Die Befreiung der Israeliten von den Ägyptern steht im Zentrum von Pessach. Es geht hier nicht um eine Trennung zweier Völker, die bisher im selben Land miteinander einvernehmlich lebten. Die Israeliten wurden von den Ägyptern grausam gedemütigt und unterdrückt. Denken wir nur an die schreckliche Sache mit dem Ertränken der neugeborenen Israeliten im Nil. Die Leiden der israelitischen Mütter und Väter und ihrer Familien wird wohl kaum jemand von uns nachvollziehen können. Die Erinnerung an den Auszug ihrer Väter, der lange, beschwerliche und gefahrvolle Weg durch die Wüste, Hunger und Durst, kein Dach über dem Kopf, die feindlich gesonnenen Könige u. a. m. war das eine, das andere aber war die allgegenwärtige Bewahrung durch JaHuWaH, trotz aller Beschwernisse und Leiden. All das bleibt im Herzen und im Gedächtnis eines jeden Juden so tief verankert, als hätte er das alles selbst miterlebt. Eine solche Identifikation mit JaHuWaH und damit mit den Vätern, Müttern und den Familien jener Tage finden wir bei keinem anderen Volk dieser Erde auf diese Weise.
Würde man alle neutestamentlichen Zusammenhänge erkennen, so müsste man tatsächlich Weihnachten an Ostern feiern; denn zum Geburtstag von Jeshua BarJosef (Jesus Christus) finden wir im „AT“ und „NT“ ganz konkrete Angaben, die allerdings christlicherseits unbekannt sind.
Einer der Hinweise ist der Opfertermin von Zacharias (Sacharjahu), an dem ihm der Engel den Johannes (Jochanan) weissagt. In der Tat finden wir dazu eine ganz konkrete Angabe: Stichwort „Ordnung“.
Lukas 1:5 Luther Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester von der Ordnung Abia, mit Namen Zacharias, und sein Weib war von den Töchtern Aarons, welche hieß Elisabeth.
(Leserfrage per Mail)
“…Sie haben uns damals als Priester aufgefordert in der Bibel zu lesen. Anfänglich fanden wir das sehr komisch. Das war für uns Katholiken etwas völlig Neues. Wir hatten ja den Katechismus, den Papst und den Pfarrer, das genügte. Ich bin zwar katholisch und möchte das auch bleiben. Da ich aber nun schon seit Jahren in der Bibel lese und auch geschichtliche Quellen heranziehe, werde ich immer wieder stark verunsichert, vor allem jetzt in der Osterzeit. Jedes Jahr, bei allen drei Lesejahren A,B,C, liest die Kirche am Palmsonntag und in den Karwochengottesdiensten die gleichen Lesungen [Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern].
Nun bin ich ziemlich verunsichert über das, was der Evangelist Lukas und die anderen Evangelisten in ihren Evangelien schreiben. Als Jesus zum Pessachfest nach Jerusalem kam brach bei den bereits anwesenden Juden, eine solche Begeisterung und Freude aus, dass sie ihm sogar ihre Kleider zu Füssen legten und riefen: “‘Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn!’ Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe!” (Lk 19,38). Am besten man liest den ganzen Text Lk 19,28-40.
Wir haben im letzten Gim 550 einen Blick in das Zitat von Kol 2,14 geworfen. Paulus teilt in seinen Briefen den Menschen mit, dass sie sich gegenüber ihren Gottheiten nicht mehr schuldig fühlen müssen. Warum? Sein Gott (Theos, Deus), also sein Gott, hat ihm, dem Paulus, nämlich (angeblich) ein Geheimnis geoffenbart, das den Juden nicht mitgeteilt worden war (vgl. Eph 3,5-6). Dass diese Offenbarung nicht von JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, dem “Gott” der Juden sein kann, steht im vornherein ausser Frage, denn JaHuWaH widerspricht sich nicht! Damit ist für den JaHuWaH-treuen Bibelleser alles klar.
Was ist der Inhalt dieses Geheimnisses, das Paulus geoffenbart worden ist? Ihm wurde mitgeteilt, dass sein Gott (Theos, Deus) durch das Blut eines Menschen die Schuld der ganzen Welt getilgt habe (Eph 1,7). Und, was noch bedeutender ist: der Mensch, der seinen Leib bei einem grässlichen Martyrium durch die Römer seinem Gott dargebracht habe, sei von seinem Gott selbst gezeugt worden. Alle, die sein (Paulus) “Evangelium” glauben und sich taufen lassen, seien ab sofort die Geliebten seines Gottes (Theos, Deus). Als solche würden sie gleich in den Himmel kommen. Sie sollen nur daran glauben und sich taufen lassen (Apg 8,18;16,31). Sie würden dadurch die Vergebung der Sünden erhalten und damit als eine neue Schöpfung für den Himmel errettet sein (2Kor 5,17).
