„Nacht wird nicht mehr sein.. denn Jahweh, der Erlöser, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in die Zeitalter der Zeitalter“ (Offb 22,5). Teil 11a

Glaubensimpuls 93

Wie im letzten Gim 92 angedeutet möchte ich etwas im Zusammenhang über die Herrschaft der Heiligen sagen. Spricht die Bibel über die  Herrschaft der Heiligen, dann setzt sie voraus, dass wir wissen wer die Heiligen sind, wer damit gemeint ist. Wir haben von dem katholischen Denken her, das auf dem antijüdischen Fundament der katholischen Kirchenväter gegründet ist und das die Freikirchen und unabhängigen Gemeinden immer noch weitgehend prägt, ein ersatztheologisches Verständnis von dem Begriff „heilig“ oder „Heilige“, d.h. die Kirchen haben den Begriff „Heilige“ dem Abba Jahweh und seinem auserwählten Volk entwendet, sich unrechtmässig angeeignet, ja buchstäblich gestohlen und ihn in verwegener Weise umgedeutet. Sie missbrauchen ihn bis zu dieser Stunde. Ohne sich im Geringsten darüber Gedanken zu machen werden diese Begriffe auf Kirchenmenschen bezogen. Das ist ja bei den spektakulären politisch-religiös motivierten öffentlichen Aktionen der vielen Heiligsprechungen durch die Päpste auch nicht verwunderlich. Als Menschen, die im Geiste Jahshuas in einer Beziehung zu Jahweh stehen, müssen wir uns darum auch in dieser Frage demütig den biblischen Tatsachen stellen, die Wahrheit reden und wieder gutmachen was im Widerspruch zur Bibel und dem auserwählten Volk Jahwehs steht.

Spricht die Bibel von Heiligen, dann spricht sie von dem auserwählten Volk Jahwehs, d.h. von Abraham, Isaak und Jakob und damit von den zwölf Stämmen und deren Nachkommen. Sie haben von Jahweh eine Führungsrolle empfangen, sowohl in dieser Welt als auch in den unsichtbaren Welten, denn einmal werden sich durch ihre Herrschaft alle Knie beugen, „der Himmlischen und Irdischen und des Sheols (Unterirdischen), und jede Zunge wird bekennen (huldigend Dank sagen), dass Jahshua HaMashiach gesandt ist (Herr ist) zur Ehre des Vaters Jahweh, des Erlösers“ (Phil 2,10-11).  Die Führungsrolle zu diesem Ziel hin wird in der Bibel als Herrschaft oder herrschen bezeichnet.

Es kann damit eine wirkliche Herrschaft in dieser Welt gemeint sein, wie wir sie in dieser Welt kennen, es kann aber auch eine Vorherrschaft in der Erkenntnis wichtiger Lebensbereiche sein, wie z.B. in der Entdeckung und Forschung in der bis heute vor allem Juden und Menschen aus der Nachkommenschaft der „verlorenen“ zehn Stämme vorherrschend sind. Das beweist uns die Geschichte zur Genüge. Doch das alles soll von den Heiligen (dem auserwählten Volk) mit Jahweh, zu dessen Verherrlichung und zum Segen der Menschen geschehen. Denn mit allen diesen Dingen sollen die Heiligen (der von Jahweh Ausgesonderten) die Menschen zu Jahweh ihrem Schöpfer führen, damit sie im Segen und im Frieden leben können.

Die eigentliche biblische Bedeutung von Herrschaft und herrschen der Heiligen (der von Jahweh Ausgesonderten) meint aber vor allem den Dienst der Ausgesonderten (Heiligen) an den jahwehlosen Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, ohne Kenntnis und Beziehung zu Jahweh leben oder gelebt haben. Dieser Dienst besteht vor allem in der Rückführung zu Jahweh, zu seiner Herrlichkeit und seiner Herrschaft. Dieser Dienst beinhaltet erstens das zu Gerichte-Sitzen und gerechte Gerichtsurteile sprechen (vgl. Offb 20,4; 1Kor 6,2-3). Aber gleichzeitig werden die Beurteilten auf ihren Gerichtswegen über Jahweh und sein Wesen gelehrt und unterwiesen, geführt und begleitet. (Im nächsten Gim wollen wir uns ein Beispiel aus der Bibel „ansehen“.) Das betrifft sowohl abtrünnige Heilige (Abtrünnige aus dem auserwählten Volk) als auch die andern (jahwehlosen) Menschen. Sie werden zur Erkenntnis Jahwehs und in die Gemeinschaft mit Jahweh geführt werden. Keine Kenntnis oder eine falsche Kenntnis über Jahweh haben heisst jahwehlos leben.

