Pessach. Teil 3: In Jesus getauft

Glaubensimpuls 398

Das ist so: Wenn aufrichtige religiöse Menschen, die nie jemals den geringsten Zweifel an der Richtigkeit ihres Glaubens hegten – und das über Jahrzehnte hinweg – feststellen müssen, wie sehr die Kirche ihr Vertrauen missbrauchte und schändlich ausnutzte, dann kann das für die Betroffenen schwere Folgen für ihr zukünftiges Glaubensleben haben. Vor allem dann, wenn sie erkennen müssen, dass ihr Gott gar nichts mit dem EINZIG EINEN Erlöser JaHuWaH und auch nichts mit dem Juden Jahushua von Nazareth und dessen Glauben zu tun hat. Dies kann geschehen, wenn sie die biblisch-prophetischen Grundlagen des Glaubens, die Beweise und Zusammenhänge für die Richtigkeit oder Verkehrtheit ihres bisherigen Glaubens – noch – nicht kennen.

Meistens sind das Menschen, die bis anhin mit ganzer Hingabe und ungeteilter Liebe an ihren religiösen Obrigkeiten und an deren Jesus Christus hingen, ihnen so vertrauten wie das die Kirchen und christlichen Gemeinschaften von ihren Anhängern immer schon gefordert haben – ohne Wenn und Aber. Ich gehörte auch einmal zu diesen treuen Seelen der Verführten. Müssen sie aber nach Jahrzehnten feststellen, wie ihr Vertrauen in den intimsten Dingen des Lebens, im Glaubensleben, in den innersten Herzensangelegenheiten, missbraucht worden ist, dann kann für sie eine Welt zusammenbrechen. So schnell werden sie nicht wieder aus dieser zerbrochenen Glaubenswelt herausfinden und neues Glaubensvertrauen aufbauen können. Zum Aufbau eines neuen Glaubensverhältnisses brauchen sie manchmal Jahre. Ist doch der Weg und das Ziel: hineinwachsen, sich zurechtfinden, auskennen, sich darin getragen, heimisch und geborgen wissen.

Auf den letzten Glaubensimpuls hin schrieb mir jemand eine E-Mail. Mit dem Einverständnis dieser Person möchte ich Folgendes weitergeben: “Das was Sie, Herr Dalliard, in den letzten Glaubensimpulsen geschrieben haben ist nicht leicht zu verdauen. Seit einiger Zeit schon lese ich ihre wöchentlichen Impulse zu wesentlichen Glaubensfragen. Seit Jahren beschlich mich während der Feier der Karwoche und der Ostertage ein unangenehmes Gefühl. Beim Lesen des Neuen Testamentes brach dieses Empfinden immer wieder neu auf. Ich fragte mich: was soll das, ich will das nicht? In Glaubenssachen war ich immer schon sehr neugierig. Darum hole ich mir seit einigen Jahren über die digitalen Medien Informationen zum Glauben. Damit bezweckte ich eigentlich nur das Eine: ich wollte meinen katholischen Glauben vertiefen. (Hervorh. Gregor). Mit der Zeit aber realisierte ich, was da so nebenbei in meinen Gedanken ins Rollen gebracht worden ist, denn oft verlor ich mich in theologische Abhandlungen.

Immer öfters fiel mir ein Widerspruch auf: Zwischen dem was uns die Kirche und das Neue Testament über Jesu Verhalten gegenüber den Juden vermitteln und dem Jesusbild der Liebe, das uns laufend in der Liturgie vermittelt wird, herrscht ein unerträglicher Widerspruch. Allein schon in Matthäus, Kapitel 23, begegnet uns ein Jesus voller Unversöhnlichkeit, Bitterkeit, Rachsucht und Bosheit. Als Christen sind wir doch alle auf Christus getauft worden, so wie Paulus uns das lehrt und wie Sie das aus dem Brief an die Galater, Kapitel 3, Vers 27, korrekt zitieren. Wir sind alle in den gleichen Geist Jesu getauft worden. Damit haben wir Christus angezogen. Der Geist Jesu Christi nahm mit diesem Sakrament direkt Platz in uns allen. Er durchwirkte uns mit seinem Geist, verwandelte uns in eine neue Schöpfung. Paulus beschreibt in allen seinen Briefen wie verändert ein Mensch durch die Taufe, hinein in den Geist Christi, geworden ist: “Daher, wenn jemand in Christus ist (durch die Taufe), so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2Kor 5,17); “..ja wirklich, ich achte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Grösse der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüsst habe und es für Dreck achte, damit ich Christus gewinne (gleich bin)” (Phil 3,8); “..und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus” (Eph 3,19).

