Noah: Die Bosheit der Menschen und der Einfluss des auserwählten Volkes auf die Menschheit. Frust und Arrangement mit dem römischen Kaiser. Teil 2

Glaubensimpuls 260

Die folgenden geschichtlichen Fakten, die zum finsteren Mittelalter führten lassen sich nur verstehen und verkraften, wenn wir das prophetisch-heilsgeschichtliche Ziel JaHuWaHs im Herzen tragen – wie der im Glauben an JaHuWaH gerechtfertigte Abraham und die im Glauben gerechtfertigten Propheten und Gerechten des israelitisch-jüdischen Volkes. Das ist einfach wunderbar. Das macht unser Leben lebenswert und lässt uns, in Mitten all dessen was sich in unserem Leben zuträgt, die frohe Zuversicht nicht verlieren.

Wie kam es zum finsteren Mittelalter? Das finstere Mittelalter wird allgemein darum als das “finsteres Mittelalter” bezeichnet, weil die Bosheit der christlichen Führer das Mass aller Bosheiten übertraf. Wie gesagt, das finstere Mittelalter brach schleichend über die Menschheit herein. Wie fing das an? Nun wiederhole ich mich wieder einmal! Der Jesus-Gott, der König der Christen, kam zu den angegeben Zeiten nicht auf die Erde zurück. Auf die angegeben Zeiten werde ich in einem der nächsten Gims näher eingehen. Die Kirchenväter verkündeten die Erlösung der Welt durch das Blut der zweiten Gott-Person. Mit ihrem Blutopfer am römischen Hinrichtungspfahl hatte sie, nach ihrer Lehre, die ganze Welt mit dem himmlischen Vater versöhnt, der offenbar dieses Menschen- und Götterblut forderte um den Menschen gnädig und barmherzig zu sein. Sie verkündeten seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, seine Wiederkunft, die Entrückung der Christen und seine Herrschaft. Unter seiner Herrschaft würden alle durch schwerste Gerichte vernichtet werden, die sich weigerten den Jesus-Gott als Versöhner der Menschheit mit Gott im Glauben anzunehmen.

Das war die Kernbotschaft, das Evangelium, der frühen Kirchenväter, des Paulus und anderer. Die Enttäuschung war erschütternd und ernüchternd als Jahushua in den angegebenen Zeit nicht zurückgekommen war, niemand war entrückt worden und seine Herrschaft brach nicht an. Im Laufe der Zeit erfanden sie diesbezüglich laufend neue Lehren um ihre Anhänger an der Stange zu halten. Eine sei hier vorweggenommen, weil sie das Fundament, auf dem das finstere Mittelalter aufgebaut ist, bis heute mitprägt: Jahushua hätte zur Rechten des Vaters Platz genommen und würde von dort aus die Welt regieren.

Damit verbunden lehrten die Kirchenväter etwas völlig Neues: der Christ müsse sich jeder irdischen Obrigkeit unterwerfen (vgl. Röm 13,1ff)! Es ist genau das was die Bibel in aller Deutlichkeit ablehnt. Die Überlegung war folgende: Wenn nun der Jesus-Gott vom Himmel aus die Welt regiert kann es ja gar nicht anders sein, als dass jede weltliche Obrigkeit aus einem bestimmten Grund von ihm eingesetzt ist! Bisher galt das Gegenteil. Es galten die Weisungen und Rechtsbestimmungen der Thora und der Propheten, die das Volk klar aufforderten einer Regierung, die sich gegen die von JaHuWaH verordneten menschlichen Ordnungen vergriff, Widerstand zu leisten. “Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und werden dich erreichen, wenn du der Stimme JaHuWaHs, deines Erlösers (Gottes), gehorchst” (5Mo 28,2). Zusammengefasst: Man muss JaHuWaH mehr gehorchen als den Menschen. Jetzt war jeder Widerstand gegen jede irdische Obrigkeit Sünde gegen den regierenden Jesus-Gott. Später wurde jedes Aufbegehren gegen die korrupten, grausamen Papstherrscher, die Stellvertreter des Jesus-Gottes auf Erden, mit dem Tode und der ewigen Höllenqual bestraft.

Mit dem vom Himmel aus regierenden König Jesus konnte der römische Kaiser wunderbar leben. Das war für ihn perfekt, denn er glaubte selbst nicht daran. Er sah in dem Herrscher Jesus, der als König zurückkommen sollte um die Herrschaft auf der Welt zu übernehmen keinen Konkurrenten mehr. Dreihundert Jahre lang verkündeten die Christen wie besessen seine mächtige majestätische Wiederkunft, der auch den römischen Kaiser beseitigen würde. Mit dieser Irrlehre von dem wiederkommenden König hatten sie bisher das ganze römische Reich verrückt gemacht und die schlimmsten Christenverfolgungen provoziert. Er aber kam einfach nicht wieder. Also arrangierten sich die Christen mit dem Kaiser und er mit ihnen. Das Toleranzedikt von Mailand gewährte im Jahre 311 den Christen freie Ausübung ihrer Religion. Die grausame Verfolgung der Anhänger des Jesus-Gottes, der Christen, fand damit ein schnelles Ende. Konstantin berief im Jahre 325 n.u.Z. das erste Konzil der Christen ein, die wegen theologischer Unterschiede, die die Person des neuen Jesus-Gottes betraf, untereinander so sehr zerstritten waren, das ein Bürgerkrieg drohte. Dieser drohenden Gefahr musste er ein für allemal ein Ende setzen, wollte er seine Macht nicht verlieren. Darum nahm er als Heide, aus diplomatischen Überlegungen christlich angehaucht, den Vorsitz ein. Berater der Bischöfe waren die berühmtesten heidnischen Philosophen des römischen Reiches, die der Kaiser mit dieser speziellen Aufgabe betraut hatte – und wie wir wissen – trennte der Kaiser mit seinen Philosophen das Christentum von seinen israelitisch-jüdischen Wurzeln.

Damit schuf er den offiziellen Grund einer neuen Religion. Viele Kirchenväter waren über das Ausbleiben ihres Königs bitter enttäuscht und frustriert. In diesem Zustand waren sie nun für jede Bosheit offen, mussten aber nach aussen hin, um der vielen Anhänger willen, ihr frommes Gesicht wahren. Die Kirchenväter erhielten in allem Privilegien vom römischen Kaiser. Die Staatskasse war um ihr Wohlergehen sehr besorgt. Sie nutzten dieses kaiserliche Wohlwollen in jeder Weise. Die neue christliche Religion wurde unter Kaiser Theodosius (347 – 395) im Jahre 380 zur offiziellen Staatsreligion erhoben, jede andere verboten.* Mit Kaiser Konstantin und den philosophischen Beratern auf dem Konzil von Nizäa erfuhr der eingeschlagene antijüdische Weg der Christen nun auch von der höchsten offiziellen Seite Unterstützung. Der einschneidenste Konzilsentschluss von Konstantin war: “Nichts soll uns also gemeinsam sein mit jenem so feindseligen Volke der Juden!” ( Schreiben des Kaisers Konstantin an die abwesenden Bischöfe in Betreff der Konzilsbeschlüsse, Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica), Erstes Buch [323—337]).

Damit war der Weg für eine radikale, fundamentalistische Umdeutung der biblischen Inhalte und des biblischen Verständnisses offiziell von staatskirchlicher Seite für immer vorgegeben. So ist es geblieben bis zum heutigen Tag. Bis heute ist keine Einsicht, keine Busse, keine Umkehr bei den offiziellen Christenführern signalisiert. Manche der biblischen Inhalte behielten sie bei, wie etwa neun von den zehn Weisungen (Geboten) der Thora. So hoben sie z.B. die zweite Weisung (Gebot) auf und teilten die zehnte in zwei auf, um wieder auf die Zahl zehn zu kommen. Auf dem Konzil von Nizäa verschrieben sich die Christen entschieden dem heidnischen Gedankengut, darum musste die zweite Weisung (das zweite Gebot) verschwinden (vgl. 2Mo 20,4-6). So ist es bis zu diesem Tag unter den Christen geblieben. Die christlichen Führer nahmen schrittweise alle politischen Machtpositionen ein. Der Kaiser gab sie ihnen gerne, denn wo auf der Welt fand er eine so beeindruckende Unterwerfung und Fügsamkeit wie bei den Christen?

Mit dem immer wieder gern zitierten Vers 4 aus Psalm 105 grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4). Shalom!

Gregor Dalliard

Herzlich laden wie wieder zu einer kurzen Bibelfreizeit in Zwerenberg ein: Beginn Donnerstagabend, den 22. September 2016 um 18.00 Uhr. Ende der Freizeit: Sonntag, den 25. September mit dem Mittagessen. Anmeldungen sowohl bei Familie Paul Burghard, wegen der Verköstigung als auch bei Herrn Schmidt im Landgasthof Ochsen, wegen der Unterkunft: Günter Schmidt, Schwarzwaldstraße 24, 75389 Zwerenberg. Tel. + 49 7055-9323996, Fax. + 49 7055-9307367, Mail: ochsen-zwerenberg@t-online.de. Paul und Marlene Burghard, Zwerenberg Parkstr. 1, 75389 Neuweiler, Tel. + 49 7055-7342.