„Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin“ (Ps 139,14).

Glaubensimpuls 58

Das Thema Burn-out-Syndrom, d.h. ein innerer und schliesslich auch ein  äusserer Zusammenbruch eines Menschen, beherrscht gegenwärtig die Medien der Schweiz. Menschen brechen schleichend zusammen! Sie können den Anforderungen, die an ihnen gestellt sind, nicht mehr entsprechen, weil es zu viele sind. Ob sie sich diese selbst aufgeladen haben oder nicht, lassen wir dahingestellt.

Andere können aus unterschiedlichsten Gründen die für sie unerträgliche Alltagssituation nicht mehr ertragen. Sie verlieren all zu schnell die Nerven. Sie machen sich bei Mitmenschen unbeliebt und unmöglich. Menschen distanzieren sich voneinander! Andere fühlen sich in der Hektik verloren, weil so wenig  echte Verbindlichkeit und aufrichtiges Verständnis zu finden ist. Alles rennt und geht.. Die vielen Scheidungen sind ein Zeichen des Selbstwertverlustes, der wiederum aus einem Mangel an gepflegter und echter Beziehung zum Schöpfer, der uns gemacht hat, erwachsen ist. Dabei tragen nicht immer beide Ehepartner Schuld an dem Auseinanderbrechen einer Ehe und Familie.

Eine ganze Internetgeneration, die das familiäre Zusammenleben nicht oder nur oberflächlich kennt und die als einzelne Geschöpfe keine Beziehung zu ihrem lebendigen Schöpfer aufzubauen vermochten, weil sie von der modernen Technologie- und Medienwelt zu früh vereinnahmt wurden, suchen sich im globalen Netz Anerkennung und Beheimatung.  Das Mobbing von Kindern und Jugendlichen im Internet nimmt rasant zu und treibt immer mehr in den Suizid. Unterschwellig fühlt sich eine Masse von Menschen leer und ausgehöhlt,  orientierungslos und nutzlos.

Die Verführung und Verwirrung des Menschenweges ist von zwei weiteren Extremen gekennzeichnet. Auf der einen Seite werden Menschen mit Spitzenleistungen massiv vergöttert, auf der andern Seite wird das schutzlose Kind im Mutterleib brutal abgeschlachtet. Den alten und kranken Menschen wird ständig klar gemacht, dass sie die Gesellschaft belasten und an dem finanziellen Ruin der Versicherungen und Krankenkassen schuld sind. Die Propagandamaschinerie läuft diesbezüglich auf Hochtouren. Dabei veruntreuen und verschlingen Bänker und Direktoren, in ihrer unersättlichen Habgier, das Vermögen unschuldiger Menschen, auf Kosten des Sozialeinrichtungen. Die Zahl älterer Menschen, die sich für einen Suizid den Weg in die Schweizer Todeskammern Exit und Dignitas „suchen“, ist schockierend, macht uns fassungslos. In unserem Nachbarland Italien ist Die Suizidrate der älteren Menschen auf über 15% innerhalb eines Jahres gestiegen, von Griechenland und anderen europäischen Ländern nicht zu sprechen! Ihnen fehlt das Geld für einen „anständigen“ Suizid.

Jeder von uns lebt mitten in dieser europäischen „hilfsbereiten“ Vernichtungsmaschinerie, die den Kindern und jungen Menschen nichts Gutes hinterlässt. Dieser Weg ist unumkehrbar. Es ist ein Gerichtsweg. Die Verheissung Jahshuas mag sich hier wie eine Blasphemie anhören: „Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.. Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebensorgien..“ (Lk 21,28.34).

Lassen wir uns auf den Psalm 139 ein. Ich möchte ihn allen Lesern wärmstens empfehlen. Es ist der Psalm des Trostes, der uns die Allgegenwart Jahwehs, unseres Schöpfers, bezeugt, der seinen Heils- und Wiederherstellungsplan hat. Er hat sich ohne Rat von irgend jemand, ohne Mitarbeiter (vgl. Jes 4o,13-14; Röm 11, 33-36 u.a.m.), einen präexistenten Plan aller Dinge entworfen (Vers 16), „Denn von ihm und durch ihn und für ihn (auf ihn hin) sind alle Dinge“ (Röm 11,36). Wie wunderbar! In seiner präexistenten Allplanung und in seiner Allgegenwart ist darum die vollkommene Wiederherstellung aller seiner Werke bezeugt, auch aller Menschen, was natürlich die jahwehlosen Wege in keinster Weise rechtfertigt. „Zu wunderbar ist die Erkenntnis für mich.. Für mich aber – wie kostbar sind deine Gedanken, o Erlöser! Wie gewaltig sind ihre Summen!“ (Ps 139,6.17). „Es werden dich loben, Jahweh, all deine Werke“ (Ps 145,10, vgl.Phil 2, 10-11).

Falls uns die Aussagen der Verse 19 – 22 entsetzen sollten, dann lasst und den israelitisch-jüdischen Hintergrund, der solchen Aussagen zugrunde liegt, verstehen. Warum darf oder soll man einem jahwehlosen Menschen den Tod wünschen? Shaul bezeugt uns in seiner Aussage über das jahwehlose Verhalten eines Mannes in Korinth, der sich über Jahshua zwar zu Jahweh zählte, aber mit der Frau seines Vaters unzüchtig lebte: „..einen solchen im Namen des Herrn Jahshua dem Satan zu überliefern zum Verderben seines Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tage Jahwehs“ (vgl. 1 Kor 5,5). Ein auserwählter Mensch, der aber jahwehlos lebt, häuft sich Gerichtsschuld um Gerichtsschuld auf, auch durch seinen schlechten Einfluss auf die Mitmenschen. Damit er sich nicht noch mehr Schuld aufhäuft, darum möge sein irdisches Leben beendet werden, so wird sein Geist am Tage Jahwehs errettet werde. „Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf (auf seiner unverdienten Erwählung und Berufung) gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer (d.h. Wiederherstellung)“ (1Kor 3,15). Im Auftrag Jahwehs leistet hier Satan seinen Beitrag zur Wiederherstellung. In diesem Zusammenhang dürfen wir die Worte Shauls verstehen: „Wie unausforschlich sind seine (Jahwehs) Gerichte (der Wiederherstellung) und unausspürbar seine Wege“ (Röm 11, 33). Jahweh liebt dich und mich, aber auch die Sünder (vgl. Lk 15, 11-35).

Mit einem herzlichen und brüderlichem Shabbat Shalom

Gregor Dalliard