Mit JaHuWaH gehen - Teil 1

Glaubensimpuls 382

Immer wieder wird die Frage an mich herangetragen, was heisst das eigentlich: «Ganz mit JaHuWaH gehen»? Wir sind im christlich-paulinischen Glauben aufgewachsen, antijüdisch, davon tief geprägt, fest verankert. Im Laufe der Zeit haben wir aber den Glauben Jahushuas von Nazareth kennengelernt, weil wir wissen wollten was denn sein Glaube war. Sein Glaube wurde uns wichtig, denn wir wollten glauben wie er. Was wir aber nicht ahnten und nicht im voraus wissen konnten war Folgendes: Sein gelebter Glaube brachte uns Schritt für Schritt in Konflikt mit dem mystisch-heidnischen Glauben des Paulus und mit den mystisch-philosophischen und antijüdischen Inhalten des gesamten «Neuen Testamentes», das unter dem Deckmantel «Geheimnis des Glaubens» steht. D.h., es ist einem Christen nicht gestattet die Lehrinhalte seines Glaubens und die Inhalte des «Neuen Testamentes» zu hinterfragen. In der ewigen Verdammnis würde seine Zukunft enden. Heute wissen wir: Der Glaube Jahushuas von Nazareth unterscheidet sich vom Glauben der Kirchenväter, bzw. der Kirchengründer, total.

Andere schreiben, wir wollen im Glauben des Jahushua von Nazareth leben. Was uns aber irritiert ist die Tatsache, dass es innerhalb des Judentums jüdische Gemeinschaften mit unterschiedlichen Prägungen und Traditionen gibt. Da gibt es das ashkenasische, das sephardische, das mizrachische Judentum, das wiederum ist unterteilt in ein ultraorthodoxes, ein orthodoxes und konservatives Judentum oder Reformjudentum. Manch einen beschäftigt die Frage, ja welcher Prägung, bzw. Tradition, muss ich mich nun anschliessen, damit ich sicher bin, dass ich ganz treu mit JaHuWaH lebe. Im voraus sagen wir sehr vorsichtig: Ich muss mich keiner jüdischen Gemeinschaft anschliessen. Diese Aussage bedarf einer wichtigen Erklärung auf die wir in den folgenden Gims eingehen möchten.

Das Thema ist weitläufig. Juden sind rund um den Globus ansässig geworden. Diese «Sendung» der Juden hinaus in alle Welt geschah nicht ohne Absicht JaHuWaHs. Sie nimmt ihren wunderbaren Anfang schon in der Berufung von Abraham und der – alles Mark und Bein durchdringenden – frohen Botschaft, bzw. Verheissung, an Abraham. Er muss und will sein heidnisches Land, seine heidnische Verwandtschaft und das heidnische Haus seines Vaters verlassen (vgl. 1Mo 12,1). Später gab es die grosse Hungersnot, die grossen Deportationen und Verfolgungen, die Juden in alle heidnisch besetzten Himmelsrichtungen führten. Alles geschah, damit der Segen Abrahams in den heidnischen Enden der Welt behutsam Fuss fassen konnte – und wird. Es ist darum sehr verständlich, dass sich jüdische Gemeinschaften unter den unterschiedlichsten Völkern unterschiedlich entwickelten. Äussere Einflüsse jener Völker, unter denen sie wohnten, sind automatisch in ihr Leben eingeflossen. Es gab Anpassungen Einzelner, eines grösseren Teils, selten aber aller Ansässigen. Ein grosser Überrest blieb in aller Welt, zu allen Zeiten JaHuWaH und seinen Lebensweisungen treu. Das ist das Kennzeichen dafür, dass sie alle Juden sind! Darum werden sie allesamt, bis heute, Juden genannt. Das zu wissen ist absolut wichtig, ein Wunder und tut gut. Es kamen im Laufe der Zeit also Traditionen hinzu, die im TaNaCH (Thora, Propheten, Psalmen, Schriften) nicht erwähnt sind, die aber für manche jüdischen Kreise ein äusseres Kennzeichen ihrer Identität geworden sind. So etwa das Tragen der Kippa, die in Babel ihren Anfang nimmt, oder etwa der Schtreimel, eine Mütze aus Fell, aus dem kalten Osteuropa. Sie wird von vielen chassidischen Juden auch heute noch, selbst in der Hitze des Nahen Ostens, getragen. Sie bleibt so ein ständiges Erinnerungs- und Kennzeichen an die äusserst schweren Zeiten ihrer Vorväter in Osteuropa, die wegen ihrer Treue zu JaHuWaH und dem verheissenen Segen für alle Völker an Abraham, bitterstes Leid unter den Christen zu ertragen hatten. Der Umgang mit dem Shabbat ist z.T. recht unterschiedlich, aber das lassen wir hier.

