Pessach. Teil 7: Himmelfahrt

Glaubensimpuls 402

Lukas, der Überlieferung nach der Schreiber eines Evangeliums und der Apostelgeschichte, hat aus den zahllosen Evangelien (vgl. Lk 1,1-4), die ab ca. Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben worden sind, ein zusätzliches verfasst. Sein Evangelium ist – bei näherem Hinsehen – nicht weniger phantasiereich als die übrigen auch. Wenig Wirkliches ist eingetaucht in einer Fülle von traditionellen Legenden, die sich um die Gottessöhne jener Jahrhunderte rankten. So auch seine Himmelfahrtsgeschichte.

Das ist insofern verständlich, dass erstens rund ein halbes Jahrhundert nach dem Tod Jahushuas von Nazareth die ersten unzuverlässigen Evangelienberichte entstanden. Zweitens gab es in jenen Zeiten eine bekannte Methode um Gottessöhnen Geltung zu verschaffen: Die Begeisterten, die Irregeführten, übernahmen ganz einfach die gängigen Prinzipien die in den alten Mysterienkulten und in hellenistischen Philosophien fromme Praxis waren: Es war die Übernahme der Präexistenz, Inkarnation (Menschwerdung), Martyrium, Tod, Auferstehung, Höllen- und Himmelfahrt. Der weltbekannte Karlheinz Deschner, Literatur- und Rechtswissenschafter, Philosoph, Theologe und Historiker – ein Genie auf allen diesen Gebieten!, schrieb in seinem Buch “Der gefälschte Glaube”, ISBN 978-3-89660-228-2, etwas sehr Aufschlussreiches. Im Abschnitt “Das Dogma von der Gottheit Christi”, Seite 45, schreibt er das was heute eigentlich jeder Theologe wissen müsste und ehrlicherweise auch predigen sollte: “Die Präexistenz war nichts Neues. Schon Buddha weilte vor seiner Herabkunft als Geistwesen im Himmel und begab sich freiwillig auf die Erde zum Heil der Welt. Auch die heidnischen Heilande lebten seit aller Ewigkeit und wurden der notleidenden Menschheit als Retter, Erlöser, im voraus verkündet. Wie Paulus später flunkert: “als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn”(Gal 4,4), oder wie bei Markus steht: “Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen” (Mk 1,15)., so liest man bereits in einem vorchristlichen Text: “Gekommen ist die Endzeit… Ein Sohn des höchsten Gottes wird geboren.” Soweit Deschner. Nun bräuchten wir solche Bestätigungen von Fachleuten wie Deschner gar nicht, denn das prophetische Wort bezeugt uns wie sehr solche religiöse Erlösungslehren heidnischen Ursprungs sind und nichts mit der Bibel, dem TaNaCH – und damit mit dem Glauben Jahushuas von Nazareth – zu tun haben. Ist das nicht wunderbar? Manche Menschen aber sind der Meinung, wenn sie auf ein Zeugnis ausserhalb der Bibel hinweisen könnten, dann würden ihnen die Menschen glauben.

Und als sie gespannt zum Himmel schauten, wie er auffuhr, siehe, da standen zwei Männer in weissen Kleidern bei ihnen, die auch sprachen: Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel” (Apg 1,10-11, 3,17-20). Wie wird dieser Bericht als phantasiereiche Geschichte zusätzlich bestätigt? Sie warteten und warteten, er aber kam nie wieder. Weder kam er in der angekündigten Zeit – noch wird er jemals kommen, weil er nie in den Himmel hinaufgefahren ist, genau so wenig wie Mohammed und die vielen andern auch.

Etwas später wandten sich vor allem die Christen aus dem Judentum von der Lehre der Kirchengründer wieder ab. Beim genauen Studium des biblisch-prophetischen Wortes durchschauten sie schliesslich den Betrug der Lehren über Auferstehung, Wiederkunft und Entrückung, bzw. Himmelfahrt. In keinem der prophetischen Texte ist von einem zum Gott gemachten Christuskönig die Rede, der in den Himmel hinauffahren würde. Wäre Jahushua der Messias gewesen, dann wäre er erst gar nicht gestorben.

Und zudem haben wir es mit einem weiteren Widerspruch zu tun: Wäre der Christus wiedergekommen um das Messianische Reich hier auf Erden zu begründen, aufzubauen und darin zu herrschen, wie hätte er mit den Christen, die in jenen Tagen lebten, gleich in den Himmel hinauf entrückt werden können, wie das Paulus lehrt: ”..danach werden wir, die Lebenden (ich, Paulus, und ihr alle), die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten” (1Thess 4,17-18). Noch einmal: Beides miteinander wäre unmöglich gewesen. Wenn mit Jahushua das Messianische Friedensreich auf Erden angebrochen wäre, dann gäbe es auch keine Entrückung aller Christen – mit Christus zusammen – hinauf in den Himmel.

