„Sei treu bis zum Tod, und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben“ (Offb 2,10). Teil 4

Glaubensimpuls 86

Wie ich im Teil 1 (Gim 83 schrieb wurde die Enthüllung (Offenbarung, Apokalypse) auf Patmos geschrieben. Patmos war die Insel auf der die von Rom Verbannten gebracht wurden. Die Botschaft der Offenbarung geschah in einer aussergewöhnlichen Zeit. Insofern aussergewöhnlich, weil diese Zeit die Heiligen (die Ausgesonderten, das auserwählte Volk, die anders dachten als die breite Masse) und alle aus den verheideten (Israel-)Nationen, die über Jahshua und die Apostel unter sie eingepfropft waren, vor einer entscheidenden Herausforderung stellte. Darum mussten vor allem Juden und solche die in ihrem Heilsreichtum eingepfropft  waren wie wir (vgl. Röm 9,4. 24-26; 11,16ff; Eph Kap 2; 3,6), das Los mit Schwerverbrechern auf dieser Insel teilen, von der es kein Entkommen gab und der Tod das sichere Ende war. Der Grund war ganz einfach ihre Weigerung neben Jahweh noch jemand anderen als Gott (d.h. als Erlöser) anzubeten, schon gar nicht den römischen Herrscher, der ihr Land besetzt hielt und das jüdische Volk demütigte. Das galt im Polytheismus (Götter- und Totenkult) als gottlos, als Atheismus. Nach der Thora und den Propheten gab und gibt es niemand ausser Jahweh dem allein das ganze bedingungslose Vertrauen, also die ungeteilte Anbetung, zukommt (vgl. 5Mo 6). Jahshua hatte diese einzige Anbetung, die allein Jahweh zukommt, bestätigt (vgl. Mk 12, 29-34).  Von dem Abba Jahweh allein erwarteten die Juden und die Eingepfropften jede Hilfe. Sie wussten noch, dass alle Liebe und jede Erlösung allein von Jahweh ausgeht, auch die Erlösung, die Jahweh durch Jahshua in Gang gesetzt hatte und wirkte.

Der römische Kaiser Domitian herrschte von 81-96 n.u.Z. Er beanspruchte für sich den Titel Dominus et Deus, d.h. Herr und Gott und verlangte von allen Bewohnern der Erde ungeteilte Anbetung und in allen Dingen Ergebenheit und Unterwerfung unter seinen unantastbaren Willen und seine Götter. Kleinasien mit den sieben in der Offenbarung genannten Städten (der äusserste Westteil der heutigen Türkei) an das die sieben Sendschreiben gerichtet waren (vgl. Offb 2 u. 3), gehörte zum römischen Imperium. Kleinasien war zu jener Zeit religiöses, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Welt. Religiöse Vielfalt, Kultur, Wirtschaft und Handel blühten. Kleinasien war die Wiege der griechischen Philosophie und galt als Zentrum der Wissenschaft. Rom und Athen waren erst aufstrebende Städte. Zur Zeit des griechischen Herrschers Alexander des Grossen (356-323) siedelte sich der griechische Stamm der Ionier im westlichen Teil der heutigen Türkei (Kleinasien) an. Übrigens soll der griechische Eroberer Alexander der Grosse von der griechischen Gottheit Zeus in eine Jungfrau gezeugt worden sein. Dies glaubte man in der Antike von allen die es in irgend einer Sache zu Ruhm und Ansehen brachten.

Die geheime Beziehung Kleinasiens zu den römischen Gottkaisern zeigte sich in der Geste Attalus III., des letzten Priesterkönigs von Pergamon (vgl. Sendschreiben Offb 2,12-17). Er vermachte 133 v.u.Z. sein Reich testamentarisch den Römern. Damit blieb Ephesus als Hauptstadt, aber auch allen andern Städten, eine kriegerische Auseianderseztung mit Rom erspart. Das aber war nicht der eigentliche Grund. Die Priesterkönige wussten durch geheime okkulte und dämonische Praktiken um die zukünftige Stellung Roms. Darum übergaben sie ihre geheime Macht den römischen Kaisern weiter, die als mächtige und einflussreiche Priesterkönige, als Gottheiten, herrschten, aber diese Macht nicht für immer behalten würden, sondern sie an die von Jahweh und dem auserwählten Volk abgefallenen Gemeinden geben würden aus denen ein mächtiges Priesterkönigtum (Papsttum) erstehen würde, das dem Willen des Schöpfers widersprechen würde. Darum übertrug Attalus III. dem römischen Kaiser den mysteriösen Titel „Pontifex Maximus“, d.h. Oberster Brückenbauer. Dieser Titel ist in dem Sinne zu verstehen, dass derjenige der diesen okkult gefüllten Titel besitzen wird, als „Gott“ (Erlöser) auf Erden alle Völker miteinander verbinden kann und wird. Er ist Brückenbauer zwischen den unterschiedlichen Völkern und Religionen im Geist und im Zeichen Nimrods und wird die ganze Menschheit im Geiste seiner Pseudoreligion zu einem Volk vereinen. Die ganze (führende) Welt bringt ihm Huldigung entgegen. „Und alle die auf der Erde wohnen, werden ihn (das Tier ist als eine männliche Person zu verstehen) anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an“ (Offb 13,8).

