„Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Lk 24,26. Teil 4

Glaubensimpuls 240

„..und in seine Herrlichkeit eingehen“ (Lk 24,26), ist das Thema dieses Gims. Dem Eingang in seine Herrlichkeit ging die Verfolgung und die Ermordung durch die Römer voraus. In der sehr kurzen Zeit seines Wirkens richtete Jahushua die verfolgten „Schafe“ des himmlischen Vaters auf. Sie waren durch die Römer gedemütigt, entrechtet und entwürdigt. Viele waren zu jener Zeit am Ende ihrer Kräfte, waren der Verzweiflung nahe. Sie konnten kaum noch an die Gegenwart JaHuWaHs und an seine Verheissungen glauben. Innerhalb der Juden war Jahushua sehr beliebt. Das Gegenteil von dem was uns die überarbeiteten Berichte (NT) der frühen Kirchenväter vermitteln. Sein Zeugnis für JaHuWaH war wirkungsvoll, wie das der grossen Propheten und Rabbiner. Er richtete die Zuhörer wieder auf, führte verlorene Schafe zu JaHuWaH zurück, half ihnen zum Durchhalten. Das bestätigen die hebräischen Urzeugnisse, die wir als Schlüsselbeweise aus den Berichten (NT) erkennen können.

Darum durfte er täglich im Tempel ein- und ausgehen und lehren (Joh 7,14; 8,2; 18,20; Lk 22,53; 19,47; 21,37), was einem nicht offiziellen und Thora liebenden Rabbi niemals gestattet worden wäre. Ebenso „ging er nach seiner Gewohnheit am Shabbattag in die Beth HaKnesset (Synagoge) und stand auf, um vorzulesen“ und „lehrte allezeit“ (Lk 4,16; Joh 18,20), was ebenso undenkbar gewesen wäre, wäre er nicht ein thora- und prophetentreuer Pharisäer, d.h. Schriftgelehrter, gewesen. Denn er las aus der Thora, den Propheten und Schriften! Die Menschenmassen folgten ihm auf Schritt und Tritt (Mk 6,33; Mt 8,1; 14,13-14). Die Pharisäer schützten und versteckten ihn vor den römischen Häschern (Lk 13,31; Joh 11,47-51) und die pharisäischen Frauen versorgten ihn hingebungsvoll und aufopfernd auf der ständigen Flucht vor den Römern (Lk 8,1-3; Mk 15,40-41). Alle, die sich in Jerushalajim durch ihn aufrichten liessen besuchten täglich den Tempel (Apg 2,46), was nur möglich war, weil sie alle Eiferer für die Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Shabbate JaHuWaHs waren: „..und alle sind Eiferer für die Thora“ (vgl. Apg 21,20).

Ein beeindruckendes und zu Herzen gehendes Zeugnis. Dieses zentrale Zeugnis erkennen wir aus den überarbeiteten Berichten der Kirchenväter, die uns später irrtümlicherweise als das „Neues Testament“, als die Bibel der Kirche, überliefert worden sind. Aus dem, mit heidnischem Gift, entstellten und vermischten wunderbaren ursprünglichen biblischen Reichtum, entdecken wir heute die umfassenden hebräischen Quellen und Zusammenhänge der damaligen Zeit. Frisch und erquickend fliessen sie uns entgegen. Täglich dürfen wir daraus schöpfen. Dabei sind uns die modernen Zugänge zu der damaligen Profangeschichte eine nicht mehr wegzudenkende Hilfe. Einfach umwerfend!

Jeder, der rund 6000 Juden, die unter der grausamen Herrschaft des Pilatus, im Angesicht der martervollen Pfählung (Kreuzigung) stand, bat JaHuWaH inständig um seine Hilfe. So war es auch bei Jahushua. Bevor ihn die römischen Häscher ergriffen, bat er den himmlischen Vater: „Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ (Mk 14,36). Es war der Beginn einer qualvollen Wegstrecke, bevor er in seine Herrlichkeit eingehen sollte. Wie alle Juden zu jener Zeit, und wie sie es bis zu dieser Stunde halten, betete er am römischen Marterpfahl das Sterbegebet, den Sterbepsalm 22. Die späteren heidnischen antijüdischen „Berichterstatter“, die sich über die ursprünglichen Zeugnisse hergemacht hatten, wussten in ihrem antijüdischen Wahn nichts Besseres als nur den Vers 2 zu überliefern. Warum das? Sie nahmen ihn zum Anlass um die Juden in ein schlechtes Licht zu stellen. Sie rissen diesen Vers aus dem Kontext und stellten die Juden als Spötter hin (vgl. Mk 15,33-36). Die Folgen solcher Rufmorde sind grausam! Aufgedeckt liegt dieser Missbrauch heute vor uns und wir reagieren darauf.

