„Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen..“ (Offb 15,2) Teil 13b

Glaubensimpuls 98

Das gläserne Meer ist mit Feuer gemischt. Um den tiefen Sinn von Offb 15,2 in seinem Zusammenhang besser verstehen zu können, möchte ich gerne noch etwas auf den Begriff Feuer im heilsgeschichtlichen Sinn eingehen. Wir sprachen im letzten Gim 97 von Wasser und von Feuer und zwar von ihrer reinigenden Funktion im heilsgeschichtlich- biblischen Verständnis. Wasser und Feuer erfüllen im allgemeinen Leben durchaus auch vernichtende Funktionen. Im hebräisch-heilsgeschichtlichen Zusammenhang aber betrifft völlige Vernichtung oder Auslöschung nie den Menschen oder ein Geistwesen. Was vernichtet oder ausgelöscht wird sind die Schlacken vom Gold, d.h. die jahwehlosen Eigenschaften, aber nicht der Mensch selbst.

Lesen wir in den Bekenntnisschriften (BeS = NT)  Shauls, in 1Kor 3,6-16, dann wird uns die israelitisch-jüdische Bedeutung von Feuer im heilsgeschichtlichen Sinn anschaulich vor Augen geführt. Jahweh allein gibt uns die Beziehung zu ihm (vgl. 5Mo 1,29-31; 7,6-8; Eph 2,4-10) und damit auch das Wachstum der Beziehung (des Glaubens) zu ihm (5Mo 8,5; 1Kor 3,6-8). Natürlich müssen wir, wenn er uns das Herz öffnet, wie z.B. der Lydia (vgl. Apg 16,14), mit unserem Schöpfer, dem Abba Jahweh, zusammenarbeiten wollen. Wir müssen das Wachstum dieser Beziehung wollen und pflegen, denn dazu sind wir durch unsere Erwählung, Berufung und Beziehung zu Jahweh auch fähig gemacht. Wer im Geiste Jahwehs predigt, d.h. immer, im Geiste der Thora und der Propheten, der ist Mitarbeiter Jahwehs. Der Hörende ist Jahwehs Ackerfeld, Jahwehs Bau (vgl. das 5. Buch Mose; 1Kor 3,9). Jeder ist einzig und allein durch die Gnade Jahwehs berufen. Ob er nun Prediger oder Zuhörer ist, er ist nichts, d.h. er kann sich nur auf Jahweh allein berufen, niemals auf sich und dabei wird jeder seinen Lohn oder Schaden empfangen (vgl. das 5. Buch Mose; 1Kor 3,7-8). Lohn und Schaden werden auch Segen oder Fluch genannt.

Die neue Heilszeit für die „verlorenen“ zehn Stämme des Hauses Israel wurde durch die Sendung und den Dienst Jahshuas eingeleitet. Durch den Dienst des Mose begann die Heilszeit des Mose und zwar mit dem Auszug aus Ägypten und dem Einzug ins verheissene Land. Während Mose alle zwölf Stämme in die Befreiung führte und dieser Dienst als Haus des Mose bezeichnet wird, leitete Jahshua mit seinem Dienst die Rückführung einer Auswahl (vorübergehend, später folgen alle) aus den „verlorenen“ Schafen des Hauses Israel, der zehn „verlorenen“ Stämme, ein. Darum wird sein Dienst auch Haus Jahshuas genannt (vgl. Hebr 3,1-6).

Dabei wollen wir nicht vergessen, dass Jahshua sich selbst als Prophet bezeichnete (Lk 4,24; in Jo 5,46 beruft sich Jahshua auf Mose), ebenso bezeichnet der himmlische Vater Jahshua als einen kommenden Propheten (5Mo 18,18). Im Auftrag des Abba Jahweh bezeichnet auch Mose Jahshua als einen kommenden Propheten gleich ihm und den israelitischen Brüdern (5Mo 18,15). Auch die Apostel bezeugen Jahshua als einen Propheten, so Kepha (Petrus) am Fest Shawuoth (Pfingsten) vor Juden aus aller Welt ( Apg 3,22-25.) Ebenso war für Kleopas und seinen Mitjünger Jahshua ein Prophet (vgl. Lk 24,19). Auch das Volk erkannte Jahshua weitgehend,  gemäss der Thora und den Propheten für einen Propheten. Viele hielten ihn für den endzeitlichen Messias, der das Friedensreich bringen würde, dach Jahshua wehrte sich ständig gegen diese Unterstellung und herausforderung, die nicht seiner Sendung entsprach. Wir gehören als ehemals „verlorene“ Schafe aus dem Hause Israel, aus den zehn „verlorenen“ Stämmen, zu der Heilszeit Jahshuas, weil wir in dieser Zeit zurückgeführt worden sind (vgl. 1Petr 2,10.25). Damit können wir uns auch auf Mose und zurück auf Abraham, Isaak und Jakob berufen.