Mit späteren Einschüben in die bereits bestehenden Texte des “Neuen Testamentes” wurden diese Aussagen relativiert (vgl. 2Petr 3,1ff, vor allem Vers 8): “Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag”. Wie wir aber inzwischen wissen kam er auch nach tausend Jahren nicht zurück. Wie aber reagierten die Kirchenführer auf diese Christen, die Auferstehung, Wiederkunft, Entrückung und Anbruch des Messianischen Reiches mit Jahushua von Nazareth als grossen Missbrauch und Betrug entlarvten?
“Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des durch eure Apostel übermittelten Gebotes des Herrn und Heilandes und zuerst dies wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden wandeln und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an” (2Petr 3,1-4).

Sie werden in Briefen und Predigten diffamiert. Als Spötter der letzten Tage werden sie abgeurteilt, als solche, die sich Spöttereien hingeben, die nach ihren eigenen Begierden leben, d.h. als solche die die Bibel nach ihrer eigenen Meinung auslegen. Sie werden als Menschen hingestellt, die sich nicht an das biblisch-prophetische Wort halten. Die Sache aber ist genau umgekehrt. Die führenden Männer der Christen sind vom zusammenhängenden prophetischen Wort völlig abgeschnitten. Einerseits verwehrt ihnen ihr Stolz sich dem biblisch-prophetischen Wort der Pharisäer ungeteilt zu stellen, anderseits leben sie versessen in ihren heidnischen Vorstellungen von der Erlösung durch das Blut der Göttersöhne. Er aber kam nicht wie dies die ersten “Zeugen” behaupteten und lehrten. Sie sind ihren frommen Phantasien schlichtweg zum Opfer gefallen.

Darum wurde später den Texten über die gleich bevorstehende Wiederkunft und Entrückung – in dem bereits zum Teil existierenden “Neuen Testament” – Neues hinzugefügt. Die als falsch erkannte Botschaft von der gleich bevorstehenden Wiederkunft und Entrückung bekam damit einen neuen Sinn, erfuhr eine eine Umdeutung. Sie wurde Jahushua von Nazareth in den Mund gelegt: Jetzt heisst es: “Von jenem Tag aber und jener Stunde weiss niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, sondern mein Vater allein.. Wacht also, denn ihr wisst nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt. Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, in welcher Wache der Dieb komme, so hätte er wohl gewacht und nicht zugelassen, dass in sein Haus eingebrochen würde. Deshalb seid auch ihr bereit; denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen” (Mt 24,36. 42-44; 24,27).

Dem Juden Shimon werden später folgende Worte in den Mund gelegt: “Den muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat” (Apg 3,21). Im Brief an die Hebräer lesen wir später: “Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes. Fortan wartet er, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füsse” (Hebr 10,12-13). Das ist reine fromme Irreführung. “Deshalb lasst nun auch uns.. hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes” (Hebr 12,1-2). Nun sitzt er da mutterseelenallein, vergessen sind die Worte des Paulus: ”..danach werden wir, die Lebenden (ich, Paulus, und ihr alle), die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten” Nichts ist eingetroffen. Niemand ist bei ihm, ein Trauerspiel!

JaHuWaH wird alle Dinge wieder herstellen, das bezeugen die Propheten. Aber keiner der Propheten spricht von einem auferstandenen und entrückten Jesus Christus zur Rechten des Vaters. Die Wiederherstellung aller Dinge wird JaHuWaH selbst vollziehen, denn, so sagt das prophetische Wort: “Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,9). “Ich (JaHuWaH) werde meine Weisungen/Weisheit (Thora) in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser (Gott) sein, und sie werden mein Volk sein” (Jer 31,33).

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und grüsse alle ebenso herzlich. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 15. September, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.


Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof).
Samstag, 21. und Sonntag, 22. September 2019. Thema: Die biblische Gemeinde, der Inhalt unseres Glaubens. Beginn: Samstag/Sonntag 11.00, anschliessend jeweils Austausch und Mittagessen. Nachmittag Fortsetzung mit anschliessendem Austausch. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.


Wir suchen Gemeinschaft in der Bodenseegegend. Uns interessiert eine Schriftauslegung die sich vom prophetischen Wort der Bibel leiten lässt. Wir würden uns freuen uns mit Gleichgesinnten in der Bodenseegegend zu treffen.

Wer sich dafür interessiert kann sich bei Gregor Dalliard melden: gregor@dalliard.ch / +41 27 927 39 30