“In den Tagen deiner Jugendzeit” Pred 12,1. Teil 1

Glaubensimpuls 284

Den letzten Gim schloss ich mit der Aufforderung aus dem Buch Kohelet: “Und denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit, bevor die Tage des Übels kommen und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: Ich habe kein Gefallen an ihnen!” (Pred 12,1). Dieser Abschnitt gehört zu der ältesten Sammlung der Lehrweisheiten Israels. In den Familien der Patriarchen und der Vorväter gehörte er zur Grundlehre des Lebens. Später gehörte er zur pharisäischen Grundunterweisung in der Beth haKnesset (Synagoge). Diese und andere Lebensweisheiten führen zu einem erfüllten Leben. Die Psalmen untermauern diese Lebensweisheiten.

Die Verse 1-8, im Psalm 71, bezeugen die Dynamik des Vertrauens und der Glaubensstärke jener, die von Kindesbeinen an ihren Schöpfer JaHuWaH kennen lernen und aus dieser Gemeinschaft heraus leben: “Bei dir, JaHuWaH, habe ich mich geborgen. Lass mich niemals beschämt werden! In deiner Gerechtigkeit rette mich und befreie mich! Neige dein Ohr zu mir und hilf mir. Sei mir ein Fels zur Wohnung, zu dem ich immer kommen kann! Du hast geboten, mich zu retten. Denn mein Fels und meine Burg bist du. Mein Erlöser (Gott), befreie mich aus der Hand der JaHuWaHlosen (Gottlosen), aus der Faust des Ungerechten und des Gewalttätigen. Denn meine Hoffnung bist du, Herr; JaHuWaH (HERR), meine Zuversicht von meiner Jugend an. Auf dich habe ich mich gestützt vom Mutterschosse an, vom Mutterleib hast du mich entbunden; dir gilt stets mein Lobgesang. Vielen bin ich wie ein Wunder (Rätsel); du aber bist meine starke Zuflucht. Mein Mund ist voll von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag”.

Wer so von JaHuWaH unterwiesen ist und ihm Tag und Nacht dient, weiss wie sehr die Feinde JaHuWaHs darauf aus sind solche Menschen von JaHuWaH abzubringen. Der Schreiber des Psalms 71 ist unbekannt. In diesem Psalm scheint er sein persönliches Zeugnis wiederzugeben, doch in Wirklichkeit gibt er die Haltung und Erfahrung der ganzen Gemeinde Israel wieder. Das ist die Grundhaltung und Grunderfahrung der Gemeinde. Sie ist die bleibende, immer existierende Gemeinde, die sich JaHuWaH erwählt hat, weil er mit ihr grossartige Absichten verwirklicht und verwirklichen will. Er wird sie darum nie aufgeben, bis er sein Ziel erreicht haben wird. Darum ist die Gemeinde JaHuWaHs vielen wie ein Wunder: “Vielen bin ich wie ein Wunder (ein Rätsel)” (Vers 7).

Das soll die Gemeinde wissen und sich Tag und Nacht daran erinnern. Sie ist nicht wie jedes andere Volk. Sie hält sich von jeder Form des Götzendienstes fern. Götzendienst galt nicht nur in der Antike als Zeichen des Glaubens und der besonderen Frömmigkeit. Das ist heute noch so. Wer sich von jedem Götzendienst fernhält gilt als komisch, als wenig gläubig. Das macht die Gemeinde JaHuWaHs seltsam, anders. Die Kinder sollen das frühzeitig erfahren lernen und entsprechend unterwiesen werden: JaHuWaH (Gott)! Du hast mich unterwiesen von meiner Jugend an (Ps 71,17; vgl. 5Mo 6,7). Bei der Aussage in Ps 71,6: “Auf dich habe ich mich gestützt vom Mutterschosse an, vom Mutterleib hast du mich entbunden”, erinnern wir uns an die Worte JaHuWaHs über den Propheten Jecheskel (Hesekiel), Kap. 16. Hier gebraucht JaHuWaH ähnlich rührende brennende Worte der Liebe zu Israel, das er aus dem Blut der Geburt an sich nimmt.

