„Und sie singen das Lied Moses des Knechtes Jahwehs, und das Lied des Lammes und sagen..“ (Offb 15,3) Teil 12b

Glaubensimpuls 96

Das Lied Moses beginnt mit der Rettung Israels aus Ägypten 2Mo 15 und erreicht seinen ergreifenden Höhepunkt und tiefsten Zusammenhang im Lied, das uns in 5Mo 32, direkt vor dem Segen „mit dem Mose, der Mann Jahwehs, die Söhne Israel vor seinem Tod segnete“ (5Mo 33ff) und vor dem Einzug ins verheissene Land. „Und nun, schreibt euch dieses Lied auf, und lehre es die Söhne Israel! Lege es in ihren Mund, damit dieses Lied mir zum Zeugen gegen die Söhne Israel wird..; denn es wird nie vergessen werden im Mund seiner Nachkommen“ (5Mo 31,19.21b). Es bezeugt die umfassende und wunderbare Offenbarung Jahwehs, sein Wesen, seine Einzigartigkeit, sein Handeln. Es bezeugt Jahweh als denjenigen der tötet und wieder lebendig macht. Darum spricht es von seinen strengen Gerichten, die aber von seiner Liebe, seiner Gnade, Güte und Barmherzigkeit getragen sind. Es zeigt uns unmissverständlich auf, dass allein angebetet werden darf, dass ihm darin niemand gleichgesetzt werden darf, er ist der einzig EINE, ja, wir kämen an kein Ende, wollten wir alle diese Inhalte aufzählen, die seinem auserwählten Volk anvertraut und als Segen für die ganze Menschheit geoffenbart worden sind. Darum sinnen wir über sein Wort auch allezeit nach.

Das ununterbrochene Bekenntnis des Mose auf den einzig EINEN Jahweh und seine ungeteilte Treue zu Jahweh ist darum aussergewöhnlich. Sie beruhen auf der Erwählung, Berufung und Begegnung der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob mit dem einzig EINEN. Jahshuas Beziehung zu Jahweh, und die aller gerechten Propheten, beruhte allein auf dieser Beziehung (Glauben). Nur darin vermögen wir die ungeteilte Treue Jahshuas zu den Wurzeln unseres Glaubens zu versthen, d.h. seine lebendige Beziehung zu Jahweh, den er wie die Propheten Vater nannte, ja er nannte ihn seinen und unseren Vater, seinen und unseren Erlöser (d.h. Gott) (vgl. Jo 20,17). Dieser Glaube, d.h. diese Beziehung zu Jahweh, ist das Leben, das wahre Leben in all seiner Tiefe und in seiner ganzen Fülle. Das bezeugt die Thora, das Lied Moses.

Jahshua wurde vom himmlischen Vater Jahweh in einer äusserst bewegten und schweren Zeit aus der Mitte seiner Brüder berufen und gesandt. „Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen“ (vgl. 5Mo 18,15.18). Der Überrest des auserwählten Volkes war von den Römern am Boden zerstört. Abfall, Kollaboration, Anpassung und Hoffnungslosigkeit grassierten, was in solch schrecklichen Zeiten verständlich ist. Es gab keinen Propheten. Da kam Jahshua, wie er von Mose vorhergesagt worden war. Das Volk erkannte ihn als Gesalbter (Christus), als einen Propheten Jahwehs. Es erkannte seine Sendung als Propheten, „denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat“ (Mt 7,29). Die echte Jahweh gemässe Vollmacht wurde von den Gläubigen nie zuerst an den Wundern und Zeichen erkannt, sondern immer zuerst an der tiefen Beziehung des Betreffenden (Propheten) zur Thora.

Jahshua nun führte das Volk zurück zur Thora, zum Lied Moses, zu den Fundamenten des Glaubens, zu den Fundamenten der Jahwehbeziehung, zum wahren Leben zurück, geben doch die BeS die damalige Situation unter der römischen Herrschaft korrekt wider: „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an sie vieles zu lehren“ (Mk 6,34). Er sagte ihnen, dass sie sich nicht fürchten sollten: „Meint nicht, dass ich gekommen bin, die Thora (5 Bücher Mose) oder die Propheten aufzulösen (euch wegzunehmen); ich bin nicht gekommen, aufzulösen.. (zu zerstören)“ (Mt 5,17).