Zum Wesen des Heiligen (des auserwählten Volkes, der Ausgesonderten) gehört erstens die souveräne Erwählung durch Jahweh, ohne irgendwelche Beeinflussung durch Menschen.

Zweitens hat heilig sein oder zu den Heiligen gehören nichts mit erbrachten Leistungen eines Menschen zu tun, aufgrund derer er sich als heilig (ausgesondert) ausweisen könnte und Jahweh gegenüber den Anspruch von Heiligkeit (ausgesondert sein) und Herrschaft erheben könnte. Heilig (ausgesondert sein) heisst nichts anderes als von Jahweh und für Jahweh ausgesondert sein, zur Ehre und Verherrlichung seines Wesens und zur Verwirklichung seiner Heilsabsichten und -pläne, bis alle ihn anbeten werden, d.h. zurück in seine Gemeinschaft geführt sein werden (vgl. Röm 11,36; 1Kor 15,28). Diese Führung (Herrschaft) ist allein seinen Heiligen (Ausgesonderten), seinem auserwählten Volk, das Jahweh als seinen Sohn, seinen erstgeborenen Sohn bezeichnet (vgl. 2Mo 4,22-23) gegeben, keinem sonst. Niemand darf diese unumstössliche Entscheidung unseres Schöpfers, des Abba Jahweh, antasten, umdeuten oder sogar ins Gegenteil verkehren, wie das die Kirchen tun und lehren. Ein solcher Mensch, selbst wenn er sich als Wiedergeborener bezeichnen würde, getauft und Mitglied einer Kirche wäre, würde dem antimessianischen Tier angehören, denn er stünde im Widerspruch zu Jahweh (vgl. 1Mo 12,3).

Kurz bevor die zwölf Stämme in das verheissene Land einzogen um es in Besitz zu nehmen, erinnerte Jahweh durch Mose seine Auserwählten an diese Tatsache: „Dich hat Jahweh, dein Erlöser, erwählt, dass du ihm als Eigentumsvolk gehörst aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat Jahweh sich euch zugeneigt und euch erwählt – ihr seid ja das geringste unter allen Völkern -, sondern wegen der Liebe Jahwehs zu euch, und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen..“ (5Mo 7,6-8). Der Apostel Shaul erinnert die Eingepfropften aus den zehn „verlorenen“ Stämmen Israels im Brief an die Epheser an diese zentrale Tatsache der Thora: „Jahweh aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns , die wir in den Vergehungen tot waren durch den Mashiach lebendig gemacht (zurück gebracht).. Denn aus Gnade seid ihr errettet (zurück gebracht) durch die Beziehung (erste Liebe) Jahwehs zu euch, und das nicht aus euch, Jahwehs Gabe ist es; nicht durch eure Leistung (aus Werken), damit niemand sich rühme“ (Eph 2,4-5.8-9).

Drittens werden die zwölf Stämme und ihre Nachkommen bleibend Sohn Jahwehs, bzw. Söhne, genannt. Diese Sohnschaft kann durch nichts aufgehoben oder ausgelöscht werden, nicht einmal durch das jahwehlose (gottlose) Leben eines Sohnes. Ein jahwehloser Sohn (Jude oder aus den zehn „verlorenen“ Stämmen) müsste dann durch die entsprechend harten Wiederherstellungsgerichte gehen, die einen Heiligen (Ausgesonderten) besonders hart treffen können. Warum? Wegen seiner Untreue und seines besonderen Ärgernisses den jahwehlosen Menschen  gegenüber. Die Bibel zeigt uns diese Tatsache kontinuierlich auf. Im Gleichnis vom barmherzigen Vater, bzw. vom „verlorenen“ Sohn, führt uns Jahshua diese Tatsache eindrücklich vor Augen. Vor allem in der Botschaft von 5Mo 28ff werden dem auserwählten Volk – und damit auch uns – Segen und Gerichte (Wiederherstellungsgerichte) dargestellt. Hier wird uns unmissverständlich die Verantwortung der Ausgesonderten (Heiligen) und die entsprechenden Konsequenzen (die Gerichte der Wiederherstellung)  –  im Falle von Untreue – dargelegt.

Weil Jahweh, der Herrscher und Erlöser über allem, selbst heilig ist, d.h. ausgesondert von allen Göttern und Götzen, anders ist als sie alle, darum sollen auch seine Ausgesonderten anders sein: „Und ihr sollt mir heilig (ausgesondert) sein, denn ich bin heilig (ausgesondert, anders als alle Götzen und Götter, Theologien und Philosophien), ich, Jahweh. Und ich habe euch von den Völkern ausgesondert, um mein zu sein“ (3Mo 20,26). „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige (ausgesonderte) Nation sein“ 2Mo 19,6). Die Götzen und Götter, die Theologien und Philosophien der jahwehlosen Welt machen das Leben durch ihre Denkstrukturen, Rechtsvorstellungen und Gesetze zu einer Last. Die Rechtsbestimmungen und Ordnungen Jahwehs schenken das Leben: „Meine Rechtsbestimmungen sollt ihr tun, und meine Ordnungen sollt ihr halten, um in ihnen zu leben. Ich bin Jahweh, euer Erlöser. Und meine Ordnungen und meine Rechtsbestimmungen sollt ihr halten. Durch sie wird der Mensch, der sie tut, Leben haben. Ich bin Jahweh“ (3Mo 18,4-5).

