Lim 10: Alles o.k.?

Ein Spotkollege begrüsst mich seit Jahren mit: “Alles o. k.”? Meine Antwort ist seit Jahren dieselbe: “alles o. k.” Warum wir Menschen solche Floskeln gebrauchen, darüber machen wir uns eigentlich keine Gedanken. Warum sollten wir? Das sind volkstümliche Umgangsformen, die sich so eingebürgert haben. Daran ist m. E. auch nichts Falsches. Ich habe mich aber gefragt, wie wäre das aber, wenn ich meine Antwort ernst nähme? Natürlich weiss ich, mein Sportkollege ist nicht wirklich an einer Antwort interessiert. Das ist und bleibt eine volkstümliche Begrüssungsfloskel und ich antworte mit einer entsprechenden Floskel. Wo kämen wir denn hin, wollte ich auf seine Frage hin den abgelaufenen Tag erklären, meine aktuelle Stimmung begründen, ja, zumindest das was nicht o. k. war. Möglicherweise könnte unser Sportabend ins Wasser fallen! Da gäbe es bestimmt dies oder das zu erzählen, das nicht o.k. ist. Vielleicht ist es ein Dauerzustand in meinem Leben, der nicht o. k. ist, vielleicht ist es etwas Unvorhergesehenes, mit dem ich heute so gar nicht gerechnet hatte – das nicht o. k. ist. So fragte ich mich allen Ernstes, gibt es denn der Tag in meinem Leben, an dem ich sagen werde, jetzt habe ich alles im Griff, ab heute ist alles o. k.? Ich würde diesen Satz wohl kaum zu Ende gesprochen haben, und schon läge ich wieder auf dem Boden der Mutlosigkeit und der Anklage, und schon wäre nicht mehr alles o. k.! Langer Rede kurzer Sinn: Ob der Tag heute oder die restliche Zeit meines Lebens o. k. ist, hängt ganz allein von mir ab. Das ist so. Wir können unzählige Theorien zum Thema “o. k.” aufstellen, kilometerlange Bücher zum Thema “o. k.” lesen, wir werden nie “o. k.” werden, o. k. sein funktioniert auf der Basis einer bestimmten persönlichen Beziehung. Die menschlichen Beziehungen untereinander mögen, je nach Leben und Gegebenheiten wunderbar sein, sehr persönlich, aber – und sei jetzt bitte nicht enttäuscht – sie schaffen es nie bis zum ersten – notwendigen – Rang des o. k. Sie schaffen es höchstens in die Top-10, das aber reicht nicht – um aus jeder Lage heraus wieder o.k. werden zu können! Ich will ja aus jeder Lage wieder o. k. werden. Ich betone, in und aus jeder Lage des Lebens. Das ist mein Ziel. Das bringt in meinem Leben erst den in mir grundgelegten vollen Sinn zur Entfaltung, Blüte und Frucht. Das gibt einem Leben überhaupt den vollen Sinn.

JaHuWaH wird uns in der Bibel als der El Shaddai bezeugt, der Allmächtige. Nicht einfach so allmächtig, wie wir IHN uns von den religiösen Traditionen her vorstellen und wie wir IHN gerne als den Allmächtigen erfahren möchten. In Gemeinschaft mit IHM haben Menschen Erfahrungen gemacht, die auch im Psalm 18,29-31 zum Ausdruck kommen: “Ja, du lässt meine Leuchte strahlen. JaHuWaH, mein Elohim, erhellt meine Finsternis. Denn mit dir erstürme ich einen Wall, und mit meinem Elohim überspringe ich eine Mauer. JaHuWaH – sein Weg ist vollkommen”. Die tägliche “stille Zeit” mit JaHuWaH wirkt einfach Wunder. Darum beharrt Jahushua von Nazareth auf das älteste israelitisch-jüdische Prinzip der Gemeinschaft und Beziehung mit JaHuWaH: “Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und wenn du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten” (Mt 6,6: vgl. 2Kö 4,33; Jes 26,20; in diesem Zusammenhang steht vor allem 2Mo 12,21-28). Diese gemeinschaftliche Beziehung nimmt uns alle religiöse und täuschende Schminke von unserem Glaubensangesicht weg. Sie lässt unsere Beziehung in und mit JaHuWaH in einem immer neuen Glanz scheinen und zu immer neuen Lebenskräften aufsteigen.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).