Rosh HaShana, das Fest JaHuWaHs (3Mo 23,23-25), das Neujahrsfest der Juden.

Glaubensimpuls 208

Wir stehen vor dem grossen Fest Rosh HaShana, das am 13. September abends beginnt und am 14. gefeiert wird. Manche feiern bis zum 15. abends. Der siebte Monat, (Tischri = Anfang) ist, entsprechend dem Kalender des JaHuWaH, zum Haupt der Monate gemacht worden. Das Fest ist vor allem in 3Mo 23,23-25, 4Mo 29,1-6 und im Zusammenhang von Hes 40,1 bezeugt. Dieses wunderbare Fest aber zieht sich durch die ganze Bibel (Tanach) hindurch. Von der Erschaffung der ganzen Schöpfung bis hin zur Wiederherstellung der ganzen Schöpfung. Alles Leben ist von diesem Sinn erfüllt. Für das Volk (Gottes) JaHuWaHs ist es das Neujahrsfest. Der Jahreskalender JaHuWaHs richtet sich nach seiner Schöpfung: Und JaHuWaH sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren..“ (1Mo1,14). „Er hat den Mond gemacht zur Zeitbestimmung..“ (Ps 104,19).

Unser Schöpfer schenkte seinen Geschöpfen die Schöpfung mit dem ganzen Universum. „Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. Du machst ihn zum Verwalter über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füsse gestellt..“ (Ps 8,5). Ist das nicht umwerfend? Diese Tatsache fordert gleichzeitig unseren ganzen verantwortungsvollen Einsatz und Umgang mit der Schöpfung?

So ist Rosh HaShana das Fest der Schöpfung. Das auserwählte Volk führt sich an diesem Tag das Werk JaHuWaHs ganz bewusst vor Augen. Es nimmt seine Verantwortung gegenüber JaHuWaH dem Schöpfer allen Lebens, den Mitmenschen, allen Mitgeschöpfen und der ganzen Schöpfung gegenüber neu zu Herzen. Das vergangene Jahr wird im Lichte der Ordnungen JaHuWaHs unter die Lupe genommen. Die Gläubigen freuen sich über das Erbarmen JaHuWaHs und die innere Wiederherstellung. Wiederherstellung der Ordnungen JaHuWaHs und Wiedergutmachung gewinnen im Herzen des Einzelnen neuen Antrieb.

Nach dem biblischen Kalender ist der Nisan (Nissan) im Frühjahr der erste Monat des Jahres (vgl. 2Mo 12,1-2). Der Nisan ist der Monat der Erlösung (Pessach, Passah). Im Monat Nisan zog das auserwählte Volk aus der Knechtschaft Ägyptens hinaus und wandte sich vom Götzendienst dem Monotheismus, d.h. dem Glauben der Patriarchen zu. Es baute das Vertrauen zu JaHuWaH wieder auf. Doch im Monat Tischri, dem siebten Monat, soll JaHuWaH die Schöpfung geschaffen haben, darum gilt er als Haupt der Monate.

Nach dem biblischen Zeugnis (Tanach) schuf der Abba JaHuWaH die ganze Schöpfung – allein! Darin unterscheidet sich die Bibel (Tanach) – und mit ihr das auserwählte Volk – wesentlich von der heidnischen und heidnisch-christlichen Lehre über die Erschaffung der Welt. Sie lehren ein sogenanntes Zwischenwesen (Logos-Jesus), das die Welt erschaffen hat und sie erlöst. Auch auf diesem Gebiet lösten sich die Kirchenväter vom Monotheismus der Bibel und übernahmen von der griechischen Philosophie den Logos, den sie Jesus nannten. Jesus leitet sich von Zeus ab. In seiner klassischen Aussprache heisst Zeus „dze-us“. Diese Lehre übernahmen einige einflussreiche Christen schon im ersten Jahrhundert, von denen die neutestamentlichen Schriften stammen. Sie waren vor allem von den griechischen Philosophen, den Stoikern, geprägt und vermischten die Bibel mit dem griechischen, stoischen Gedankengut. Wie gesagt, das sogenannte „Neue Testament“ ist ein lebender Beweis dafür.

Im sogenannten „Neuen Testament“ finden wir viele Eigenschaften die von „dze-us“ (Zeus) auf die zweite heidnisch-christliche Gott-Person Jesus übertragen worden sind, die natürlich nichts mit dem Juden und Rabbi Jahushua von Nazareth zu tun haben. Das ist für christliche „Bibelleser“ schockierend und nicht zu fassen, was sehr verständlich ist. Nun, die Stoiker in den sogenannten christlichen Reihen gewannen bald nach dem Tod Jahushuas die Oberhand. Die Stoiker verdammen die Harmonie der Schöpfung wie sie JaHuWaH geoffenbart hat. Sie verdammen z.B. die Sexualität, die sexuellen Gefühle, den sexuellen Verkehr und alles was damit zu tun hat – und vieles mehr. Der Kirchenvater „Paulus“ war ein Stoiker, der allen riet nicht mehr zu heiraten und anderes mehr.

Daraus erwuchs das zölibatäre Leben mit seinen schrecklichen Folgen im christlichen Raum. Der Zölibat ist lebensfeindlich und damit gegen die Harmonie der Schöpfung gerichtet. Das heisst natürlich nicht, dass viele vom Zölibat verführte Menschen nicht aufrichtig und verantwortungsvoll den Weg de Zölibats gingen und in selbstloser Aufrichtigkeit viel Gutes taten. Die Bibel (Tanach) aber widerspricht diesem Weg den der Kirchenvater „Paulus“, aufgrund seiner stoischen Philosophie, eingeschlagen hatte. Denn JaHuWaH hat alle seine Schöpfung, vor allem den Menschen, bis in seine tiefsten Empfindungen, gewollt. Alles ist zum Segen des Menschen geschaffen. Darin gab er seine gesunden Ordnungen. Das ist grandios und tut uns gut. Darüber freut sich der ganze Himmel und wir mit ihm!

