“In den Tagen deiner Jugendzeit” Pred 12,1. Teil 2

Glaubensimpuls 285

Wir sprachen in den letzten Glaubensimpulsen etwas im Zusammenhang von der Macht des Wortes und dem Glauben “in den Tagene deiner Jugendzeit.” Aussagen, die uns daran erinnern wie wichtig es ist von Kindesbeinen an in JaHuWaH und in seine Weisungen hineinzuwachsen, und das gemäss den prophetisch-biblischen Zusammenhängen und Erkenntnissen. Dabei meine ich nicht, dass dabei ein Vorzeigemensch herauskommt, ein perfekter Mensch, sondern ein Mensch der es lernt in seinem Leben eigenständig verantwortungsbereit zu handeln und fähig wird rücksichtsvoll mit dem ihm Anvertrauten umzugehen. Wer von Kindesbeinen an in einer vertieften ungezwungen Art und Weise in das Wesen JaHuWaHs hineinwachsen darf und die Beziehung zu ihm, zu seinen Weisungen und Verheissungen schrittweise aufbauen kann, der ist im Leben sehr gesegnet. Ein solcher Mensch wird ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln können, das sich im Umgang mit den Mitmenschen aufbauend äussern wird. Er wird sich nicht von jedem Windstoss der Meinungen verunsichern und treiben lassen, bleibt auch immer dialogbereit ohne seine Überzeugung aufgeben zu müssen.

Den meisten von uns war das in den Kinder- und Jugendjahren nicht vergönnt. Wir kommen fast ausnahmslos alle aus verschiedensten christlichen Richtungen und Gewohnheiten, die sich seit ihren Anfängen, fast zweitausend Jahre lang, mit äusserst blutigen Kriegen bekämpften. Dabei kamen bis zu 300 Millionen Menschen um. Der letzte blutige Krieg unter Christen in Nordirland ist noch nicht so lange her. Er kann jederzeit wieder aufflammen, denn die Ideologie, bzw. Diplomatie des Vatikans, gibt sich nicht so schnell geschlagen. Nun, die einen haben von Kindesbeinen an diese und die anderen jene christliche Prägung mitbekommen. In meiner Kinderzeit, und z.T. noch in der Jugendzeit, gingen wir jeden Tag morgens früh in die Messe und abends zum Rosenkranzgebet. Es gab gerade vereinzelt die ersten Fernsehgeräte, schwarz-weiss. Telefonapparate gab es ebenso nur vereinzelt. Wir waren der religiösen Indoktrination des Vatikans vollkommen ausgesetzt. Wir konnten keinen Schritt ausserhalb dieser Beobachtung tun. Wir empfanden dieses schutzlose Ausgesetztsein nicht als solches, da wir von keiner Alternative wussten.

Werktags wurde in der Kirche, während der Messe, jahrein jahraus ein schwarzer Sarg vorne aufgestellt. Der Priester betete vorne, den Rücken gegen die Anwesenden gekehrt, das bis in die kleinsten Details inszenierte Messopfer in lateinischer Sprache ab. Damit erfüllte er seine Pflicht die er mit dem geopferten Ablassgeld auf sich genommen hatte, half dem Verstorbenen zu dessen Seelenruhe und beruhigte damit die Angehörigen. Während dieser Zeit wurde auf der Empore, von einigen Sängerinnen, der entsprechende schwermütige Totengesang heruntergeleiert, ebenfalls auf Lateinisch. Das anwesende Volk versuchte mit dem Priester Schritt zu halten, indem es zu jener Zeit bereits, parallel zu den lateinischen Gebetsritualen des Priesters, die entsprechenden deutschsprachigen Gebete zu verrichten versuchte. Der Priester war mit seinem lateinischen Murmelgebet allerdings so schnell, dass wir als Kinder und Jugendliche jedes Gebet nur bis zur Hälfte rezitieren konnten. Das ganze Messopferritual dauerte werktags ca. 30 Minuten, sonntags eine Stunde und länger.

