Sukkot (Laubhüttenfest) und Jahushua. Teil 1

Glaubensimpuls 211

Wir stehen inmitten der Festtage der Freude. Wir haben uns die Feste Rosh HaShana und Jom Kippur zu Herzen genommen. Reichlich durften wir aus ihnen schöpfen. Jeder nach seinem Vermögen und nach seinem Zugang zu den Quellen dieser Feste. Sie rufen uns zur Besinnung auf, sind uns wegweisend im praktischen Alltag und zugleich voller prophetischen Reichtums. Jahr für Jahr dürfen wir tiefer in diesen wunderbaren unerschöpflichen Schatz hineintauchen und uns innerlich an den Früchten dieser Feste erfreuen. Sie enthalten, wie das Zehnwort (zehn Gebote), das Regelwerk der Beziehung JaHuWaHs zu uns und umgekehrt (wie bei Abraham). Sie enthalten aber auch das Regelwerk des gesegneten menschlichen Zusammenlebens untereinander und öffnen uns den Blick für das künftige Heilsschaffen des JaHuWaH.

Die drei Feste Rosh HaShana, Jom Kippur und Sukkot gehören untrennbar zueinander. Sie münden in Sukkot, dem grossen Fest der Freude. JaHuWaH gab diese Erneuerungs- und Segenszeit für alle Generationen (vgl. 3Mo 23,37.41). Prophetisch werden sie der Erfüllung entgegengehen, wenn alle Völker Jahr für Jahr diese Feste feiern werden und an Sukkot Delegationen nach Jeruashalajim senden werden (vgl. Sach 14,16), genau so wie alle Menschen („alles Fleisch“) Shabbat für Shabbat JaHuWaH anbeten werden (vgl. Jes 66,22-23). Dies wird offenbar erst nach einem dritten Weltkrieg von den Übriggebliebenen verstanden werden (müssen). Umso grösser ist unsere Dankbarkeit darüber, das wir heute schon von den Schätzen dieses Segens gebrauch machen dürfen.

Jahushua von Nazareth feierte sowohl Sukkot und betete Shabbat für Shabbat JaHuWaH an. Niemals lehrte er etwas gegen Sukkot oder gegen eines der Feste JaHuWaHs oder gegen den Shabbat. Niemals predigte er von der Abschaffung eines dieser Feste oder des Shabbats oder von einem Ersatz für den Shabbat. Niemals hätte er anstelle des Shabbats den Auferstehungstag der Sonnengötter, den Sonnentag, den Sonntag, eingeführt. So etwas wäre ihm nicht im Entferntesten in den Sinn gekommen. Er wusste um die prophetische und endzeitliche Bedeutung der Einrichtungen JaHuWaHs. Er würdigte sie darum auch entsprechend.

Für ihn waren die Feste JaHuWaHs nicht diskutierbar. Wie hätte er nur gegen die bleibenden Bestimmungen des Abba JaHuWaH reden können? Nie hätte er gegen das prophetische Wort der Propheten Sacharjahu (Sacharja), Jeshajahu (Jesaja), Joel und all der andern Propheten gelehrt? Er hätte die Verheissungen an Abraham und die Erfüllung des prophetischen Wortes zerschnitten. Er hätte sich widersprochen, wenn er sie für aufgehoben erklärt hätte. Darum sagte er unmissverständlich deutlich:

„Meint nicht, dass ich gekommen sei, die Thora oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen (zu tun, zu bestätigen). Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen (dieses Zeitalter), soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Elendeste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel“ (Mt 5,17-19). Ist das nicht umwerfend? Mit diesen Worten schmeisst er die Lehre der Christen über den Haufen!! Das sollten wir verstehen lernen, wenn wir uns auf ihn berufen.

Wie so mancher aufrichte Bibelleser feststellen kann finden wir im sogenannten „Neuen Testament“ zahllose Überarbeitungen, philosophische und antijüdische Einschübe der Kirchenväter. Trotzdem stechen immer wieder glasklare Überbleibsel aus dem Leben Jahushuas hervor, die belegen, dass er ein eifriger Jude war und sein Leben vollkommen nach dem Wort des Abba JaHuWaH ausrichtete, in dem allein Vergebung der Sünden und Versöhnung ist. Entsprechend sagte er in der Mitte des Festes Sukkot jenen Juden, die sich offenbar von der Thora entfernt hatten und auf Menschensatzungen bauten: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus JaHuWaH ist oder ob ich aus mir selbst rede“ (Joh 7,16b-17). Damit wies er auf die Verbindlichkeit der Thora und der Propheten hin.