Ja, wenn er nicht gekommen ist die Thora wegzunehmen um seine Zuhörer dem griechischen Denken und dem römischen Geist zuzuführen, einzuverleiben, wie das zu jener Zeit viele Juden in ihrer verzweifelten Lebensnot taten, ja was dann? Durch die Anpassung wurde dem Volk schier der letzte Hoffnungsfunke genommen. Durch die wachsende Glaubenslosigkeit wurde das grauenvolle Elend von Tag zu Tag unerträglicher. Er tröstete die Aufrichtigen, richtete die Schwachen auf und brachte den glimmenden Docht wieder zum Brennen, indem er sie ermutigte: „..ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu bestätigen (zu tun, zu erfüllen)“ (Mt 5,17). Das Wort erfüllen ist irreführend, weil viele Prediger damit genau das Gegenteil von der Sendung Jahshuas lehren, nämlich: Jahshua hätte damit die Thora aufgehoben, sie für nicht mehr aktuell, für vollendet erklärt. Diese Auslegung beruht auf dem Hass der Kirchenväter dem auserwählten Volk gegenüber. Sie wird von den meisten Freikirchen, die von der Theologie der Staatskirchen blind gemacht sind, hartnäckig verteidigt! Jahshua beweist ja mit den folgenden Worten das Gegenteil und richtet damit das gerechte Volk Jahwehs auf: „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora (5 Bücher Mose) gestrichen werden, bis die Zeiten vollendet sind. Wer nun eines dieser geringsten Weisungen Jahwehs auflöst und die Menschen so lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross sein im Reich der Himmel“ (Mt 5,18-20). Das sind deutliche Worte, jedem verständlich! Jahshuas Worte waren die Worte der Thora, darum sagte er: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber (die in allem der Thora entsprechen) sollen nicht vergehen“ (Mt 24,35).

Aus diesem Grund werden uns Mose und Jahshua sowohl in den BuS (Bundesschriften = AT) als auch in den BeS (Bekenntnisschriften = NT) als die grossen Erlöser vermittelt. Beide vollzogen im Auftrag Jahwehs einen aussergewöhnlichen Dienst der Befreiung, der Erlösung. Beide führten aus der Unterdrückung und  Abhängigkeit von falschen Göttern, von falschen Theologien und Philosophien und deren Beherrschung, heraus. Inmitten verzweifelter Lebenssituationen öffneten sie dem auserwählten Volk wieder den Blick für die uneingeschränkte Grösse Jahwehs, der alles zu einem guten Ausgang führen wird, für seine bleibenden Verheissungen, für ihre Erwählung und Berufung. Sie führten die ihnen Anvertrauten aus der Unmündigkeit in die innere Freiheit, d.h. in eine neue Beziehung zu Jahweh und damit in die Eigenverantwortung Jahweh gegenüber, durch die jeder inmitten eines jeden Lebensumstandes treu auszuharren vermag.

Mose führte das von Jahweh erwählte, berufene und vor ihm gerechtfertigte Volk aus der heidnischen Unterdrückung heraus. Jahshua führte, im Unterschied zu Mose, solche die völlig von Jahweh entfernt waren, Söhne des Ungehorsams (vgl. Eph 2), jahwehlose Söhne, zurück in die volle Gemeinschaft mit Jahweh (vgl.Eph 3,6). Diese Nachkommen aus den „verlorenen“ Schafen des Hauses Israel werden allein durch Jahshuas Sendung und Dienst, durch Umkehr und Umsinnung auf Jahweh hin, gerechtfertigt. Zu ihnen gehören auch wir. Das ist ein unvorstellbarer Grund zur Freude und Danksagung, „denn er (Jahshua) hat uns gemacht zu einem Königtum, zu Priestern seinem Erlöser (Gott) und Vater: Ihm (dem Vater) sei die Herrlichkeit und die Macht in die Zeitalter der Zeitalter! Wahrlich“ (Offb 1,6).

Darum kann Jahsua sagen: „Niemand (von den „verlorenen“ Schafen des Hauses Israel) kommt zum Vater als nur durch mich“ (Jo 14,6). Wenn sich ein Mensch aufrichtigen Glaubens den gerechten, bzw. den von Jahweh gerechtfertigten Juden anschliesst, ohne von Jahshua jemals etwas gehört zu haben, so läuft diese Umkehr zu Jahweh trotzdem unter der jetzigen Heils- und Gnadenzeit Jahshuas, die über diesem Zeitalter steht. Unser himmlischer Vater hat diese Ordnung für dieses Zeitalter so verordnet und festgesetzt.

Mose sprach in besonderer Weise von dem kommenden Propheten Jahshua. Jahshua und die Apostel ihrerseits berufen sich in besonderer Weise auf Moses Schriften. Ich möchte auf einige wesentlichen Punkte hinweisen, welche den tiefen Zusammenhang von Mose und Jahshua bezeugen.

Erstens spricht Mose vor dem Einzug ins verheissene Land von Jahshua, den er als einen Propheten bezeichnet gleich ihm. Unser himmlischer Vater selbst bezeichnet Jahshua als einen Proheten gleich Mose. (vgl. 5Mo 18,15.18). Diesem Wort und Zeugnis des himmlischen Vaters Jahweh, das Jahsua und die Apostel bestätigen, widersprechen die Grosskirchen und die von ihnen geprägten Freikirchen mit ihrer heidnischen Lehre von den Drei-Gott-Personen. In dieser Lehre ist Jahshua der zweite Gott, der Jahweh in der Anbetung nicht zurücksteht, was eine Lästerung Jahwehs und einer Schändung und Entstellung Jahshuas gleichkommt. Dies ist das erste Zeichen des Antisemitismus.