Seit Jahren ist es mir ein Rätsel, wie es dann möglich sein kann, dass ausgerechnet wir Christen seit bald 2000 Jahren ununterbrochen und einmütig mit den Juden so endlos grausam und unbarmherzig umgehen? Die erdenklich grausamsten Qualen und Verbrechen haben wir Christen an ihnen begangen. Daraus komme ich zu demselben Schluss wie Sie: Der Jesus Christus im Neuen Testament war voll des Hasses gegen die Juden. Er kann gar nicht der Jude Jeshua sein, oder wie Sie ihn nennen: Jahushua von Nazareth. Allein schon das Lesen des 23sten Kapitels im Matthäusevangelium oder des Johannesevangeliums müsste uns genügen, um uns erkennen zu lassen, wer der Geist Jesu Christi in Wirklichkeit ist, welchen Geist die Christen mit der Taufe in Jesu seit bald 2000 Jahren in sich aufnehmen. Sein Geist trieb sie ununterbrochen zu unfassbaren Gräueln an, die uns immer wieder neu verstummen lassen. Das fiel mir früher aber nie auf. Ich war so tief verblendet. Wie konnten oder könnten wir Christen anders sein als der Jesus unserer Bibel, wenn wir bei der Taufe alle in denselben Geist gekleidet worden sind?

Ich habe die Ghettos, die Zustände in den Ghettos und die endlosen grausamen Pogrome durch die ganze lange christliche Geschichte hindurch eingehender und über längere Zeit hindurch erforscht und studiert. Ich sage ihnen, Herr Dalliard, ich kann das alles nicht fassen und werde damit einfach nicht fertig. Ganz einfach, weil es zu viele Gräuel sind. Dass die Juden überhaupt noch Christen ins Land lassen, bleibt mit ein Rätsel. Eine solche Toleranz brächte ich niemals auf, selbst dann nicht, wenn der Tourismus zu den wichtigsten Einkommensquellen Israels gehört.

Sie, Herr Dalliard, belegen Ihre Argumente aus dem Wort der Propheten und sprechen oft von dem zusammenhängenden prophetischen Wort im Alten Testament. Das hat mich überzeugt und nimmt mir langsam aber sicher die Decke der Blindheit von den Augen, die mir beim Empfang der Taufe, hinein in den Geist des Jesus Christus, des Neuen Testamentes, umgeworfen worden ist. Dafür danke ich Ihnen sehr.

Teilnahmslos habe ich die Feiern der letzten Karwoche und die Auferstehungstage mitgemacht. Sie haben recht, was da an Antisemitismus herumgespukt wird, beantwortet jede Frage. Ich konnte die Priester und Diakone beim Ablauf der Liturgien nicht mehr ausstehen und ihnen nicht mehr zuhören. Trotzdem bin ich aber noch nicht frei von ihnen. Wie können sie uns Christen Jahr um Jahr dermassen mit Hass gegen die Juden abfüllen, betrügen und für ihre Zwecke missbrauchen und im nächsten Augenblick von der vollkommenen Liebe ihres Jesus reden?.. Wer ist ihr Jesus?.. Langsam wird es in meinem Glaubensleben wieder heller. Es wird aber wohl eine längere Zeit dauern bis ich aus dieser Finsternis herausfinden und mich in meinem neuen Glaubensleben zurecht finden werde.”

Da der oben erwähnte Schreiber Mt 23 angesprochen hat, wollen wir einen kleinen Augenblick dabei verbleiben, bei den Versen 37-39. Voller Wut lassen die Gründer des Christentums ihren Jesus gegen die Juden drauflosschimpfen, weil sie sich entschieden und berechtigterweise gegen die Vereinnahmung durch Paulus und die Kirchengründer zur Wehr setzten und sich ihnen nicht unterwarfen. Zuerst bezeichnet dieser Jesus die Juden – samt und sonders – als Prophetenmörder (vgl. Vers 37). Ihr eigener Gott aber, JaHuWaH, der Erlöser Israels, so sagen die Kirchengründer durch den Mund ihres Jesus, wird sich an ihnen mächtig rächen. Genau das aber tut JaHuWaH gerade nicht und er wird es auch nie tun. Das tun sie, die Christen. Sie lassen aber ihren Jesus-Gott sprechen, als hätte er solches vorausgesagt und als ob alles nun genau so eingetroffen wäre. So läuft das durch das ganze “Neue Testament” hindurch.
Der Name eines Gottes – und wenn es gerade derjenige der Juden ist – ist ein nützliches Deckmittel der Erpressung und Machtausübung. Der missbrauchte, fromm- und blindgemachte Mob, lässt sich so überzeugender für die Verbrechen der Führer gegen die Juden einspannen. Das funktioniert.