Darum sollen die Heiligen sein Angesicht allezeit suchen und bemüht sein seine Worte und seine Ordnungen in seinem wohlgefälligen Sinn verstehen und leben zu lernen. So lernen sie Jahweh kennen und  vertiefen die Gemeinschaft mit ihm. Sie lernen seine Heilswege und -ziele verstehen und darin zu wandeln. Sie lernen treu und ausharrend zu leben. Erst so können sie die übrigen Menschen, die Jahweh nicht oder nur oberflächlich kennen, gerecht richten (herrschen). Die Gerichte sind nichts anderes als die Wiederherstellung der Beziehung und Gemeinschaft mit dem Abba Vater, dem Schöpfer unseres Lebens. Das bezeichnet die Bibel als herrschen oder Herrschaft der Heiligen.

Shaul schreibt den treulosen Korinthern: „Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen (die treuen Juden und die wieder Eingepfropften) die Welt richten (wieder herstellen, in die Beziehung und Gemeinschaft mit dem Vater führen) werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet (die Beziehung zum Vater wieder hergestellt) wird, seid ihr dann nicht würdig, über die geringsten Dinge zu richten (wieder herzustellen, in Ordnung zu bringen)? Wisst ihr nicht, dass wir die Himmlischen (alle Wesen in den Himmelswelten, auch Engel genannt) richten (wieder herstellen) werden, wievielmehr müssen wir Alltägliches wieder herstellen lernen“ (1Kor 6,2-3). Für diese Herrschaftsdienste werden wir hier auf Erden zubereitet, gleichsam ausgebildet und erzogen!

Als Daniel Nebukadnezar den Traum im Geiste Jahwehs deutete, den dieser über die vier Weltreiche sah, die vor allem mit den Heiligen Jahwehs, den Juden und deren Verfolgung zu tun hatten und haben, sah er vor allem den hellenistisch-römischen Geist mit Sitz in Rom, der heute das ganze Kirchentum und mit ihm die EU beherrscht. Der hellenistisch-römische Geist frisst die ganze Welt auf, d.h. beeinflusst die ganze moderne Welt, selbst Juden und Moslems, Buddhisten und Hindus usw. Kein Volk wird sich auf die Dauer diesem Verderben bringenden Geist entziehen können. Daniel schreibt über dieses vierte Reich: „Es wird die ganze Erde auffressen und sie zertreten und sie zermalmen“ (Dan 7,23).

Doch das wird nicht das Letzte sein! Was sah Daniel weiter?: „Und das Reich (Königtum, Königreich) und die Herrschaft und die Grösse der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten (den treuen Juden und den unter sie Eingepfropften) gegeben werden. Sein Reich ist ein bleibendes Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen“ (Dan 7,27). Die Herrschaft der Heiligen wird vom Tausendjährigen Reich hier auf Erden (Offb 20,4-6) übergehen in die Herrschaft die von einem Zeitalter ins andere Zeitalter (fälschlicherweise übersetzt „von Ewigkeit zu Ewigkeit“) reichen wird (Offb 22,5), bis Jahweh alles in allem sein wird (vgl. Röm 11,36; 1Kor 15,28).

„Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne, denn Jahweh, der Erlöser, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in die Zeitalter der Zeitalter“ (Offb 22,5). Voller Erwartung und Spannung warten wir auf die Erfüllung dieser Prophetien und Verheissungen. Vieles hat sich in der Heilsgeschichte schon bestätigt und erfüllt. Lassen wir uns weiter zubereiten, vor allem in der Ausübung der Jahweh- und Nächstenliebe (vgl. 5Mo 6,4-5; 3Mo 19,17-18), denn diese zwei bezeichnet die Thora als das Höchste und als Gradmesser unserer Zubereitung für unsere Befähigung in den zukünftigen Diensten. Jahshua bestätigt diese Aussagen der Thora als das Grösste. Darum gelten sie als Gradmesser für alle, die behaupten ihm zu folgen und jahwehtreu zu sein (vgl Mk 12, 28-33). Wir bleiben am Wort! Die Fortsetzung zu diesem Thema folgt. Mit einem herzlichen Shabbat Shalom wünsche ich allen eine gesegnete Zubereitungszeit!

Gregor Dalliard