„Er (Jahweh) hat euch fähig gemacht zum Anteil am Erbe der Ausgesonderen (der Heiligen, des auserwählten Volkes) im Licht und uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes der Liebe“ (Kol 1,12).

Glaubensimpuls 63

Im letzten Gim Nr 62 schrieb ich von der Angst die viele Menschen um „Allerheiligen“ erfasst und durch die Wintermonate begleitet. Ich wies auf die Wurzeln, das Datum und den heidnischen Hintergrund von „Allerheiligen“ hin. Die Wurzeln liegen in den finsteren heidnischen (jahwehlosen) Kulttraditionen.

Ich möchte das Thema etwas weiterführen. Diese Ängste die kirchlicherseits um und mit „Allerheiligen“ und Allerseelen (am 2.November) ausgelöst werden und die wie eine dunkle Wolke über viele kirchliche Menschen hängen, finden ihren Niederschlag an Weihnachten, d.h. vom 24. auf den 25. Dezember und ziehen sich hin bis Silvester, dem 31. Dezember. In diesen Tagen fallen viele kirchlich geprägte Menschen, aber auch Menschen, die zwar keine Kirchgänger sind aber von der kirchlichen Kultur beeinflusst sind, in tiefe Einsamkeit, Verlassenheit und Verzweiflung. Die Suizidrate und Suizidversuche erreichen in dieser Zeit einen traurigen Höhepunkt. Auch das kann jeder katholische Seelsorger bestätigen. Ausserhalb des Kirchentums, dort wo „Allerheiligen“, Allerseelen Weihnachten und Silvester nicht gefeiert wird, kennt man dieses Phänomen nicht. Was will uns das sagen?

Erstens hat Weihnachten nichts mit dem biblischen Jahshua und schon gar nichts mit seinem Geburtstag zu tun. Jahshua ist sicher an einem der drei Pilgerfeste in Bethlehem geboren. Diese Pilgerfeste heissen: Passah (Pessach), fälschlicherweise Ostern genannt, Shawuoth (Pfingsten) und Sukkoth (Laubhüttenfest). Diese Feste Jahwehs, unseres himmlischen Vaters, fanden nicht im Dezember statt. Passah und Shawuoth sind Pilgerfeste, die am Frühjahr  (März/April) gefeiert werden. Das Pilgerfest Sukkoth findet im Herbst (Sept./Okt.) statt. An den drei Pilgerfesten war die Stadt Jerusalem von Hunderttausenden wenn nicht von Millionen Juden aufgesucht, so dass sie sich in den umliegenden Dörfern einquartieren lassen mussten, vor allem bei einer anstehenden Geburt! Für die Männer waren diese Wallfahrtsfeste Pflicht, den Frauen war die Teilnahme freigestellt.

Zweitens gab es keine Volkszählung durch die Römer am 24. oder 25. Dezember, wie uns dies Lukas in seinem Bericht schreibt (vgl. Lk 2,1). Der Bericht (Evangelium) nach Lukas entstand ja, als bereits eine Fülle von Evangelien über das Wirken Jahshuas existierte. Lukas selbst berichtet uns das (vgl. Lk 1,1). Lukas konnte nur aus Quellen schöpfen, die zum Teil schon nicht mehr in allem den Tatsachen entsprachen. Als Lukas seinen Bericht schrieb, war vielen daran gelegen sich mit den Römern nicht anzulegen und die Inhalte der Bekenntnisschriften (BeS = NT) den römischen Gegebenheiten anzupassen und umzudeuten.

Die Loslösung von dem prophetischen Wort war zu jener Zeit bei manchen Bischöfen, vor allem in Rom und in Ephesus (bzw. Sardes, Melito von Sardes) schon gang und gäbe. Diesen Prozess versuchte Shaul in aller Deutlichkeit aufzuhalten. Im Brief an die Römer (vgl. vor allem Röm 11,17ff) und an die Epheser (vgl. vor allem Kap. 2 und 3) zeigt er den Mashiachgläubigen aus den Nationen auf wie sehr sie Teilhaber des an den Iseaeliten geoffenbarten Wortes geworden sind, also hinzugetan worden sind und sich darum den Ordnungen Jahwehs einzufügen haben.

