„Sei treu bis zum Tod, und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben“ (Offb 2,10). Teil 5

Glaubensimpuls 87

Im letzten Gim 86 habe ich von der aussergewöhnlichen Zeit gesprochen, die mit Kaiser Domitian angebrochen war, der als Herr und Gott (Dominus et Deus) von allen Erdenbewohnern ungeteilte Anbetung forderte. Er sah sich als von den Göttern gezeugt und darum seinen Göttern gleich. Darum nannte er sich Herr und Gott (d.h. Erlöser). Für das auserwählte Volk, die Juden und alle unter sie Eingepfropften aus dem Heidentum (aus den“verlorenen“ zehn Stämmen =  weil bleibende Träger der Verheissung über Abraham, Isaak und Jakob, vgl. Röm 9,4; 11,16ff; Eph Kap 2 u. 3 u.a.m.) war dies eine äusserst schwere Zeit, die sich in der Heilsgeschichte aber laufend in irgend einer Weise wiederholte und wiederholen wird. Es sind Zeiten, die unser himmlischer Schöpfer, der Abba Jahweh, zulässt, um die Echtheit unserer Beziehung zu ihm zu erkennen. Nicht etwa weil er dessen bedürfte, nein, es geht vielmehr um uns, unseren Auftrag und unsere kommende Herrlichkeit, die aber seltsamerweise und unweigerlich über den Weg des aufrichtigen Bekenntnisses und der Treue zu ihm und seinem Worte führt. Das bestätigen uns die Propheten und auch Jahshua: „O ihr Unverständigen und trägen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Mashiach dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und von Mose und von allen Propheten anfangend erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf“ ( Lk 24, 25-27). Weil Jahshua dem Heilsplan und Heilsweg des Abba Jahweh treu blieb bekannte er sich zu ihm und musste darum leiden. Aber damit wies er mit seinem Leben auf die Einzigartigkeit unseres Schöpfers und seines Heilsplanes hin. Das taten auch immer die treuen israelitisch-jüdischen Propheten und ein Überrest des Volkes. Dazu sind auch wir, die wir aus dem Heidentum kommen und unter sie eingepfropft wurden oder schrittweise eingepfropft werden, berufen.

Wollte jemand dem Tod, der Sklaverei oder der Verbannung entgehen, dann vollzog er unter der strengen Führung der Priester Domitians, die überall ihre Priesterzentren (Diözesen) besassen, das Sakrament der Hingabe an Domitian und an seine griechisch-römischen Götter. Andere weigerten sich ihn anzubeten, sich vor seinem Standbild oder seiner Statue auf die Knie zu werfen oder ihm Weihrauch darzubringen. Sie schauten zurück auf die grossen Heiligen (d.h. Ausgesonderten), die Wolke von israelitisch-jüdischen Zeugen, Bekennern und Märtyrer und auf Jahshua. Sie werden uns durch die ganze Bibel hindurch dargestellt. Der Brief an die Hebräer weist uns in besonderer Weise und eindrücklich auf diese Wolke von Heiligen hin (vgl. Hebr Kap. 11 u. 12), auch das Buch Daniel, Esther u.a.m. Dieser „Blick“ ermutigte sie enorm für den einzig EINEN Jahweh und dessen Wiederherstellungspläne gerade zu stehen.

Die sieben Sendschreiben enthalten sowohl Trost und Ermutigung als auch Warnung und Ermahnung in der Treue zu Jahweh und seinem Wort auszuharren. Wir müssen uns auch immer wieder bewusst bleiben, dass in Kleinasien die Ökumene und interreligiöse Treffen unter den verschiedenen Götterkulten, in denen alle mindestens drei und mehr Götter anbeteten und verehrten, sehr lebendig praktiziert wurde. Die Führung hatte Domitian inne, der Herr und Gott, d.h. auch: der Heilige Vater. Später, auf dem ersten ökumenischen Konzil (325) der Christen, die sich vom Wort Jahwehs und den treuen Juden gelöst hatten, nahm der heidnisch-christliche römische Kaiser Konstantin, wie Domitian zu seiner Zeit, den Vorsitz ein und leitete die Versammelten. Die nachfolgenden Kaiser leiteten die Getrennten (Abtrünnigen, Untreuen) bis dann im 5.Jh. die römischen bzw. oströmischen Bischöfe im Stile und im Geiste der römischen Kaiser diese Funktion übernahmen. Das heutige Papsttum ist die Frucht dieser schwerwiegenden Untreue.

Ähnlich wie zur Zeit Domitians und seiner nachfolgenden „christlichen“ Kaiser ist es in unseren Tagen. Bedingung für die Teilhabe und Teilnahme an der Ökumene ist für alle Christen, Kirchen und Gemeinschaften erstens der Glaube an mindestens drei Gottheiten: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist (Muttergottes). Zweitens die  dogmatisch und lehrmässig verankerte Überzeugung, dass die Christen das wahre Volk Jahwehs sind, wenn auch gelegentlich aus taktischen Gründen den Juden die Zugehörigkeit zu Jahweh zugesprochen wird, aber eben nicht dogmatisch sondern nur aus taktischen Gründen!! Die Absicht der interreligiösen Gespräche ist die Hinführung aller Menschen zum Verständnis dieser Dreigötterkonstellation, die angeblich monotheistisch sein soll! Welch eine Philosophie! In der Enzyklika „Pacem in terris“, „der Friede auf Erden“ macht der Vatikan unmissverständlich klar, dass nur er, als aussergewöhnliches System, die Mittel und Wege besitzt alle Völker dieser Erde zu vereinen.

Diese Ziel kann aber nicht von Menschen gewirkt werden. Ohne unseren  Schöpfer Jahweh, ohne seine Rechtsbestimmungen und Ordnungen zu beachten und ohne lebendige Beziehung und Treue zu ihm, kann von alledem nichts  verwirklicht werden. So wird ein Weltfriedensreich im Schein Jahwehs aufgebaut. Dieses Streben ist schon so oft in der Geschichte für eine Masse von Menschen mit katastrophalen Folgen zu Ende gegangen. Die religiöse Verführung ist die schlimmste, weil sie vertrauensselig daherkommt und naturgemäss einem inneres Bedürfnis der Menschen entspricht. Von Nimrod bis zu Hitler, die beide – und viele andere mehr – sehr religiös waren, hinterliess diese Euphorie nichts als Entsetzen und Elend zurück.

Die Sendschreiben warnen vor diesem Weg. Statt dass sich der Protestantismus und das Freikirchentum immer aufrichtiger in die biblisch-prophetischen Zusammenhänge vertiefen und klare Positionen einnehmen laufen sie mit wehenden Fahnen in die Arme und in den Schoss des ersatztheologischen katholischen Kirchentums zurück, das den frühen Gemeinden zur Falle wurde und sie in den Abfall, in die Jahwehlosigkeit, und damit in den Bruch mit dem auserwählten Volk, dem Volk unseres himmlischen Vaters Jahweh, führte. Das ist der falsche Weg. Wieviel Elend hat er doch schon über die Menschheit gebracht! Die sieben kleinasiatischen Gemeinden waren gerade dran diesen Fehler zu begehen. Lasst uns nicht den gleichen Fehler begehen. So gut wie wir es verstehen und vermögen lasst uns schrittweise tiefer hineinwachsen in die reich geoffenbarte Fülle des Wortes. Es dient uns zum Leben.

Von Herzen wünsche ich allen einen freudigen Shabbat. Shalom Uvracha (Frieden und Segen).

Gregor Dalliard