Jahweh ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Jahweh ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“ (Ps 27,1).

Glaubensimpuls 64

In den Eingangsversen der letzten beiden Gim 62 und 63 war von Leuchte und Licht die Rede. Reden wir von Leuchte und Licht, dann wissen wir, dass sie die Finsternis vertreiben, die uns umgibt. Schnell kann sich jeder von uns, wenn es dunkel ist, in der Finsternis verlieren. Dunkel wird es nach jedem Tag. Dunkel kann es auch tagsüber werden, wenn wir uns z.B. in einen Keller begeben müssen. Wie froh sind wir dann um eine Leuchte, ein Licht, damit wir die Orientierung wieder finden und uns sicher fühlen dürfen! Finsternis macht Angst, lässt uns nicht wirklich weitersehen und weiterkommen. Wir können uns verletzen.

Diese so alltägliche Wirklichkeit im Umgang mit Licht und Finsternis wird in der Bibel laufend auf unser geistiges Leben, auf unsere Beziehung zum himmlischen Vater, dem Schöpfer unseres Lebens, übertragen. Finsternis kann über jeden von uns hereinbrechen in Form von Krankheit, Tod in der Familie, ungelöste Probleme, Unglück, Not, Existenzfragen, Glaubenszweifel usw. All das gehört zum Leben. Jeder von uns ist auf irgend eine Weise damit konfrontiert.

Ist aber unser Herz nicht an jedem neuen Tag von tiefer Dankbarkeit erfüllt und neu aufgerichtet, wenn wir die Botschaft des Apostels Shaul an die Gläubigen von Kolossä verinnerlichen: „Er (Jahweh) hat euch fähig gemacht am Erbe der Ausgesonderten im Licht (der Heiligen, des auserwählten Volkes Israel) und uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich seines Sohnes der Liebe“ (d.h. versetzt in die Jahwehbeziehung seines Sohnes) (Kol 1,12)? Eine wahrlich umwerfende Tatsache, eine Leuchte, ein Licht für Tag und Nacht!

Jahweh hat dich und mich fähig gemacht, schrittweise, über das prophetisch- zusammenhängende Wort, das uns eine Leuchte und ein Licht ist, Anteil am Erbe seines auserwählten Volkes zu haben! Einfach umwerfend! Wir sind in eine Beziehung hineingenommen worden, die uns niemand nehmen kann. Wir müssen uns vor keiner Finsternis fürchten. „Jahweh ist mein Licht und mein Heil, vor wem (oder vor was) sollte ich mich fürchten? Jahweh ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“ (Ps 27,1).

Diese Worte schrieb David als er auf der Flucht war, heimatlos, als es ihn hungerte, als er seines Lebens nicht mehr sicher war, als es ihm schlecht ging! Wie hätte er da an Jahweh zweifeln und definitiv von ihm lassen können? In solchen Zeiten zeigt sich, was an der Beziehung zu Jahweh in guten Zeiten gepflegt und aufgebaut worden ist. David lernte früh, im Elternhaus, in der Jugendzeit und auch in seinem späteren Leben damit umgehen. Ein wahrer Segen in schweren und schwersten Zeiten der Dunkelheit. Das sollten wir bedenken und daraus für unser eigenes Leben lernen und die Zeit für den Aufbau dieser Beziehung nutzen.

Diese lichtvolle Beziehung mit Jahweh und zu Jahweh lebten alle Propheten, auch Jahshua! Jahweherkenntnis, Jahwehgemeinschaft, Teilhabe an Jahwehs Wesen, Jahwehs Willen, Jahwehs Heilsplan und Hilfe, das lehrte auch Jahshua, wie alle Propheten, bis zum letzten Blutstropfen! Über Jahshua ist uns diese Teilhbe geschenkt worden, unverdienterweise! Das ist es ! Das heisst „.. und uns errettet aus der Macht der Finsternis“ (Kol 1,13). „Da wir nun gerechtfertigt sind (aus der Finsternis) durch die Beziehung Jahwehs zu uns (Glauben), so haben wir Frieden mit Jahweh durch unseren Herrn Jahshua HaMashiach“ (Röm 5,1, vgl. Lk 15,11-32).

