Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, lateinisch: Christus, griechisch: Christos)? Teil 2

Glaubensimpuls 143

Die Diskussionen um den kommenden Mashiach scheidet, wie so vieles aus der Schrift, die Geister. Doch auch hier gilt der Grundsatz: Zurück zu den Wurzeln, zurück zum Heils-Plan unseres himmlischen Vaters, den er selbst entwarf und nach dem alle von dem Vater Gerechtfertigten und Treuen aus dem Volk der zwölf Stämme arbeiteten und bis zum Ende arbeiten werden müssen, denn nach diesem Plan war ist und wird Heil und Segen für jeden wirksam. Darum muss ich bei diesem Thema recht weit ausholen.

Ich kann mich nicht auf die die Bibel, die Thora und die Propheten, berufen und dann nach den Vorgaben eines anderen Planes und Lehrers glauben und mein Leben danach ausrichten. Berufen wir uns auf die Bibel haben wir keinen andern Plan, kein anderes Fundament als die Thora und die Propheten! Der Heilsplan JaHuWaHs ist nur auf diesem Fundament aufgebaut, dessen Grundpfeiler bis in den Dachstock reichen. Ohne diesen Plan ist alles vergebliche Mühe, mag ich noch so voller Hingabe sein. Ohne diesen Plan bauen wir am Haus der Widersprüche und der Rebellion (Babel) mit.

Shaul schreibt im Brief an jene Römer, die zurück zum Plan des Abba, Vaters, fanden, ganz korrekt: Wenn aber das Erstlingsbrot heilig (d.h. ausgesondert) ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel ausgesondert ist, so auch die Zweige. Wenn aber einige der Zweige ausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst (d.h. ein verwilderter Nachkomme aus dem Samen Abrahams, weil Ölbaum ein Bild für die zwölf Stämme ist) unter sie eingepfropft (in die Thora, Propheten und das auserwählte Volk) und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht gegen die Zweige (erhebe dich nicht gegen die Juden, die Thora und Propheten, trenne dich nicht von ihrem Fundament).. – du trägst nicht die Wurzel (das erwählte Volk, die Thora und Propheten), sondern die Wurzel dich (das auserwählte Volk, Thora und Propheten)“ (Röm 11,16-18)!

Das ist unmissverständlich deutlich geschrieben. Die Frage ist berechtigt: Warum weigern sich die allermeisten christlichen Kirchen sich auf diese unzweideutige Aussage Shauls einzulassen? In ihren Predigten berufen sie sich doch laufend auf Ihn? Mit den unmöglichsten Lehren und frömmsten Argumenten versuchen sie diese eindeutige Aussage zu umgehen, zu schmälern, zunichte zu machen und verführen damit eine Masse von Menschen, die nach den Zusammenhängen des Heils dürsten. Dabei gibt Shaul hier nur das wider was die ganze Bibel bezeugt!

Im letzten Gim 142 sprach ich von dem Bild des Hausbauens, das der Autor in Hebr 3,1-6 benutzt. Es geht dabei um die Ausübung des Auftrages den die Gesandten von JaHuWaH (sprich JaHua) jeweils zu ihren Lebzeiten auferlegt bekamen. Ihr Auftrag war die Verwirklichung eines Teiles des gesamten Heilsplanes JaHuWaHs. Er gereichte den jeweils lebenden Menschen des auserwählten Volkes zum Segen, selbst wenn der Weg durch Gerichte führen musste. Die Bibel bezeichnet die von JaHuWaH Gesandten Menschen, die für ihre jeweilige Sendung ausgerüstet oder zubereitet wurden als Gesalbte JaHuWaHs.

