Am Sonntag, den 17. Dezember 2017, treffen wir uns in Finsterhennen zu einer Chanukafeier. Wir laden dich herzlich ein. Anmeldungen: [email protected]/ tel.: 032 396 34 03 oder [email protected]/ tel.: 031 991 69 12.

Moslems und Jesus-Visionen? Teil 1

Glaubensimpuls 324

Das Thema Moslems und Jesus-Visionen beschäftigt recht viele Menschen. Es ist ein Thema das mit der Masseneinwanderung von Hunderttausenden von Moslems in den Westen Europas in den letzten Jahren wieder sehr aktuell geworden ist. Wir bekamen folgenden Brief per Mail zugesandt: “Folgendes Thema stellt uns dabei gerade vor eine besondere Herausforderung: In der muslimischen Welt gibt es zu Tausenden Menschen die (manchmal unmittelbar, meistens aber durch persönliche Not und Zweifel an Allah zu Gott schreien) durch Träume und Visionen von Jesus eine Bekehrung erfahren und dadurch so verändert, geheilt und stark werden, dass sie trotz Todesdrohungen und Folter etc. ihren Glauben an den Gott Jesus bekennen, Bibeln verteilen und missionieren. Oft enden sie dann im grausamen Tod. Sie halten Stand. Wir sind dazu aktuell an einem Buch mit beispielhaften Erzählungen. Beim Lesen haben wir gemischte Gefühle und wir können die mächtige Kraft und persönliche Liebe, die von diesem Jesus ausgeht, nicht leugnen. Diese Menschen suchen wahrhaftig nach ihrem Schöpfer, und er offenbart sich ihnen als Jesus!..

Wir fragen uns jedenfalls: Wer steckt dahinter? und haben keine Antwort darauf. Offensichtlich werden diese Menschen zu wahren Friedenskindern, lieben ihren Nächsten und ihren Gott über alles. Das ist doch wie der Geist JaHuWaH’s, oder nicht?? Wenn wir nach dem Prinzip urteilen: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ dann können wir nicht sagen: Diese Menschen sind verführt oder da steckt eine schlechte Macht dahinter”. Soweit der Brief. Ich versuche in diesem und im nächsten Gim auf diese heikle Thematik einzugehen.

Erstens möchten wir Folgendes festhalten: Die Berichte über Jesus-Erscheinungen und Offenbarungen, über wunderbare Ereignisse und Heilungen durch Jesus unter Moslems erfreuen vor allem freikirchliche Gemeinschaften, weil solche Berichte meistens als Beweis und Bestätigung der Lehre der Gründer des Christentums herhalten müssen, nämlich, dass Jesus der wahre Gott sei, der biblisch verheissene Messias, der persönliche Erlöser, ohne den niemand errettet werden kann. Was für einen Eindruck vermitteln diese Publikationen? Sie erwecken den Eindruck als gäbe es nur Jesuserscheinungen, -offenbarungen und -heilungen. Das ist aber ein Irrtum!

Darum sollten wir Zweitens zur Kenntnis nehmen, dass Katholiken in traditionell katholischen Gegenden, ebenso von Visionen, Erscheinungen, Heilungen und Offenbarungen, sowohl von der Jesus-Gottheit als auch von der Muttergottes, von Engeln und Heiligen unter Moslems berichten. Also: je nach ihrem religiösen Umfeld oder bestimmten Einflüssen erleben Moslems und andere Menschen Erscheinungen von Jesus oder von der Muttergottes, von Heiligen der Kirche usw.

Drittens ist dieses Phänomen nicht nur auf die christlichen Gottheiten wie Jesus, die Muttergottes, Heilige usw. beschränkt. Christen, Moslems, Freidenker, Atheisten und Menschen anderer Glaubensrichtungen berichten ebenso von Erscheinungen des Buddha, von seinen Botschaften, seinen Wundern und Heilungen, die bei ihnen eine totale Umkehr des Lebens zur Folge hatten. Ebenso erscheinen Hindu-Gottheiten Christen, Moslems, Freidenkern, Atheisten und anderen Menschen. Auch das Leben solcher Menschen wird völlig umkrempelt. Die Mitmenschen können ihre guten Früchte nicht übersehen. Die Erscheinung in der Gestalt eines Jesus, einer Muttergottes, eines Engels, eines Buddha, einer Hindu-Gottheit, eines Heiligen, eines Verstorbenen, einer Voodoo-Gottheit (Wudu) oder wer auch immer das sein mag, erleben die Betroffenen in gleicher und ähnlicher Weise. Die Erscheinung teilt ihnen Botschaften mit, gibt ihnen Aufträge und zeigt ihnen Dinge, die sich nachher zweifelsfrei als echt herausstellen. Es ereignen sich Heilungen und andere wunderbare Dinge. Ihr Leben verändert sich daraufhin buchstäblich. Die guten Früchte sind, wie gesagt, nicht zu übersehen.

Wir halten viertens fest: Solche Menschen haben wirklich Erlebnisse gehabt, die sich im Alltag bestätigten. Das hat sie tief verändert und hat sie innerhalb ihres neuen religiösen Umfeldes zu hingebungsvollen Menschen werden lassen, die es meistens in den Werken der Liebe an nichts mangeln lassen und im neuen Umfeld entsprechend geehrt und geachtet sind. Meistens geschehen solche Visionen aus einer tiefen Not heraus. Das kann im Gebet geschehen, im Traum, bei einer Busfahrt, an einem Wallfahrtsort oder sonst bei einer Gelegenheit. Die Leute sind felsenfest von dem was sie erzählen überzeugt, denn sie haben es so erlebt und gefühlt. Innerhalb der traditionell stark geprägten religiösen Glaubensgemeinschaften müssen die Betroffenen von ihren Angehörigen deswegen oft bitteres und grausames Leid ertragen, manchmal sogar den Tod auf sich nehmen. Sie ertragen und erdulden das alles mit jenem Heroismus, der den Umstehenden die Sprache verschlägt. Das erweckt bei Aussenstehenden den Eindruck, dass diese offenbarende Gestalt die wahre Gottheit sein muss, denn was man von den Betroffenen hört, was sich tut und was man an Früchten in ihrem Leben sieht, schliesst doch jeden Zweifel aus. Vor allem innerhalb des Christentums ist diese Meinung vorherrschend.

Lasst uns im nächsten Gim nach den tieferen Zusammenhängen dieser Phänomene fragen. Wie beurteilt der TaNaCH, die Bibel, diese Phänomene? Nehmen wir aber eine zentrale Botschaft vorweg: “So spricht JaHuWaH, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin JaHuWaH, dein Erlöser, der dich lehrt zu deinem Nutzen, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst” (Jes 48,17). In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat, in einem frohen Beisammensein mit Menschen, die wir im Lichte und Bilde JaHuWaHs neu schätzen lernen. Shalom!

Gregor Dalliard