„Siehe, das Lamm Jahwehs (Gottes), das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Jo 1,29). Zum Thema Weihnachten, Teil 2

Glaubensimpuls 117

In diesem Gim möchte ich meine Darlegungen zu Geburt und Sendung Jahshuas in dieser Welt fortführen. Zu Jahshuas Geburt und Sendung gehört die Aufgabe das „Verlorene“ zu suchen und in die offenen, rettenden Arme des himmlischen Vaters zurückzubringen, „denn der Sohn des Menschen (nicht einer Gottheit) ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Lk 19,10; 15,6; Lk 5,32; Mk 2,17; Mt 9,13; Mt 18,11; Jo 3,17). Gerne weise ich immer wieder auf seine Worte hin, die uns bestätigen und überzeugen wollen, dass er nur zu den „verlorenen“ Söhnen des Hauses Israel gesandt war: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt15,24). Eine andere Aufgabe war ihm von seinem und unserem Vater, von seinem und unserem Gott (d.h. Erlöser) (vgl. Jo 20,17) nicht aufgetragen. Leider, und das ist äusserst tragisch, weisen die meisten Kirchen und freikirchlichen Gemeinschaften die Worte Jahshuas radikal zurück und bleiben der Theologie der katholischen Kirchenväter hörig. Die Folgen sind auch entsprechend!

Jahshua trug Einzelne der „verlorenen“ Schafe nach Hause zurück – zurück zum Vater (vgl. Lk 15,5, in Anlehnung an Hes 34,16; Mi 4,6-7 u.a.m.). Genau diesen Dienst hatte er seinen Jüngern aufgetragen (vgl. Mt 10,5-6), obwohl sie anfänglich nicht verstanden hatten, dass Jahshua nicht der Messias der Endzeit war (vgl. Mt 16,21-23). Sein Dienst wird bis heute von jenen, die gleichen Geistes sind wie er, weiter ausgeführt. Der Vater wartet Tag und Nacht sehnsüchtig und voller mütterlicher und väterlicher Liebe auf sie. Wie im letzten Gim schon gesagt, ist das eine der zentralsten Botschaften der Bibel und wird von den Bekenntnisschriften (NT) übernommen (vgl. Lk 15,20;Jo 4,23-24). Der ältere Sohn in Lk 15,11-32 (Juda und Benjamin) weiss zwar, dass der Vater nur mit der ganzen Familie, d.h. mit einem Überrest aus allen zwölf Stämmen, seine Ziele erreichen will und wird. In diesem Gleichnis aber, das uns von Jahshua überliefert ist, kann der ältere und treue Sohn (vgl. Vers 31) das überschwängliche Vorgehen des Vaters bei der Heimkehr des „verlorenen“ Sohnes emotional noch nicht einordnen. Der Bruder (die zehn „verlorenen“ Stämme) war immerhin rund 700 Jahre abwesend! Wie sollte er (Juda und Benjamin) nach so langer Zeit der harten und treuen Arbeit nicht alleine weitermachen? Der Vater tröstete aber den älteren Sohn (Juda und Benjamin) und sprach zu ihm: „Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein“ (Vers 31). Was den Juden (Juda und Benjamin) gehört ist also das des Vaters und umgekehrt. Auch diesen Worten Jahshuas wollen wir nicht widersprechen. Das sei ferne, denn sie decken sich mit den vielen Aussprüchen, die Jahweh ehemals durch die Worte der Propheten zu unseren Vätern geredet hat (vgl. Hebr 1,1-2).

Noch ist der Blick des älteren Sohnes (Juda und Benjamin) auf das natürliche Gerechtigkeitsempfinden fixiert. Es ist das Empfinden nach der gerechten, gebührenden Strafe die jedem zuteil werden muss, der das Vermögen des Vaters (Thora und Propheten) auf solche Weise verprasst hat. Noch ärgert er sich darüber, dass der „verlorene“ Sohn, d.h. die von Jahshua Zurückgerufenen, Zurückgeholten (Schafe), bei ihrer Rückkehr in das Haus des Vaters, mit einer solchen überschwänglichen und alle Vorstellungen übertreffenden Liebe aufgenommen werden (vgl. Lk 15,20-24). Die bitteren Gerichtsleiden, durch die sein jüngerer Bruder („verlorenen“ zehn Stämme) letztlich gegangen war, sind ihm noch nicht bewusst (Verse 14-16).

Die Freude des Vaters (Freude im Himmel, vgl. Lk 15,7.10) mit den darauf folgenden Festlichkeiten, sprengt alle Vorstellungen des besten Menschen dieser Welt. Doch der ältere Sohn (Juda und Benjamin) kann nachher zu seiner grossen Freude verstehen, was hier gerade abläuft. Jahshua beendet dieses Gleichnis mit der gewaltigen Botschaft: „Es geziemte sich aber, fröhlich zu sein und sich zu freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden“ (Vers 32). Wir hören keine Widerrede mehr vom älteren Sohn. Dass er (die Juden) aber verstanden hat um was es jetzt heilsgeschichtlich geht, das ist uns in der Apostelgeschichte wunderbar vermittelt und zwar im Zusammenhang von Kepha und Kornelius und den daraus folgenden Ereignissen (vgl. Apg Kap.10 – 11,18). Ebenso ist uns dieses Verständnis, diese heilsgeschichtliche Erkenntnis der Jünger in Apg 15,13-17 bestätigt. Ebenso und ganz speziell in den Briefen Shauls an die Römer und Epheser. Einfach gewaltig! Nach der ersten Missionsreise Shauls versammelten sich um das Jahr 49 jene führenden Juden, die die Sendung Jahshuas zu verstehen suchten. Auf dieser grossen Brüderversammlung erkannten sie gemeinsam den Dienst Jahshuas der einzig und allein mit der Rückkehr „verlorener“ Schafe in das Haus des Vaters zu tun hatte. Die Freude war gross!