Der Turmbau zu Babel ist die erste Darstellung einer umfassenden Verschwörung des religiösen Herrschers Nimrod gegen den Schöpfer Jahweh (vgl. 1Mo 11, 1-9). Im Buch Daniel wird uns das Wesen des römischen Gottkaisertums, das im Papsttum seine Fortsetzung gefunden hat, vorausgesagt (vgl. Dan 7,7-28). Darum wird der Papst offiziell von allen Staaten der Welt und allen Besuchern mit „Heiliger Vater“ angeredet, eine Anrede, mit der die Propheten, Jahshua und die Apostel einzig und allein den himmlischen Vater Jahweh anbeteten (vgl. Jo 17,11).  Die  Geschichte des römischen Reiches und die Geschichte des Papsttums, als religiöse Macht mit  seiner  pompösen Einrichtung und mit seiner weltumspannenden politischen Einflussnahme als völkerrechtlich anerkannter Staat, bestätigen uns die Worte Jahwehs, die er durch seine Propheten gesprochen hat. Aus diesem Grund bezeichnet sich die katholische Kirche als die Weltkirche, die auch führend ist in der weltweiten Ökumene und in den interreligiösen Gesprächen. Sie wird darum von Jahweh und seinen Propheten Babel, Babylon und Antimessias (Antichrist) genannt.

Kommen wir zurück zu Domitian! In den letzten Jahren seiner Herrschaft war er äusserst grausam. Wie schwer zu jener Zeit das Leben im Glauben an den einzig EINEN Gott (Erlöser) Jahweh und das Bekenntnis zu ihm war sehen wir am Zeugnis von Clemens und Domitilla. Sie waren die Eltern der Adoptivsöhne des Kaisers Domitian. Domitian liess sie im Jahe 95 n.u.Z. hinrichten. Warum? Durch die Verkündigung des einzig EINEN Erlösers Jahweh, der seit dem Kommen Jahshuas aus den verlorenen Schafen eine bestimmte Zahl des Hauses Israel zum Vater zurückführen würde (vgl. Mt 15,24; Jo 10,16 u.a.m.), wurden ihre Herzen vom himmlischen Vater aufgetan (vgl. Jo 6,43.65; Apg 16,14). Clemens und  Domitilla hatten die Sendung und die Worte Jahshuas verstanden: „Ich bin die Tür der Schafe“ (Jo 10,7), „Ich bin der Weg.., niemand (von den verlorenen des Samens Abrahams) kommt zum Vater ausser durch mich“ (Jo 14,6). Sie lösten sich von ihren herkömmlichen griechisch-römischen Götterkulten, den Festordnungen und dem regelmässigen Sakramentendienst des Kaiserkultes (der dem heutigen katholischen Sakramentenwesen und dem Papstkult in allem ähnelte). Damit lösten sie sich selbstveständlich auch von der Anbetung Domitians. Sie lebten von nun an in den aufbauenden Ordnungen Jahwehs, in der Freiheit und in der Eigenverantwortung eines selbstständigen Menschen, wie das Jahweh von jedem seiner Geschöpfe erwartet. Sie wurden, nach dem allgemeinen Verständnis, als Christen hingerichtet. Im Urteilsspruch wird der Grund angegeben: Neigung zu jüdischen Sitten.