Im Glauben an sein “Evangelium” würden sie nun die wahre Gemeinde seines Gottes sein, nicht mehr die Juden, denn sein Gott hätte die Juden mit Blindheit und Verstockung bestraft, verworfen und verflucht, weil sie sein “Evangelium” ablehnen (Gal 1,8-9; Röm 11,7): “ihr Sinn ist verstockt worden, denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Decke auf der Verlesung des Alten Testaments und wird nicht aufgedeckt, weil sie nur in Christus beseitigt wird” (2Kor 3,14). Das ist die Hybris eines frommen Wahnsinnigen, der das prophetische Wort in seinem Gesamtzusammenhang nicht kennt oder nicht kennen will.
Nun, wir dürfen und sollen offen miteinander reden, und das ist auch sehr gut so. Es ist wieder einmal Osterzeit. In solchen Zeiten bekomme ich vermehrt Anrufe, Post oder Mails. Darin werde ich regelmässig aufgefordert, mich endlich wieder dem Willen Gottes zu unterwerfen. Es könne mir doch nicht egal sein, wo ich meine Ewigkeit verbringen werde!
Vor vielen Jahren durfte ich einer Frau in schweren Nöten seelsorgerisch helfen. Ihr Leben hatte sich zum Besten gewendet. Heute ist sie um mein ewiges Leben sehr besorgt. Sie fühlt sich ein Stück weit für mich verantwortlich vor ihrem Gott, der früher auch mein Gott war. Diese Sorge ist aufrichtig gemeint. Für einen Gott-gläubigen Menschen ist eine solche Sorge nur allzu verständlich.
Sie schreibt: “Sie leugnen heute die Versöhnung mit Gott, die allein durch das Blut Jesu möglich ist, das tut so weh! Die Bibel lässt doch keinen anderen Weg zu. Jesus lehrt: ‘Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich’ (Joh 14,6). Paulus baut darauf weiter und lehrt: ‘Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte; er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt’ (Kol 2,14). Sehr besorgt muss ich dich heute fragen: Wo wirst du die Ewigkeit verbringen?”
Am letzten Mittwoch bekam ich einen seltsamen Besuch von einem christlichen Ehepaar aus Ecublens/Lausanne. Vor Jahren war ich immer wieder in Gemeinden zwischen Montreux und Genf zu Vorträgen und Seminaren eingeladen, bis ich predigte, dass die Thora und damit auch Moshe, keine Hölle lehren. Damit war das Ende meines Dienstes und vieler Kontakte in dieser Gegend besiegelt. Immer dann, wenn Marianne und ich solche Erkenntnisse aus den Zusammenhängen der Thora und später auch aus dem gesamten TaNaCH (“AT”) erkannten, verstanden und einzuordnen vermochten, folgte der Rausschmiss. Wir konnten nicht schweigen. Tiefe Beziehungen gingen damit meistens zu Ende. Uns aber war es dennoch recht so. Warum? Wer sich auf den Weg macht um JaHuWaH zu suchen, um IHN zu finden und mit IHM jene Hausgemeinschaft zu pflegen, wie dies Jahushua von Nazareth mit JaHuWaH tat, der begibt sich auf einen “gefährlichen” Weg. Die Anfeindungen sind nicht zu unterschätzen.
Auf meinen letzten Gim 547 “Clevere Christen”, bekam ich einige Reaktionen, gute und weniger gute, wie das so ist und sein muss. Durch solche Reaktionen wird das Herz des Menschen vor Verkalkung (vor frommen Ritualen, Gewohnheiten, stinkig-religiöser Luft) bewahrt. Wir bleiben auf unserem Glaubensweg immer fit und das zur Ehre JaHuWaHs, zu unserem Segen und dem unserer Mitmenschen. Das ist das Beste, das macht Lebenssinn. Wir nehmen uns einfach nicht zu wichtig, gerade weil wir uns in JaHuWaH voll beheimatet wissen, so wie das im kurzen Leben des Jahushua von Nazareth war.
Cleveren Christen, vor allem Katholiken aus der charismatischen Prägung, die sich mit viel Elan und Freude mit den Inhalten des “NTs” auseinandersetzen, stossen im Laufe der Jahre auf grosse Widersprüche innerhalb des “NTs”, ebenso aber zwischen dem, was das “NT” lehrt und dem was das christliche Lehramt fordert. Der christliche Gott-Vater forderte das Blutopfer seines von ihm in Maria gezeugten Sohnes. Das ist die Grundlehre der Christen. Der Jesus der Christen entsprach damit dem Willen seines Vatergottes und gab sein Leben unter qualvollen Leiden für die Versöhnung der Menschheit mit dem christlichen Vater-Gott dahin. Wir haben schon öfters darüber geschrieben und gesprochen.
“Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Jo 2,2). “Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken” (1Petr 1,19). Das ist Fakt! Dann aber folgt der besondere Widerspruch des Paulus: “So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott” (2Kor 5,19-20)! Eine Frau, Mitglied der charismatischen Bewegung im Wallis, hat letzthin lange mit mir über dieses Thema gesprochen.
Der Anlass zu diesem Gespräch gab ihr der brutale Überfall Putins auf die Ukraine. Was sie sagte, hat sich in der Geschichte immer wieder bestätigt. Werden die Menschen von schrecklichen Katastrophen wie Kriege, Erdbeben, Epidemien oder Hungersnöte heimgesucht, steht ihre sichere Existenz in Gefahr, dann wenden sie sich wieder vermehrt ihrer Religion zu, suchen darin Halt und Lebenskraft. Das war in den Tagen Israels so, das ist auch heute so.
Diese Frau hat angeblich Informationen darüber, wonach Putin nicht nur Kiew und die bedeutenden Städte der Ukraine platt bomben will, als nächstes kämen Warschau (Polen), Bratislava (Slowakei), Prag (Tschechien) und Budapest (Ungarn) dran. Etwas später Berlin und Paris.
Putin hatte bereits Grosny platt gebombt. Er hinterliess ein unendliches Leid und Ruinen des Grauens, eine Geisterstadt. Als die bekannte Journalistin Anna Politkowskaja Putin wegen seines grausamen Vorgehens in Tschetschenien kritisierte, wurde sie am 7. Oktober 2006 in Moskau ermordet (Quelle). Einige Jahre später hat er die Millionenstadt Aleppo in Syrien platt gebombt, nur weil gebildete Menschen sich von ihrem Diktator Baschar al-Assad befreien wollten.
Als die bekannte russisch-tschetschenische Journalistin Estemirowa das brutale Gewaltregime Putins anprangerte wurde sie kurzerhand ermordet (Quelle).
Wenn wir heute beten, dann wenden wir uns ganz einfach an JaHuWaH. Über das Wesen JaHuWaHs tauschen wir uns schon seit Jahren untereinander aus, ebenso was beten in Beziehung zu JaHuWaH heisst und was Gebet in unserem Alltag bewirkt. Diese Beziehung will JaHuWaH täglich mit uns pflegen. Ein täglicher Austausch findet statt, muss stattfinden. Er ist so notwendig wie die tägliche Luft (Sauerstoff), die wir zum Atmen brauchen. Hier sollten wir uns nichts vormachen.
Ohne Sauerstoff werden wir es wohl nicht allzu lange aushalten. Dieses Experiment sollte besser niemand wagen. Das sind Fakten, die sich 1:1 auf unsere Beziehung mit JaHuWaH übertragen lassen. Als älterer Bewohner dieser unsicheren Welt, haben mich meine vielen seelsorglichen und persönlichen Erfahrungen darin vollkommen bestärkt. Ich kann dem TaNaCH auch hier zu 100% beipflichten. In meinem privaten Leben halte ich mich strikt daran. Das haben wir im Lim 11 wiederholt. Lasst mich diese Worte in diesem Zusammenhang gerne noch einmal wiederholen:
aktualisiert: 1. 3. 2023
Ist uns schon einmal aufgefallen, dass König Shlomo bei der Einweihung des imposanten Tempels zu Jerushalajim in keinem Satz die Opfer erwähnt. Auch von keiner Stellung der Priester im Tempel auf die Zukunft hin ist die Rede. Er spricht vom Tempel als Ort des Gebetes und “damit alle Völker der Erde erkennen, dass JaHuWaH Elohim ist und sonst keiner! Und euer Herz sei ungeteilt mit JaHuWaH, unserem Elohim, in seinen Ordnungen zu leben und seine Gebote zu halten” (1Kö 8,60-61).
Wenn wir dann noch die Verheissungen aller Propheten dazu nehmen, wie etwa die des Propheten Jeshajahu, dann ist alles klar: “und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des JaHuWaH, zum Haus des Elohim Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehrt und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort JaHuWaHs von Jerushalajim” (Jes 2,3). Hier ist nichts mehr erwähnt vom Priestertum Aarons, auch nichts mehr von Opferkult und von Blut, auch nicht vom Glauben an das Blutopfer eines Gottmenschen, damit jemand Gemeinschaft mit JaHuWaH haben kann, damit jemand Erlösung und Frieden in seinem Leben finden kann, wie das im Christentum gelehrt wird.