Sukkot, Laubhüttenfest, das Fest der Freude

Glaubensimpuls 210

Von Rosh HaShana über Jom Kippur blicken wir auf das bevorstehende dritte Fest im Monat Tishri (Sept./Okt.), auf Sukkot (Laubhüttenfest). Gemäss 3Mo 23,33-35 soll auch dieses Fest im siebten Monat gefeiert werden und zwar vom 15.-21. Tishri. Es beginnt am 27. September abends, nach Sonnenuntergang und dauert bis Sonntagabend. Neben Pessach (Gedächtnis der Erlösung) und Shawuoth (Empfang des Wortes und der Ordnungen der wahren Anbetung und Verehrung JaHuWaHs und des menschlichen Zusammenlebens), ist Sukkot eines der drei segensreichen Wallfahrtsfeste die JaHuWaH den zwölf Stämmen im verheissenen Land gab. Sukkot ist das Fest der Freude und des Dankes für den empfangenen Segen, den das auserwählte Volk als Segen über Abraham für sich und die ganze Menschheit empfangen durfte. „..und sollt euch vor JaHuWaH, eurem Erlöser, sieben Tage freuen. Und ihr sollt es sieben Tage im Jahr als Fest für JaHuWaH feiern: eine ewige Ordnung für eure Generationen; im siebten Monat sollt ihr es feiern“ (3Mo 23,40b-41).

Sukkot ist ein wahres Freudenfest, das grösste im jüdischen Jahr. Auch wir dürfen herzhaft an der Freude des auserwählten Volkes teilnehmen. Lasst uns diese kommenden Tage ganz bewusst mit viel Freude und Danksagung begehen – wir haben nun allen Grund dazu! Ohne Stress lasst uns Akzente setzen, so wie sie jedem in seinem Umfeld möglich sind. Nach dem Auszug aus Ägypten lebten die Israeliten rund vierzig Jahre lang als Nomaden in Wüsten, Steppen und Oasen. In den Steppen und Oasen bauten sie sich Laubhütten (vgl. 3Mo 23,43). Trotz dieser entbehrungsreichen Nomadenzeit war JaHuWaH allezeit mit ihnen und versorgte sie mit allem Notwendigen.

Wenn wir an die grosse Masse von Menschen denken, die gemeinsam unterwegs war, dann kommen wir aus keinem Staunen heraus. Unweigerlich fällt uns Psalm 123 ein: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von JaHuWaH, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulassen, dass dein Fuss wanke. Dein Hüter schlummert nicht. Siehe, nicht schläft noch schlummert der Hüter Israels. JaHuWaH ist dein Hüter, ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Am Tag wird die Sonne nicht stechen, der Mond nicht bei Nacht. JaHuWaH wird dich behüten vor allem Unheil, er wird dein Leben behüten. JaHuWaH wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit“. Einfach gewaltig und umwerfend!

Er führte die zweite Generation wohlbehalten in das verheissene Land, in ein sehr fruchtbares Land, das nur so von Milch und Honig triefte. Das Volk wurde sesshaft und arbeitete hart. Das Land strotzte nur so von Erntegaben. Die Gefahr, den irdischen Segen allein ihren menschlichen Kräften zuzuschreiben, war damit gegeben. Doch diese irrsinnige Denkweise, die uns heute so sehr beherrscht, sollte mit den drei Wallfahrtsfesten im vornherein gebannt bleiben. Darum diese jährlichen wunderbaren Feste. In Erinnerung an die äusserst entbehrungsreiche Nomadenzeit, in der JaHuWaH sie wunderbar versorgt hatte, sollte das nun sesshaft gewordene Volk JaHuWaH für den aussergewöhnlichen Erntesegen danken und sich sieben Tage lang herzhaft über JaHuWaH, den Schöpfer und Geber aller Gaben, freuen.

Leben wir nicht auch in Ländern mit vollem Ertrag. Schöpfen wir nicht täglich aus dem Vollen? Welch ein Vorrecht! Lasst uns sieben Tage lang aussergewöhnlich bewusst freuen und fröhlich sein, wie uns der Prophet im Psalm 118,24 sagt: „Dies ist der Tag, den JaHuWaH gemacht hat! Seien wir fröhlich und freuen wir uns in ihm!“ Auch der Prophet Habakuk fordert uns auf: „Ich aber, ich will in JaHuWaH frohlocken, will jubeln über den Erlöser (Gott) meines Heils“ (Hab 3,18). Ja, die Bibel ist voll solcher Aufforderungen.

Die „Internationale Christliche Botschaft Jerusalem“ (ICEJ) organisiert seit rund 35 Jahren in Jerushalajim eine Sukkot-Feier. In diesem Jahr warnen Oberrabbiner vor dieser christlichen Sukkot-Feier. Das ist für die pro-israelischen Organisatoren, und für viele Christen, die Werke in Israel unterstützen, nicht verständlich. Sie sind geschockt. Nun aber müssen wir die Rabbiner verstehen, denn dieses Fest gab JaHuWaH als Bekenntnis der ungeteilten Hingabe an ihn. Als Bekenntnis zu IHM, dem EINZIG EINEN ERLÖSER!!, dem ungeteilte Ehre und Anbetung zuteil werden soll. Zu IHM sollen alle Völker geführt werden.

