Im letzten Gim haben wir uns daran erinnert wie Paulus das “allein aus Gnade”, jene Beziehung die zwischen JaHuWaH und Abraham pulsierte und das Leben eines jeden bibelorientierten (gemeint ist der TaNaCH) Menschen ausmacht, zunichte machte. Wir können nie genug darauf aufmerksam machen. “Er” lehrte die unter den heidnischen Völkern übliche Praxis von der Versöhnung und Erlösung der Menschen durch einen Gottessohn und dessen vergossenem Blut, also durch ein Menschenopfer (oder Gottmenschen) und dessen Blut. Diese Lehre vermischte “er” mit dem TaNaCH, d. h. mit der Bibel, und stellte sie schliesslich über dem biblisch prophetischen Wort des “allein aus Gnade”.
Die 500 Jahrfeier der Reformation fand am 31. Oktober ihren offiziellen Höhepunkt. Das ZDF strahlte zu diesem Anlass das Poporatarium “Luther” aus. Eine einzigartige Aufführung! Verschiedene Stationen im Leben Luthers werden darin aufgeführt. In einer ergreifenden Darstellung wird Luthers verzweifelte Lage auf dem Reichstag in Worms dargestellt.
Der mächtige Vatikan, der Papst und seine Häscher, fordern den Tod des aufbegehrenden kleinen Mönches, der es wagt die Lehren und Praktiken des Vatikans in Frage zu stellen, sagt der Vatikan doch, sie sind allesamt von der dritten Gottheit der Kirche, dem Heiligen Geist, dem Papst geoffenbart worden. Sie wollen Luther und seine Schriften brennen sehen. Kaiser und König riskieren ebenso ihr Leben, sollten sie Luther decken. Die päpstlichen Häscher im Land bedrohen auch sie.
Diese Haltung gehört zum Wesen JaHuWaHs. JaHuWaH will in diesem Verhältnis mit uns leben. Es ist undenkbar, dass Abraham sich von seinen frommen Götzen und ihrenTraditionen so schnell hätte lösen können, hätte er das faszinierende Wesen JaHuWaHs nicht auch von dieser Seite erfahren dürfen. Wie sehr unterscheidet sich doch JaHuWaH von allen Göttern und Gottheiten – und ihren Forderungen!!
Grimmig sind sie. Der Mensch, der ihnen anhängt lebt in der Angst. Er ist ihnen schutzlos, hilflos und blind ausgesetzt. Sie fordern Menschenopfer, Menschenblut, das Blut eines Menschenwesens, wenn möglich sollte dieser Mensch göttlicher, d.h. adliger Abstammung sein. Das ist das Kennzeichen aller Götter der Antike, bis hinein ins Mittelalter und darüber hinaus. Davon ist, ausser der jüdischen, jede Kultur bis heute noch tief geprägt. Dessen sind sich die meisten Menschen gar nicht bewusst.
Warum muss JaHuWaH seinem auserwählten Volk überhaupt gebieten sich zu freuen? Was haben wir über Sukkot gelesen? JaHuWaH gebietet seinem auserwählten Volk, das den Segen Abrahams in die Welt hinaustragen soll, beim Einsammeln der Ernte ein Fest zu feiern. Es soll ein Fest sein, das nicht nur einen Tag dauern soll, sondern gleich sieben Tage nacheinander. Und an allen diesen Tagen sollen sie sich freuen, das gebietet er ihnen (vgl. 3Mo 23,33-44; 5Mo 16,13-15).
Die Tage von Sukkot haben sicher sehr viele Menschen neu animiert und aufgerichtet. Sukkot ist der wunderbare Blick der Propheten, der unfassbare Blick, in den Abschluss der Heilsgeschichte. “Das Fest Sukkot (der Laubhütten) sollst du sieben Tage lang feiern, wenn du den Ertrag von deiner Tenne und von deiner Kelterkufe einsammelst. Und du sollst dich an deinem Fest freuen, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und der Levit und der Fremde und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren wohnen. Sieben Tage sollst du für JaHuWaH, deinen Erlöser, das Fest feiern an der Stätte, die JaHuWaH erwählen wird. Denn JaHuWaH, dein Erlöser, wird dich segnen in all deinem Ertrag und in allem Tun deiner Hände, und du sollst wirklich fröhlich sein” (5Mo 16,13-15).
Wer sich bewusst in den Rhythmen der Feste JaHuWaHs einfinden lässt und sich von Jahr zu Jahr darin vertieft, erlebt mit der Zeit viel Freude und Segen. Alle Feste, die JaHuWaH dem auserwählten Volk mit auf den Weg gab sind von einer solchen tiefen prophetischen Bedeutung, dass sie – entsprechend – mit einer inneren Ernsthaftigkeit gefeiert werden. Sukkot hingegen ist, gerade wegen seiner endzeitlichen Bedeutung und Schau, das Fest der Freude, denn dieses Fest JaHuWaHs saugt heilsgeschichtlich alle übrigen Feste in sich auf und bringt sie zur Vollendung.