Wir werden aber als Haus Jahshuas bezeichnet, das von Jahweh erbaut wird, der alles baut (vgl. Hebr 3,1-6). Darum sagt Shaul: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen, ausser dem, der (von Jahweh) gelegt ist, welcher (für die „verlorenen“ Schafe des Hauses Israel) ist Jahshua HaMashiach“ (1Kor 3,11). Diese Tatsache ist für uns unumstösslich, „damit er (der Abba Jahweh) in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Begnadigung in Güte an uns (den „verlorenen“ Schafen aus den zehn Stämmen und den „verlorenen“ aus Juda) erwiese in dem Mashiach Jahshua“ (Eph 2,7).

Durch die Sendung und den Dienst Jahshuas sind wir also wieder Hausgenossen des Vaters geworden (vgl. 5Mo 18.15.18; Röm 9,4.25-27; Eph 2,13.19-20; 1Petr 2,10.25 u.a.m.). Wir sind gerade daran, diese Beziehung zu Jahweh aufzubauen, auch im Blick auf sein auserwähltes Volk, die Juden. Shaul sagt mit Recht, dass wir als verwildeter Ölbaum wieder „unter sie (die gerechten Juden) eingepfropft“ wurden (vgl. Röm 11,16ff). Wir haben wieder Teil an dem Heilsreichtum, den die treuen, von Jahweh gerechtfertigten Juden, immer treu bewahrt haben (vgl. Eph 3,6). Wir sind also wieder eingepfropft in die Sohnschaft, in die Herrlichkeit, in die Bündnisse, in die Thora (Weisungen Jahwehs), in den Dienst (d.h. ausgesondert, für die Herrschaft der Heiligen) und in die Verheissungen. Diese Zusprüche gelten und gehören allen Nachkommen der zwölf Stämme. (vgl. Röm 9,4-5). Das ist ein aussergewöhnliches Geschehen für uns alle. Uns ist damit aber auch eine hohe Verantwortung übertragen, voller Herausforderungen!

Shaul schreibt darum: „.. jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.. Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen. Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden (auch als Fluch bezeichnet, vgl. Segen und Schaden (auch Fluch genannt) in 5Mo,28) leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer“ (1Kor 3,10-15), denn Jahweh bleibt seinen Bundesverheissungen treu. Es ist also das jahwehlose Werk (die Schlacken des Goldes), das verbrennt, das für einen Heiligen, d.h. für einen Ausgesonderten, nicht in Übereinstimmung mit Jahwehs Wort und Werk steht, doch „er selbst aber wird gerettet werden“. Seine Beurteilung und Rettung, sein Gericht, d.h. die Wiederherstellung seiner vollen Beziehung zu Jahweh, verläuft also „so wie durchs Feuer“. Dass es sich dabei nicht um ein Feuer handelt wie wir es im Alltag kennen, sollte zumindest den treuen Bibellesern klar sein.

Shaul weist in diesem Kontext über den Zusammenhang, der sich auf die Gemeinde bezieht hinaus, indem er uns als Tempel Jahwehs bezeichnet. „Wisst ihr nicht, dass ihr Jahwehs Tempel seid und der Geist Jahwehs in euch wohnt?“ (1Kor 3,16). Wenn der Geist Jahwehs in uns wohnt, dann ist das der Geist der Thora und der Propheten. Sagt uns nicht der Schreiber des Briefes an die Hebräer: „Nachdem Jahweh vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende der Tage zu uns geredet im Sohn, d.h. die Thora im Sohn bestätigt“ (Hebr 1,1-2), so wie uns das Jahweh durch Mose in 5Mo 18,15.18 vorhersagte. „..geredet im Sohn“ heisst nichts anderes als die Thora und die Propheten bestätigt. Übrigens, jeder der Brüder Jahshuas ist Sohn (Gottes) Jahwehs, in unserem Sprachgebrauch: Sohn Gottes. Die meisten Freikirchen ignorieren diese Tatsache hartnäckig! Alle zwölf Stämme und ihre Nachkommen sind und bleiben Sohn des Abba Jahweh (vgl. 2Mo 4,22-23; 5Mo 32,6; Hos 11,1; Mal 1,6; Jer 2,14; 31,9; Röm 9,4).