Sukkot ist also das Fest der ungeteilten Hingabe an JaHuWaH und seine Lebensordnungen. An Rosh HaShana unterwirft sich der Einzelne vollkommen der Herrschaft, Erlösung und Gnade des JaHuWaH. Seine Gnade allein zählt, d.h. keine andere Gottheit (Erlöserfigur) hat neben JaHuWaH Platz in unserem Leben. Ich achte und höre allein auf die Lebensprinzipien JaHuWaHs. Genau so steht Jom Kippur im Zusammenhang mit Sukkot. An Jom Kippur suchen wir ein weiteres Mal ganz bewusst seine Gnade, die uns den Weg der Umkehr, der Wiedergutmachung und der Versöhnung weist und die Kraft zu diesen Schritten gibt. Der so befreite Mensch soll nun das Fest der Freude begehen. Führt ein anderer Weg zur Feier von Sukkot, dann ist das eine Heuchelei, eine Irreführung. Die Verantwortlichen des auserwählten Volkes haben die Pflicht vor solchen Schleichwegen zu warnen und die Heiden auf die Wahrheit, diesen Weg der Gnade, hinzuweisen.

Die Christen aber beten eine Gott-Person an, die sie Jesus nennen. Die christliche Lehre über Jesus beweist uns Folgendes: Diese Gottheit, die Jesus (lateinisch) genannt wird, trägt alle Charaktereigenschaften der antiken heidnischen Erlöser-Gottheiten (falsche Erlöser) in sich. Allen heidnischen Erlöser-Gottheiten war ein besonderes Merkmal gemein. Sie alle wurden als „wahrer Mensch und wahrer Gott“ verehrt und angebetet. Allesamt waren sie Mensch gewordene Erlöser-Gottheiten, die von einer himmlischen Gottheit in eine irdische Jungfrau hineingezeugt worden waren. Die späteren Kirchenväter haben diese Lehre über Jesus auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) offiziell zur einzigen Wahrheit erklärt, die von allen Erdenbürgern geglaubt werden muss, um in den Himmel zu kommen.

Durch diese Irrlehre sind im Laufe der Kirchengeschichte Massen von Menschen, Abermillionen Menschen, umgebracht und zahllose Menschen in Leid und Elend gestürzt worden. Davon betroffen waren vor allem die Juden. Diese Lehre gilt heute noch als fundamentale dogmatische Heilslehre im Christentum. Für diese Lehre fehlt in der Bibel (Tanach) jede Grundlage. Das bezeugen selbst viele christliche Theologen. Trotz dieser Tatsache und trotz des unfassbaren Leides, das diese Heilsehre zur Folge hatte sind die führenden Christen nicht bereit darüber Busse zu tun und ungeteilt zu JaHuWaH und seinem Wort umzukehren.

Diese Schändung, sowohl des Abba JaHuWaH als auch der Bibel, des Tanach, ist für jene Juden, die im Glauben (Vertrauen) Abrahams gerechtfertigt sind, einfach inakzeptabel. Vor allem wenn solche Leute in der ewigen Stadt Jerushalajim Sukkot feiern, gerade so als würden sie den gleichen Erlöser, wie das in Abraham gerechtfertigte Volk, feiern. Das ist eine absolute Provokation, eine Demütigung der gerechtfertigten Juden, die wie Abraham erlöst sind. Jahushua von Nazareth selbst sagte über die gerechtfertigten Juden: „Und Jahushua hörte es und spricht zu ihnen: Nicht die Starken (gerechtfertigten Juden) brauchen einen Arzt (Erlösung), sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte (gerechtfertigte, erlöste Juden) zu rufen, sondern Sünder“ (Mk 2,17). Doch welcher Christ hört auf den Jahushua von Nazareth? Mit ganzer Hingabe aber hört der Christ auf den Jesus der Kirchenväter. Das ist äusserst tragisch und traurig.

Eindeutig spricht JaHuWaH über den Propheten Sacharjahu, dass am Ende dieses Zeitalters alle Völker ungeteilt JaHuWaH an Sukkot (Laubhüttenfest) alle Ehre und Anbetung geben werden – werden müssen (vgl. Sach 14,16-17; 8,20-23). Die christlichen Nationen werden nicht darum herum kommen. Alle Propheten sprechen von dieser kommenden Zeit. Wenn der Prophet Joel gleichsam vom dritten Weltkrieg spricht und vom Ende dieses Zeitalters, dann sagt er: „Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des JaHuWaH anruft, wird errettet werden“ (vgl. Joe 3,5). Keiner spricht von einem Erlöser Jesus, der aus der heidnischen Philosophie als Erlöser aufsteigen wird.

Möge die ICEJ sich mutig von ihrem geteilten Herzen lösen, erlösen lassen. Das ist unser Gebet! Zum Fest Sukkot grüsse ich alle herzlich mit Sprüche 17,22: „Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus“. Also, auf zur Freude! Shalom.

Gregor Dalliard