Die Erschaffung des Menschen mit der Verantwortung für die Mitmenschen und die ganze Schöpfung, die Welt und den Kosmos, zählt zu den aussergewöhnlichen Wundern des JaHuWaH, unseres Vaters und Schöpfers. Keinem Volk dieser Welt wurden jemals die tiefen harmonischen Zusammenhänge des Lebens in diesem Ausmass geoffenbart. Darum beginnen an Rosh HaShana die zehn Tage der Besinnung und Umkehr zu JaHuWaH und seinem Wesen, das sich in der Fülle der Schöpfung darstellt. Diese zehn Tage erreichen ihren Höhepunkt an Jom Kippur. Doch darüber wollen wir uns im nächsten Gim Gedanken machen.

Ich habe oben das Zeugnis zitiert: „Er hat den Mond gemacht zur Zeitbestimmung..“ (Ps 104,19). Lasst mich in diesem Kontext etwas weiter ausholen. Die antiken Völker, die sich von JaHuWaH immer weiter entfernt hatten, verfielen immer mehr dem Götzendienst. Sie machten aus den Geschaffenen Dingen Gottheiten. Was heisst das? Das Leben hängt vom Zusammenspiel aller Kräfte der Schöpfung ab, damit Fruchtbarkeit und eine gute Ernte das Weiterleben garantieren. Der Mensch fing an die Gestirne und die Kräfte der Schöpfung zu personifizieren. Das heisst etwas Geschaffenes wird vermenschlicht. Ein Gestirn oder z. B. Blitz und Donner werden in Gestalt eines Menschen oder eines Tieres dargestellt, denen dann besondere Kräfte zugeordnet werden. Der Mensch meinte er könne diese Kräfte durch Rituale und Opferzeremonien beeinflussen.

Vor allem zog die Sonne die Völker in ihren Bann, was verständlich ist. Durch die Personifizierung der Sonne entstand der Sonnenkult. Er wurde von Priestern laufend weiterentwickelt, vertieft, streng gehütet, mit vielen Geheimnissen umgeben und in feste unantastbare heilige Traditionen verwandelt. Er ging den Weg in eine äusserst zerstörerische Richtung, hin in die tiefsten Tiefen der Finsternis. Er führte zu den grausamen Ritualen der Menschenopfer. Ganze Völker wurden Opfer dieser religiösen Sklaverei. Vom Sonnenkult gingen die vielen unterschiedlichen finsteren Kulte hinaus in alle Ecken und Enden der Welt. (Abraham wurde aus diesen finsteren Kulten herausgerufen. JaHuWaH schloss einen Bund mit ihm, der bereits in verschiedenen Weisen allen Völkern zum Segen geworden ist und zum Segen werden wird (vgl. Sach 8,20-23). Darum musste das auserwählte Volk in alle Welt zerstreut werden um die Lebensordnungen JaHuWaHs zu den Menschen zu bringen. Menschen, die Opfer der Mächte der Finsternis sind, versuchten immer wieder das israelitische Volk und später die Juden auszurotten!)

Das ist mit ein Grund warum JaHuWaH den Mond zur Zeitbestimmung gegeben hat. Der Sonnenkult war in irgend einer liturgischer Form allgegenwärtig. Die Gefahr in den tiefdurchdachten, traditionsreichen und allgegenwärtigen Sonnenkult zurückzufallen und die menschliche Würde zu verlieren war zu gross. Darum wurde das „schwächere“ Gestirn, der Mond, zur Zeitbestimmung gegeben. Der Mondkalender ist der Kalender JaHuWaHs.

Der gregorianische Kalender richtet sich nach der Sonne. Papst Gregor und seine Leute waren dem Sonnenkult zu sehr verfallen als dass sie sich davon hätten lösen wollen. Das zeigt sich in der Hostie, Oblate. Sie wird in der Sonnenform als die Gottheit Jesu in allen katholischen Liturgien aufbewahrt, in sonnengeschmückten Monstranzen präsentiert und angebetet. Als eine der Sonnengottheiten wird sie vom Priester in jeder Messe in die Sonnenscheibe (Hostie, Oblate) verwandelt und geopfert. Nach dem Kirchengesetz muss diese Gottheit von den Mitgliedern der Kirche regelmässig geschluckt werden, mindestens einmal im Jahr – sonst sind sie vom ewigen Heil ausgeschlossen. Damit macht sich der Vatikan Abermillionen Menschen gefügig. Erbärmlich und niederträchtig ist dieser Sonnenkult in Form einer Jesus-Gestalt (sol invictus, unbesiegbarer Sonnengott: Gottheit des christlichen Kaisers Konstantin)! Das ist die Basis der christlichen Philosophie und Tradition von der wir befreit worden sind.

Das auserwählte Volk wurde davor gewarnt von JaHuWaH Erschaffenes zu personifizieren: „..und dass du deine Augen nicht zum Himmel erhebst und, wenn du die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels siehst, dich verleiten lässt und dich vor ihnen niederwirfst und ihnen dienst, die doch JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), allen Völkern unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat! Euch aber hat JaHuWaH genommen und euch herausgeführt aus dem eisernen Schmelzofen, aus Ägypten, damit ihr das Volk seines Erbteils wäret, so wie es heute ist“ (5Mo 4,19-20).

Von Herzen wünsche ich allen Lesern ein Shana towah! Gutes neues Jahr und ein Chag sameach – frohes Fest!

Gregor Dalliard