Die Herrlichkeit JaHuWaHs wird in der Bibel durchgehend bezeugt. Sie ist das zentrale Evangelium der Thora, der Propheten und Schriften. Im Psalm 24,7-10 ist uns einer der ergreifendsten Hymnen auf die Herrlichkeit JaHuWaHs überliefert: „Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist dieser König der Herrlichkeit? JaHuWaH, stark und mächtig! JaHuWaH, dem nichts unmöglich ist (mächtig im Kampf)! Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? JaHuWaH der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit!“

Die Herrlichkeit JaHuWaHs steht immer in Verbindung mit seiner Heiligkeit. JaHuWaH ist der Heilige, d.h. er ist der Ausgesonderte. Er ist anders als die Götter. Politische, religiöse und irregeführte Machtmenschen setzten den Völkern Götter auf, denen sie sich unterwerfen müssen. Damit halten sie ihre Anhänger nieder, hindern sie an der vom Schöpfer gegebenen Entfaltung ihres Wesens und ihrer Würde. Sie bleiben von Generation zu Generation Opfer des Missbrauchs und der Ausbeutung. Es ist der sehnlichste Wunsch der gläubigen Israeliten, der in der klaren Erwählung und Berufung begründet liegt, der Menschheit die Befreiung von ihren Göttern zu bringen, indem sie diese zu JaHuWaH, seinen Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Shabbaten, zu seiner Liebe und Gerechtigkeit führen, d.h. in seine Herrlichkeit. Einfach ergreifend!

Wie wir alle wissen, lebte Jahushua als tiefgläubiger überzeugter Jude, Pharisäer und Rabbi. Er legte die Thora und Propheten strenger aus als die meisten andern Thora-Lehrer (vgl. Mt 5,18-19. 21-26. 27-30;). Er war vom Zeugnis der Thora und Propheten felsenfest überzeugt, liess keine Zweifel zu. Das Bekenntnis der Väter war für ihn Wort des Lebens, Wort des lebendigen Vaters, unzweifelhaft! Er betete „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,4-5). Warum konnte er voller Überzeugung eine solche Aussage machen? Sind dies Worte der Bibel? Worte JaHuWaHs?

Vollkommen sind sie das! Wir erinnern uns an folgende Zeugnisse der Propheten: „Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu JaHuWaH zurück, der ihn gegeben hat“ (Pred 12,7). „Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder“ (Ps 90,3)! „Es werden daran gedenken und zu JaHuWaH umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Denn JaHuWaH gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. Nur ihm werden huldigen die bereits Verstorbenen (in der Erde Schlafenden); vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte (der Ermordete, auf irgend eine Weise Umgekommene)“ (Ps 22,28-30).

Wenn nun der Mensch nach dem Tod zum Vater zurückkehrt von dem er ausgegangen ist, dann kommt jeder Mensch aus der Herrlichkeit des Vaters und wird zur Herrlichkeit des Vaters zurückkehren. Für Jahushua, alle gläubigen Israeliten und Juden gab es diesbezüglich überhaupt keine Zweifel. Diese Tatsache wurde als Auferstehung verstanden. Gewisse Sadduzäer hatten offenbar Mühe mit gewissen Vorstellungen über die Auferstehung, so wie sie heute von den Christen gelehrt wird. An diese Art von Auferstehung glaubten sie nicht. Vom irdischen Leben aufersteht der Mensch, als Geist von des Vaters Geist, und geht zurück ins Leben des Vaters, d.h. in die frühere Herrlichkeit zurück. Die Herrlichkeit des Vaters existiert vor Grundlegung der Welt. Darum sagte JaHushua: „Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“. Gerade das zeichnet die vollkommene Grösse und Heiligkeit des Abba JaHuWaHs aus.

