Moslems und Jesus-Visionen? Teil 3

Glaubensimpuls 326

Wir stehen zwar inmitten der Chanukkafeiern, dennoch aber möchte ich weiter Ergänzendes zu unserem Thema “Moslems und Jesus-Visionen” sagen. Wir feiern das Lichterfest, die Wiederherstellung der Ehre JaHuWahs und damit des einzelnen Menschen. Warum sollten wir nicht auch unsere Wiederherstellung im Lichte JaHuWaHs vertiefen? Das ist wahrlich ein Grund zum Feiern und Danken! Ein Grund alle Lichter des Lebens anzuzünden. Denken wir in diesen Tagen von Chanukka bewusster darüber nach, wie wir diesen Segen in unserem Leben bewusster entfalten können.

Also zurück zu unserem Thema: Wir sagten im Gim 324: Meistens geschehen solche Visionen aus einer tiefen Not heraus. Erstens ist allgemein nachgewiesen, dass solche Visionen innerhalb einer tiefen Not, aus einer Ausweglosigkeit, aus einer inneren Unruhe und Unzufriedenheit heraus entstehen. Zweitens sind solche Visionen die Folgen einer (nicht biblischen) verkehrten religiösen Erziehung, einer abnormen und einseitig religiösen Glaubens- und Lebensweise. Abnorme religiöse Forderungen und -erwartungen von religiösen Führern setzen Kräfte in Bewegung, die wir u.U. nicht mehr in Griff bekommen – von Seele zu Seele! Oft handelt es sich um Menschen, die sich in einer meditativ-mystischen (nicht biblischen) Weise intensiv mit speziell religiösen Dingen beschäftigen. Sie versenken sich buchstäblich in diese Dinge hinein. Mit der Zeit werden ihre Erlebnisse als volle Wirklichkeit empfunden und erfahren. Das ist absolut möglich. Wir wollen im nächsten Gim Beispiele nennen.

Weswegen hat Jahushua von Nazareth zu seinen Bibelschülern mit den folgenden Worten geantwortet?: “Und Jahushua bedrohte ihn, und der Dämon fuhr von ihm aus; und von jener Stunde an war der Knabe geheilt. Da traten die Bibelschüler für sich allein zu Jahushua und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens; denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin! und er wird sich hinwegheben. Und nichts wird euch unmöglich sein” (Mt 17,18-20). Was will der Rabbi Jahushua von Nazareth damit sagen? Jeder von uns weiss, dass weder er, Jahushua, noch ein anderer Pharisäer, Rabbi, Prophet oder Gerechter, oder sonst jemand auf der Welt, jemals zu einem Berg sagen konnte hebe dich weg von hier und gehe dorthin und der Berg war versetzt. Es hat auch nie einen Menschen hier auf Erden gegeben und es wird auch nie einen Menschen geben, der JaHuWaH so vertrauen (glauben) könnte, dass ihm nichts unmöglich wäre. Also müssten wir auch bei Jahushua von seinem Kleinglauben sprechen, wenn sein Glaube nicht einmal einen Berg versetzen konnte.

Hatte Jahushua jeden Bezug zur Realität verloren? Der Rabbi Jahushua von Nazareth benutzt hier eine Bildrede, die uns als griechisch denkenden Menschen völlig fremd ist. Er benutzt eine Bildrede wie sie bei den Lehrern Israels üblich war um etwas sehr Tiefsinniges, ein Glaubenssatz der unantastbar ist, zu vermitteln, etwas das den Menschen auf seinem Glaubensweg bewahrt, geistig und menschlich gesund hält und zum Ziel bringt. Jahushua will seinen Schülern nicht einfach sagen, euer Glaube ist nichts, nicht einmal so gross wie ein Senfkorn, ihr seid alle Taugenichtse, ihr steckt glaubensmässig noch in den Kinderschuhen oder sonst etwas. Im grossen biblischen Kontext will Jahushua sagen, lerne JaHuWaH so bedingungslos vertrauen wie ich, dein Rabbi, dann hast du alles. Lerne mit JaHuWaH dein tägliches Leben gestalten. JaHuWaH ist die erste und letzte Instanz des menschlichen Lebens. Er hat Himmel und Erde geschaffen, an IHM führt kein Weg vorbei. Wenn du das tust dann hast du das Leben, dann hast du den wirklichen Glauben, den Glauben Abrahams, alles andere ergibt sich. Alle anderen religiösen Wege führen in die Irre, denn den Glauben kann ich nicht lernen, machen, vermehren und verdoppeln wie Geschäftserträge. Es geht um die vertrauensvolle Beziehung mit dem Schöpfer allen Lebens.