Bis heute ist ein Überrest JaHuWaH treu geblieben, selbst wenn dieser Überrest in unterschiedlichen jüdischen Gemeinden und Gemeinschaften zusammenkommt. Er ist doch seine bleibende Gemeinde. Die Gemeinde bedarf allezeit der Wachsamkeit. Jeshajahu (Jesaja) spricht: “Siehe, ich und die Kinder, die JaHuWaH (der HERR) mir (der Gemeinde) gegeben hat, wir sind zu Zeichen und zu Wundern in Israel geworden von JaHuWaH (vom HERRN) der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt. Und wenn sie zu euch sagen: Befragt die Totengeister und die Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln!, so antwortet: Soll nicht ein Volk seinen Erlöser befragen? Soll es etwa für die Lebenden die Toten befragen? Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte” (Jes 8, 18-20). Was besagt die Aussage: “Soll nicht ein Volk seinen Erlöser befragen?” Damit ist gesagt: es ist nur ein Volk das seinen Erlöser befragt. Die andern kennen den Erlöser nicht, sie befragen Götter, Toten- und Wahrsagegeister, obwohl JaHuWaH auch sie, die Völker des Götzendienstes, immer wieder zur Umkehr aufforderte (siehe Ninive).

Das ehemalige Kanaan war mehr als alle anderen Völker in den Gräueln des Götzendienstes verwickelt. Trotz Warnungen von JaHuWaH liess es davon nicht ab. Schrittweise riss es die ganze Menschheit in die Finsternis dieser Gräuel bis es von JaHuWaH – über sein Auserwähltes Volk – schwer gerichtet wurde und weitgehend vom Erdboden verschwand. Das auserwählte Volk bekam von JaHuWaH das Land zugesprochen: wir sind zu Zeichen und zu Wundern (Rätsel) in Israel (Kanaan) geworden.

Am Ende dieses Zeitalters (dieser Ewigkeit) versuchen die internationalen Völkerschaften noch einmal eine Allianz gegen die Gemeinde JaHuWaHs zu starten (vgl. Sach 12). Die treibenden Kräfte werden Menschen sein, die aus jenen Völkern hervorgegangen sind, die den Namen der Pseudogemeinde, der Ersatzgemeinde, tragen: Christen. Es sind Völker die irregeführt glauben und lehren, dass Israel verworfen sei und sie an dessen Stelle getreten seien. Es ist die Denkweise von der diese Völker geprägt sind, ob sie praktizierende Christen sind oder nicht.

Es sind Menschen aus jenen Völkern die sich als christliche Völker bezeichnen, die aber seit ihren Anfängen vom klerikalen Geist des Antijudaismus besoffen gemacht worden sind und dieser Sucht nicht werden widerstehen können (z.B. die EU). Doch das wird der allerletzte Versuch sein, bevor sie ihre Verderben bringende Sucht endgültig loswerden müssen. Denn nach diesem internationalen Angriff auf seine Gemeinde, die einzige biblisch fundierte Gemeinde, wird JaHuWaH das Zepter der Wiederherstellung für immer seiner Gemeinde übergeben. Es wird das messianische Zeitalter anbrechen, das über das prophetische Wort in Jes 2,2-3; Sach 8,20-23; Dan 7,18.22; u.a.m. hin zur Erfüllung des prophetischen Wortes in Jes 2,4; Jes 66,22; Sach 9,10; Dan 7,27; Jer 31,31 u.a.m. führen wird.

Lasst mich mit den wunderbaren Worten schliessen: “Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da” (Ps 139,8). Und: “Denn ich bin JaHuWaH (der HERR), dein Erlöser (dein Gott), der deine Rechte ergreift, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht! Ich, ich helfe dir! - Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel! Ich, ich helfe dir, spricht JaHuWaH (der HERR), und dein Erlöser ist der Heilige Israels” (Jes 41,13-14). Ich grüsse alle ganz herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard