Ps 23 und die Heilssakramente der Kirche.

Glaubensimpuls 315

Eine ältere Katholikin sagte mir: Im Herzen glaube ich schon lange nicht mehr, dass jemand durch die Sakramente der Kirche bei Gott ankommt, in den Himmel kommt. Was bringt uns das, wenn wir ständig in die Kirche trotten und sie uns ständig vom Priester spenden lassen? Ich bin drauf gekommen, dass Jesus keine Sakramente kannte, auch Maria nicht und doch lehrt die Kirche von beiden, dass sie in den Himmel aufgefahren sind. Mehr als eine Milliarde Christen glauben das doch felsenfest. Wer das nicht glaubt, so lehrt die Kirche, wird nie im Himmel ankommen. Aber das kann ja gar nicht möglich sein, da Jesus und Maria nie ein christliches Sakrament empfingen, weil die Sakramente viel später erfunden wurden. Auch Mohammed, der Gründer des Islam, ist in den Himmel aufgefahren, obwohl er nie ein christliches Sakrament empfing. Das glauben doch eine Milliarde Muslime ebenso felsenfest.

Sie sagte weiter: Seit einigen Jahren ist der Psalm 23 mein wichtigstes Gebet geworden. Äusserlich nehme ich zwar am kirchlichen Leben Teil, weil das zu unserer Dorfkultur gehört, zu unserem Denken. Unser Alltag ist davon bestimmt und ich lebe in diesem Dorf. Innerlich habe ich mich davon abgenabelt. Wir sprachen eine gute Weile über den Psalm 23 und wir waren beide sehr erbaut. Wer bleibt beim Bild des guten Hirten unberührt? Über den guten Hirten haben wir sicher alle schon viel gehört, gelesen und uns ausgetauscht. Wir haben auch schon darüber geschrieben. Nun spricht JaHuWaH: “Mein Hirt, er wird alles ausführen, was mir gefällt” (Jes 44,28). Wen bezeichnet hier JaHuWaH als “Mein Hirt”? Was sagt ein Christ zu diesem Vers? Er sagt im vornherein: damit ist Jesus Christus gemeint, wen sonst könnte denn JaHuWaH als “mein Hirt” bezeichnen, der alles nach dem Willen JaHuWaHs ausführt?

Nun, sämtliche Propheten und Gerechte JaHuWaHs, die in seinen Weisungen lebten werden von JaHuWaH als gute Hirten bezeichnet. Doch hier in Jes 44,28 bezeichnet JaHuWaH den heidnischen Herrscher Kyrus als “mein Hirt”! Manch einer ist darüber irritiert. Was will uns diese Aussage vermitteln? In JaHuWaHs Sinne ist derjenige ein wahrer Hirte, der dazu beiträgt, dass SEIN REICH, das Reich JaHuWaHs, hier auf Erden zur Gestaltung kommen kann, dass Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen Gestalt annimmt. JaHuWaH will seinen Willen hier auf Erden Wirklichkeit werden lassen. Unwissend setzt sich Kyrus als Hirte Judas ein: “..der von Kyrus spricht: Mein Hirt, er wird alles ausführen, was mir gefällt, indem er von Jerushalajim sagen wird: Es werde aufgebaut, und der Grundstein des Tempels werde gelegt!” (Jes 44,28)

Schauen wir hinaus in die Welt, dann staunen wir nicht schlecht über die vielen führenden Menschen, Politiker oder wer sie auch immer sein mögen, die JaHuWaH heute als seine Hirten bezeichnen könnte. Damit sind die vielen Menschen gemeint, die sich unwissend für die Werte, die JaHuWaH heilig sind, einsetzen und dafür ihr Leben aufs Spiel setzen und nicht selten von ihrem Umfeld gemobbt werden. JaHuWaH bezeichnet sie womöglich als “meine Hirten”, weil sie unwissend am Aufbau des Willens JaHuWaHs auf dieser Erde mitwirken. Solche Menschen haben wir früher vielleicht gering geachtet. Manche christliche Richtungen – und vielleicht auch bestimmte jüdische Richtungen – tun das heute noch, weil sie nach ihrer Vorstellung entweder nicht in Jesus Christus wiedergeboren sind oder nicht den ultraorthodoxen jüdischen Vorgaben entsprechen und deshalb für den Aufbau des Reiches JaHuWaHs auf Erden als untauglich abqualifiziert werden.

Halten wir die Augen offen und freuen wir uns über jene Menschen, die sich für Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt einsetzen, selbst wenn sie von sich sagen, dass sie nichts Genaues oder nichts glauben und von sich nicht behaupten, dass sie die einzig wahren Vertreter JaHuWaHs auf Erden sind. Vielleicht wollen solche Menschen bewusst nicht mit gläubigen Kreisen verkehren, weil sie dazu ihre guten Gründe haben. Das macht den Umgang mit solchen Menschen höchst interessant!

“Die Worte JaHuWaHs sind reine Worte - Silber, am Eingang zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt” (Ps 12,7). Auf das Fest JaHuWaHs hin, auf Sukkot hin, wünsche ich allen eine besinnliche Zeit. Shalom! Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Am Sonntag, den 8. Oktober 2017, feiern wir ab 14.00 Uhr in Finsterhennen Sukkot. Wir laden herzlich ein. Anmeldungen: [email protected]/ tel.: 032 396 34 03 und [email protected]/ tel.: 031 991 69 12.

E i n l a d u n g zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag, 28.10.2017 und Sonntag, 29.10.2017. Thema Samstag und Sonntag: Das „Neue Testament“ im Lichte des TaNaCH. Beginn: Samstag, 14.30 Uhr / Sonntag, 14.30 Uhr, anschliessend Fragestunde. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.Textabschnitt