Jahushua bestätigt mit seiner Aussage gleich zwei fundamentale Tatsachen. Hören wir was er sagt: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Erlöser (Gott), und den du gesandt hast, Jahushua, den Gesalbten, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,3-5). Welches war sein Werk? Welches Werk sollte Jahushua in seinem Leben tun? Was sagt er selbst dazu? Lesen wir seine Aussagen in Mt 15,21; 10,5-6; Joh 10,16 und die Bestätigung des Hohen Rates in Joh 11,51-52.

Erstens bestätigt er, dass alle den Vater als den allein wahren Erlöser (Gott) erkennen und anbeten mögen, d.h. ihm allein vertrauen. Er ist die Herrlichkeit. JaHuWaH selbst bezeugte durch alle Propheten, dass es ausser ihm keinen andern Erlöser gibt. „Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Erlöser (Gott) neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet“ (5Mo 32,39)!

Zweitens sollten alle Hörer die Propheten, Rabbiner und Lehrer als solche erkennen, die vom Vater gesalbt und damit vom Vater gesandt waren und sind, so auch er. Wie kann diese Salbung und Sendung von den Zuhörern klar erkannt werden? Was ist das offensichtliche Kennzeichen? Zuerst einmal, indem sie alle übereinstimmend mit dem Geist JaHuWaHs und aus dem Geiste JaHuWaHs reden. Das zeigt sich in der ungeteilten Treue, Liebe und Anbetung JaHuWaHs, in der klaren Ablehnung aller Götter und ihrer Forderungen und schliesslich in der Nächstenliebe, die sich in den Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Shabbaten, in Gerechtigkeit und Liebe zeigt (vgl. z.B. 5Mo 18,9-22; Mk 12,29-33).

Nur so sollten und konnten sie JaHuWaH gemäss Einfluss nehmen auf das Volk und es vor falschen Wegen bewahren. Darum bat auch Jahushua, wie alle Propheten, Rabbiner und Lehrer, dass seine Zuhörer seine Sendung, in diesen von JaHuWaH gegebenen Bestimmungen, erkennen mögen, denn das ist Leben, das ewiges Leben.

Die Bitte Jahushuas in Joh 17,3 ist also nichts ausserjüdisches, ausserbiblisches. Auf diese Weise JaHuWaH glauben, ihm vertrauen dürfen, heisst die Herrlichkeit des Vaters haben und sie andern geben: „Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast“ (Joh 17,22-23). Mit Welt ist nicht die weite Welt gemeint, wie das in der christlichen Theologie fälschlicherweise gelehrt wird, sondern die verlorenen Schafe des Hauses Israel (vgl. Mt 15,24). Sie will er in die wunderbare Herrlichkeit, in die Beziehung des Vaters, zurückbringen.

„Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24). Jahushua wünscht sich nichts sehnlicheres, als dass alle verlorenen Schafe des Hauses Israel zurück in diese Herrlichkeit, in das Vertrauen des Vaters, zurückfinden, darin leben möchten wie er. Sie mögen vom Vertrauen zum Vater erfasst werden wie er. Sie möchten glaubens- und lebensmässig auch dort stehen wo er steht und so die tägliche Not, mit all den Herausforderungen, durchstehen, aushalten und nicht irre werden an JaHuWaH und seinen Verheissungen. Welch eine Ermutigung! Einfach wunderbar!

Lasst uns im nächsten Gim noch etwas auf das Thema Herrlichkeit eingehen. Wir stehen vor dem grossen Fest Pessach, das am 22. April abends beginnt und bis zum 30. abends dauert. Das Fest erinnert an die Leidensgeschichte des jüdischen Volkes und an den gewaltigen Auszug aus Ägypten und die Flucht vor der Unterdrückung religiöser Herrscher. Mit dem ersten Frühjahrsvollmond wird das Fest eingeleitet. Mit den Festlichkeiten soll aber auch des Auszuges aus der religiösen Bevormundung hinein in die persönliche Beziehung mit JaHuWaH gedacht werden, eine Beziehung, die unsere persönliche Verantwortung fordert.

Von Herzen wünsche ich allen ein chag sameach, ein fröhliches Fest. Shalom!

Gregor Dalliard