Übrigens: Das Ablassgebet pro Messe wird heute noch in der ganzen katholischen Welt entrichtet und praktiziert. Ein unermesslich einträgliches Geschäft für den Vatikan! Die Aufklärung hat es hier noch nicht weit gebracht. Der einflussreiche Vatikan verhindert in seinen Reihen geschickt jede Aufklärung. Die biblische Wahrheit darf nicht ans Licht gebracht werden. Finsternis soll die Herzen der Menschen gefügig machen und niedrig halten. “Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad” (Ps 119,105). Vor solchen Zeugnissen graut dem Vatikan. Der polnisch-deutsche Dichter Arno Holz schrieb anfangs des 20. Jh. nicht umsonst: “..denn nur ein Narr beugt heut noch seinen Nacken vor Göttern die aus Weizenmehl gebacken”.

Wie soll ein Mensch, der von seiner Religion zum Narren gemacht worden ist kein Narr mehr sein? Die Hostie, Oblate oder auch Kommunion genannt, ist aus Weizenmehl gebacken. Hostie ist abgeleitet vom lateinischen Wort hostia und heisst Opfer, Opferlamm; Opfertier, Opfergabe. Ein Grunddogma der Kirche lehrt, dass der Priester bei der Priesterweihe von der zweiten Gott-Person Jesus die Vollmacht empfängt bei jeder Eucharistiefeier (Messe) aus dem Weizenmehl einen echten Jesus-Gott zu machen. Was heisst das? Der Priester vermag durch das Sprechen bestimmter Wörter und den Vollzug des Kreuzzeichens das echte Fleisch und Blut des Jesus-Gottes gegenwärtig zu machen (herbeizuzaubern). Dieses so gegenwärtig gemachte Fleisch und Blut Jesu opfert er nun der ersten Gott-Person. Anschliessend müssen alle Katholiken – wenigstens einmal im Jahr – diesen geopferten Jesus, in Form von Brotteig, schlucken.

Ohne das Schlucken dieses Jesus-Gottes, in Form von Brotteig, kann kein Mensch errettet werden. Damit sind diese ehelosen Männer unentbehrlich, denn ohne ihre Zauberkräfte gibt es keine Rettung für einen Katholiken. So lehrt es das geltende Kirchendogma. Das ist das zentralste Ereignis einer jeder Messfeier!! Massen Katholiken leiden heute darunter, dass sie diesen Jesus-Gott nach der Scheidung und der zivilen Wiederverheiratung nicht mehr zu sich nehmen dürfen. Sie fühlen sich dadurch von der Kirche ausgestossen und verlassen. Millionen Katholiken treibt dieses Gesetz in die Depressionen.

Der Vatikan lehrte uns in unseren Kinder- und Jugendjahren, dass all das der Bibel entspreche und wir damit den Willen des himmlischen Vaters voll erfüllen würden, während die Protestanten und alle daraus entstandenen Sekten (Freikirchen und Gemeinschaften) von Gott abgefallen seien und darum in der Hölle enden würden, wenn sie nicht vor ihrem Tod in den Schoss der katholischen Mutter-Kirche, der Kirche Jesu, zurückkehren würden. Jesus habe schliesslich die christliche Religion als die einzig wahre Religion gegründet und den Papst, den Heiligen Vater in Rom, zu seinem Führer gemacht. Am schlimmsten wären die Juden dran. Sie hätten sich von der biblischen Wahrheit endgültig losgesagt, so sehr, dass sie, als Diener des Teufels, sogar Gott umbrachten. Wir Katholiken seien die einzige wahre Kirche, die in allem der Bibel entsprechen würde. Balsam für ahnungslose Kinderohren und -herzen!, aber auch für Menschen die zu Narren degradiert worden sind und darum nicht fähig sind ihren, von JaHuWaH erhaltenen Verstand, einzuschalten.