Ein Christ galt zu jener Zeit noch als Jude, weil es erstens überhaupt keinen Unterschied zwischen Juden und Christen gab, was die Einzigartigkeit des himmlischen Vaters Jahweh betraf, und weil er zweitens die Festordnungen Jahwehs, des himmlischen Vaters – mit dem Shabbat – übernahm. Wie schon gesagt galt in der Antike der (Eingottglaube) Monotheismus als Atheismus, weil im echten biblischen Monotheismus jede Form der religiösen Unterwerfung unter Menschen und die Anbetung von Lebenden und Toten abgelehnt wird. Die Lehre von den Drei-Gott-Personen, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist, ist offiziell Jahrhunderte später entstanden. Vereinzelt haben sich schon früh antijüdische (antisemitische), frevelhafte Bischöfe vom Monotheismus gelöst. Shaul hatte vor diesen Bischöfen frühzeitig gewarnt. Er bezeichnete sie als grausame Wölfe, die sich innerhalb der Gemeinden Kleinasiens breit machen würden um die Jünger abzuziehen, hinter sich her (vgl. Apg 20,17-35). So kam es tatsächlich. Die Profan- und Kirchengeschichte bestätigen uns diese Prophetie.

Jahshua wird in der Offenbarung als der treue und wahrhaftige Zeuge bezeichnet, der dem Wort des Vaters treu blieb (Offb 1,5; 3,14). Wir werden in der Bibel durchgehend aufgefordert in der Erkenntnis Jahwehs zu wachsen und ihm dabei  die Treue zu bewahren und wahrhaftig in seiner Offenbarung auszuharren – wie alle treuen Zeugen, wie das treue  gläubige israelitisch-jüdische Volk, die Propheten, Jahshua und die Apostel. Von der Treue hängt einfach alles ab, Fluch oder Segen, Durchhalten oder Verzweiflung, Verwirrung oder Klarheit usw. Darum ergeht die Aufforderung an die kleinasiatischen Gemeinden: „Sei treu bis zum Tod, und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben“ (Offb 2,10). Ein unvorstellbarer Zuspruch! Diese Aufforderung sollten wir nicht nur als Warnung sondern auch als Privileg verstehen und mit grosser Freude und Dankbarkeit daran arbeiten. Natürlich stehen wir dabei im Widerspruch zu den christlich, d.h. kirchlich geprägten, irregeleiteten  Menschen. Aber wir wollen uns immer wieder daran erinnern, dass sie sich dessen nicht bewusst sind. Millionen von  Menschen empfinden das Christsein als völlig normal und können auch nichts Verkehrtes daran finden. Im Gegenteil, Millionen sind begeistert davon, bleiben aber unwissend unmündig in ihrem Glaubensleben, ohne dies zu merken – mir ging es auch lange Zeit so! Seit seiner offiziellen Entstehung im 4. Jh. ist ihnen das sich widersprechende Bibelverständnis und die Dogmen von einzelnen Kirchenvätern und vom Papsttum mit einer solchen Gewalt und Hirnwäsche eingetrichtert worden, so dass sie diese schon längst als zum Volkstum gehörig empfinden. Heute gehört das bestehende ersaththeologische Kirchendenken (wir sind der Ersatz für das auserwählte israelitisch-jüdische Volk, nur bei uns ist das Heil)  ganz einfach zur Kultur der Christen und wer daran etwas auszusetzen hat oder sich davon distanziert wird selbst von liberalen, und der Kirche fernstehenden Christen und andern, verdutzt angeschaut, was ja auch verständlich ist.

Im Brief an die Hebräer werden wir aufgefordert die Treue Jahshuas zu betrachten: „bertachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses (sein treues Leben), Jahshua, der treu ist (war) dem, der ihn bestellt hat (hatte), wie auch Mose in seinem ganzen Haus (seiner Sendung) treu ist (war)“ (vgl. Hebr 3,1-2). Also lasst auch uns mit grosser Freude unserer Sendung treu sein.

Mit einem freudigen Shabbat Shalom grüsse ich alle Leser ganz herzlich!

Gregor Dalliard

Bibelfreizeit: Vom Donnerstag, den 16. Mai abends bis Montag, den 20. Mai mittags, findet eine Bibelfreizeit in der Pension Lamm in Zwerenberg (D) statt, zu der wir alle Interessierten herzlich einladen. Essen und Vorträge im Lamm, Unterkunft im Gasthof Ochsen, gleich nebenan. Anmeldung direkt an den Gasthof Ochsen: Tel.: 07055/9323996.