In den 90er Jahren bin ich als Pfingstprediger dauernd mit dem Thema Jesus-Visionen konfrontiert worden. Schon vor Jahrzehnten erschienen reihenweise Bücher auf dem christlichen Büchermarkt, die von Jesusbegegnungen unter den Moslems und Pfingstlern berichteten. Sie fanden unter den Pfingstlern reissenden Absatz, denn die meisten wollten ebenso Jesusbegegnungen machen. Wer sie gemacht hatte, der galt als aussergewöhnlich geheiligter Mensch und stand im Mittelpunkt dieser Freikirchen. Daran hat sich bis heute wohl nichts geändert. Die Vielen waren und sind verführt. Es genügt ihnen nicht nach den gesunden biblischen Weisungen zu forschen, die uns in den täglichen Herausforderungen tiefen inneren Frieden schenken wollen. Irregeleitet suchen viele von ihnen nach sensationellen Jesus-Visionen, die mit der Bibel und der Realität des Jahushua von Nazareth überhaupt nichts zu tun haben. Aber in vielen Freikirchen und kirchlichen Bibelkreisen werden die Menschen angeleitet und aufgefordert solche Visionen anzustreben. Die Leute solcher Kreise berufen sich in allem auf Jahushua von Nazareth. Sie weigern sich aber ganz entschieden nach den zentralen biblischen Botschaften des TaNaCH zu fragen. Jahushua von Nazareth gestaltete sein Glaubensleben allein nach dem TaNaCH, Thora, Propheten und den Schriften, bis zum letzten Atemzug.

Nicht umsonst galt für ihn das oberste Glaubensprinzip, das wir immer neu wiederholen wollen: “Meint nicht, dass ich gekommen sei, den TaNaCH (Weisungen der Thora, wie etwa die zehn Gebote) oder die Propheten (etwa das prophetische Wort über das Wesen des messianischen Reiches) aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu bestätigen (zu leben, erfüllen). Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von den Weisungen vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel” (Mt 5,17-19). Die Weisungen des TaNaCH und der Propheten führen zu jenem inneren Frieden, der in den Worten der Propheten Moshe, Micha, ja aller Propheten, so zusammengefasst ist: “Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert JaHuWaH von dir, als Recht zu üben und Güte (Barmherzigkeit) zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Beschützer JaHuWaH (Gott)?” (Mi 6,8; vgl. 5Mo 10,12-22; 6,4-9). Ebenso: “Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund JaHuWaHs ausgeht” (Mt 4,4). Achten wir darauf was Jahushua von Nazareth über das Gebet der Heiden sagt! Vergleichen wir die Gebetsformeln und -riten der Kirchen (etwa eine Messliturgie, Sakramentenzeremonien oder das Rosenkranzgebet) mit denen der Heiden, dann warnt er uns ebenso auch vor den Kirchen: “Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen (Kirchen); denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiss, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden” (Mt 6,7-10).