Ich möchte gerne noch einmal daran erinnern, dass das deutsche Wort „Gesalbter“ im Hebräischen „Mashiach“ heisst, in der lateinischen Sprache „Christus“ und in der griechischen Sprache „Christos“. Wie schon oft bemerkt, bezeichnet die Bibel nicht nur JaHuWshua (sprich Jahushua, Jesus) als Gesalbten, sondern eine ganze Reihe anderer Menschen. Setzen wir das lateinische Wort „Christus“ ein, dann wird auch der König Shaul Christus genannt (1Sam 24,7.11; 26,23), ebenso wird der Prophet Samuel Christus genannt (1Sam 12,3). Sogar der heidnische König Kyrus wird als Christus bezeichnet, weil er von JaHuWaH gesalbt, d.h. beauftragt wurde, die Juden wieder in das ihnen von JaHuWaH zugesprochene Land zurückzuschicken um Jerusalem und den Tempel wieder zur Ehre JaHuWaHs aufzubauen (Jes 45,1; 2Chron 36,22; Esr 1,1). Kyrus gehorchte der Stimme JaHuWaHs, die wohl durch Propheten und treue Diener, wie Daniel einer war, an ihn ergangen war.

Die Gesalbten, also die Christusse oder die Christi, hebräisch die Meshichim, mussten das auserwählte Volk immer und immer wieder an den Sinn und das Ziel ihrer Auserwählung erinnern. Sie mussten ermahnen, zurecht bringen, strafen, ermutigen, trösten, weiterführen, predigen usw. Sie bezahlten ihren Auftrag an dem Auf–Bau des Hauses JaHuWaHs sehr oft mit ihrem Leben, obwohl der himmlische Vater sagte: „Tastet meine Christusse (Gesalbten) nicht an, tut meinen Propheten nichts Übles“ (1Chron 16,22). Im Kontext von Psalm 105 wird in Vers 15 wird das ganze auserwählte Volk als der Christus, der Gesalbte, des himmlischen Vaters bezeichnet (vgl. Sach 2,12).

Unter dem auserwählten Volk war dieses Verständnis von dem Begriff Christus, Gesalbter, völlig selbstverständlich, wie für uns das tägliche Essen und Trinken. Nur dass sie nie den lateinischen Ausspruch „Christus“ benutzt hätten, weil er ein heidnischer Ausspruch ist. Das auserwählte Volk mied in solchen Zusammenhängen heidnische Begriffe, weil sie aus der Welt der Götter (d.h. der falschen Erlöser) und der Philosophien entstammten und darum verwirrend sind.

Heidnische Begriffe verstümmeln den Reichtum des wunderbaren zusammenhängenden Reichtum der Offenbarung JaHuWaHs. Das Verständnis des Begriffes „Christus“ im Kirchentum, vor allem im trinitarischen Christentum, entlarvt und bestätigt diese verworrene, ja abstruse Verkehrung des Wortes Mashiach in einen Christus nach heidnischen Traditionen. Der JaHuWshua HaMashiach (sprich JaHushua) aus Nazareth wurde nach diesem Modell zuerst total aus dem geoffenbarten Heilszusammenhang gerissen, dann entjudaisier und schliesslich in eine Christus-Gottheit der Antike umgemodelt.

Für manche Christen ist es ein Schock, wenn sie aus der Bibel vernehmen müssen, dass es viele Christusse (Gesalbte) gab und dass das auserwählte Volk der Christus (Gesalbte) unseres himmlischen Vaters JaHuWaH ist. Bisher glaubten sie, dass nur die kirchliche Gottheit Jesus der Christus (Gesalbte) ist. Von dieser Gottheit glauben sie, dass sie der Mensch gewordene Gott ist, (wahrer Gott und wahrer Mensch), zu der sie beten, die sie anrufen. Wir können diesen Schock wohl nachvollziehen, ging es den meisten von uns doch nicht anders. Nun, solange dieser Punkt nicht geklärt ist, werden wir auch nicht erkennen, wer der kommende Mashiach (Gesalbte) ist. Im nächsten Gim folgt die Fortsetzung.

Von Herzen wünsche ich den aufmerksamen und aufrichtigen Gim-Lesern gesegnete Zeiten mit einem umfassenden Shalom.

Gregor Dalliard