Warum gab es also keine Volkszählung an Weihnachten? An Weihnachten wurde im ganzen römischen Reich die Geburt des Sonnengottes Mithras, auch sol invictus (unbesiegbare Sonne) genannt, gefeiert. Weihnachten gehört, war und ist die dem Sonnengott geweihte Nacht bei der Sonnenwende, ebenso die vierwöchige Vorbereitungszeit die Advent genannt wird. Diese Tage des Sonnenwendfestes waren im ganzen römischen Reich heilige Tage zu Ehren der Geburt des Sonnengottes. An solchen Tagen fanden keine Einschreibungen (Volkszählungen) im römischen Reich statt.

Aus Feigheit und von Macht und Profitgier getrieben, lösten sich führende Bischöfe aus dem hellenistischen Lager schrittweise vom Wort Jahwehs. Um ihre Ziele zu erreichen, verunglimpften sie die Juden vor den Römern, die den Jahshua als Mashiach anerkannten. Als Folge änderten sie, zusammen mit dem römischen Kaiser, die von Jahweh gegebenen Festzeiten und Ordnungen und machten aus Jahshua einen fleischgewordenen Gott. Sie verfolgten schliesslich sowohl die bibeltreuen Gläubigen aus den Juden, die im Glauben des Mashiach standen als auch jene aus dem Griechentum, die wie Jahshua den Ordnungen des himmlischen Vaters Jahweh folgten und seinem prophetischen Wort die Treue hielten (vgl. Dan 7,24-28).

Lasst uns einen Blick in die Zeit vor der Geburt Jahshuas werfen. Der Hellene oder Grieche König Antiochus Epiphanes war voller Bitterkeit und Wut gegen die vielen treuen Juden. Zu Ehren des Sonnengottes liess er im Tempel zu Jerusalem, an dessen Geburtstag am 25. Dezember 167 v.u.Z., Schweine auf dem Altar opfern. Trotz der grausamen Unterdrückung hielten die treuen Juden dem himmlischen Vater Jahweh und seinen heilbringenden Ordnungen die Treue. Sie waren nicht bereit diese Treue zu brechen und damit ihre Würde und Unabhängigkeit preiszugeben. Sie waren nicht bereit sich den Göttern und deren Traditionen zu unterwerfen. Epiphanes heisst übrigens die im Fleisch erschiene Gottheit!! Als eine solche Gottheit wurden diese Herrscher verehrt und angebetet! Der tapfere bibeltreue Jehuda Makkabi besiegte mit seinen fünf erwachsenen Söhnen und tapferen Männern die griechisch-syrische Besatzungsmacht. Im Jahre 165 v.u.Z. wurde der Tempel von allen „Greuel der Verwüstung“ (vgl. Dan 9,26; Mk 13,14; Mt 24,15) gereinigt und wieder eingeweiht. Das Öl für die Menorah (siebenarmiger Leuchter) in dem irdenen Krüglein, das man im Tempel fand, wurde in die Leuchterpfannen der Menorah gegossen. Doch es war eine zu kleine Menge!

Das wenige Öl schien nur für einen Tag zu reichen. So schnell würde man kein neues Öl mischen und herstellen können. Doch es nährte den Leuchter acht Tage lang, bis das neue Öl zubereitet war. Ein Wunder seiner Gnade! Seit 165 v.u.Z. feiern darum die Juden weltweit im Monat Kislev (Dezember) das Chanukka, das Lichterfest. Dieses Fest feierte auch Jahshua mit ganzer Insbrunst, ebenso die Mashiachgläubigen in den ersten Jahrhunderten. Doch das passte den abgefallenen Mashiachgläubigen aus dem Hellenismus, die das christliche Kirchentum schufen, nicht. Die Kirchenväter verboten darum die Feste des himmlischen Vaters Jahweh und die Gedenktage der Juden.