Zweitens bezeugt Jahshua, dass Mose von ihm geschrieben habe. Wer die Schriften (BuS = AT) seriös erforsche würde das erkennen und Leben haben. Wer den Schriften des Mose nicht glauben würde, könne auch seine Worte nicht verstehen. Ihm sei die Thora wichtiger als die theologische Meinung (Ehre) von Menschen. Nicht er sondern Mose würde der Ankläger jener sein, welche die Worte, die Jahweh durch Mose gesprochen habe, ungültig machten (vgl. Jo 5,39-47). Das sind ernste Worte Jahshuas an die Führer der Kirchen und Freikirchen!

Drittens weist Jahshua in seiner Rede über das Gerichtselend des reichen Prassers im Sheol auf Mose und die Propheten hin durch die Jahweh gesprochen hat. Der reiche Prasser wollte verhindern, dass seine noch im Diesseits lebenden Brüder einmal durch dieselben Gerichte der Wiederherstellung gehen müssten wie er. Er meinte, dass sie durch den Schreck einer Totenerscheinung zur Umsinnung geführt würden. Doch Jahshua lässt Abraham sprechen, dass die Worte, die Jahweh durch Mose und die Propheten gesprochen hat entscheidend sind und als alleiniger Massstab gelten nach dem das Leben der Söhne (das weibliche Geschlecht eingeschlossen) beurteilt würde. „Sie haben Mose und die Propheten; mögen sie die hören“ (vgl. Lk 16, 19-31). Im Gim 94 bin ich darauf eingegangen.

Viertens sieht Jahsua auf dem Berg der Verklärung „Elijah und Mose, und sie unterredeten sich mit Jahshua“ (vgl. Mk 9,4). Auch hier diese Verbindung und Einheit von Thora und Jahshua dargestellt, bezeugt.

Fünftens weist Kepha (Petrus) am Pilgerfest Shawuoth (Pfingsten), an dem Juden aus aller Welt in Jerusalem versammelt waren, auf Mose hin und bezeichnet Jahshua als einen Propheten: „Mose hat schon gesagt: ′Einen Propheten wird euch Jahweh, euer Erlöser, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir; auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird. Es wird aber geschehen: jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird.. Ihr seid Söhne der Propheten..′“  (Apg 3,22-25). Von jener Zeit an wuchs der Glaube an die Sendung und den Dienst Jahshuas unter den Juden aussergewöhnlich stark, denn als Shaul nach der dritten Missionsreise nach Jerusalem zurückkehrte glaubten Zehntausende (Myriaden) der Juden an die Sendung und den Dienst Jahshuas (vgl. Apg 21,20). Der Tempel war noch nicht zerstört. Die Einheit der Gemeinde im Judentum war noch vollkommen vorhanden, bis sie im Jahre 70, nach der Zerstörung des Tempels, von Kirchenvätern, durch Anpassung an die Römer und deren Götter, schrittweise unterwandert und schliesslich zerstört wird!

Sechstens werden im Hebräerbrief in aller Selbstverständlichkeit die zwei Dienste (Haushaltungen) von Mose und Jahshua im gleichen Atemzug zitiert, was nicht möglich wäre, wenn Jahshua von den Aposteln und den ersten Gemeinden Anbetung zugekommen und Jahshua nicht wie Mose als Prophet verstanden worden wäre. Jahshua würde sich von Mose völlig abheben und ein solcher Vergleich wäre absolut unangebracht und schockierend (vgl. Hebr 3, 1-6). Der Schreiber spricht von der Treue Jashuas die der Terue des Mose entspricht und von der Ehre, die Mose und Jahshua zukommt, die zwar ihr Haus gebaut haben. Er bemerkt aber gleich „der alles erbaut hat ist Jahweh“ (Hebr 3,4). Von ihm allein geht jede Sendung, jeder Dienst und jedes werk aus.

Siebtens berichte uns die Offenbarung des Jochanan von der Vollendung der Gerichtsurteile (Offb15,1) und von dem gläsernen Meer, an dem die Überwinder, die Heiligen das Lied Mose, des Knechtes Jahweh, und das Lied des Lammes singen (Offb 15,3).

Wir wollen uns im nächsten Gim weiter darin vertiefen. Ich grüsse alle ganz herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat mit Worten aus dem Lied Mose: „Denn den Namen Jahweh rufe ich aus: Gebt Ehre (Grösse) unserem Gott (Erlöser). Der Fels; vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Werke sind recht. Ein Gott (d.h. Erlöser) der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er“ (5Mo 32,3-4)

Gregor Dalliard