Der neue bayerische Ministerpräsident Söder, das Kreuz und die christliche Ethik. Teil 2

Glaubensimpuls 352

Die christliche Glaubens- und Lebensethik hat sich aus der Kreuzestheologie heraus entwickelt. Sie entspricht den damaligen heidnischen Traditionen, für die eine Annahme bei den Göttern und eine Erlösung von allen Übeln nur auf die Opferung eines Menschen und dessen geflossenem Blut beruht. Sie ist aus dem Glauben an den von hellenistischen Philosophen entjudaisierten und vergöttlichten Jahushua von Nazareth entstanden und geschaffen worden, der von den Römern als jüdischer Rabbi gepfählt worden war. Die Glaubens- und Lebensethik aller Menschen sollte und muss sich nach den christlichen Lehre an dieser christlichen Vorstellung orientieren. Es gibt nach ihrer blinden Überzeugung keine Erlösung und kein vernünftiges Zusammenleben ohne diese christlich-heidnische Glaubens- und Lebensethik (s. Dogmen, CIC).

Wir haben schon vielfältig gesehen wie absurd, verwirrend, widersprüchlich und tödlich diese Glaubens- und Lebensethik ist und wieviel Unheil, Kriege, Verbrechen, Elend, Erpressung und Grausamkeiten jeder Art sie im Laufe der letzten 2000 Jahren über unzählige Völker, Stämme, Gruppen von Menschen, und vor allem über die Juden, brachte. Die schlauen Kirchengründer legten ihrem neuen Gott Jesus Christus folgende Worte in den Mund: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes..” (Mt 28,18-19). Dieser Abschnitt wurde im 4. Jh. in den entstehenden Texten des sogenannten Neuen Testamentes hineingearbeitet. Lasst mich gleich auf dieses Thema zurückkommen, zuerst möchte ich aber auf das Kostbarste in der Thora, im TaNaCH (der Bibel), hinweisen, das jeder Diskussion über jede Glaubens- und Lebensethik, die es je unter den Völkern und Generationen auf dieser Erde gegeben hat und gibt, ein Ende setzt.

Wie wir alle bereits vielfältig wissen war Jahushua von Nazareth ein Jude. Er war beschnitten und pries in jeder Weise die Glaubens- und Lebensordnungen JaHuWaHs als die höchsten und alles übertreffenden Ordnungen in diesem Erdenleben. Das taten im Allgemeinen alle Rabbis und Pharisäer und natürlich alle Propheten JaHuWaHs. Diese einzigartige und jede andere Glaubens- und Lebensethik übertreffende Ethik wird wunderbar im “Shma Israel” (“Höre Israel”) zusammengefasst. Wir wollen die Worte Jahushuas von Nazareth gerne wieder einmal zitieren, die uns die Kirchenväter im NT überliefern. Allerdings, und da gilt es aufzupassen, wollten sie das “Shma Israel” bewusst sehr geschickt für ihre Absichten missbrauchen. Sie rissen es aus dem prophetischen Zusammenhang heraus und missbrauchen es mit einem kleinen Sätzchen um ihr Verständnis von Glaubens- und Lebensethik durchzusetzen.

“Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander stritten (unter den Juden etwas Selbstverständliches über alles zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen), trat hinzu, und da er wußte, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete ihm: Das erste ist: Höre, Israel: JaHuWaH unser Erlöser (Gott), ist der einzig EINE; und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft. Das zweite ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du (er hat dieselben Lebensbedürfnisse). Grösser als diese ist kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Rabbi (Lehrer), du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist EINER, und es ist kein anderer ausser ihm; und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Und als Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich JaHuWaHs (Gottes) (Mk 12,28-34).

Das verführerische Sätzchen, das nicht von Jahushua sein kann, lautet: “Du bist nicht fern vom Reich JaHuWaHs (Gottes)”. Das hätte Jahushua von Nazareth nie zu einem überzeugten Schriftgelehrten gesagt! Doch die Kirchengründer wollten mit einem solchen Sätzchen den TaNaCH in Verruf bringen, die Juden und ihren Glauben in JaHuWaH als minderwertig bis verwerflich hinstellen. Das ist ihnen bis heute gelungen! Nach der Thora und der Lehre der Propheten gibt es kein anderes Reich JaHuWaHs als in JaHuWaH zu sein. Wer im Glauben Abrahams steht ist im Reich JaHuWaHs. Man kann davon nicht fern sein. Entweder ist jemand im Reich JaHuWaHs oder er ist es nicht. Etwas anderes ist es, wenn ich mein Leben, als jemand der im Glauben Abrahams wiedergeboren ist, nicht nach der Glaubens- und Lebensethik JaHuWaHs ausrichte. Das ist ein Problem, aber ich bin nicht ausserhalb des Reiches JaHuWaHs. Das wusste Jahushua.

In allem orientierte er sich an der Thora. Danach richtete er sein Leben aus. Viele Aussagen, die im NT überliefert sind, sind als ursprüngliche Worte Jahushuas deutlich zu erkennen. Gerade sie bestätigen die Glaubens- und Lebensethik Jahushuas und zwar als die Ethik eines tiefgläubigen und überzeugten Juden, der im Glauben Abrahams verwurzelt war, das unmissverständlich. Darum wurde er von den Römern gepfählt. Jahushua glaubte an keine Trinitätslehre, die in jedem Kreuzzeichen, wie auch immer, demonstriert wird. Er betete einzig und allein den Vater an. Er betete nie zu einem Jesus Christus, gemeint ist hier zu sich selbst. Er belehrte nie jemanden über eine zweite Person Gottes. Das tat auch nie ein Prophet oder ein Pharisäer. Er hat die Menschen nie so gelehrt zu beten. Ebenso betete er nie den heiligen Geist an, der noch zur Zeit Muhammads, im 6.Jh., für die Muttergottes gehalten wurde.

Das aber ist die Glaubensethik der christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Das Dogma der Trinität (der drei Gott-Personen), wird im Kreuze, bzw. im Kreuzzeichen, anhaltend demonstriert. Die Lehre von den drei Gott-Personen wurde seit dem Konzil von Ephesus, 325, offiziell entwickelt und fand später ihre Zusätze auf der Synode von Toledo, 675. Die Taufe auf drei Gott-Personen ist also im 4.Jh. weitgehend ausgeformt worden und zwar in Anlehnung an die drei Gottheiten (Trias) aller anderen Völker, vor allem derer des römischen Reiches. Herr Söder und alle Vertreter der Kreuzestheologie täten gut daran sich endlich einmal tiefer mit dieser Ethik auseinanderzusetzen. Es würde ihnen wohl jede Lust an dieser Theologie und an dem Aufhängen und Aufstellen von Kreuzen vergehen.

Mit dem wunderbaren Zeugnis aus Psalm 62, 6-9 grüsse ich alle ganz herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Nur auf JaHuWaH (Gott) vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung. Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung; ich werde nicht wanken. Auf JaHuWaH ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in JaHuWaH. Vertraut auf ihn allezeit, Leute! Schüttet euer Herz vor ihm aus! JaHuWaH ist unsere Zuflucht”.

Shalom! Gregor Dalliard