Als Brüder Jahshuas sind wir nun Teilhaber dieses Lichtes – wie Jahshua. Die Teilhabe an diesem Licht wird auch Reich des Sohnes genannt, weil wir über Jahshua zum Vater zurückgebracht worden sind (vgl. Hebr 3,1-6). Er hat den Willen des Vaters treu erfüllt. Das Wort und der Wille Jahwehs ist für uns genau so wie für Jahshua zum absoluten Weg geworden. „Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort“ (Ps 119,105). So sind wir stets freudig bemüht den Willen des himmlischen Vaters, unseres Schöpfers, aus seinem prophetischen Wort und Zusammenhang heraus zu verstehen, wenn uns das auf Anhieb nicht immer gelingt – wir bleiben frohen Mutes dran!

In jeder Generation haben aus dem israelitisch-jüdischen Volk Menschen das Licht, d.h. das prophetische Wort und den Willen Jahwehs verlassen, auch heute. Die Gründe dafür waren und sind vielfältig. Auch wir sind diesen Gefahren ausgesetzt. Anstatt uns im zusammenhängenden prophetischen Wort zu vertiefen, geben wir uns gerne der Bequemlichkeit und der Genügsamkeit hin, manchmal auch der Mutlosigkeit. Wir möchten den Frieden mit unseren andersdenkenden Menschen bewahren, was ja auch verständlich ist. Von uns aus wollen wir den Frieden mit allen Menschen bewahren und entsprechend weise mit dem uns Geschenkten vor andern umgehen. Trotzdem dürfen wir unsere Beziehung zu Jahweh aufbauen und vertiefen, was aber für manche Mitmenschen zum Problem wird – dann aber ist es ihr Problem! Wir lernen geduldig damit umgehen und den Respekt vor Andersdenkenden zu wahren.

Dabei vergessen wir das uralte lebensvolle und in allen Situationen lebenstragende Bekenntnis der biblischen Glaubensväter nicht:“Jahweh ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Jahweh ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“ (Ps 27,1). Tausend Jahre nachdem David dieses Bekenntnis ablegte bekannte auch der Jude Shaul: „Was sollen wir nun sagen? Wenn Jahweh für uns ist, wer gegen uns?.. Wer wird gegen Jahwehs Auserwählte Anklage erheben? Jahweh ist es, der rechtfertigt (Röm 8,31.33).

Chanukka, das Lichterfest, das am 8. Dezember abends beginnt und acht Tage dauert, erinnert uns an diese wunderbare Jahwehbeziehung der Jahwehtreuen in äusserst finsteren Zeiten. Darüber habe ich in den letzten Gim 62 u. 63 etwas geschrieben. Die Jahwehbeziehung war ihnen in jenen Tagen Licht und damit auch das Wissen, dass sie als Nachkommen Abrahams Werkzeuge und Zeugen Jahwehs für die ganze Menschheit sein würden. Darum sollten sie das prophetische Wort unter allen Umständen weitergeben. Denn so sprach Jahweh zu Abraham über das Zukünftige: „..und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ (1Mo 12,3). Zu Jesajah:“Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, spricht Jahweh, so werden eure Nachkommen und euer Name bestehen. Und es wird geschehen: Neumond für Neumond und Shabbat für Shabbat wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten“ (Jes 66, 22-23). Dazu gibt es noch eine Menge anderer prophetischen Aussprüche, die unser Herz aufjubeln lassen.

Bis es soweit ist wird es wohl noch ein Weilchen gehen! Aber du und ich, wir sind heute herausgefordert. Jahweh hat uns also nicht umsonst fähig gemacht sein Wort wie Jahshua und die Propheten und viele andere mehr als Leuchte für unseren irdischen Glaubensweg zu haben.

Vom 8. Dezember an können wir jeden Abend ein neues Licht anzünden bis acht Lichter brennen. Wir müssen nicht, wir dürfen es! Wir können so ein Zeichen der Solidarität mit dem auserwählten Volk setzen, auch etwas wider das Vergessen tun. Die Umstände erlauben es nicht jedem Lichter anzuzünden. Wir können diesen Tagen auch ohne Lichteranzünden einen besonderen Akzent aufsetzten. In diesen Tagen der vielen Gegenlichter, die so viele Menschen unwissend anzünden und damit den Feinden Jahwehs, der Propheten, Jahshuas, der jüdischen Apostel und den Feinden des prophetischen Wortes in die Hände spielen, lasst uns in unseren Herzen das wahre Lebenslicht des prophetischen Wortes bewahren. Wir wollen barmherzig sein, denn die verführte Kirchenmasse tut es weitestgehend aus Unwissenheit.

