„Sein Reich ist ein ewiges (bleibendes) Reich, und alle Mächte werden ihm (Jahweh) dienen und gehorchen“ (Dan 7,27).

Glaubensimpuls 66

Die Chanukkatage sind vorbei. Für uns alle, aber auch für jene unter uns, die irgendwo „abgelegen“ wohnen, allein, und während der Chanukkatage keine direkte Gemeinschaft mit Gleichgesinnten pflegen konnten, bleiben diese Tage als Tage der Neuorientierung, der Ermutigung und der Festigung unserer Jahwehbeziehung in Erinnerung. Es waren diese Tage auch ein Bekenntnis und ein Beitrag zur Wiedergutmachung und Wiederherstellung der geschändeten Ehre Jahwehs, die durch die Kirche Jahweh und seinem auserwählten Volk angetan wurde und angetan wird. Warum wohl?

Die Kirchen haben die Festzeiten und Ordnungen Jahwehs verändert und eigene, den heidnischen Göttern angepasste, Festzeiten und Ordnungen eingeführt. Zu Daniel wurde geredet, nachdem ihm auch das letzte grosse antike Reich der Welt, das römische Reich und die damit verbundene Herrschaft der Kirche vor Augen geführt worden war: „Und ein anderer wird sich nach ihnen erheben, und dieser wird verschieden sein von den vorigen, und er wird drei Könige erniedrigen. Und er wird Worte reden gegen den Höchsten und wir die Heiligen (das auserwählte Volk) des Höchsten aufreiben; und er wird danach trachten, Festzeiten und Ordnungen (Jahwehs) zu ändern, und sie werden in seine Hand gegeben werden für eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ (Dan 7, 24b-25).

Das Verwegenste daran ist, dass die Kirche, bzw die Kirchen, ihre Festzeiten und Ordnungen (Lehren, Glaubensbekenntnisse, Credos, Satzungen, Dogmen) vor der unwissenden religiösen Masse als Feste und Ordnungen Jahwehs ausgeben. Das Kennzeichen des Antimashiach (Antichrist) ist: Er schafft die Festzeiten und Ordnungen Jahwehs nicht ab, wie etwa kommunistische Regimes, Atheisten und andere, sondern er verändert sie. Das ist das Ungeheuerliche und Irreführende! Jahweh hat uns vor allem und ganz speziell über den Prophet Daniel dieses Verhalten als das Verhalten des Antimessias (Antichrist) geoffenbart, damit wir diesen Geist zu durchschauen vermögen und rechtzeitig die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.

Zum Kennzeichen dessen, der die Festzeiten und Ordnungen Jahwehs verändert gehört die Verfolgung der Heiligen. Mit Heiligen sind immer die Ausgesonderten Jahwehs gemeint, d.h. das Auserwählte Volk Jahwehs und alle, die über die Propheten, das gläubige israeltisch-jüdische Volk, Jahshua und die Jünger Jahshuas, zu den Festzeiten und Ordnungen Jahwehs zurückgeführt worden sind, eingepfropft worden sind (vgl. Röm 11,17ff). Der Vatikan, bzw. das Papsttum, angefangen bei frühen Kirchenvätern und römischen Kaisern, verfolgt die Heiligen. Diese Verfolgung ist bis heute in der gegenwärtig gültigen Dogmatik und in dem aktuellen Kirchenrecht der sogenannten Weltkirche unumstösslich verankert. In ihrer Selbstdarstellung in Dogmatik und Kirchenrecht bezeugt die christliche Weltkirche ungewollt, dass sie sich in ihrer eigenen antimessianischen Haltung und Tradition böse verstrickt hat. Aus dieser buchstäblich selbstgestrickten Verstrickung kommt sie nicht mehr heraus. Es ist eine böse Gerichtslast, aus der sie als Gesamtorganisation von Jahweh nicht entlassen wird. Bis zum grossen Offenbarungstag Jahwehs muss sie diesen Weg der Bosheit und der Hinterlist gehen, damit einmal den Milliarden Anhängern offenbar werden wird, wem sie da, religiös blind gemacht, gefolgt sind und welche Unehre und welches Unrecht sie Jahweh und seinem auserwählten Volk angetan haben.

Wir sollten uns darum von keinen ökumenischen oder interreligösen Machenschaften irreführen lassen. Sie sind und bleiben im „Lichte“ ihrer eigenen Dogmatik und im „Lichte“ ihres eigenen Kirchenrechtes, von offizieller kirchlicher Seite, Tarnaktionen, Blendwerk und damit ein frommer Betrug, selbst wenn Millionen Kirchenmenschen es bei solchen ökumenischen und interreligösen Aktionen aufrichtig meinen. Sie können darum unsere Distanz und Ablehnung des kirchlichen Systems mit seinen frommen Festzeiten und Ordnungen wohl kaum oder nicht verstehen. Wohlgemerkt: Die Veränderungen der Festzeiten und Ordnungen Jahwehs machen die Verführung und den Abfall aus, nicht die Aufhebung!

Darum bewegen sich auch die meisten kirchlichen Israelwerke auf äusserst dünnem Eis. Gutgemeint geben sie vor, Jahweh und sein auserwähltes Volk zu lieben und seinen Willen zu tun. Sie sind aber nicht bereit sich seinem Willen, was die Festzeiten und Ordnungen (eingepfropft) angeht, bis zur entscheidenden Konsequenz unterzuordnen und sich dazu zu bekennen. Sie sind von der Ersatztheologie (dem Gesetz der Kirchen) geprägt und darum noch zu sehr gefangen und zutiefst im antimessianischen Trott verwickelt. Mit ihrer Abhängigkeit und Position innerhalb des kirchlichen Netzwerkes machen sie sich schliesslich untauglich für den Willen Jahwehs, der Propheten, Jahshuas und der Apostel. Jahweh bleibt da buchstäblich das Nachsehen. Sie sind, obwohl sie das nicht so meinen und wollen, ein grosses Verführungspotential! Sie vermitteln Suchenden das Gefühl, dass sie bei dem Erkenntnisstand der kirchlich fixierten Israelfreunde angelangt, nun den Willen Jahwehs erreicht haben und ein Weiterforschen und Weitergehen im heilsgeschichtlich-prophetischen Zusammenhang nicht mehr nötig sei. Damit berauben sie Jahweh seiner Ehre und hindern viele hinein zu gehen in die tiefe Gemeinschaft, die den Propheten, dem gläubigen israelitisch-jüdischen Volk, Jahshua und den Aposteln geschenkt war.

Darum sind Festzeiten und Ordnungen Jahwehs, aber auch heilsame Gedenktage wie Chanukka, mehr als folkloristische Erinnerungen – das spürt jeder, der sich damit auseinandersetzt. Blosse Erinnerungen, ohne Auffrischen der heilsgeschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge, lassen die Inhalte zu einem religiösen Festtrott verkommen. Jeder Inhalt der verkommen ist taugt zu nichts mehr. Er schadet schliesslich mehr als das er nützt.

Der biblische, uns vom himmlischen Vater geschenkte Fest- und Gedenkzyklus, ich möchte sagen Bedenkzyklus, und die grösseren, in der Heilsgeschichte verwobenen jüdischen Gedenktage, sind wieder für eine kurze Zeitspanne abgeschlossen. Es ist darum der Mühe wert, ja sehr hilfreich und nützlich, für unser geistliches Wachstum und Wohlsein, wenn wir uns über jede heilsgeschichtliche Festzeit Jahwehs oder jeden heilsgeschichtlichen jüdischen Erinnerungstag  rechtzeitig Gedanken machen. Wir werden dadurch Jahweh verherrlichen und daraus tiefen, bleibenden Nutzen und Segen ziehen. Davon wird auch unser Umfeld profitieren.

