Shaul, der Jude und Pharisäer, Paulus, der griechische Kirchenvater. Teil 2

Glaubensimpuls 229

Einige erinnern sich noch an den Gim 176 vom 12. 02. 2015. Unter dem Titel „Die Christen und die Thora“, versuchte ich aufzuzeigen was passiert, wenn wir als Bibelleser die Thora und die Propheten für aufgehoben erklären. „Wenn ich den Lebensschatz und -reichtum der Thora nicht mehr für verbindlich erkläre, auflöse, vernichte, dann bleibt nur noch derjenige übrig, der nach der Lehre der Kirchenväter den Tanach (Thora, Propheten und Schriften des „AT“) angeblich ersetzt, und das ist ihr Gott Jesus. So sinnen sie nun nicht mehr Tag und Nacht über die Inhalte der Bibel, den Tanach nach, sondern über den Ersatz, den sie sich zurechtgelegt haben. Sie haben sich damit angemasst, sich über JaHuWaH und seinen verbindlichen Schatz des Lebens, der uns in der Thora anvertraut ist, hinwegzusetzen und damit meinen sie das Recht zu besitzen über sein auserwähltes Volk, die Juden, verfügen zu können. Sie schalten und walten im Geiste der Kirchenväter, der Gründer des Christentums, und setzen sich über alles Heilige hinweg.. Einzelne antijüdische Kirchenväter entwickelten diese Lehren schon im zweiten Jahrhundert“.

Nun ja, was war die Triebfeder dieser Reaktionen einiger Juden und kurz darauf der griechisch geprägten Kirchenväter, die sich ihrem Denken anschlossen und schliesslich das Steuer übenahmen. In den verschiedenen Gims habe ich schon oft über die Gründe geschrieben. Ein Hauptgrund war die Tatsache, dass die in der der Thora sehr gut bewanderten und belesenen Juden mit Leichtigkeit erkennen konnten, dass der Jahushua von Nazareth, der von einigen Juden und später von den Kirchenvätern zum Endzeitmessias gemacht worden war, nicht das messianische Reich eingeleitet hatte. Das hat die Geschichte inzwischen längst bestätigt!! Diese Tatsache wird von vielen Christen allerdings hartnäckig verdrängt. Die Wahrheit kann wehtun!

Zweitens war es der Neid und der Hass gegen die Juden wegen ihrer besonderen Auserwählung, ihres Segens, der Bundesschlüsse, und der Verheissungen, die in der Thora enthalten sind und die sich im Laufe der Geschichte als wahr erwiesen, erweisen und erweisen werden. Drittens lehnten die gläubigen Juden, wie Jahushua (Jesus) von Nazareth, die griechischen Gottheiten, die mit Jungfrauen Kinder zeugten, gemäss Offenbarung an die Propheten, in aller Deutlichkeit ab. Darum sind wir heute frohen Herzens, weil wir im Glauben zutiefst mit Jahushua von Nazareth einig geworden sind und deshalb – wie er – eins sein dürfen mit dem Vater im Himmel! Damit sind wir teilhaftig geworden! An wen oder was sind wir teilhaftig geworden? An der Sohnschaft (Vergebung, Versöhnung und Wiedergeburt in JaHuWaH), an der Thoragebung, an den Bündnissen, an den Verheissungen, an der Herrlichkeit. Mit Jahushua, allen Propheten und dem auserwählten Volk, nehmen wir teil an der gemeinsamen Ehre die dem Schöpfer allen Lebens gebührt. Das ist die unbeschreibliche Gnade, die uns zuteil geworden ist. Das haut uns täglich neu um und lässt uns aus ganzem Herzen dankbar sein. An jedem neuen Tag erfahren wir von hier aus den tiefen Sinn – und immer wieder neuen Antrieb – im Leben zu stehen und zu bestehen!

Wir wollen auf einen radikalen Widerspruch innerhalb des Römerbriefes aufmerksam machen. Dieser Widerspruch finden wir zwischen einer typischen Aussage des Pharisäers und Juden Shaul und einer Aussage des katholischen Paulus (Kirchenväter). Beides finden wir im Römerbrief. Der Pharisäer und Jude Shaul lehrte gemäss der Thora korrekt: „Die Israeliten sind, deren die Sohnschaft ist und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Thoragebung und der Dienst und die Verheissungen; deren die Väter sind und aus denen dem Fleisch nach der Mashiach (von Nazareth) ist. Der über allem ist, ist JaHuWaH (Gott), er sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.“ (Röm 9,4-5).

Diese Aussagen sind absolut kompatibel mit den Aussagen der Thora und der Propheten. Jede Aussage Shauls lässt sich mit vielen Aussagen aus der Thora und den Propheten untermauern. Das ist wunderbar. Sogar die Aussage, dass Jahushua – wie übrigens alle Propheten – dem Fleische nach, als Jude, ein Gesalbter (Mashiach) war, d.h. erweckt aus den Brüdern, deckt sich mit dem prophetischen Wort. Der Sohn ist Israel (vgl. 2Mo 4,22-23; 5Mo 32,6). JaHuWaH hatte Moshe verheissen, dass er aus seinen Brüdern immer einen Propheten (d.h. einen Mashiach, Gesalbten und „Erlöser“) erwecken werde, von Generation zu Generation (vgl. 5Mo 18,15.18). Dass mit der Offenbarung an Moshe die aufeinander folgenden Propheten gemeint waren, das bestätigt uns z.B. Jirmejahu (Jeremia) (vgl. Jer 7,25).

