Grübeln, grübeln und keine Lösung?

Da ist ein Mensch, Ende der 60er Jahre. Wir kennen uns seit einigen Jahren schon. Vor rund drei Monaten hat er eine Chemotherapie überstanden. Die Gesundheit ist soweit wieder hergestellt, die Blutwerte sind sehr gut. Dennoch sitzt ihm der Schock in den “Gliedern”. Die ganze Sache mit der Diagnose Krebs hat ihn und seine Familie vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Seither verläuft der Alltag anders. Für ihn ist nichts mehr so, wie es bis anhin war.
Die Nächte lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Grübeln, grübeln und nochmals grübeln, das ist sein täglich Brot geworden. “Wäre ich doch lieber gestorben, dann bliebe mir und meiner Familie vieles erspart.” Seine Klage richtet sich vor allem aber gegen Gott – sagen wir es so: gegen das, was er bisher für Gott hielt. “Warum lässt Gott das zu? Warum tut mir Gott das an? Habe ich denn so schlimm gesündigt, dass er mich so hart bestraft?” Tag und Nacht quälen ihn diese Fragen. Wir wollen doch festhalten, dass uns jeder Einbruch in unser Leben, zuerst einmal heftig zu schaffen macht. Das bleibt eine normale Reaktion, die zum Leben gehört.

Was aber begegnet mir aus seinem Verhalten und Reden? Ein altes, allgemein religiöses Muster. Er ist religiös, erfüllte bisher alles, was die Kirche von ihm verlangt, macht alles mit. Nun stellt sich etwas heraus. Unbewusst hat er seine Religion mit JaHuWaH, den er nicht kennt, verwechselt. Er hat in seinem Leben alles erfüllt, was die Kirche von ihm erwartet und nun erwartet er in seiner Not die Hilfe von diesem Gott – und da ist keine Hilfe! Wie zeigt sich ihm dieser vermeintliche Gott in seiner schwersten Not, dem er bisher, in der Hülse der Kirche, begegnet ist und in Treue folgte? Er zeigt sich ihm als Attrappe. Eine Attrappe oder ein Phantom ist etwas, das die Eigenschaften des Originals nachahmt, vortäuscht. Irregeführt, fallen Massen von Menschen darauf ein. In Wirklichkeit aber ist es eine perfide und folgenschwere Täuschung, eine ihm aufgesetzte religiöse Abhängigkeit. Im Ernstfall, in der Not, fällt der Mensch mit dieser Attrappe in ein Loch.

Was erkennen wir aus einem solchen Leben? Was ich jetzt sage, ist kein Vorwurf an diesen Menschen. Er selbst kann ja nichts dafür. Der Mensch hat in seinem bisherigen Leben keine Beziehung zu JaHuWaH aufgebaut, obwohl er schon im fortgeschrittenen Alter lebt. Die Erfüllung seiner religiösen Pflichten hat ihn in seinem Leben bisher getragen und befriedigt – vordergründig. In Wirklichkeit aber gleichzeitig daran gehindert, eine persönliche Beziehung zu JaHuWaH aufzubauen. Nun aber ist sein Leben von einer völlig neuen Situation überrannt worden. Mit den Herausforderungen weiss er nicht umzugehen. Damit quält er sich Tag und Nacht, vergeudet viel kostbare Zeit in seinem Leben, obwohl es ihm körperlich momentan ja recht gut geht. Er belastet seine Nächsten, was so nicht sein müsste. Das ist sehr traurig und schade. Eine Beziehung zu JaHuWaH, die im Ernstfall greift, ist nie aufgebaut worden. Das aber kann noch werden. Das hängt jetzt von seiner Entscheidung ab, die er jetzt trifft. In all den Jahren seines Lebens ist diesbezüglich viel Zeit vertan worden. Das ist nicht seine Schuld. Er aber ist aber der Leidtragende. Diese Beziehungslosigkeit raubt ihm viel wertvolle Zeit. Sie bringt ihn um viele schöne Erfahrungen, die an jedem neuen Tag noch vor ihm liegen können.

Meine Reaktion auf einen seiner Telefonanrufe, bei dem er wieder einmal seine heftigen Anklagen gegen Gott zelebrierte, ist etwas heftig ausgefallen. Sie blieb aber nicht ohne Wirkung. Mehrmals schon versuchte ich ihm klarzumachen, dass er endlich mit diesem ständigen Anklagen aufhören müsse: “Warum lässt Gott das zu? Warum tut mir Gott das an? Habe ich denn so schlimm gesündigt, dass er mich so sehr bestraft?” Damit zerstöre er sich selbst. Damit verbaue er sich die noch vor ihm liegenden Tage. Zusätzlich belaste er seine Mitmenschen. Er solle sich doch endlich Gedanken über seine Gottesvorstellung machen, die in seinem Kopf und in seinem Herzen einen festen Wohnsitz innehat. Er müsse endlich konsequent handeln, diese Gottheit aus seinem Kopf und aus seinem Herzen verbannen. Ihr jegliches Wohnrecht in seinem Kopf und in seinem Herzen konsequent verbieten, indem er einen radikalen Schnitt vollziehe. Und, was mitentscheidend sei: sich täglich neu, klar und unmissverständlich zu seiner neuen Beziehung bekennen, die er gerade im Begriffe sei aufzubauen. Ich habe bewusst und entschieden mit dem biblisch bezeugten Erlöser JaHuWaH Beziehung aufgenommen. Die bisherige Gottheit, die mich zu dieser ständigen Anklage geführt hat, hat kein Recht mehr mich mit diesen Grübeleien, in meinem Haus, d.h. in meinem Kopf und in meinem Herzen, länger zu drangsalieren. Der Erlöser und Helfer JaHuWaH ist nun bei mir eingezogen. Tür und Tor sind weit offen – und er zieht ein. Er sagt zu mir: Wir, du und ich, wir schauen gemeinsam nach vorne. Wie können wir zwei die Zukunft, die hier auf Erden vor uns liegt, bewältigen? Wie können wir gemeinsam weitergehen? Wo fangen wir an? Was packen wir als Erstes an? Das kann spannend werden!

Wenn du nachts angstvoll aufwachst, dann sprich JaHuWaH an, sage ihm: da bin ich, was machen wir jetzt? Möglicherweise wird er dir sagen: Lies Psalm 23; 139,1-18; 100. Möglicherweise wird er dich mehrmals in der Nacht einladen mit ihm zusammen diesen oder einen ähnlichen Psalm, oder ein anderes Wort aus seinem Munde, zu betrachten! Inzwischen konnte ich ihm diesen wesentlichen ersten Schritt, sagen wir es so, den ersten Schritt in die Beziehung zu seinem neuen Erlöser (Gott), vermitteln. Und siehe da, die Beziehung mit JaHuWaH fängt in seinem Leben zu greifen an. Denn bereits werden die ersten Veränderungen sichtbar.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zum nächste Bibeltreffen in Finsterhennen ein: am 19. Juli und am 16. August 2020 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.