„Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Lk 24,26. Teil 5

Glaubensimpuls 241

Wir sind beim Thema: „..und in seine Herrlichkeit eingehen?“ (Lk 24,26). Jahushua freute sich mit all seinem Wesen, wie alle Gläubigen aus dem israelitisch-jüdischen Volk, wieder in die Herrlichkeit des Vaters zurückkehren zu dürfen, die jeder Mensch hatte, bevor die Welt grundgelegt war und bevor ein Mensch auf dieser Welt überhaupt Mensch werden konnte. JaHuWaH hat die Herrlichkeit vor Grundlegung der Welt in alle seine Werke und in alle Menschen hineingelegt. In jeden von uns. Wie ist das möglich? Er ist der „König der Herrlichkeit“ (vgl. Ps 24,7-10), m.a.W.: Er ist die Herrlichkeit. Ein Leben in und mit JaHuWaH ist darum ein Leben in Herrlichkeit. In allen nur erdenklichen Weisen bezeugt und preist die Bibel JaHuWaH als den „König der Herrlichkeit“. Der Geist des Vaters, JaHuWaH selbst, ist alles Leben und hat alles Leben in sich. Sein Wort ist das Leben. JaHuWaH sprach und es wurde! Nichts ist, das nicht als Geist von seinem Geist und aus seinem Geist leben würde oder das nicht aus seinem Geist geschaffen worden wäre. Einfach wunderbar!

Was ergibt sich daraus? Die Aussage „König der Herrlichkeit“ weist damit ganz selbstverständlich auch auf die wunderbaren Heilsziele JaHuWaHs hin, die zum zentralen Glaubensreichtum gehören. Alle Menschen warten auf diese Heilsziele, sehnen sich danach, bewusst oder unbewusst. „Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt..“ (Pred 3,11). Alle werden eingehen in seine Herrlichkeit. Das passt den Christen gar nicht. Ihre griechisch-christliche Denkstruktur, wie sie vom Kirchenlehrer Paulus (nicht vom Juden Shaul) gelehrt worden ist, denkt völlig konträr zu JaHuWaHs Wesen und zu dem was Jahushua geglaubt hat. Sie glauben nämlich an eine biblisch nicht gerechtfertigte Hölle. Aufgrund ihrer Lehre verbannen sie rund 97% der gesamten Menschheit in eine unendliche Hölle, weil sie kein neues Leben aus ihrem Jesus-Gott haben, weil sie Jesus nicht angenommen haben!!

Die Kirchen und christlichen Gemeinschaften **verwerfen damit den Glauben des Juden Jahushua (Jesus) von Nazareth** und damit den Glauben aller Juden, den JaHuWaH seiner geliebten Gemeinde, die er sich selbst aus Liebe erwählte, offenbarte (vgl. 5Mo 7,6), die für immer seine Gemeinde bleiben wird (vgl. Jer 31,35-37), der er sein Wort für immer schenkte (vgl. Ps 147,15-20), als Gabe für die ganze Menschheit (vgl. Jes 45,23-24). Ist das nicht ein frommer Wahnsinn? Jahushua glaubte folgendes: „Gnädig und barmherzig ist JaHuWaH, langsam zum Gericht (Gericht als Prozess der Wiederherstellung) und gross an Gnade. JaHuWaH ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke. Es werden dich loben, JaHuWaH, alle deine Werke“ (Ps 145,8-10). Dazu dürfen wir u.a. auch folgende Aussagen lesen: Jes 45,23-24; Ps 22,28-30. Ein herrliches Evangelium!

JaHuWaH erschien seinem auserwählten Volk immer wieder als Herrlichkeit. Er offenbarte seine Herrlichkeit meistens „in der Wolke“ (2Mo 16,10; 24,16; 40,34). „Da geschah es, als Aaron zur ganzen Gemeinde der Söhne Israel redete und sie sich zur Wüste hinwandten, siehe, da erschien die Herrlichkeit JaHuWaHs in der Wolke“ (2Mo 16,10). „Und die Herrlichkeit JaHuWaHs liess sich auf den Berg Sinai nieder, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage“ (2Mo 24,16). „..und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit JaHuWaHs erfüllte das Haus JaHuWaHs“ (1Kö 8,11).

Neben der Wolke wird die Herrlichkeit JaHuWaHs wie ein verzehrendes Feuer wahrgenommen: „Das Aussehen der Herrlichkeit JaHuWaHs aber war vor den Augen der Söhne Israel wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges“ 2Mo 24,17). „Und Moshe und Aaron gingen hinein in das Zelt der Begegnung. Und als sie herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit JaHuWaHs dem ganzen Volk. Und Feuer ging von JaHuWaH aus und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke. Als das ganze Volk es sah, da jauchzten sie und fielen auf ihr Gesicht“ (3Mo 9,23-24).

Wolke und Feuer sind Bilder oder Metaphern die dem Leser die besondere Wahrnehmung der Gegenwart und des Wirkens JaHuWaHs bezeugen wollen. Moshe zog sich immer wieder zum Gebet mit JaHuWaH zurück, bei besonderen Anlässen versammelte sich die ganze Gemeinde als Gemeinschaft JaHuWaHs vor JaHuWaH. Bei solchen aussergewöhnlichen Begebenheiten waren alle auf das besondere Wirken JaHuWaHs ausgerichtet und eingestellt. Sie wurden sich ihrer besonderen Beziehung zu JaHuWaH, ihrer bleibenden Erwählung, Berufung, Sendung, Botschaft, aller Wesenseigenschaften und der Heilsziele JaHuWaHs ganz neu bewusst. Sie wurden innerlich zutiefst ergriffen und brachen in Jauchzen und Anbetung aus. Das ist der Grund warum geschrieben steht: „..und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit JaHuWaHs erfüllte das Haus JaHuWaHs“ (1Kö 8,11). In dieser Haltung des Jauchzens und der Anbetung waren sie unfähig ihren Opferdienst zu versehen.

