantinopolitanum (dogmatische, heilsnotwendige Beschlüsse die auf den Konzilien von Nizäa und Konstantinopel vereinbart worden sind). Darin lehrt die Christenheit: “Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.”

Mit den Worten des Psalmisten grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Gnädig und barmherzig ist JaHuWaH, langsam zum Gericht und gross an Gnade. JaHuWaH ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke. Es werden dich loben, JaHuWaH, alle deine Werke und deine Treuen dich preisen” (Ps 145,8-10). Shalom!

Gregor Dalliard