Wenn die Thora nicht mehr (verbindlich) ist, dann ist auch JaHuWaH, unser Vater im Himmel, der Allmächtige (El Shaddai), nicht mehr glaubwürdig. Alle seine Zusprüche und Verheissungen sind dahin und nicht mehr ernst zu nehmen, obwohl er bezeugt und fragt: „So spricht JaHuWaH, der König Israels und sein Erlöser, JaHuWaH der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser (Gott). Und wer ist wie ich?.. Gibt es einen Erlöser (Gott) ausser mir? Es gibt keinen Fels (Erlöser, Retter), ich kenne keinen“ (Jes 44,6-8). Und was machen wir mit den zahllosen parallelen Aussagen zu diesem Bekenntnis, wovon die Bibel voll ist und die für jede Generation gültig und aktuell bleiben?

Der katholische Paulus steht darum im totalen Widerspuch zu Shaul, wenn er lehrt: „Denn Christus ist der Thora (Gesetzes) Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. Denn Moshe beschreibt die Gerechtigkeit, die aus der Thora (Gesetz) ist: Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben. Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen? das ist: Christus herabführen; oder: Wer wird in den Abgrund hinabsteigen? das ist: Christus aus den Toten heraufführen; sondern was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen. Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden (beschämt) werden. Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche, denn er ist Herr über alle, und er ist reich für alle, die ihn anrufen; denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden“ (Röm 10,4-13).

Wir erkennen ganz schnell den Widerspruch zwischen den Aussagen in Röm 9,4-5 und Röm 10,4-13. Der Widerspruch wird offenbar wenn wir den Aussagen seriös, aufrichtig und gewissenhaft auf den Grund gehen. Paulus schreibt: „Denn die Schrift sagt: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden (beschämt) werden“ (Röm 10,11). Er zitiert in Röm 10,11 die Aussprüche verschiedener Propheten, nämlich Ps 25,3; 22,6 und Jes 28,16; 49,23; 50,7; Joe 3,5 u.a.m. Die Propheten reden vom Vater im Himmel, von JaHuWaH. Was macht er? Er reisst diese Bekenntnisse, die vom Glauben an den Vater sprechen, rücksichtslos aus dem grossen biblischen Zusammenhang heraus und bezieht sie kaltblütig auf seine griechische Jesus-Gottheit. Keiner der Propheten spricht in seinen Aussagen von einem Jesus-Gott! Um seine Irrlehre zu untermauern scheut er sich nicht zu sagen: „Denn die Schrift sagt“. Damit meint er natürlich die Thora und die Propheten. Aber gerade die Schrift (Thora und Propheten) spricht von JaHuWaH und bezeugt ihn als den einzigen Erretter eines jeden Menschen und der ganzen Welt. Das lehrte auch Jahushua von Nazareth.

Auch folgende Aussage ist ein frommes Konstrukt von Paulus: „..dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst“. Wenn dem so wäre, hätten uns die Propheten diese zentralste Botschaft der Auferstehung und des damit verbundenen Glaubens zur Errettung und Vergebung der Sünden zumindest so oft mitgeteilt wie die oben zitierte Botschaft in Jes 44,6-8!

Was ich dazu schrieb: „Darum nehmen alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften heute noch das aus dem reichen verbindlichen Schatz der Thora und der Propheten heraus was sich für ihre Jesus-Gott-Ideologie uminterpretieren und gebrauchen lässt. Sie kehren die Aussagen einfach um. Unfassbar! Die Aussagen in der Thora werden willkürlich auf ihren neuen Erlöser-Gott Jesus angewandt. Noch einmal, bei näherem Hinschauen merkt jeder aufrichtige und redliche Bibelleser – schrittweise!! – dass der Gott Jesus nichts mit dem Jahushua von Nazareth zu tun hat, sondern den heidnischen Göttervorstellungen entsprungen ist.

Also bleiben wir wacker dran! Für Christen, die von blinden Führern blind gemacht worden sind bedarf es einer besonderen Gnade geöffnete Augen zu bekommen. Im Prinzip ist das relativ leicht, wie wir oben gesehen haben. Der christliche Rassismus, den Juden gegenüber, wird wohl erst dann schrittweise aus unserer Gesellschaft verbannt werden können, wenn führende Kräfte des Christentums ihre wahren Gedanken über die Bibel der Kirchenväter, dem sogenannten „Neuen Testament“, gründlich revidieren werden.

Der Bibel der Kirchenväter (NT) folgte die Bibel des Islam, der Koran. Beiden folgte eine weitere Bibel: „Mein Kampf“ Hitlers. Die arabischen Völker sind geradezu versessen auf „Mein Kampf“, vor allem der grosse Fussballsponsor Katar!, der hierzulande sehr populär ist! „Mein Kampf“ wird in den islamischen Ländern mehr gelesen als der Koran und die Bibel. So löst eine „Bibel“ die „andere“ ab, bis jener Bibel, die das Buch des Lebens ist und zum Leben führt – der Tanach –, die Herzen der Menschen ganz neu zugeführt werden:

„So spricht JaHuWaH der Heerscharen: Noch werden Völker und Bewohner vieler Städte kommen; und die Bewohner der einen werden zur anderen gehen und sagen: Lasst uns doch hingehen, JaHuWaH um Gnade anzuflehen und JaHuWaH der Heerscharen zu suchen! Auch ich will gehen! Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um JaHuWaH der Heerscharen in Jerushalajim zu suchen und JaHuWaH anzuflehen.

So spricht JaHuWaH der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden die Zizit am Tallit (Schaufäden des Gebetsmantels) eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass JaHuWaH mit euch ist“ (Sach 8,20-23).

Sie werden am Ende des Zeitalters weder nach Christen suchen noch nach einer griechischen Jesus-Gottheit der Christen! Ein Prachtswerk, die Bibel, ehrlich und redlich! Ein Aufsteller!

Shalom und von Herzen einen gesegneten Shabbat!

Gregor Dalliard