Diese Dogmen werden von der Kirche immer noch gehütet, keines ist bis heute aufgehoben worden. Letzteres Dogma – gegen die Juden gerichtet – wird von jeder Freikirche und christlichen Gemeinschaft, aber ebenso von den sogenannten christlich-messianischen Juden, eifrig kolportiert. Also Vorsicht trotz aller gegenteiligen Beteuerungen! Das war ein wesentlicher Teil in den Tagen unserer Jugendzeit. Nun denn, alle Beteiligten – ausser dem Priester – vollzogen diese Messen, diesen Totenkult, aufrichtigen Herzens! Wir waren so gelehrt worden. Wir wollten mit ganzer Hingabe den Willen der Bibel, des himmlischen Vaters und der Gottesmutter Maria, erfüllen. Niemand hatte uns über diese lebensfremden nicht biblischen und lebenszerstörenden Lehren, über diese verkorkten und sinnlosen Rituale, aufgeklärt. Religiöse Aufklärung war seit dem 4. Jh. bis anfangs der Sechzigerjahre – im letzten Jahrhundert – unter Höllenandrohung und Verfolgung für einen Katholiken strengstens untersagt. Seit dem katholischen Konzil, Vaticanum II (1962-1965), erfuhren die äusseren liturgischen Formen Veränderungen, während die Lehrinhalte dieselben geblieben sind!!

Andere haben in ihren Kinder- und Jugendjahren ein anderes Christentum erfahren. Die Verdammung und Verunglimpfung der Juden gehört aber zur unantastbaren Grunddogmatik aller Christen. Darauf ist das ganze Christentum aufgebaut. Diese Grunddogmatik ist untrennbar mit der heidnisch-hellenistischen Blutopferlehre verknüpft. Auf dieser schrecklichen Ideologie steht das Christentum. Sie ist im 4. Jh. von den römischen Kaisern, vor allem von Konstantin und Theodosius, zusammen mit führenden Kirchenvätern, als unantastbare dogmatische Grundsatzlehre für immer festgemacht worden. Das eint alle Christen der Welt, obwohl sie, was zweitrangige Glaubenslehren angeht, in vielen unterschiedlichen Kirchen und Gemeinschaften aufgespalten sind. Also gehört zu diesem bleibenden Grundkonzept die totale Verwerfung und Verdammnis der Juden, ihre Aufforderung sich dem Christus-Gott, der auf den Konzilien des 4. Jh. entwickelt worden ist, zu unterwerfen.

Viele Bischöfe und Priester versuchen heute den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen einen eher lockeren und ökumenischen, bzw. interreligiösen Glauben zu vermitteln, entgegen den geltenden dogmatischen Lehrverpflichtungen. Werden sie aber von besorgten Eltern auf die Dogmen diesbezüglich angesprochen oder zur Rede gestellt, dann weichen sie aus und sind um Lügen und Verdrehungen nicht verlegen. Sie vermitteln das Bild von Schleimern. Der Spagat zwischen den allezeit geltendem Dogmengesetzen (1‘752 an der Zahl) und der Vermittlung eines anscheinend versöhnlichen, lockeren und modernen Glaubens schaffen einzelne Bischöfe und viele Priester seelisch nicht.

Lasst uns im nächsten Gim fragen: und was ist mit unseren Kindern, mit unseren jungen Erwachsenen? Was bekommen sie mit – oder auch nicht?

Vom 10.-12. März führen wir eine Kurzbibelfreizeit in Finsterhennen (BE) durch. Freitag: 18.00. Samstag: 14.00 und 19.00; Sonntag: 14.00. Jedermann ist herzlich eingeladen. Wer nach Übernachtungsmöglichkeiten sucht kann sich gerne melden. Anmeldungen: k.hunzinger@sunrise.ch/ tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch/ tel.: 031 991 69 12.

Von Herzen wünsche ich allen einen besinnlichen Shabbat. “Wodurch bleibt ein junger Mensch auf dem gesunden Weg des Lebens? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort” (Ps 119,9). Den jungen Menschen wünschen wir von Herzen gesunde Auseinandersetzungen mit den biblischen Lehrweisheiten. Shalom!

Gregor Dalliard