„Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Lk 24,26. Teil 1

Glaubensimpuls 237

Bei näherem Hinsehen ist diese Aussage ein vollgültiges Bekenntnis, das im jüdischen Denken seinen festen Platz hat. Worte wie „Christus„, „leiden„, „in seine Herrlichkeit eingehen“ finden wir im Kontext des Tanach, der Bibel Jahushuas. Lasst uns mit viel Dankbarkeit über diese drei Begriffe, in diesem und im nächsten Gim, ein paar Gedanken machen. In diesem Gim wollen wir etwas über den Begriff „Christus“, im christlichen Verständnis, und einiges das damit im Zusammenhang steht, nachsinnen. Ebenso wollen wir uns etwas über den Begriff „Mashiach“ im israelitisch-jüdischen Verständnis in Erinnerung rufen. Einigen Menschen ist diesbezüglich alles schon geläufig, während andere bibelorientierte Leser erst gerade über die Ostertage anfingen, sich über die Blut-Theologie, und die damit zusammenhängende Erlösung durch Menschenblut und das Blut einer Gottheit, Gedanken zu machen. Das ist wunderbar so! Doch damit setzt für manche eine heftige innere Auseinandersetzung ein, der sie nie wieder aus dem Wege gehen werden können, wollen sie den Rest ihrer irdischen Zeit versöhnt und im Frieden mit JaHuWaH – und im Geiste des Jahushua HaMashiach – leben.

Zum Begriff Christus. „Christus“ ist das lateinische Wort für „Gesalbter“, hebräisch: „Mashiach“. Wie manche von uns bereits wissen ist im weitesten Sinne jemand ein „Christus“, der vom Geist JaHuWaHs erfüllt ist – oder davon erfüllt wird. Die betreffende Person wird im Glauben Abrahams von JaHuWaH erfasst und richtet ihr Leben entsprechend aus. Sie kann innerhalb jener, die im Glauben Abrahams leben, zu einem entsprechenden Dienst beauftragt und bevollmächtigt werden. Die handelnde oder redende Person wird im Kontext des geoffenbarten Wortes reden und handeln. Tut sie das nicht, dann ist sie aus der Salbung gefallen und kann nur auf dem Weg der Einsicht und Umkehr wieder in den Willen JaHuWaHs, d.h. in den Status eines Christus, eines Gesalbten, eines Mashiach, zurückfinden. Manchmal wichen Meshichim, Gesalbte, Christi, vom Willen JaHuWaHs ab, wie etwa König Shaul, auch Priester und Propheten.

Ein Mashiach, also ein Christus, war z.B König Shaul, auch David und Shlomo (1Sam 26,23; 24,7-8.11; 16,12-13; 1Kö 1,39). Aber auch Priester und Propheten, wie der Prophet Shmuel (1Sam 12,3.5; 2,10). Sie waren Gesalbte, d.h. jeder von ihnen war ein Mashiach, ein Christus. Dabei muss ein Mashiach, ein Gesalbter, ein Christus nicht unbedingt in einem Ritual gesalbt worden sein. Denn, und das mag manchen Bibelleser irritieren, sogar der persische König Koräsch (Kyrus) wird Christus, Mashiach, Gesalbter und Hirte JaHuWahs genannt (Jes 44,28–45,1), da er im Auftrag JaHuWaHs die babylonische Gefangenschaft des auserwählten Volkes beendete.

Priester und Könige wurden gesalbt, d.h.zu Gesalbten, zu Christussen, Meshichim, gemacht. Sozusagen alle aber, die im Glauben Abrahams brennend für die Anliegen JaHuWaHs wirkten, Priester, Propheten, Rabbis und Könige, galten als Gesalbte (Christusse) JaHuWaHs. Ebenso wurde auch Jahushua von Nazareth Mashiach, Gesalbter, Christus JaHuWaHs genannt und als solcher verehrt und gehört. Er ging jeden Shabbat in eine Beth HaKnesseth (Synagoge) und lehrte die Bibel (Thora, Propheten und Schriften) wie die andern Rabbiner (Gesalbten) auch: „..und er ging nach seiner Gewohnheit am Shabbattag in die Beth HaKnesseth (Synagoge) und stand auf, um vorzulesen“ (Lk 4,16). Gerne hätten wir ihm Shabbat für Shabbat zugehört! Christen wollen das gar nicht gern – wir bis vor wenigen Jahren auch nicht!! Um so tiefer ist heute unsere Freude und Dankbarkeit.

Im weiteren Sinne ist der Sohn JaHuWaHs der Mashiach, der Gesalbte, der Christus JaHuWaHs, d.h. das gesamte auserwählte Volk. Dem gesamten auserwählten Volk ist die Evangelisierung der Welt aufgetragen. JaHuWaH wird seinen Heiligen das „Startzeichen“ zu diesem Dienst geben, indem er ihnen das Reich übertragen wird (Dan 7,18.22.27; Sach 8,21-23; 9,9-10; 14,16; Jes 2,2-4; 60,1-3; 66,22-23; Jer 3,17 u.a.m.). Darum trägt es JaHuWaH und seinen Verheissungen gegenüber eine aussergewöhnliche Verantwortung – wie kein anderes Volk in der Welt. Wie bezeichnet JaHuWaH sein Volk, das er in Israel sammeln und zugleich in alle Welt hinaus senden will? „Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht JaHuWaH: Mein erstgeborener Sohn ist Israel,- und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient!“ (2Mo 4,22-23). Das ist der wirkliche Mashiach, der Gesalbte, der Christus JaHuWaHs.

Im Wesentlichen beinhaltet der Begriff „Christus“, vom hebräischen Denken her, die Bereitschaft nach den Offenbarungen JaHuWaHs, nach seinem Willen zu leben. Das ehrt JaHuWaH als den einzig EINEN Schöpfer Himmels und der Erde und allen Lebens. Im Bund Abrahams gereicht diese Salbung dem auserwählten Volk, und schliesslich der ganzen Welt, zum Segen. Der grosse Irrtum der frühen Kirchenväter, der Begründer des Christentums, wie „Paulus“, Justin und anderer, bestand in ihrer Unwissenheit über die hebräische, tiefschichtige und umfassende Fülle des Wortes „Mashiach“, „Gesalbter“, „Christus“. Sie entleerten das israelitisch-jüdische Verständnis von Mashiach, Gesalbter, Christus und füllten den Begriff mit heidnischen Denkmodellen auf. Damit engten sie den Begriff Mashiach radikal auf eine Person ein, auf ihren neuen Gott Jesus, den sie zuvor entjudaisiert hatten, d.h. aus dem Judentum herausgerissen hatten.

Indem sie ihn entjudaisierten verschmolzen sie ihn gleichzeitig mit den religiösen Traditionen ihrer eingesessenen Fruchtbarkeits- und Erlösergottheiten aus der Antike. Er wurde als der Christus zu einer Erlösergottheit gemacht, die jedes Jahr, gleichsam zusammen mit der ganzen Welt, stirbt, abstirbt, die aber die tote, abgestorbene Welt, jedes Jahr wieder zu neuem Leben auferweckt, errettet. Alle Naturgottheiten der Antike sterben jedes Jahr ab und **„auferstehen“ jedes Frühjahr zu neuem Leben. Mit ihrer „Auferstehung“ wird die ganze Welt zu neuem Leben erweckt, errettet. **Diese Philosophie verknüpften sie mit der Messiaserwartung des jüdischen Volkes. Darum gilt „der Christus“ der Kirchenväter als der endzeitliche Messias, der die ganze tote Welt auferweckt, d.h. er wurde zum Erlöser der ganzen Welt gemacht.

Weil nach dem biblischen Zeugnis der israelitisch-jüdische Messias nie sterben wird, bzw. das anbrechende messianische Friedensreich nie aufhören wird, wenn es einmal begonnen hat, so durfte auch der falsche Erlöser-Gott, der Ersatzmessias der Kirchenväter, nicht sterben. Da aber die Römer Jahushua HaMashiach von Nazareth, den sie für ihren Jesus-Gott hielten, hingerichtet hatten, musste eine neue Lehre nach heidnischem her, die ihn als der immer Lebende bezeugen würde. Also verkündeten sie ihn nach seinem Tod als den Auferstandenen lebenden Gott, der sein Friedensreich im Himmel fortsetzen würde und zwar zur Rechten des Vaters im Himmel. Dieses Reich Jesu würde von Ewigkeit zu Ewigkeit dauern, bis er auf Erden alle seine Feinde, die Juden natürlich!, besiegt haben würde.

Hierzu lesen wir nämlich im Propheten Daniel und den andern Propheten fundamentale Aussagen, die ich in der letzten Zeit viel zitiert habe: „Aber die Heiligen des Höchsten (das auserwählte Volk) werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit (Zeitalter) der Ewigkeiten (Zeitalter).. Und das Reich und die Herrschaft und die Grösse der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten (den gläubigen Juden) gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen“ (Dan 7,18.27). Das bezeugen auch die übrigen hebräischen Propheten.

Einige Juden, die im Geiste des Paulus, um jeden Preis ihren Messias der Endzeit haben wollten, übergingen sämtliche Aussagen der Propheten, wie sie in der Bibel bezeugt sind. Bald schlossen sich ihnen Männer aus der griechischen Philosophie an. Sie wurden Kirchenväter genannt, weil sie die christliche Kirche schufen. Es wurden immer mehr. Später verdrängten sie die Wenigen aus dem jüdischen Lager, schliesslich verfolgten die jüdischen Abkömmlinge.

Sie missbrauchten die prophetischen Aussagen über das messianische Reich und übertrugen sie fälschlicherweise auf ihren Jesus-Messias. Dieser Betrug, diese Irreführung, lässt sich heute leicht entlarven. Stur und fanatisch, entgegen allen biblischen Zeugnissen, glaubten sie in Jesus würden sich alle prophetischen Verheissungen über das anbrechende Friedensreich zu ihren Lebzeiten hier auf Erden erfüllen. Die Umkehr aller Menschen zu JaHuWaH, wie uns das die Propheten vielfältig, auch für die Endzeit verheissen, würde nun einsetzen und die Kirche müsste nun hinausgehen – in alle Welt – und die Menschen im Namen der drei Gott-Personen taufen und zu ihrem Jesus-Gott bekehren. Zusammen mit dem sogenannten Taufbefehl lehrten sie also seine Auferstehung. Wie gesagt, er durfte um keinen Preis der Welt tot sein. Also lehrten sie knallhart, entgegen dem gesamtprophetischen Wort:

„Wenn aber gepredigt wird, dass Christus aus den Toten auferweckt sei, wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe? Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verlorengegangen. Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen. Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen..“ (1Kor 15,12-20)

Die Aussagen des Kirchenvaters sind voller Widersprüche. Dieser Glaube und diese Predigt ist wahrhaftig inhaltslos. Warum inhaltslos? Es gibt keinen prophetischen Inhalt, der den Glauben und die Predigt von einer zweiten Gott-Person rechtfertigt, die stirbt und aufersteht und dabei die ganze Welt erlöst. Das ist reinste Phantasie, wie wir sie bei den frommen Heiden in zahllosen Schattierungen kennen. Sie berufen sich auf Visionen, Träume und Eingebungen, die weder Hand noch Fuss haben und im praktischen Leben zu nichts taugen. „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden„.

Solche Irrlehren verführen die Menschen zu einem Leben ohne Umkehr! Das spottet jeder biblischen Grundlage. Gerade Jahushua von Nazareth lehrt uns, wie alle Lehrer vor ihm, das neue Leben in JaHuWaH. Mit den Texten der Thora und der Propheten in der Hand, zeigt er uns auf wie durch Umkehr und Wiedergutmachung ein gemeinsames Leben das dem Vater wohlgefällig ist das ewige Leben und den inneren Frieden schenkt. Die Bibel des Jahushua, die Jahushua heilig und unantastbar war, gibt niemals Raum für solche lebensfremde abstruse religiöse Philosophien, die am Leben vorbeischiessen und viel menschliches Leid hervorbringen.

Darum ruft JaHuWaH durch den Mund seiner Gesalbten: 45,22 „Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin JaHuWaH und keiner sonst“ (Jes 45,22). Mit grosser Freude folgen wir dieser Einladung sehr gerne. Shalom und einen gesegneten Shabbat!

Gregor Dalliard