Wie gehen die Christen mit den Weisungen im TaNaCH um? Sie scheren sich keinen Deut um die Weisungen und Forderungen JaHuWaHs. Das hätte Jahushua von Nazareth nie gemacht. Sie machen prinzipiell das Gegenteil von dem was JaHuWaH offenbarte und was Jahushua glaubte und lehrte und haben dabei die Unverschämtheit sich laufend auf ihn zu berufen. Das biblisch-prophetische Wort bestätigt uns unmissverständlich: Der Jesus-Gott der Christen, auf den sie sich laufend berufen und in allen Dingen rechtfertigen, hat überhaupt nichts mit dem Jahushua von Nazareth zu tun. So einfach ist das! Warum schrieb ich oben (Gim 324): “Die Erscheinung in der Gestalt eines Jesus..” Der Jesus, den die unterschiedlichen Menschen, Christen, Moslem, Hindus u.a. in unterschiedlichen Ländern und Gegenden sehen, sieht bei jedem anders aus. Bei tieferen Recherchen stellen wir fest: er gleicht meistens einer Jesusfigur oder einem Jesusbild, das in irgendeiner Kirche, in jener Gegend, in einem Buch oder in einer Schrift dargestellt ist oder irgendwo in den Medien erschienen ist oder der frommen Phantasie entspricht, die allen diesen Bildern und Darstellungen entspricht. Wir wissen aber, dass es nur einen Juden gab mit dem Namen Jahushua von Nazareth, den Rabbi und Pharisäer Jahushua von Nazareth. Keiner weiss wie er ausgeschaut hat.

Sicher hatte er nur ein Aussehen wie jeder von uns auch. Er wurde von den Römern sehr früh, zusammen mit vielen anderen Juden, gepfählt. Nun erscheint er Tausenden von Menschen, aber jedes Mal als ein anderer Mann, in einer anderen Grösse, in einem anderen Körperbau, meistens ganz süss, vergeistigt, in wallenden Haaren und liturgisch-dämlichen Kleidern usw. Das allein schon sollte uns als Beweis dienen, dass die Christen es nicht mit dem Jahushua von Nazareth zu tun haben, sondern mit einer vergeistigten, vom Leben abgehobenen paulinischen Phantasiegestalt, die eindeutig den Göttersöhnen der Antike zuzuordnen ist. Das allein schon müsste die Christen animieren, nach dem wahren Jahushua von Nazareth, seinem Glauben und seinen Lehren zu fragen und ihr Leben danach auszurichten. Dasselbe können wir von den vielen Marienerscheinungen sagen, die seit dem frühen dunklen Mittelalter die Katholiken überschwemmen. Sie sind Zeichen und Frucht grosser geistiger Verfinsterungen und Verirrungen. Je mehr das Papsttum die Juden verfolgte und die Bücher der Thora und der Propheten beseitigen und verbrennen liess, desto finsterer wurde es in den Herzen der Menschen, die nach der Wahrheit hungerten, desto verworrener und widersprüchlicher entwickelte sich das Christentum – bis zum heutigen Tag!

Die Reformatoren hatten sich in vielen Dingen der Thora und den Propheten wieder etwas angenähert, doch zum vollen prophetischen Durchbruch vermochten sie sich allerdings nie durchzuringen, darum werden sie vom heutige Papsttum wieder geschluckt. Unter dem erbitterten Widerstand des Papsttums gelangen den Reformatoren doch einige Aus- und Durchbrüche. Der Lebensstandard in den reformatorischen Ländern und Gegenden verbesserte sich schnell – bis zum heutigen Tag! Mit zahllosen und kaum zu fassenden Verfolgungsmethoden und Kriegen versuchte das Papsttum die nach Licht Dürstenden in seine fromme Höllenfinsternis zurückzuholen. Welch eine Helligkeit, wieviel Licht wird einmal in den Herzen aller Menschen aufstrahlen, wenn mit JaHuWaH das messianische Friedensreich anbrechen wird. Die religiöse Wüste wird ihr Ende sehen und die Menschheit wird geradewegs auf JaHuWaH zugehen:

“Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt JaHuWaH den Weg!.. Und die Herrlichkeit JaHuWaHs wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird es sehen. Denn der Mund JaHuWaHs hat geredet.. Auf einen hohen Berg steig hinauf, du Freudenbotin Zion! Erhebe mit Macht deine Stimme, du Freudenbotin Jerushalajim! Erhebe sie, fürchte dich nicht!” (Jes 40,3-5,9). Mit dieser prachtvollen Botschaft grüsse ich alle ganz herzlich und wünsche allen noch tiefsinnige und ermutigende Chanukka-Tage. Shalom!

Gregor Dalliard