“..mir wird nichts mangeln” (Ps 23,1b).

Glaubensimpuls 347

Ein kleiner Satz mit einer ausserordentlichen Sprengkraft für jeden neuen Tag! Die ganze Bibel ist voll solcher Aufsteller. Über Jahrtausende haben sich diese Aufsteller im Leben jener, die aus dem Glauben Abrahams leben und aufbauen bewährt. Das sind also keine leeren Worte, keine moderne Werbegags, die heute gelten, in sind, morgen aber als kraftlos und bedeutungslos in Vergessenheit fallen. Dir und mir sind sie heute gegeben. Lasst uns daraus leben!

Jeden Morgen, bevor oder während ich aus dem Bett steige, lasse ich mich von diesem Vers aus Psalm 23,1b, oder einer ganzen Reihe ähnlicher Verse, auf die Beine stellen. Dieses morgendliche Lebenselixier brauche ich einfach – und schon nimmt der Tag jene Richtung ein, die mich voller Zuversicht in allem leben lässt. Ich bin süchtig danach! Seit Jahrtausenden rufen uns Menschen zu: “Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad” (Ps 119,105). Das sind jahrtausende alte Erfahrungen von Menschen im Umgang mit JaHuWaH. Sie haben sich über Jahrtausende bewährt, denn sie fliessen aus der Quelle des Lebens, d.h. aus dem Glauben Abrahams und Saras. Sie sprechen bis heute zu uns. Sie haben sich schon über dreitausend Jahre hindurch bewährt, durch alle Jahrhunderte hindurch, und sie tun es heute immer noch – einfach umwerfend!

Ich bin vielen falschen Lichtern gefolgt, bin vom Christentum, in seinen verschiedenen Richtungen, hinters Licht geführt worden. Eines Tages aber, vor noch nicht vielen Jahren, begegnete ich dem Leben von Abraham und Sara. JaHuWaH hatte Abraham und Sara bei sich eingeladen. Sie unterhielten sich miteinander. Nach einem längeren Austausch liessen sie sich aufrichtig auf IHN ein, sie vertrauten (glaubten) ihm. Sie wurden nicht hinters Licht geführt – im Gegenteil! Das veränderte ihr Leben. In den vergangenen fast 4000 Jahren wurde auch das Leben von Milliarden Menschen verändert. Eine wunderbare geschichtlich bestätigte Tatsache! Ja, unzählige Menschen sind seither diesem Licht gefolgt. Die täglichen Versagen, die unmöglichen Lebensumstände, Krieg und Tod wollten sie hinters Licht treiben, aber es blieb dabei: “Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad” (Ps 119,105).

Ich habe im Laufe meines Lebens, während der Schulzeit, aber vor allem während des Theologiestudiums und als Freikirchler, eine Masse von Büchern gelesen, weil ich vor allem drei Dinge wollte: Erstens den Sinn dieses Lebens erfassen in dem sich die Menschen gegenseitig so viel Leid antun. In den ersten Jahren nach dem Krieg hörte ich als Kind die Erwachsenen in den Abendstunden oder an Sonn- und Feiertagen fast nur von den Gräueln des Krieges reden. Ich war erschüttert. Fernseher gab es noch kaum, also sass man im Dorf zusammen und redete. Ich glaubte das Leben bestünde nur aus der Boshaftigkeit der Menschen. Darum wollte ich zweitens bei Gott, dem Christus in der Hostie, der Gottesmutter Maria und den katholischen Heiligen sein, weil mir die Kirche in ihnen Schutz, Geborgenheit und himmlisches Leben zusprach. Ich wollte heilig werden um dieser bösen Welt zu entfliehen und bei Gott zu sein!! Und drittens bat ich damals Gott, vor allem während meiner vierjährigen Lehrzeit als Hochbauzeichner und später als Arbeiter: wenn ich schon lebe, dann lass mich ein Werkzeug deiner Liebe werden. Ich bin in all dem Suchen vielen falschen Lichtern gefolgt, denn bei jeder Glaubensetappe die ich erreicht hatte war ich voll davon überzeugt nun das Ziel, das wahre Licht, gefunden zu haben, und damit auch die Ruhe und den inneren Frieden.

Das Leben aber warf mich immer wieder aus den vermeintlich sicheren lichtvollen Bahnen. Das vermeintliche Glaubenslicht hatte sich, beim näheren Hineinsehen in die Bibel (TaNaCH), jeweils langsam aber sicher wieder verfinstert. Aber ich wollte nicht bei zwielichtigen Zwischenstationen aufgeben, mich arrangieren und zur “Ruhe” setzen. Ich wollte mich nicht irgendwo im erloschenen Licht, im Scheinlicht eines religiösen Gebildes, das keine innere Ruhe vermittelt, zur “Ruhe” setzen, zufrieden geben. Ich spürte mit der Zeit genau, dass ich die Ruhe nicht gefunden hatte. Auch in Jesus nicht, den sich die Kirchenväter im 4. Jh. theologisch für alle Zeit zurecht gebastelt hatten. Das war wohl das hartnäckigste falsche Licht (Engel des Lichts), das es zu überwinden galt, denn in seiner Täuschung scheint dieses Licht das wahre zu sein. Das uralte, im Alltag erprobte Zeugnis jener, die aus dem Glauben Abrahams und Saras gelebt hatten, führte mich in den letzten Jahren in jene Ruhe ein, die nicht erschüttert werden kann, denn es ist die Ruhe in JaHuWaH.

“Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht JaHuWaH” (Jer 29,13-14). Gerne zitiere ich folgende Verse immer und immer wieder: “So spricht JaHuWaH: Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit (nach dem Glauben Abrahams und Saras), wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen” (Jer 6,16). Es ist die Ruhe im Herzen JaHuWaHs, eine Ruhe die festgegründet ist im prophetischen Gesamtzusammenhang und sich bis zu dieser Stunde bewährt hat. Davon kann uns nichts trennen. “JaHuwaH ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun?” (Ps 118,6). Also lasst uns diesen Weg gehen und in dieser Ruhe bleiben.

Mit herzlichen Grüssen und einem freudigen Shalom wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard