„…und predigte das Evangelium Jahwehs und sprach: Die Zeit ist erfüllt und die Herrschaft Jahwehs (Reich Gottes) ist nahe“ (Markus 1,14-15)

Glaubensimpuls 21

Im Glaubensimpuls 12 vom 18.11.2011 habe ich geschrieben: „Die Wege, die Jahweh mit den Menschen dieser Erde geht, versetzen uns immer wieder in Staunen. Mit allem was er zulässt und tut, verfolgt er immer nur ein Ziel. Wir könnten es als das Fernziel bezeichnen. Dieses Fernziel ist: ‘Damit man auf der ganzen Erde meinen Namen (Jahweh) verkündigt’ (2. Mose 9,16) und, ’von der Herrlichkeit Jahwehs die ganze Erde erfüllt werden wird’ (4. Mose 14,21). Mit seinem Handeln verfolgt Jahweh das Ziel, die Menschen von der Macht und Unterdrückung religiöser und weltlicher Herrscher und Diktatoren zu befreien. Sie sollen nach seinen Ordnungen glaubensmündig bzw. selbstständig werden und in Verantwortung vor ihm und den Menschen leben.“

In der ältesten Sammlung der Evangelienberichte, im Markusevangelium, bestätigt uns der Schreibende genau diese Absicht des himmlischen Vaters, die er in Jahshua verwirklicht. Er beginnt seine Sammlung mit der Geistsalbung Jahshuas, mit seinem öffentlichen Auftreten „und predigte das Evangelium Jahwehs und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und die Herrschaft Jahwehs (Reich Gottes) ist nahe gekommen“ (Mk 1,14b-15).

Was unter dem Evangelium Jahwehs verstanden werden soll, wird gleich zu Beginn des Markusevangeliums durch das erste Wunder Jahshuas proklamiert. Vom himmlischen Vater, bei der Taufe, „zum Herrn und Gesalbten (Christus) gemacht“ (Apg 2,36), besitzt Jahshua alle Vollmacht und Kraft über alle finstern Mächte, die die Menschen besetzen und über alles Jahwehlose in der Welt, das dem Vater, den treuen Gehorsam verweigert und die Ehre raubt. Mit einbezogen ist die ganze Schöpfung, auch der Kosmos.

Wie vom himmlischen Vater bleibend verordnet, geht auch Jahshua am Tag der Ruhe, am Shabbat (nicht am Sonntag), zusammen mit seinen Jüngern in die Beth Knesseth (Haus des Gebetes, nicht Kirche, griechisch: Synagoge) zum Gebet, zur Schriftlesung und -auslegung. In der Geistesfülle des Vaters (Gottgleichheit, völliges Einssein mit dem Vater, vgl. Phil 2,5-6) „lehrte er sie wie einer, der Vollmacht hat“ (Mk 1,22). Er spricht im Geiste Jahwehs die Worte Jahwehs. Mit dieser Vollmacht deckt er das Verkehrte, das Böse, das was Jahweh entgegenhandelt, das was die Menschen von ihm fernhält, bindet und gefangen hält, frei.

Jahweh will unsere unvermittelte freie Beziehung zu ihm (vgl. Hebr 4,16), die durch nichts verhindert, gestört oder verunmöglicht wird, weder durch falsche religiöse Autoritäten, noch durch deren Lehren. Jahshua weiss das. Er kennt die Lehren des himmlischen Vaters: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Jahweh ist, oder ob ich aus mir selber rede. Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm“ (Joh 7,16b-18).

Jahshua stützt sich hier auf die Aussage Jahwehs im zweiten Gebot: „Denn ich, Jahweh, dein Erlöser, bin ein eifersüchtiger (ein um dich eifernder) Erlöser…“ (2. Mo 5b). Mit anderen Worten, es gibt für dich keine religiöse Autorität vor der du dich fürchten, einschüchtern und beugen sollst und darfst, weder vor einem religiösen Menschen noch vor Verstorbenen, Geistern oder Dämonen aus der unsichtbaren Welt. Du sollst und darfst im Geiste Jahshuas frei vor Jahweh leben und mit ihm durch das Leben gehen. In dieser totalen Abhängigkeit und Gemeinschaft mit Jahweh bist du getragen und gehalten, wie ein Kind im Schosse seiner Eltern.

Manche Menschen und Geister sind aber von der gegenteiligen Meinung überzeugt. Es ist weitgehend die von Kirchen verzerrt und verkehrt vermittelte Jahwehbeziehung und -vorstellung. Als Folge davon entstand der Islam, der Kommunismus, der Atheismus, das moderne Freidenkertum u.a.m. Sie meinen die Beziehung zum Schöpfer des Lebens, zu Jahweh, würde ihre Freiheit beschneiden. Sie identifizieren das Kirchentum mit der Bibel. Manche ignorieren darum die Bibel. Manche wehren sich mit allen Mitteln sich den Worten des himmlischen Vaters in der Bibel zu öffnen und ihm ihr Vertrauen zu schenken. Daher bleibt ihr Leben oft so leer. Eine Masse von Christen läuft Sonntag für Sonntag in die Kirche, ohne sich jedoch tiefer mit dem Wort Jahwehs zu befassen. Darüber sind die meisten Pfarrer, Pastoren und Prediger froh. Sie hoffen Sonntag für Sonntag, dass das so bleiben möge. Wehe dem der sie in dieser Sonntagsruhe stört, indem er versucht wie Jahshua auf den Willen des Vaters aufmerksam zu machen! Die Kirchenordnung würde sofort in Kraft treten und der Angelegenheit schnellstens ein Ende bereiten.

Eine ähnliche Situation begegnet uns in der Shabbatversammlung in Kapernaum. Ein religiöser Mensch sitzt da. Er hört Jahshua zu. Als Rabbi hat Jahweh das Recht zu sprechen. Er predigt in der Vollmacht des Vaters. Er predigt die Herrschaft Jahwehs, die Herrschaft des Himmels auf Erden. Sie soll in den einzelnen Herzen aufgerichtet werden. Sofort reagiert ein religiöser Mensch, wahrscheinlich ein Aufseher. Er sieht seine religiöse Herrschaft in Frage gestellt. Er ist der Darsteller für all die späteren Herrscher (Beherrscher) in den Kirchen. Satan und seine Dämonen haben im Lauf der Zeit ihr religiöses Reich und ihre Herrschaftsstrukturen entfaltet. Sie sind meistens ausgesprochen religiöser Art aber der Herrschaft Jahwehs entgegengestellt.

Doch damit wird es einmal für alle Herrscher in allen Herrschaftsbereichen ein Ende haben. Vor allem der Weg der kirchlichen und interreligiösen Vereinigung ist ein Streben nach religiöser Machfülle über die Herzen der Menschen. Einer Masse von Mitläufern ist der Widerspruch dieses Weges nicht bewusst. Im Gegenteil, rein menschlich beurteilt, erscheint dieser Weg als der beste Weg für Frieden und Harmonie in den Welt. Er widerspricht aber dem Anspruch Jahwehs. Auf dem Weg aller Profeten führt Jahshua diesen Weg zur Vollendung. Er manifestiert in der Beth HaKnesseth in Kapernaum das unumstössliche Heilsziel Jahwehs. Der Vater hat ihm nicht umsonst alles unterworfen, nicht nur diesen Menschen in der Shabbatversammlung: „…du hast alles unter seine Füsse gelegt (Ps 8,5-7). Denn indem er ihm alles unterwarf, liess er nichts übrig, das ihm nicht unterworfen wäre; jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alles unterworfen“ (Hebr 2,8).

Jahshua befreite und erlöste diesen religiös gebundenen Mann. Mit viel Tumult und Geschrei fuhr der religiöse, unreine Geist aus ihm heraus. Dieses Ereignis in jener Shabbatversammlung in Kapernaum ist den Menschen unvergesslich geblieben. „Und die Kunde von ihm (Jahshua) ging sogleich aus, überall in der ganzen Umgebung Galiläas“ (Mk 1,28). Ja, die Kunde ist auch zu uns gekommen. Was machen wir mit dieser Kunde? Lasst uns Jahweh im Geiste Jahshuas, auch an diesem Shabbat, mit viel Danksagung und erlöster Freude rühmen.

Mit einem herzlichen Shalom

Gregor Dalliard