Eine ältere Katholikin sagte mir: Im Herzen glaube ich schon lange nicht mehr, dass jemand durch die Sakramente der Kirche bei Gott ankommt, in den Himmel kommt. Was bringt uns das, wenn wir ständig in die Kirche trotten und sie uns ständig vom Priester spenden lassen? Ich bin drauf gekommen, dass Jesus keine Sakramente kannte, auch Maria nicht und doch lehrt die Kirche von beiden, dass sie in den Himmel aufgefahren sind. Mehr als eine Milliarde Christen glauben das doch felsenfest. Wer das nicht glaubt, so lehrt die Kirche, wird nie im Himmel ankommen. Aber das kann ja gar nicht möglich sein, da Jesus und Maria nie ein christliches Sakrament empfingen, weil die Sakramente viel später erfunden wurden. Auch Mohammed, der Gründer des Islam, ist in den Himmel aufgefahren, obwohl er nie ein christliches Sakrament empfing. Das glauben doch eine Milliarde Muslime ebenso felsenfest.
In JaHuWaH sind wahrlich die Quellen des Lebens. Ohne diese Quellen sind wir hilflos der frommen Willkür und damit den Ideologien von Menschen ausgesetzt und werden zu Sklaven gemacht. Wir hätten wahrlich keinen Ort der Orientierung und keine Erkenntnis über das was gut und böse ist. Wir haben uns nun schon einige Gedanken über das Höchste im menschlichen Leben gemacht. Es ist – wie wir wissen – die Liebe zu JaHuWaH, die untrennbar mit der Liebe zum Nächsten gekoppelt ist. Das eine gibt es nicht ohne das andere, was alle Propheten und Gerechten Israels bis heute bekennen. Das war auch das Bekenntnis des Jahushua von Nazareth (vgl. Mk 12,29-33). Darüber freuen wir uns natürlich sehr und sind entsprechend dankbar. Die Liebe zu JaHuWaH und damit die Liebe zum Nächsten kann im täglichen Leben ganz schön herausfordernd sein. Darin aber wird der beschlossene Wille JaHuWaHs im Himmel in der Welt realisiert. Wer muss sich nicht sein ganzes Leben lang darin üben? Es ist wie bei einem Spitzensportler. Regelmässig muss er sich einem harten Training unterwerfen um aktiv bleiben und die Früchte seines Erfolges geniessen zu können.
Das menschliche Zusammenleben ist absolut kein Zuckerschlecken, sowohl in der grossen weiten Wirtschafts- Finanz- und Weltpolitik als auch im kleinen alltäglichen Zusammenleben. Überall und zu jeder Zeit ist das harmonische Zusammenleben durch natürliche oder unvorhersehbare Ereignisse bedroht, doch daran denken wir normalerweise nicht ununterbrochen. Das würde das Leben unerträglich machen. Schlimmer ist es wenn unser Zusammenleben durch wirtschaftliche und politische Einwirkungen von irgendwelchen Menschen bedroht wird und das Böse überhand nimmt. Das geschieht vor allem dort wo sich Menschen auf Kosten anderer bereichern und deren Existenz systematisch ruinieren oder deren Elend schändlich ausnutzen und sich bereichern. Das ist ein uraltes Problem, denn schon auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir: “Und JaHuWaH sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde gross war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. Und es reute JaHuWaH, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es bekümmerte ihn in sein Herz hinein” (1Mo 6,5-6).
Wir halten fest: Ohne die Gnade JaHuWaHs gäbe es überhaupt kein Leben. Nicht nur das. Ohne JaHuWaH wäre das Leben sinnlos, es gäbe überhaupt keinen Sinn im Leben. Die Barbarei wäre das einzig sinnvolle Verhalten! Mitmenschen ausbeuten, berauben, zu Sklaven machen u.a.m. würde zur Tagesordnung gehören. Ohne die Führung JaHuWaHs, ohne seine Rechtsnormen und Weisungen versinkt der Mensch in erschreckende Abgründe. Wo die Sünde gegen den Nächsten begangen wird, also gegen die Menschlichkeit oder gegen die soziale Gerechtigkeit, greift JaHuWaH äusserst drastisch ein. Das ist die Wunde, die immer wieder aufzubrechen droht, in jeder Generation, in jedem menschlichen Zusammenleben. Durch dieses Verhalten wurden zur Zeit des Propheten Jeshajahu im auserwählten Volk tiefe Wunden geschlagen. Er musste seinen Finger auf diese Wunde legen. Denn jede soziale Ungerechtigkeit, jede Unmenschlichkeit entstellt das Angesicht JaHuWaHs, der jeden Menschen nach seinem Bild geschaffen hat.