Alles ist uns zuerst einmal zu unserem Heil, zu unserem inneren Frieden, zu unserer Freude und zu unserem Nutzen geschenkt, damit jeder zu seiner Zeit, in seiner Ordnung (Abteilung) lebendig gemacht werden wird. „Denn wie in Adam alle sterben, so werden in dem Mashiach  alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Abteilung (Ordnung)“ (1Kor 15, 22-23; vgl. Röm 5,18-19; Phil 2, 9-11). Das ist das Evangelium, das ist die frohe Botschaft, die uns Jahweh durch seine Propheten in den heiligen Schriften, in der Thora, Propheten und Schriften, also in den Bundesschriften (BS), vorher verheissen hat. Im Brief an die Römer – lasst mich noch einmal darauf hinweisen – schreibt Shaul über diese Wiederherstellungsbotschaft, von diesem Evangelium, von dem wir wunderbarerweise alle betroffen sind und nach dem wir uns allezeit ausrichten uns ausstrecken: „Shaul, Mitarbeiter (Knecht) des Mashiach Jahshua (d.h. im Dienst Jahwehs für die gleiche Botschaft wie Jahshua), berufener Gesandter (Botschafter), ausgesondert für das Evangelium Jahwehs, das er durch seine Propheten in den heiligen Schriften (BS) vorher verheissen hat.. Dem aber, der euch zu befestigen vermag nach meinem Evangelium (gemeint ist das Evangelium Jahwehs, das er wie Jahshua verkünden darf), das auch das Evangelium des Mashiach ist (die „Verlorenen“ Israels zu sammeln), nach der Offenbarung des Geheimnisses, das ewige Zeiten (lange Zeiten) hindurch verschwiegen war, jetzt aber geoffenbart und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Erlösers Jahweh zum Glaubensgehorsam an alle (Israel-)Nationen bekanntgemacht worden ist, dem allein weisen Erlöser (Gott) Jahweh sei durch Jahshua Ha Mashiach die Herrlichkeit in die Zeitalter der Zeitalter (in alle Ewigkeit)! Amen“ (Röm 1,1-2; 16,25-27).

Die Ersatztheologie, d.h. die Lehre, dass Israel von Jahweh verworfen und verdammt worden sei und nun die heidnisch-christliche Kirche, bzw. die heidnisch-christlichen Kirchen, von Jahweh an dessen Stelle für das Heil aller Menschen erwählt und zuständig gemacht worden sei, entbehrt jeder prophetisch-heilsgeschichtlichen Grundlage. Ebenso der teuflische Anspruch mit der unverschämten Behauptung alle Juden müssten sich zu den trinitarischen Dreigottpersonen bekehren und zwar über eine menschgewordene zweite Gottperson namens Jesus, entbehrt jeder zusammenhängenden heilsgeschichtlich-prophetischen Grundlage. Doch fast ausnahmslos alle Kirchen, Freikirchen und kirchlich unabhängige Gemeinschaften sind mehr oder weniger mit dieser Ersatztheologie vernetzt und von ihrem theologischen „Glanz“ gefesselt!

Diese Vernetzung hat viele Gesichter. Auf die Festzeiten und Ordnungen Jahwehs bezogen halten sich die einen, wie oben dargestellt, an die veränderten Festzeiten und Ordnungen der Kirchen. Die andern umgehen sie, indem sie sagen wir leben aus der Gnade allein, wir brauchen keine Festzeiten Jahwehs und keine Ordnungen Jahwehs mehr. Wir sind eine besonders auserwählte Gemeinschaft..

Zu Daniel wurde weiter gesagt: „Und das Gericht wird sich setzten; und man wird seine Herrschaft wegnehmen, um sie zu vernichten und zu zerstören bis zum Ende. Und das Reich (Königtum, Königreich) und die Herrschaft und die Grösse der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten (dem auserwählten Volk) gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen“ (Dan 7,26-27).

In dieser Zuversicht grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat und das Bewusstsein, dass Jahweh um alle unsere Anliegen weiss.

Gregor Dalliard