Als Beilage (Anhang) möchte ich für jeden Chanukkatag einen Gedanken mit auf den Weg geben – als Gedankenanstoss, der unsere Herzen zur Dankbarkeit bewegen möchte. Zu allen acht Punkten habe ich in meinen Glaubensimpulsen (Gim) geschrieben, darum gehe ich nicht näher auf Bibelzitate ein. Siehe Beilage.

Allen Lesern wünsche ich von Herzen Shabbat Shalom und frohmachende Chanukkatage, denn jedem wird etwas zufallen.

Gregor Dalliard

 

Acht Impulse für jeden Tag an Chanukka

Am ersten Tag können wir für die Auserwählung Israels als Erstlingssohn und Erstverantwortlicher für alle Menschen danken (Licht). Damit dürfen wir auch für unsere Erwählung und Berufung herzlich danken und uns unserer Verantwortung bewusst werden und sie neu fest machen. Was aber ist dabei zu bedenken? Es gibt Juden und Juden und Juden. Was will ich damit sagen? Wir begegnen in der Welt ganz unterschiedlichsten Juden, gerechten wie ungerechten, guten wie bösen, usw. Sie sind ohne ein Verdienst, durch Jahwehs souveränen Willen, zu ihrem Dienst berufen worden. Darum werden sie von Jahweh auch entsprechend zur Verantwortung gezogen.

Es gibt kein Volk der Welt über dessen Wege alle Welt so schonungslos Einblick haben und Kritik üben kann. Alles ist offengelegt. Freund und Feind können, anhand der Bibel, in die tiefsten Angelegenheiten dieses Volkes sehen und sich ihre Gedanken machen. Meistens macht sich die Menschheit ein böses Bild von dem israelitisch- jüdischen Volk. Erst wenn wir die hohe Verantwortung dieses Volkes für die ganze Welt wahrnehmen, verstehen wir seine Einzigartigkeit und seine Unterschiedlichkeit und Widersprüchlichkeit zur Welt – und  vor allem zu den Kirchen.

Wir lesen in der Bibel nicht über ein längst vergangenes Volk. Es lebt immer noch! Und Jahweh ist immer noch derselbe. Er wird dieses Volk nie aufgeben, selbst wenn die UNO, auch die Schweiz, immer offener den Spuren der Kirchenväter und Hitlers folgt!

Am zweiten Tag können wir danken für das Wunder der Bewahrung eines Überrestes von Treuen und Gerechten des auserwählten Volkes durch alle Generationen hindurch (Licht). Dies ist umso erstaunlicher da dieses Volk, wie kein anderes, immer wieder erniedrigenden und grausamsten Exzessen ausgesetzt war. Unzählige Male war dieses Volk dem Zwang zur Assimilation ausgesetzt. Es sollte sich den kulturellen und religiösen Gepflogenheiten des „Gastvolkes“ unterwerfen und anpassen. Wenn auch immer wieder manche, aus was für Gründen auch immer, nachgaben – ein Überrest blieb treu.

Am dritten Tag können wir danken für die Bibel, das prophetische und heilbringende und heilschaffende Wort (Licht). Durch die Treue eines heldenhaften und bekennenden Überrestes  des israelitisch-jüdischen Volkes ist die Bibel, das prophetische Wort, zu uns gekommen. Die Kirchenväter und Päpste haben mit allen nur erdenklichen Mitteln versucht uns gerade das prophetische Wort wegzunehmen. Sie versuchten darum alle  Thorarollen in der Welt aufzufinden und zu vernichten. Es gelang ihnen Dank des treuen Überrestes seines Volkes nicht. Wir würden heute alle in der kirchlichen Finsternis, ohne prophetisches Wort, herumtappen! Welch ein Grund zur Danksagung!

Am vierten Tag dürfen wir darum einen Blick in die kirchliche Finsternis werfen, die ohne das prophetische Wort lebt und darum im Lichte der Bibel die widersprüchlichsten Lehren verbreitet. Ein Blick in die Finsternis lässt uns das uns anvertraute Licht ganz neu schätzen! Eine Grundfinsternis ist die Lehre von der Ersatztheologie, d.h. kurz und bündig: Die Kirchen sind das neue Israel, das neue Volk Jahwehs. Die Juden, und mit ihnen das prophetische Wort, sind für allezeit dem Fluch und der Verdammnis unterworfen.