Schlicht und einfach möchte ich aber das weitergeben, was wir aus unseren Erfahrungen und unserem Glaubenswachstum, im Umgang mit dem biblisch-prophetischen Wort, schrittweise erkennen durften. Wie gesagt: was wir schrittweise erkennen konnten haben wir, jeder für sich und doch im steten Austausch mit anderen, auch nur schrittweise umsetzen können. Das hat uns bisher vor Überforderungen geschützt. Was meine ich damit? In der Begeisterung von etwas Neuem lassen wir uns gerne zu voreiligen Schritten verleiten, treffen Entscheidungen, die wir nachher bereuen könnten. Warum das? Die tieferen Einsichten in die biblisch-prophetischen Zusammenhänge waren uns anfänglich fremd. Als Christen haben wir nie gelernt damit umzugehen. Wir sind völlig anders getrimmt worden. Setzen wir etwas um, weil wir gerade guter Laune sind oder weil andere das auch tun, dann könnte irgendwann eine Ernüchterung eintreten, eine schleichende Interesselosigkeit, eine Freudlosigkeit und Enttäuschung. Nun durften und dürfen wir schrittweise in jenen Schatz des Lebens hineinwachsen von dem das kurze Leben des Jahushua von Nazareth erfüllt und bestimmt war. Darin wurde uns, in einer umsichtigen und gesunden Weise, ein Aufbau zu einer persönlichen Beziehung mit JaHuWaH ermöglicht. Das ist für uns alle wahrlich ein Wunder, das unser Leben äusserst lebenswert macht, uns zu Dank und Freude animiert. Lasst uns im nächsten Gim Schätze miteinander teilen.

Ganz herzlich grüsse ich alle und wünsche allen einen Shabbat voller Segen. «Die Gnadenerweise JaHuWaHs will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkündigen» (Ps 89,2). Was sind die Gnadenerweise JaHuWahs? Es sind die täglichen Streicheleinheiten unseres Schöpfers. Wir brauchen sie um Ruhe bewahren zu können, wo Ruhe gefordert ist! Lasst sie uns täglich annehmen, in uns wirksam werden. «Ja, die Gnadenerweise JaHuWaHs sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue» (Kla 3,22-23). Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein: Sonntag, 28. Juli, 14.00 Uhr. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben.
Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.


Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof).
Samstag, 21. und Sonntag, 22. September 2019. Das Thema werden wir noch mitteilen. Beginn: Samstag/Sonntag 11.00, anschliessend jeweils Austausch und Mittagessen. Nachmittag Fortsetzung mit anschliessendem Austausch. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.


Wir suchen Gemeinschaft in der Bodenseegegend. Uns interessiert eine Schriftauslegung die sich vom prophetischen Wort der Bibel leiten lässt. Wir würden uns freuen uns mit Gleichgesinnten in der Bodenseegegend zu treffen.

Wer sich dafür interessiert kann sich bei Gregor Dalliard melden: gregor@dalliard.ch / +41 27 927 39 30