Wir haben alle schon von der Shechina JaHuWaHs gehört. Der Begriff Shechina kommt vom hebräischen Verb schachan שכן das „wohnen“, „Zelt“, „da sein“ heisst. JaHuWaH nimmt „Wohnsitz“, d.h. „Mischkan“ משכן in der Stiftshütte, später im Tempel. Das sind „Brücken“ seiner Gegenwart, denn die absolute „Wohnung“, die JaHuWaH sucht ist das Herz des Menschen, das Wesen des Menschen, das ihm vertraut wie Abraham. Wie wir sahen geschah das gemäss 1Kö 8,11: „Als das ganze Volk es sah, da jauchzten sie und fielen auf ihr Gesicht“ (3Mo 9,23-24). Darum wird die Begegnung des Volkes Israel mit JaHuWaH in der Wüste und später im Tempel als Shechina bezeichnet. Das auserwählte Volk erfährt die Gegenwart JaHuWaHs in seiner Mitte, in der Stiftshütte und im Tempel.

Darum der Auftrag: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne. Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.(2Mo 25,8–9). Doch die Zeit des Tempels ging vorüber, gerade dann als viele aus dem auserwählten Volk versucht waren sich so sehr an die äusseren Dinge zu binden und ihr Herz daran zu verlieren. Eine Zeit als sich viele – aus unterschiedlichen Gründen – von der Gegenwart JaHuWaHs kein Jauchzen mehr entlocken liessen, weil sie diese nicht mehr wahrnahmen und sich nicht mehr in Anbetung auf ihr Angesicht warfen, weil sie die Gegenwart JaHuWaHs vernachlässigt oder verloren hatten. Wie ist das mit uns? Das Angesicht JaHuWaHs bewusst und entschieden suchen, sich dafür Zeit nehmen. Das erfüllt schliesslich jeden Gläubigen mit Jauchzen, weil er in die Shechina JaHuWaHs eintritt und darin – daraus – lebt. Tun wir es wie Moshe!

Moshe ging in die Wolke hinein: „Moshe jedoch ging mitten in die Wolke hinein..“ (2Mo 24,18). Was heisst das? Das heisst: Moshe lernte das Wesen des Abba JaHuWaH, seine Wege, seine Heilsziele, der Sinn von Freud und Leid, die Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Shabatte verstehen, die für ein gesundes menschliches Leben von fundamentaler Notwendigkeit sind, will ein Mensch, eine Familie, eine Gesellschaft verantwortungsvoll in Freiheit leben können. Er lernte JaHuWaH in seinen Tiefen kennen und bewahren. Er lernte verstehen was der Name JaHuWaH ist, was er bedeutet, was in ihm enthalten ist. „Moshe aber antwortete JaHuWaH: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Erlöser eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach JaHuWaH zu Moshe: Ich bin, der da Seiende. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ‘Ich da Seiende‘ hat mich zu euch gesandt. Und JaHuWaH sprach weiter zu Moshe: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JaHuWaH, der Erlöser eurer Väter, der Erlöser (Gott) Abrahams, der Erlöser (Gott) Itzaks und der Erlöser (Gott) Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation (2Mo 3,13-15).

Moshe empfing aus der Gemeinschaft mit JaHuWaH alles was der Mensch zum Leben braucht, alle Rechtsbestimmungen, Ordnungen, Shabbate, das Prinzip der Gerechtigkeit, verbunden mit dem Prinzip der Liebe und umgekehrt. Er lernte wie Abraham, Itzak und Jakob die Liebe JaHuWaHs verstehen, die nicht ohne Gerechtigkeit auskommt, weil sie ins Chaos führen würde. Er lernte die Gerechtigkeit JaHuWaHs kennen, die nicht ohne die Liebe auskommt, weil sie in die Diktatur und in den Missbrauch führen würde.

„Er (Moshe) aber sagte: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen! Er (JaHuWaH) antwortete: Ich werde all meine Güte an deinem Angesicht vorübergehen lassen und den Namen JaHuWaH vor dir ausrufen: Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme (d.h. Gerechtigkeit in Liebe und Liebe in Gerechtigkeit leben). Dann sprach er: Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben. Weiter sagte JaHuWaH: Siehe, hier ist ein Platz bei mir, da sollst du dich auf den Felsen stellen. Und es wird geschehen, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, dann werde ich dich in die Felsenhöhle stellen und meine Hand schützend über dich halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann werde ich meine Hand wegnehmen, und du wirst mich von hinten sehen; aber mein Angesicht darf nicht gesehen werden“ (2Mo 2,33-23).

Die Aussage in seine Herrlichkeit eingehen wird vollkommen zum Ziel kommen. Wann? Wir Menschen können auf dieser Erde wohl in der Herrlichkeit JaHuWaHs leben, aber erst nach dem irdischen Tod, wenn wir das wunderbare Kunstwerk des Leibes ablegen, werden wir JaHuWaH von Angesicht zu Angesicht sehen, ohne sterben zu müssen. Darum sagte JaHuWaH zu Moshe: „Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben“.

Also, was kann unseren Alltag noch trüben? „Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus JaHuWaHs (Reich der Himmel) lebenslang“ (Ps 23,6). In dieser grossen Pessachfreude grüsse ich alle herzlich. Wir freuen uns unermesslich über die Teilhabe an der Gemeinde JaHuWaHs, eine Zugehörigkeit von der uns nichts und niemand jemals scheiden kann. Shalom! Im nächsten Gim wollen wir uns wieder einmal in die Gemeinde JaHuWaHs vertiefen.

Gregor Dalliard