Der Finsterniswahn, dem sie Jahweh hingegeben hat, findet darum in den abstrusesten Lehren ihren Höhepunkt, wie in der Trinitätslehre (Dreigötter-Personen), Jahshua Ha Mashiach sei wahrer Gott und wahrer Mensch. Jahweh sei in Jahshua im Fleisch erschienen. Das Fest der unbefleckten Empfängnis, d.h. die jüdische Mirjam sei von ihren Eltern unbefleckt empfangen worden, weil Jahweh durch eine Schutzhülle (preservare) beim Geschlechtsverkehr ihrer Eltern die natürliche Vereinigung von Eizelle und Sperma im letzten Augenblick verhinderte! (s. Franziskanermönch Duns Scotus, dessen Lehre zum Dogma erhoben worden ist, d.h. eine Lehre, die es als von Jahweh geoffenbarte Wahrheit zu glauben gilt und die zum Heile notwendig ist).

Wir wollen danken für alle, die noch aus dieser Finsternis herausgeführt werden. Die Vollzahl ist noch nicht erreicht.

Am fünften Tag dürfen wir danken für die Befreiung aus der Finsternis der Ersatztheologie und ihren abstrusen Heilslehren, die selbst in Freikirchen und unabhängigen Gemeinschaften unterschiedlich stark geglaubt werden. Es ist auch eine Befreiung aus dem Antijudaismus (Antisemitismus). Dies Dank der Bibel (Licht). Eine solche Befreiung gehört zur Versöhnung mit Jahweh und seinem auserwählten Volk.

Am sechsten Tag dürfen wir für die Erkenntnis (Licht) danken, dass nicht die Juden sich dem heidnisch-trinitarischen Kirchentum einpfropfen lassen müssen,  sondern wir aus den Nationen sind aufgefordert uns in das prophetische Wort Jahwehs einpfropfen zu lassen. Wer das prophetische Wort in seinem Zusammenhang ernst nimmt versteht (Licht), dass wir unter sie eingepfropft sein müssen (vgl. Röm 11,17ff), dass wir durch Jahshua zu Miterben und Mitteilhabern erwählt und berufen worden sind (vgl. Eph 3,6). Wir sind zu Mibürgern der Juden (der Heiligen, der Ausgesonderten) gemacht worden, zu Jahwehs Hausgenossen (vgl. Eph 2,19-20). Shaul betont in der Einleitung zum Brief an die Gemeinden von Rom, dass dies das Evangelium (Botschaft, Befehl) nach dem Willen Jahwehs ist „..das er durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheissen hat“ (Röm 1,2).

Am siebten Tag dürfen wir danken für die Erkenntnis (Licht), dass Jahshua nur für die verlorenen Schafe des Hauses Israel (Israel-Nationen, die „verlorenen“ zehn Stämme) gekommen ist und nicht für Juden, die vor Jahweh gerecht waren und sind. Jahshua selbst weist in vielen Aussagen, vor allem in seinen Gleichnissen, darauf hin. Damit bezeugt Jahshua aus dem zusammenhängenden prophetischen Wort, dass ein gläubiger Jude, der nicht gemäss dem Gesetz (Menschensatzungen) lebt (vgl. Mt 15), sondern gemäss der  Thora, Propheten und Schriften glaubt und lebt, seiner nicht bedarf. Aussprüche wie: „Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich“ (Joh 14,6), beziehen sich immer auf alle verlorenen Schafe, d.h. die „verlorenen“ Israel-Nationen. Keiner von ihnen kann und wird jemals zum Vater zurückkehren ausser durch Jahshua.

Am achten Tag dürfen wir für die Erkenntnis (Licht) danken, dass gemäss prophetischem Wort, nicht die Kirchen den Auftrag haben die Welt zu evangelisieren, sondern die Juden (vgl. Sacharjah 8,23; 14,16.18; Hesekiel 36,22-38; Jes 66,22-23; Apg 15,13; Offb 22,2) u.a.m. Der Antimashiach (Antichrist) vertitt das Gegenteil, weil er im Geiste der Ersatztheologie wirksam ist.

Gregor Dalliard