„Stellt euch nun unter Jahweh!.. Naht euch Jahweh, und er wird sich euch nahen“ (Jak 4,7-8)

Glaubensimpuls 33

Demjenigen, dem die Bibel über längere Zeit hin zur Lehre und Weisung Jahwehs geworden ist, weiss zuerst einmal um seine Hausgenossenschaft, besser Wohngemeinschaft, mit Jahweh (vgl. Eph 2,11-3,1-13). Shaul (der von Jahweh Erbetene) schreibt immer wieder über unser Miteinverleibtsein  und unserer Mitteilhaberschaft an den Verheissungen über den Mashiach Jahshua (Christus Jesus). Heilsgeschichtlich ist unsere Mitteilhaberschaft, in den (unseren) Vorvätern aller Mashiachgläubigen  begründet, denn nur ihnen ist die Erstlingsschaft verheissen, nur sie werden Priester Jahwehs genannt. Die Verheissungen Jahwehs in der Thora und den Profeten werden diesbezüglich von Jahshua und den Aposteln bestätigt (Röm 9,4; 15,8-12; 2. Mo 19,6; Jes 61,6; Offb 1,6 u.a.m.). Wir haben die Verheissung zusammen mit den Juden empfangen. Die (Israel-)Nationen, eine Auswahl (Überrest) aus den Nachkommen der „verlorenen“ zehn Stämme, die heute, gemäss profetischem Wort und Verheissung an Ephraim, Milliarden von Menschen ausmachen, „sollen nämlich Miterben, und Miteinverleibte sein und Mitteilhaber der Verheissung über den Mashiach Jahshua durch die Botschaft (Evangelium), dessen Diener ich (Shaul) geworden bin nach der Gabe der Gnade Jahwehs, die mir nach der Wirksamkeit seiner Kraft gegeben ist“ (Eph 3,6-8).

Das Nordreich Israel (die zehn Nordstämme) erlebte in den Jahren 723/2 v.u.Z. ein schweres Gericht, das seinen Höhepunkt in der Wegführung beinahe der gesamten Bevölkerung aus Israel erreichte. Was war der Grund gewesen? Salomo war unter dem Schutz Jahwehs zu einem grossen König geworden. Segen um Segen begleitete ihn unter dem Schutz Jahwehs.  Schrittweise vergass er aber diesen notwendigen Schutz und die Führung Jahwehs. Je mehr sich sein Reichtum und sein Wohlleben ausweitete, desto mehr fehlte ihm die notwendige Zeit und den liebenden Umgang mit seinem Erlöser Jahweh. Salomo nahm schliesslich den Schutz Jahwehs und den laufenden Segen, wegen seiner Zugehörigkeit zum auserwählten Volk,  als selbstverständlich hin. Er vergass schliesslich dem himmlischen Vater für jede gute Gabe zu danken. „Irret euch nicht, meine geliebten Brüder, jede gute Gabe und jedes vollkommene (besondere) Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit (Thora und Profeten, über die Vermittlung Jahshuas) geboren, damit wir gewissermassen eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien“ (Jak 1,16-18; vgl. Mal 3,6).

Sicher feierte Salomo äusserlich perfekt alle Feste, die der himmlische Vater für allezeit verordnete. In seiner Selbsttäuschung muss er sich schliesslich wohl unter seinem schlechten Gewissen eingeredet haben, mit diesen äusseren Formen Jahweh zu entsprechen. Seine Berater und Frauen haben ihn  leichtfertig auf seinem verkehrten Weg unterstützt. Sein Herz war nicht mehr ungeteilt bei Jahweh. Er führte das auserwählte Volk von Jahweh weg in die Abhängigkeit der Götter dieser Welt. Bei der Einweihung des eindrucksvollen und monumentalen Tempels zu Jerusalem hatte er noch vor allem Volk gebetet: „..damit alle Völker der Erde erkennen, dass Jahweh der Erlöser ist und sonst keiner! Und euer Herz sei ungeteilt mit Jahweh, unserem Erlöser, in seinen Ordnungen zu leben und seine Gebote (Weisungen) zu halten, wie es am heutigen Tag ist“ (1. Kö 8,60-61).

Wo stand Salomo gegen Ende seines Lebens? Die Bibel bezeugt uns: „Und es geschah zur Zeit, als Salomo alt geworden war, da neigten seine Frauen sein Herz anderen Göttern (Erlösern) zu. So war sein Herz nicht ungeteilt bei Jahweh seinem Erlöser, wie das Herz seines Vaters David und Salomo folgte..“ (1. Kö 11,4-5). Was tat er? Er folgte der Ökumene, d.h. vielen religiösen Ideologien, Theologien u.a.m., die er alle zu vereinen suchte, was Jahweh völlig zuwider war. Diese trieben ihn in den Okkultismus, Spiritismus, Astrologie, Ahnenkult, Toten- und Heiligenanrufung u.v.a.m. Alles entsetzliche Abartigkeiten, wegen derer Jawheh die früheren Völker, die das Land Israel bewohnten, richtete, indem er sie durch das auserwählte Volk weitgehend ausrotten liess (vgl. 3. Mo 18; 5. Mo 7,1ff). Es sind dies alles Abartigkeiten, die Menschen und schliesslich ganze Familien und Völker religiös versklaven und seelisch zerstören. Menschen werden dadurch geistig entmündigt. Sie werden zu denkunfähigen Kreaturen entwürdigt, die nicht mehr fähig sind über das Wort Jahwehs und seine heilsamen notwendigen Lebensordnungen nachzudenken, zu achten und konsequente Schritte der Umsinnung (teshuwa) zu vollziehen. Jahweh sagt darum über seine Profeten: „Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis“ (Hos 4,6; 6,6; 8,12).

Alle diese Kulte sind von ihren Trägern mit dem Hauch von Geheimnis umwittert und laufen für die Anhänger und Mitglieder durch nicht nachvollziehbare mysteriöse Erklärungen und Riten ab. So etwa der  Transsubstantiationsritus in der katholischen Messe, d.h. die angebliche Macht des Priesters durch ein rituelles Zauberwort mit der dazugehörenden Gestik ein Stückchen Brot in eine Gottheit verwandeln zu können, dem sich nach dem Gesetz des Vatikans alle Menschen irgendwann zu unterwerfen haben. Nach vatikanischem Gesetz müssen die Anhänger und Mitglieder dieses Kirchensystems mindestens einmal im Jahr diesen Brotgötzen der Priester einnehmen um selig zu werden. Darum tragen an Fronleichnam die Priester ihren selbstgemachten Brotgötzen durch die Strassen von Städten und Dörfern. Aller Öffentlichkeit soll dieser Götze seit 1264 öffentlich gezeigt werden, damit sich alle ihm unterwerfen, was nichts anderes besagen will, als dass sich alle Menschen dem religiösen und politischen Diktat des Vatikans zu unterwerfen haben. Werden biblische Aussagen aus ihrem profetischen und historischen Zusammenhang gerissen, kann dies zu schrecklichen Irrwegen mit fatalen Folgen führen. Das katholische Kirchentum beweist uns dies zuhauf.

Die katholischen Volksmassen sind im Laufe der Jahrhunderte durch zahllose tiefgreifende okkulte und spiritistische Praktiken und Traditionen vom Vatikan und seinen Agenten dermassen beherrscht, so, dass sie heute über Jahweh und sein Wort denkunfähig gemacht sind. Wer in diesem System denkt und biblische Zusammenhänge aufdecken will, soll gemobbt und mundtod gemacht werden. Nur den Wenigsten gelingt es, sich über Jahwehs Wort klar und unmissverständlich von diesem Machtapparat zu lösen. Dies gilt im Prinzip auch für freikirchliche und unabhängige Gemeinschaften, die meistens bei einem bestimmten Erkenntnisstand stehen bleiben und damit den profetischen und historischen Zusammenhang des Wortes Jahwehs verkennen.

Das Wort des himmlischen Vaters Jahweh in der Thora, Profeten und Schriften warnt uns vor diesen Wegen der Abhängigkeit von Götzenpriestern und Götzendienst. Jahshua und die Apostel hielten sich unerschütterlich und ohne Abstriche daran. Sie blieben so dem Schutz  des himmlischen Vaters unterstellt. Darum schreibt Shaul: „Werdet nicht Sklaven von Menschen“ (1. Kor 7,23). Gemeint ist hier, nicht abhängig werden von religiösen Führern, sich durch niemand glaubensmässig von Jahweh und seinem zusammenhängenden Wort weg-verführen lassen.

Zur Zeit als der Brief des Jakob geschrieben wurde gab es offenbar etliche aus den vor Grundlegung der Welt zu Erstlingen Erwählte und Herausgerufene (vgl. 2. Mo 4,22-23; 5. Mo 7,6ff; Röm 8,28-30; Eph 1,4 u.a.m.), die wohl an den Mashiach als Weg und Mittler zum Vater hin glaubten, deren Beziehung zum himmlischen Vater aber nicht mehr mit Freude und Dankbarkeit gepflegt wurde. Es scheint, dass ihre Jahwehbeziehung (Glaube) und damit ihre Freiheit in Gefahr stand. Die Herzen etlicher Mashiachgläubigen (Christus-Gläubigen) aus dem Zwölfstämmevolk, sowohl aus den Israel-Nationen  (aus den sogenannten „verlorenen“ zehn Stämmen), als auch aus Juda (Juden), schien in ein blosses Für-wahr-halten zu verkommen. Unweigerlich trifteten sie von Jahweh unserem Erlöser ab.

In seiner führenden Stellung unter den Herausgerufenen der Mashiachgläubigen in Jerusalem fühlte sich Jakob neben dem Apostel Shaul auch mitverantwortlich für die Jahwehbeziehung aller Mashiachgläubigen. Darum leitet er seinen Brief mit folgenden Worten ein: „Jakob, Knecht Jahwehs und des Herrn Jahshua HaMashiach, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung sind, Gruss!“ (Jak 1,1). Auch Kepha (Petrus) bezeichnet in seinem Brief  die Mashiachgläubigen – und damit auch uns – als solche in der Zerstreuung: „Kepha, Apostel des Jahshua HaMaschiach den Fremdlingen von der Zerstreuung von Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, die auserwählt sind nach Vorkenntnis Jahwehs, des Vaters…“ (1. Petr 1,1-2).

Es könnte sein, dass Jakob diesen Brief an die herausgerufenen Mashiachgläubigen schrieb, als Shaul schon hingerichtet war. Wahrscheinlich pflegten Jakob und Shaul ihre letzte brüderliche Gemeinschaft im Jahre 56 n.u.Z. am Feste Shawuoth (Pfingsten), da Shaul nach der dritten Missionsreise Pfingsten mit den Brüdern in Jerusalem feiern wollte (vgl. Apg 20,16). Shaul sollte auf Anraten Jakobs beweisen, dass er nichts gegen die Thora (fälschlicherweise mit Gesetz, griech. nomos übersetzt) lehrte, was Shaul auch immer wieder bezeugte (vgl. Apg 24,14; 25,8; 26,22-23; 24,18). Darum liess sich Shaul die Haare schneiden und erfüllte die Tage der Reinigung (vgl. Apg 21,21.26; 24,18). Dabei wurde er verhaftet und nach Rom gebracht, wo er hingerichtet wurde.

Einmütig fordern uns die Apostel Jakob, Kepha, Shaul und die übrigen Brüder und Schwestern auf: „Unterwerft euch nun Jahweh! Widersteht aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen. Naht euch Jahweh und er wird sich euch nahen!“ (Jak 4,7-8). Solche Worte gehen uns unter die Haut, weil diese Worte im Alltag erfahrbar sind und bestätigt werden.

Dieser Aufruf hat in den vergangenen 2000 Jahren nichts an Aktualität verloren. Lasst uns darin Jahshua, dem Lamm Jahwehs, gleichförmig werden (vgl. Röm 8,29;

  1. Thess 2,13-17; Jak 1,18). Lamm ist das Bild für das vollkommene Vertrauen Jahshuas dem Vater gegenüber – bis zum letzten Blutstropfen. „Diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht“ (Offb 14,4). Und was tat das Lamm, welchen Weg ging es? „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat und sein Werk vollbringe“ (Jo 4,34).

Lasst uns diesen befreienden Weg gerne gehen.

Mit einem brüderlichen Shabbat Shalom

Gregor Dalliard