Pessach. Teil 1: "Gott ist ermordet worden"

Glaubensimpuls 396

Vom Freitag dem 19. April bis Samstag den 27. April feiern die Juden weltweit Pessach, auch Passah genannt. Die Christen feiern in Anlehnung an das Passahfest Ostern. Wie die meisten schon wissen erinnert uns Pessach an die gewaltigen Ereignisse in Ägypten, an die Befreiung und Herausführung des jüdischen Volkes aus der harten Sklaverei in Ägypten.
JaHuWaH, der Erlöser, hatte schon Abraham aus dem strengen Götzendienst herausgeführt, befreit und in die wunderbaren Verheissungen geführt, die bis in alle Gegenwart herein wirksam sind, auch in deinem und in meinem Leben. Ist das nicht etwas Ausserordentliches? Und – sie werden allezeit wirksam bleiben. JaHuWaH ist für gläubige Juden bis heute der Erlöser geblieben. Als Erlöser, d.h. Befreier, ist er sehr tief und stark in den meisten Juden verankert. Was immer im Leben der Juden geschieht, für sie gab und gibt es bei JaHuWaH kein Aufgeben. Für sie gab und gibt es mit JaHuWaH immer wieder einen Neuanfang. Das ist etwas Aussergewöhnliches in dieser Welt. Wie ist das bei uns?

JaHuWaH war ebenso der Erlöser Jahushuas von Nazareth. Von Geburt an wurde er in sein Wesen eingeführt. In der Erziehung, die er als Kind und Jungendlicher in seiner Familie, in der Beth HaKnesseth und in der Schule durchlief, lernte er die wesentlichsten Worte des Lebens und Charaktereigenschaften JaHuWaHs kennen. Während seines kurzen Erwachsenenlebens bis in seinen Tod hinein – am Marterpfahl der Römer – blieb er dem EINZIG EINEN ERLÖSER TREU, der Abraham offenbarte: “Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir gibt es keinen Erlöser” (Jes, 44,6; 48,12). Die Propheten und Schriftgelehrten lebten in diesem Reichtum und lehrten aus dieser Fülle des Lebens. Es gab für Jahushua nie einen anderen Erlöser und Befreier in irgendeiner Lebensfrage, kein anderer Erlöser von Sünden. Das bezeugte er selbst allezeit und mit brennendem Herzen.

Lasst uns in diesen Tagen von Pessach, wie Jahushua von Nazareth, unser Vertrauen auf den EINZIG EINEN ERLÖSER JaHuWaH setzen. Lasst uns dieses Vertrauen bewusst erneuern und vertiefen, ihm darin folgen! Tun wir das mit grosser Freude und ungeteilter Entschiedenheit – trotz unserer ständigen Versagen im Alltag! Das macht uns froh, stellt uns auf und gibt uns die nötige Sicherheit inmitten der täglichen Unmöglichkeiten, denen wir unter Umständen gerade jetzt ausgesetzt sind.

Auf den Gim 393 gab es im Zusammenhang der Lehre von Christen, von Tod und Auferstehung, sehr gute Reaktionen, mit positiven Fragen, auf die ich sehr gerne eingehen möchte. In einem Atemzug feiern Christen die Auferstehung ihres Gottes Jesus Christus und die Verdammung der Juden, die den Gott der Christen ermordet haben. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen. Nach den christlichen Dogmen, die vor allem im “Neuen Testamente”, der “Bibel” der Kirchenväter, verfasst sind und in vielen anderen Lehraussagen, geht das eine in das andere untrennbar über.

Um 160 n.u.Z. lehrte der berühmte Mitbegründer des Christentums, Melito von Sardes: Die Juden sind Gottesmörder: “Gott ist ermordet worden” (https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesmord). Das ist eine Lehre, die das Wesen des Christentums ausmacht. Eine Lehre die zum festen Fundament des christlichen Glaubens wurde, zum Dogma, auf dem das Christentum aufgebaut ist, eine Lehre in die sich das Christentum von Anfang an verbissen hatte. Sie führte schliesslich zum Holocaust.

Paulus, Melito und die übrigen Kirchengründer waren vom griechischen Götterglauben geprägt. Dieses Denken lag ihrer religiösen Ideologie, bzw. Philosophien, zugrunde. Mit der Behauptung, die Juden hätten Jahushua von Nazareth als den Gott ermordet, setzten sie etwas Schreckliches in Bewegung. Im Laufe der Geschichte wurde diese schreckliche Irrlehre laufend ausgeweitet. Ein für alle Mal sollte sie in den Köpfen ihrer Anhänger verankert werden.

So wie der Mensch isst und trinkt, ohne sich jedesmal vor dem Essen und Trinken mit den Fragen über den Sinn des Essens und des Trinkens herumzuschlagen, so sollte der Antijudaismus zum Wesen, zum ganz normalen Wesen eines Christen werden. Das ist den Gründern des Christentum tatsächlich gelungen. Achten wir einmal bewusst darauf! Schrecklich und entsetzlich sind die Folgen dieser Irrlehre. In Anbetracht der geschichtlichen Verbrechen des Christentums, bei allem Wissen über die Folgen dieses Irrtums, müssten sich die Christen endlich davon lossagen. Trügen sie nur ein kleines Quäntchen an Mitmenschlichkeit in ihren Herzen, hätten sie sich nur etwas eigenen Verstand bewahrt und Verantwortungsbewusstsein entwickelt, die Welt würde sich verändern.

