Noah: Die Bosheit der Menschen und der Einfluss des auserwählten Volkes auf die Menschheit. Die unbekannte Gottheit (vgl. Apg 17,23). Teil 10

Glaubensimpuls 268

In Athen besuchte Paulus zuerst die Beth HaKnesset (Synagoge). Anschliessend stieg er hinauf zum Areopag. Athen war das Zentrum der antiken Gottheiten. Alle bekannten Gottheiten der Antike waren hier präsent. Es durfte keine fehlen und keiner von ihnen durfte die Anbetung verweigert werden. Nur unter diesen Voraussetzungen, so glaubte man, konnten Katastrophen abgewendet werden wie etwa Vulkanausbrüche, Erdbeben, Feuerbrände, Überschwemmungen, ausbleibende Ernten, Hungersnöte, Kinderlosigkeit, Epidemien, Niederlagen im Krieg usw. Und nur so, so glaubte man, konnte Segen, wie regelmässiger Nachwuchs in Haus und Hof, Gesundheit und Wohlergehen, gesichert werden.

Die Athener waren darum gierig nach neuen Gottheiten, allen voran die Philosophenschulen der Stoiker und Epikureer. Aus Angst vor der Rache einer Gottheit die von den Philosophen möglicherweise nicht erkannt und der aus Unwissenheit die not–wendige Anbetung verweigert wurde, bauten die Philosophen der Götterstadt Athen einen Altar mit der Aufschrift: Einer unbekannten Gottheit. Damit beugten sie dem möglichen Unheil vor. Sie waren zwar überzeugt sämtliche Gottheiten der Welt zu kennen, doch sicher ist sicher!

Einzig und allein dem Schöpfer des Lebens und dem Offenbarer der gesunden Lehren für ein menschenwürdiges Zusammenleben, JaHuWaH, gaben die Religionsführer der Antike keinen Platz im Olymp der Götter, d.h. im Himmel der Götter. Warum? Einzig JaHuWaH verbot die Anbetung von vergöttlichten Menschen oder von personifizierten Darstellungen, die als Heilsbringer und Erlöser das damalige Leben beherrschten. Er verabscheute sämtliche Zeremonien und Liturgien die in einem von Menschen gemachten frommen Kult praktiziert wurden – und werden! Jede Form von Götterkult erniedrigt ein Volk, lässt ein Volk verblöden, schränkt seine Freiheit ein, zu der es vom Schöpfer berufen worden ist. Götterkulte schaffen Diktaturen, Herrschaftssysteme die ein Volk in seiner Entfaltung hindern und schliesslich ausbeuten. Ein dauerhaftes soziales und gerechtes Zusammenleben ist nicht möglich.

Das ist uns heute verständlich. Paulus ging also zu diesen Athenern: “Er unterredete sich nun in der Synagoge mit den Juden und mit den Anbetern und auf dem Markt an jedem Tag mit denen, die gerade herbeikamen. Aber auch einige der epikuräischen und stoischen Philosophen griffen ihn an; und einige sagten: Was will wohl dieser Schwätzer sagen? andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein, weil er das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte” (Apg 17,17-18).

Die Auferstehung von Göttern war ihnen wohl bekannt. Sie wollten wissen, was er da Neues (von einer unbekannten Gottheit) zu berichten wusste: “Und sie ergriffen (drängten) ihn, führten ihn zum Areopag und sagten: Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der du redest? Denn du bringst etwas Fremdes (eine fremde Gottheit) vor unsere Ohren. Wir möchten nun wissen, was das sein mag. Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues (über Gottheiten) zu sagen und zu hören” (Apg 17,19-21).

Paulus wies auf die vielen Göttertempel und die Innschrift auf einem der Altäre hin: “Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung den Göttern sehr ergeben seid. Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Einer unbekannten Gottheit. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch” (Apg 17,22-23).

“Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Busse tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten. Als sie aber von Totenauferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören. So ging Paulus aus ihrer Mitte fort. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen” (Apg 17,30-33).

Die Griechen in Athen, Korinth und anderswo wussten um die Existenz JaHuWaHs und seiner gewaltigen Wunder. Sie wussten auch um die Existenz seines auserwählten Volkes, das er mit aussergewöhnlich starker Hand aus Ägypten herausgeführt hatte. Dieser Gott JaHuWaH war ihnen der Dorn im Auge, weil er die Menschen zum Abfall ihrer uralten Gottheiten verführte. Er musste irgendwie neutralisiert werden. Aus der Denkphilosophie der Griechen erwuchs schliesslich der grosse Angriff auf JaHuWaH, nämlich die Lehre der Trinität, die Lehre von den drei christlichen Gottheiten. Das Aussergewöhnliche: JaHuWaH aufgeteilt, vermischt mit zwei Gottheiten!! Das Grunddogma besagt, dass keine der drei Gottheiten mehr oder weniger ist als die andere und dass jeder Gottheit die ungeteilte Anbetung zukommen muss. Seit jener Zeit läuft der Angriff über die christliche Ersatztheologie auf JaHuWaH. Die Ökumene und die interreligiösen Gespräche, ausgehend vom Vatikan, sollen viele Juden heute zu Fall bringen.

Mit grosser Freude sagen wir täglich Dank für den Einblick in das Wesen JaHuWaHs, die reichen Schätze des prophetischen Wortes und die wunderbaren Weisungen des Lebens. Was wäre ein Leben ohne diese Gemeinschaft und diese Schätze? Davon werden wir nie genug bekommen! Die Freude wird überwältigend sein, wenn sich das Wort des Propheten Jecheskels erfüllen wird: “Und ich selbst werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du wirst erkennen, dass ich JaHuWaH bin: damit du daran denkst und dich schämst und den Mund nicht mehr öffnest wegen deiner Schmach, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der Herr, JaHuWaH” (Hes 16,62-63).

In dieser Vergebung und Gemeinschaft mit JaHuWaH grüsse ich alle herzlich und wünsche allen das Bewusstsein des Shabbattages, selbst bei der Arbeit! Shalom!

Gregor Dalliard