Mit allen möglichen Tricks versuchten die christlichen Führer die Juden in die Kirche zu bringen, in die Knie zu zwingen. Wie eine Glucke ihre Küken sammelt, so wollten sie die Juden “sammeln” (vgl. Vers 37). Das hört sich ganz fromm und echt lieb an, aber so funktionierte das nicht. Wie heisst es in der Ballade “der Erlkönig” von Goethe?: “Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.” Dann folgt die Racheandrohung. Wie Schwefel, Blitz und Donner kracht sie vom Himmel herab: “Siehe, euer Haus (Jerushalajim) wird euch öde gelassen; denn ich (Jesus) sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: “Gepriesen sei (Jesus), der da kommt im Namen des Herrn!” (Mt 23,38-39). Was heisst das?
Wir Christen werden euch Juden in die Knie zwingen, bis ihr alle, mich, den Jesus Christus, den Gott der Christen (die Kirche), anbeten werdet. Entmenschlicht, entwürdigt, gemartert, werdet ihr vor euren Peinigern im Dreck liegen – vor uns Christen – winselnd um Erbarmen flehen – und ihr werdet euch “sammeln” lassen, konvertieren. Widerspenstig werdet ihr bekennen: der Jesus Christus, die zweite Gott-Person der Christen, war doch der Messias der Juden, der Messias der Endzeit – aber die Lichter sind für uns ausgegangen!

So handelten die Päpste, Luther, Hitler – eigentlich jeder Christ – und so geht das weiter! Das sich aber der Text in Mt 23, 38-39, nicht erfüllt hat, ist den Christen noch gar nicht aufgefallen. Die Stadt Jerushalajim wurde lange Jahre nach dem Tod des Jahushua von Nazareth, im Jahre 70 n.u.Z., von den Römern öde (judenfrei) gemacht. Die Gründer des Christentums lassen ihren Jesus-Gott sprechen: Wenn die Juden sich nicht dem Christus der Kirche, d.h. dem Christentum unterwerfen, wird die Stadt nicht wieder aufgebaut werden, sie wird für immer öde (judenfrei) bleiben. Keine Juden wird es in der Ewigen Stadt Jerushalajim jemals wieder zu sehen geben. Das ist das unverbrüchliche Zeichen des Gerichtes eures Gottes über euch, als Folge eurer immerwährenden Verworfenheit in den Augen unseres Gottes und vor der ganzen Welt.

Was aber lehren alle Propheten? JaHuWaH wird den Überrest seines Volkes, die Juden in der Ewigen Stadt Jerushalajim wieder sammeln – ohne Umkehr zu einer christlichen zweiten Gott-Person. Er lässt sie heute darin wohnen – ohne Umkehr zu einer christlichen zweiten Gott-Person. Von einem rächenden christlichen Jesus-Gott, der die Juden zuerst niedermachen, platt walzen wird, bis sie Christen werden, spricht kein einziger Prophet. Der Jesus der Christen aber liess sich nie wieder blicken, kam nie zurück, wie angekündigt. Und was ist geschehen? Jerushalajim ist heute von Juden bewohnt, sogar das ganze Land. Massen von Juden leben inzwischen in Israel – in der Ewigen Stadt Jerushalajim – und die meisten von ihnen leben in demselben Glauben wie Jahushua von Nazareth.

Peinlicher kann diese Tatsache für die Christen mit ihrem Jesus-Gott gar nicht sein. Vor aller Augen dieser Welt ist dieses Wunder sichtbar – so wie das vom biblisch-prophetischen Wort immer schon bezeugt worden ist.
Keiner musste vorher den christlichen Gott Jesus Christus anrufen – wie Paulus und die Christen das irregeleitet und stur behaupten: “denn jeder, der den Namen des Herrn (Jesus Christus) anruft wird, wird errettet werden..” (Röm 10,13). Ein Zitat aus dem Propheten Joel, das Paulus in schändlicher Weise für seine Zwecke missbrauchte – wie so viele andere prophetischen Worte auch. Joel spricht von JaHuWaH und nicht von einem Jesus Christus, einer zweiten Gott-Person (vgl. Joe 3,5).

Allen wünsche ich Tage des Segens, inmitten aller Herausforderungen. Ganz liebe Grüsse und ein frohes Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 20. Oktober, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.