Zu diesen Heimgekehrten gehören auch wir. Das war oder ist dein und mein Weg, der Weg einer Auswahl aus den zehn „verlorenen“ Stämmen. Über diesen Weg sind wir – und werden wir – immer tiefer eingepfropft in die Beziehung welche die gerechtfertigten und treuen Juden zu unserem Abba, dem Schöpfer unseres Lebens, haben dürfen (vgl. Röm 11,16ff). Damit werden wir zu Miterben mit den Juden, zum Mit-Leib (Miteinverleibte) mit den Juden. Wir sind Mitteilhaber der Beziehung Jahwehs mit den Juden und Mitteilhaber ihrer Beziehung zu Jahweh (vgl. Eph 3,6). Das ist eine ausserordentliches Geschehen, an das wir uns noch gewöhnen müssen und das auch manche Konsequenzen nach sich ziehen muss, vor denen viele zurückschrecken. Stattdessen tarnen sie sich mit frommen christlichen Israelwerken. Hitlers Werk war in seinem tiefsten Wesen das Werk des Geistes der christlichen Kirche. Das mag sich für Unwissende äusserst hart anhören. Doch die kirchendogmatischen und geschichtlichen Fakten sprechen eine klare Sprache, die nie zu überhören sein wird. Wer kann Mit-Glied einer Einrichtung bleiben, aus deren Mitte und Wesen so schreckliche Verbrechen hervorgegangen sind und die es bis heute schafft Menschenmassen durch ihr diplomatisches, frommes und trickreiches Gehabe zu täuschen?!

Darum ist die Stunde gekommen, dass wir unseren älteren Bruder, die Juden (Juda und Benjamin), besser kennen lernen. Wir sind aufgefordert ihnen gegenüber Betonmassen von Barrieren  abzubauen. Dieses antijüdische Gift, das uns die Kirchenführer, offiziell ab dem 4. Jh, ohne Unterbruch injizieren, beherrscht unser ganzes religiöses, kulturelles, politisches und wirtschaftliches Denken, Empfinden und Handeln. Letztlich ist es der frontale Angriff auf Jahweh, unseren Abba Vater. Eine konsequente Abwendung von diesem verkehrten Weg und eine Umkehr zu den Tiefen unseres Glaubens ist allein in der Annahme seiner unverdienten Gnade möglich. Diese erkennen und erfahren wir aus den Zusammenhängen seines Wortes.

Wir sollen dem Juden Jahshua in der Beziehung zu Jahweh gleichförmig werden (Röm 8,29). „Wenn ihr den gleichen Glauben (gleiche Beziehung zu Jahweh) wie der Mashiach habt, so seid ihr damit Abrahams Samen und nach der Verheissung Erben“ (Gal 3,29). Den Geist des Mashiach haben wir empfangen, weil wir Sohn, Söhne, sind: „Weil ihr aber Söhne (Israel) seid, sandte Jahweh den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, d.h. Vater“ (Gal 4,6). Ist das nicht gewaltig und umwerfend?

Darum noch einmal: Jahsua selbst lehrt und bezeugt, dass er nur für die verlorenen Schafe des Hauses Israel („verlorenen“ zehn Stämme) gekommen ist (Mt 15,24; 10,5-6; Jo 10,16; 11,52 u.a.m.), nicht für die Heiden. Sie werden später gerufen werden (vgl. Apg 15,17; Sach 8,23; 14,9.16 u.a.m.). Er ist auch nicht für die gerechtfertigten Juden gekommen (Mt 9,13; 18,11; Lk 15,1-10 . Seine grosse Sendungsbotschaft lautet: „Denn der Sohn des Menschen (nicht der Sohn einer Jungfrau) ist gekommen, das Verlorene (aus dem Samen Abrahams) zu retten“ (Mt 18,11). „Denn er nimmt sich doch wohl nicht der Engel an, sondern der Nachkommenschaft (des Samens) Abrahams nimmt er sich an“ (Hebr 2,16).

Nicht umsonst hat Jahshua zwölf Apostel um sich geschart. Damit wollte er symbolisch seine Sendung klar und unmissverständlich signalisieren. Das war seine Sendung und Grundbotschaft. Sie deckt sich wunderbar mit den zentralen Aussagen in der Thora und den Propheten. In meinen Glaubensimpulsen 6; 44; 67 und 76 bin ich näher auf diese Thematik eingegangen. Dazu auch in den Impulsen 61 und 68.

Im Blick auf die Wiederherstellung der ungeteilten Anbetung Jahwehs, durch Zeugen aus allen zwölf Stämmen, pries Simeon Jahweh mit dem Jubelruf: „..denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller (Israel-)Nationen: ein Licht zur Erleuchtung der (Israel-)Nationen und zu Herrlichkeit deines Volkes Israel (der Juden)“ (Lk 2,30-32).

Mit einem frohen und herzlichen Shalom grüsse ich alle die dieser Gnade teilhaftig sein dürfen.

Gregor Dalliard