Der von der griechischen Philosophie geprägte Vorsitzende der Bischöfe von Rom, Bischof Silvester (später rückwirkend Papst Silvester genannt), hob das Lichterfest (Chanukka) auf und führte in den Jahren 333-335 n.u.Z. das Weihnachtsfest als Lichterfest und Geburtstag zu Ehren des neuen Sonnengottes Jesus ein. Es blieb ein und derselbe Mithras oder sol invictus, doch unter dem griechischen Namen Iesos, lateinisch Iesus. Bischof Silvester starb am 31. Dezember 335 n.u.Z. Als Dank für seine Loslösung von dem Juden Jahshua HaMashiach und der Hinwendung zu der hellenistisch-griechischen Gottheit sol invictus, wurde der 31. Dezember zu seinem  Gedenktag gemacht. Darum heisst der

  1. Dezember nach heidnisch-christlichem Kalender bis heute Silvester.

Der Handlung des Bischofs Silvester gingen natürlich die Beschlüsse auf dem Konzil von Nizäa 325 n.u. Z. voraus. Das erste Kirchenkonzil wurde von Kaiser Konstantin einberufen. Der Jude Jahshua sollte endgültig – ein für alle Mal –  endjudaisiert, d.h. aus dem Bewusstsein der Menschen getilgt werden. Der Sonnengott sol invictus (Mithras) trat also an dessen Stelle. Er entsprach so der Tradition der Heidenvölker. Bis heute kann man diesen Absturz an der Sonnenscheibe (Hostie, Oblate) und der Monstranz bei der katholischen Messe und Anbetung sehen bzw. sich ansehen. Die Sonnenscheibe (Hostie, Oblate) und Monstranz nehmen als Opferfeier- und Anbetungsritual einen zentralen Platz in liturgischen Leben der katholischen Kirche ein. Auch die Trinitätslehre mit der Verkündigung, dass Gott in Jesus Fleisch geworden ist, gehört neben vielen anderen Zeichen, liturgischen Handlungen, liturgischen Kleidern und Gebeten zu diesm Absturz ins fromme Heidentum. Auch die Übernahme der Sonnenscheibe als Heiligenschein belegt diesen Absturz. Kein Prophet, weder Jahshua noch ein Apostel, hatte jemals etwas damit zu tun!

Bibeltreue Menschen haben mit dem Sonnenwendfest, das „Allerheiligen“, Allerseelen, Advent, Weihnachten als Geburtstag des Jesus und Silvester beinhaltet, nichts zu tun, mag alles noch so rührend daherkommen, mit der Bemerkung, dass die Christen ja nicht die hellenistische Gottheit in Jesus feiern und anbeten. Eine Masse tut es aus Unwissenheit! Hier tragen die Prediger, Pastoren, Pfarrer und ander mehr, die mit der Bibel in der Hand predigen und lehren, eine äusserst hohe Verantwortung. Die ungeschminkte Wahrheit ist hier gefordert – zur Wiederherstellung der Ehre Jahwehs, Jahshuas, des befreienden Wortes und der Juden. „..die Wahrheit wird euch frei machen (frei sprechen)“ (Joh 8,32).

Shaul schreibt nicht von ungefähr: „Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens (des himmlischen Vaters) erfüllt werdet in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um Jahweh würdig zu wandeln, zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend in der Erkenntnis des himmlischen Vaters, gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden dem Vater danksagend. Er hat euch fähig gemacht zum Anteil am Erbe der Ausgesonderten (der Heiligen, des auserwählten Volkes) im Licht und uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in  das Reich des Sohnes seiner Liebe. In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung von der Sünde der Trennung von ihm“ (als ehemalige Söhne des Ungehorsams, vgl. Eph Kap. 2) (Kol 1,9-14).

In dieser wunderbaren Zugehörigkeit und Verantwortung Jahweh und Jahshua gegenüber, wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und eine freudige Vorbereitung auf die Tage von Chanukka, die in diesem Jahr am 8. Dezember abends beginnen und am 16. abends enden.

Shabbat Shalom

Gregor Dalliard