Ein Jude, der die lebendige Beziehung zu JaHuWaH, wie Abraham sie hatte, verliess, galt als ein verlorenes Schaf. Manche Juden beriefen sich blind und selbstsicher ganz einfach auf die Person Abraham ohne ihre Beziehung zu JaHuWaH lebendig und wach zu halten. Sie meinten darin erlöst zu sein, d.h. vor JaHuWaH gerechtfertigt zu sein. Wir erinnern uns: Jeder Mensch, der wie Abraham JaHuWaH vertraut (glaubt), d.h. zu ihm umkehrt wie Abraham, seine Ordnungen lieben und befolgen lernt, sich von jedem Unrecht abwendet, jede Form von Götzendienst aufgibt, d.h. jede Abweichung von JaHuWaH meidet und mit JaHuWaH in lebendiger Beziehung lebt, ist wiedergeboren, hat die vollkommene Erlösung und Vergebung der Sünden gefunden.

Ein Jude der diese Erlösung aus irgend einem Grund „vergass“, die lebendige Beziehung zu JaHuWaH zerbröckeln liess, götzendienerische Einflüsse nicht abwehrte usw. galt also als verlorenes Schaf. Der Jude bleibt zwar Schaf, aber eben ein verlorenes Schaf. Das auserwählte Volk galt und gilt als Herde (Schafe) seiner Weide: „Und ihr, meine Herde, ihr Menschen seid die Herde meiner Weide; ich aber bin euer Erlöser (Gott), spricht der Herr, JaHuWaH“ (Hes 34,31). Ein solcher Jude, ein verlorenes Schaf also, missachtete die Tatsache seiner Rechtfertigung vor JaHuWaH. Seine Erlösung in JaHuWaH, seine Zugehörigkeit zu JaHuWaH, samt allen Verheissungen, wurde mit einer kostbaren Perle verglichen. Liess er diesen Reichtum fahren oder warf er ihn über Bord dann warf er diese kostbare Perle vor die Schweine.

Das Wort „Schwein“ galt zur Zeit Jahushuas für die Römer, die mit allen Mitteln versuchten die Juden von JaHuWaH, seiner Thora und den Propheten wegzubringen. „Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füssen zertreten und sich umwenden und euch zerreissen“ (Mt 7,6). Den Römern sollte es nicht gelingen sie von der wunderbaren Beziehung zu JaHuWaH, von den Erfahrungen mit JaHuWaH und von den zugesprochenen Verheissungen zu trennen.

Manche Juden waren unter der grausamen Herrschaft der Römer so verzweifelt, dass sie sich ihnen und ihrer griechischen Philosophie schleichend anpassten. Andere Juden, vor allem Sadduzäer, passten sich den Römern an, in der Hoffnung dadurch das unerträgliche Joch etwas zu lindern. Andere Sadduzäer suchten sich durch ihre Anpassung Vorteile. Wieder andere – wie schon gesagt – beriefen sich einfach auf Abraham aber hörten nicht mehr auf JaHuWaH. Sie schufen sich eigene fromme Gesetze, Menschensatzungen (vgl. Mt 15,1-17), wie das später die Christen taten und heute noch tun. Gegen diese Fehlverhalten zog Jahushua von Nazareth konsequent und manchmal gnadenlos zu Felde.

Die meisten Juden aber wussten, dass sie ihre Beziehung zu JaHuWaH und zu seinem Wort vertiefen mussten, wollten sie dem grausamen und zermürbenden Vorgehen der Römer standhalten. Dazu verhalf ihnen Jahushua von Nazareth. Um von den Römern unbemerkt zu bleiben, organisierten seine Jünger immer wieder geheime Bibelzeiten an öden Orten (Mt 14,15). Einmal kamen um die 5000 Juden um von ihm zugerüstet und gefestigt zu werden. Wenn wir die Frauen und jungen Leute und Kinder dazurechnen, dann erfahren wir wie sehr die Juden Jahushua brauchten und sich von ihm helfen liessen. Unter der Verkündigung von Jahushua vertieften sie ihre Beziehung zu JaHuWaH, zur Thora, zur Lehre JaHuWaHs. Die Ermutigung und Freude war in solch schweren Zeiten ein unaussprechlicher Trost.