Jahshua lebte in völliger Hingabe an den Vater und zwar einzig und allein aus dem Geist der Thora und der Propheten. Darum habe ich in den letzten beiden Gim 96 und 97 das Zeugnis Jahshuas aus Mt 5,17-19 zitiert. Achten wir zudem unbedingt auf das Zeugnis in Mt 4, 1-10. Jahshua widersteht seinen Versuchungen, bzw. seinem Versucher, allein durch die kraftvollen und wirkungsvollen Weisungen aus der Thora. Jahweh hat uns die Thora gegeben, damit wir Leben und Segen haben: „Durch sie wird der Mensch, der sie tut (anwendet), Leben haben“ (3Mo 18,5); „..damit ihr lebt und es euch gut geht..“ (5Mo 5,33). „So wähle das Leben, damit du lebst“ (5Mo 30,19). „Ich bin Jahweh, der Gerechtigkeit redet, Wahrheit verkündet“ (Jes 45,19). „Ich bin Jahweh, der.. (die) Wahrheit verkündet“ (Jes 45,19). Jochanan der Täufer sagt: „..wer aber die Wahrheit (Thora und Propheten) tut kommt zu dem Licht“ (Joh 3,21).

Der Täufer Jochanan (Johannes) sagte über Jahshua aus: „..er wird euch  mit dem Geist Jahwehs und Feuer taufen“ (Mt 3,11), d.h. er wird euch von euren Verkehrtheiten, von eurer Jahwehlosigkeit, von eurer Ignoranz seiner Thora gegenüber, von eurer Untreue befreien und auf die vollkommenen Wege Jahwehs zurückbringen und euch mit Hingabe und Beständigkeit an Jahweh und  an sein Wort ausrüsten und anfeuern: „..wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Jahweh gewirkt sind“ (Joh 3,21). Der Sinn von Feuer bedeutet also im heilsgeschichtlichen Sinn zu Jahweh zurückbringen, zu seinem Wort zurückführen und Wandel im Licht! Jahshua sagt nicht umsonst: „Ich bin gekommen Feuer auf die Erde zu werfen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon angezündet“ (Lk 12,49). Wegen seiner ungeteilten Liebe und Hingabe an Jahweh und an sein Wort in der Thora und den Propheten werden seine Augen in der Offenbarung mit einer Feuerflamme verglichen (vgl. Offb 1,14; 2,18; 19,12;).

In der Offenbarung ist laufend von Feuer die Rede, geht es doch um die Hingabe, die Treue und den Gehorsam Jahweh und seinem Wort gegenüber. Nur das im Feuer geläuterte Gold ist Jahweh wohlgefällig. In der Botschaft an Laodizea lesen wir darum: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiss bist. Ach, dass du kalt oder heiss wärest! Also, weil du lau bist und weder heiss noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde (Schaden nehmen). Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weisst, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloss bist, rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen (d.h. die ungeteilte Liebe zu Jahweh und zu seinem Wort suchen), damit du reich wirst; und weisse Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blösse (deine Unverbindlichkeit zu Jahweh, deine Untreue, bzw. deine Jahwehlosigkeit, nicht offenbar werde (Fluch = Schaden nehmen); und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst. Ich überführe und erziehe alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und sinne um“ (Offb 3, 15-19). Mit dem Psalmist beten wir: „Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten“ (Ps 43,3).

Jahweh meint es nur gut mit uns. Seine Erziehung fällt uns manchmal recht schwer. Wir wissen manchmal auch nicht wie wir die Thora und die Prophetenworte Jahweh gemäss im Alltag umsetzen sollen. Haben wir Geduld miteinander, denn jeder wird von Jahweh geführt und erzogen, manchmal recht unterschiedlich. Bleiben wir – wie Jahshua – auf Jahweh ausgerichtet. Im nächsten Gim 99 möchte ich nochmals auf das Thema Feuer und gläsernes Meer eingehen. Von Herzen wünsche ich allen ein freudiges Gehen mit Jahweh. „Du, Jahweh, bist unser Vater, unser Erlöser von alters her, das ist dein Name“ (Jes 63,16b). Ein herzliches Shabbat Shalom!

Gregor Dalliard