Von den Gründern des Christentums und ihren abscheulichen Glaubenssätzen bis hin zum Holocaust liegen zahllose Pogrome und unzählige Verbrechen an den Juden und der gesamten Menschheit. Diese folgenschweren religiösen Wahnvorstellungen wurden geboren, nachdem Paulus und die Kirchengründer Jahushua von Nazareth zum Gott erklärt hatten. Das taten sie nach den griechisch-philosophischen Denkmustern ihrer Götterwelten. Paulus schrieb in seinem Irrsinn, der durch kein einziges biblisch-prophetisches Wort belegt und zu rechtfertigen ist, “dass Gott in Christus war (in dem Juden Jahushua von Nazareth) und die Welt mit sich selbst versöhnt hat” (2Kor 5,19). Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich selbst. Das sind typisch heidnische Denk- und Glaubensmuster. Sie sind dem jüdischen Denken und Glauben – und damit dem Glauben des Jahushua von Nazareth – vollkommen fremd. Sie stehen im Widerspruch dazu. Jahushua von Nazareth sah sich nie als eine Gottheit an. Was immer ihm später in den Mund gelegt worden ist, er selbst sah sich nie als ein jüdischer Mensch gewordener Gott an. So ein Unsinn kam nie aus seinem pharisäischen Munde, aus dem Munde eines überzeugten Juden, eines Schriftgelehrte. Ein solches Denken gab es im Judentum nie, schon gar nicht bei Jahushua von Nazareth.

Mit der Einbettung des Juden Jahushua von Nazareth in die heidnischen Göttertraditionen wurde Ostern geboren. Ostern ist eine Einpflanzung (eine Vermischung) des Juden Jahushua in heidnische Ostertraditionen antiker Stämme und Völker. Stadtkönige, Fürsten, führende Leute im Volk galten bei vielen Völkern als Söhne der Götter, Gottessöhne. Sie waren in den religiösen heidnischen Traditionen verantwortlich für das Wohl ihrer Stadt, ihres Volkes. Drohte Krieg, brachen Epidemien aus, irgendwelche schlimmere Naturkatastrophen, Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöte etc., die das Volk dezimierten oder auszulöschen drohten, dann ordneten die Priester das Opfer an.

Der Sohn Gottes, d. h. der König, der Fürst, oder wer auch immer die höchste Verantwortung im Stamm, in der Stadt oder bei einem Volk innehatte, wurde von den Priestern in einem mystischen Ritual, in Gegenwart des ganzen Volkes als Sühneopfer, als Versöhnungsopfer, geschlachtet. Das Blut dieses Sohnes Gottes hatte versöhnende Kräfte, so glaubte man. Der Sohn Gottes lud damit die Schuld des Volkes auf sich und hob sie mit seinem Tod und seinem Blut auf. Dem Volk sollten die Sünden, die die Gottheit so sehr erzürnt hatten und sie zu solchen Katastrophen genötigt hatten, weggenommen werden. Die erzürnte Gottheit sollte dadurch versöhnt (versühnt) werden. Ruhe und Frieden und ein normales Leben sollten wieder zur Tagesordnung werden. Das Volk sollte wieder erlöst leben können.

Wie ich im Gim 393 aufzeigte gab es daneben überall die Vegetationsgötter, die jedes Jahr, im Frühjahr, vom Tode zum Leben auferstanden. Gottheiten, die vom Tod zum Leben auferstanden. Jahrzehnte nach seinem Tod wurde der Jude Jahushua von den griechisch denkenden Kirchenvätern aus seinem Judesein herausgenommen (entjudaisiert) und zu einem griechischen Gottessohn umgewandelt. Mit einfachen Worten – abgebrüht und eiskalt serviert, ohne Leben, ohne Menschlichkeit, ohne Wahrheit – begründet Paulus diese Umwandlung, die er selbst vorgenommen hatte und die bis heute entsetzliche Leiden über die Juden und die ganze Menschheit brachte:
“..wenn wir Christus auch nach dem Fleisch (Jahushua von Nazareth als Jude) gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so (nicht mehr als Jude)” (2Kor 5,16b). Das heisst soviel wie: Ein neuer Jahushua von Nazareth muss her, der nicht mehr Jude sein darf. Nur über den Weg der heidnischen Auferstehungslehren konnte er den Juden entrissen werden. Um aber auferstehen zu können, muss eine heidnische Gottheit zuerst ihr Blut, ihr Leben, für andere opfern, also getötet werden. Damit wurde Jahushua von Nazareth in den Blutkult der heidnischen Gottessöhne eingetaucht. Damit ist er kein Jude mehr. Lasst uns im nächsten Gim auf weitere Fragen zu Tod und Auferstehung eingehen.

Allen wünsch ich Pessach Sameach“, ein fröhliches und frohes Fest des Auszuges, der Erlösung. Die Freude ist gross. Shalom! Mit herzlichen Grüssen

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 20. Oktober, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.