Solche Mega-Versammlungen konnten den Römern nicht verborgen bleiben. Nach dem römischen Gesetz waren sie unter Todesstrafe verboten. Sie wurden nur an den hohen Festtagen und Wallfahrtszeiten gestattet, wie etwa Pessach, Shawuoth und Sukkot. Zur Überwachung wurden jeweils zusätzliche Kriegstruppen ins Land geholt. Was Jahushua tat, war also nach dem römischen Gesetz illegal. Die Provokation war perfekt! Nicht umsonst heisst es:

„Und sogleich nötigte er die Jünger, in das Schiff zu steigen und ihm an das jenseitige Ufer vorauszufahren, bis er die Volksmengen entlassen habe. Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er für sich allein auf den Berg, um zu beten (– und sich vor den Römern zu schützen!) Als es aber Abend geworden (im Schutze der Dunkelheit), war er dort allein (in einem Boot allein auf stürmischer See). Das Schiff (der Jünger)aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen (in einem Boot), indem er auf dem See „einherging“. (allein in einem Boot)!! Und als die Jünger ihn auf dem See einhergehen sahen (allein in einem Boot auf stürmischer See), wurden sie bestürzt und sprachen: Es ist ein Gespenst“ (Mt 14,22-23)! So musste er sich vor den Römern verstecken und tarnen!

Als die Römer Jochanan (fälschlicherweise Johannes der Täufer genannt) umbringen liessen versteckte sich Jahushua ebenfalls sogleich auf dem See: „Und sie kamen und verkündeten es Jahushua. Und als Jahushua es hörte, zog er sich von dort in einem Schiff (Boot) abseits an einen öden Ort zurück“ (Mt 14,12-13). Jochanan führte, wie Jahushua, das Volk zurück zu den Quellen des Lebens, die in JaHuWaH sind. Das hiess Aufwiegelung gegen die römischen Herrscher und deren Glaubenskultur. Darauf stand die Todesstrafe. Die Römer suchten darum Jahushua zu beseitigen. Die Pharisäer aber warnten Jahushua vor den Römern. „In derselben Stunde kamen einige Pharisäer herbei und sagten zu ihm: Geh hinaus und zieh fort, denn Herodes will dich töten“ (Lk 13,31). Herodes war von den Römern eingesetzt und handelte nach dem Gesetz und im Namen Roms.

Die Wut der Römer gegen das auserwählte Volk, das nicht auszumerzen war, steigerte sich von Jahr zu Jahr und führte schliesslich zur Zerstörung des Tempels. Massen wurden versklavt, andere getötet. Viele flohen in alle Himmelsrichtungen, aber eine nicht unbedeutende Zahl blieb im Lande, vor allem in Galiläa: in Usha, Beth-Shearim, Sepphoris und Tiberias. Es gab immer viele Juden in Israel, auch nach der Zersörung des Tempels. Es wäre nicht möglich gewesen, dass z.B. die Christen bei ihrem 1. Kreuzzug 1099, bei der Eroberung Jerushalajims, ca. 65.000 Juden und Moslems töten konnten, wenn Israel jemals judenrein gewesen wäre. Ebenso hätten die Christen im Jahre 1100 nicht alle Juden von Haifa massakrieren können, wenn es nach der Zerstörung des Tempels in Israel keine Juden mehr gegeben hätte. Die Liste der Verbrechen an den Juden in Israel liesse sich mit Leichtigkeit durch alle Jahrhunderte hindurch fortsetzen. Israel war nie ohne Juden!! Lasst uns das Thema im nächsten Gim fortsetzen.

„Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, und das Gebrochene will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken; das Fette aber und das Starke werde ich austilgen; mit meinem Recht werde ich sie weiden“ (Hes 34,16). Einfach wunderbar! In dieser Sukkot-Freude grüsse ich alle herzlich. Shalom!

Gregor Dalliard