Shawuoth - Teil 7: Forschen

Glaubensimpuls 409

Im letzten Gim 408 schrieb ich: “Der Weg vom Sinai, von Shawuot, hinein ins Verheissene Land, war voll gespickt mit Herausforderungen und Situationen die laufend neue Entscheidungen erforderten. Was JaHuWaH dem Volk an Lebensweisungen mit auf den Weg gab wurde nicht in Frage gestellt, auch nie verworfen. Sie waren ihnen laufend gesagt und gelehrt und immer der Zeit entsprechend ausgelegt worden, ohne die Beziehung zu JaHuWaH aufzugeben. Sie haben diese Lebensschätze laufend und immer wieder verinnerlicht, bewahrt, aber – und das ist uns meistens nicht bewusst – auch darauf auf- und weitergebaut. Darum existiert diese Volk heute noch.

Ein Gim-Leser meldete sich gleich und seine Frage, die in diesem Zusammenhang gestellt wird, scheint berechtigt. “Das kann doch nicht stimmen, was Sie schreiben. Sie schreiben im Gim 408: “Sie waren ihnen laufend gesagt und gelehrt und immer der Zeit entsprechend ausgelegt worden, ohne die Beziehung zu JaHuWaH aufzugeben.” “Meine Überzeugung war bis jetzt diese: Das Wort Gottes kann doch nicht der Zeit entsprechend ausgelegt werden. Wo würde das alles enden? Können Sie, Herr Dalliard das beweisen? Mit ihren Aussagen widersprechen Sie doch dem Wort Gottes. Gott sagt doch: “Und nun, Israel, höre auf die Ordnungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das der HERR, der Gott eurer Väter, euch gibt! Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete!” (5Mo 4,1-2). Das heisst doch klar und deutlich: Die ganze Lehre der Bibel muss doch wörtlich so gelebt werden, wie alles geschrieben steht!” Soweit das Zitat des Gim-Lesers.

Ja, ich möchte das gerne beweisen und zwar vom Verhalten JaHuWaHs selbst und von jenen Juden, die ihm bis heute treu sind. Warum hat Shawuoth diese ausserordentliche Bedeutung im Leben Israels, im Leben der Juden weltweit – heute noch? Was JaHuWaH dem Volk an Lebensweisungen am Sinai mit auf den Weg gab wurde nie in Frage gestellt. Was JaHuWaH dort am Sinai redete ist einzigartig. Solche Aussagen in der Bibel, wie: “Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen”, beziehen sich auf die Ordnungen und Rechtsbestimmungen des Zehn-Wortes (10 Gebote).

Moshe sagt: “Diese Worte redete JaHuWaH auf dem Berg zu eurer ganzen Versammlung mitten aus dem Feuer, dem Gewölk und dem Dunkel mit gewaltiger Stimme und fügte nichts hinzu. Und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir” (5Mo 5,22). Achten wir auf das Zehn-Wort, (die zehn Weisungen des Lebens, von Christen 10 Gebote genannt). Hier heisst es ausdrücklich: ”..und fügte nichts hinzu.” Das Ereignis am Sinai ist deshalb so ganz speziell, weil hier für die Menschen dieser Welt die zentralen Inhalte der Beziehung zu JaHuWaH und der Menschen untereinander verfasst und vermittelt worden sind.

Sie sind unantastbar, bleiben in allen Generationen unantastbar. Sie behalten ihre Gültigkeit, solange Menschen miteinander in dieser Welt leben. Alle weiteren ethischen Verhaltensregeln, wie den Fremden schützen, ihn nicht ausbeuten, für die Waisen und Witwen sorgen usw., bauen direkt auf dem Zehn-Wort auf und sind damit eingebettet in die am Sinai verordneten, unantastbaren Grundregeln des Lebens.

Um es kurz zu machen: Lesen Sie das 3. Buch Moshe. Lesen Sie alle Gebote zu den Opfern von denen es z.B. heisst: “Eine ewige Ordnung bei euren Generationen in allen euren Wohnsitzen” (Mo 3,17). Davon wird heute von den Juden nichts mehr praktiziert, selbst von den ultraorthodoxesten Juden nicht, obwohl sie von JaHuWaH einmal als bleibende Ordnungen verordnet worden sind. JaHuWaH selbst sind diese Ordnungen nicht mehr wert beachtet zu werden. Sie hatten in der Geschichte ihre Bedeutung. In Zeiten des Überganges aus dem ägyptischen Heidentum in der immer tiefer werdenden Beziehung zu JaHuWaH. Die Juden sind deswegen nicht minder von JaHuWaH geliebt und gesegnet, im Gegenteil. Was aber bindend bleibt ist das Zehn-Wort, an Shawuoth gegeben.

Lesen Sie im 3. Buch Moshe alle Gebote und Ordnungen von JaHuWaH nach, deren Nichteinhaltung die Steinigung zur Folge hatten. Welcher gläubige Jude hält sich heute daran. Nicht einmal Jahushua von Nazareth hielt sich an diese Gebote, während sich vermutlich noch einige Juden zu seiner Zeit daran hielten, weil sie das – von der Bibel her – als ihre gebotene Pflicht erachteten. Nicht etwa, weil Jahushua – und die meisten Juden zusammen mit ihm – JaHuWaHlos (gottlos) geworden wären und der Bibel nicht mehr glaubten, im Gegenteil: weil die Gelehrten durch ihre tiefe Beziehung mit JaHuWaH forschten und von JaHuWaH her erkannten, dass diese strengen Übergangsordnungen für eine bestimmte Zeit ihre Geltung hatten, dann aber ihrem Ende entgegen gingen. Sie sind ersetzt worden durch Mittel und Wege der Einsicht, Liebe und Umkehr.

Auch Sie.. leben doch nicht nach diesem biblischen Wort und steinigen Mitmenschen? Was aber bindend bleibt ist das Zehn-Wort, an Shawuoth gegeben. Wir könnten nun die ganze Bibel miteinander durchgehen und noch manche Verordnungen und Ordnungen, die in der Bibel als ewig gültig gegeben sind, aufzeigen, und ich kann Ihnen sagen, dass sie persönlich staunen werden wieviel davon auch für Sie nicht mehr verbindlich ist. Das dank jener, die in einer tiefen inneren Beziehung mit JaHuWaH leben und in der modernen, digitalen Welt nach Antworten und Segnungen für die Menschen leben. Das ist lebende Gnade. Ist das nicht wunderbar? Also bleiben wir dran!

Herzlich grüsse ich alle Gim-Leser mit den Segensworten aus Psalm 89,2-3 und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Die Gnadenerweise JaHuWaHs will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkündigen. Denn ich sagte: Auf ewig wird die Gnade gebaut werden. In den Himmeln wirst du festgründen deine Treue.” Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 20. Oktober, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.