„Und Jahweh sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich“ (1Mo 1,26). Antworten zu drei weiteren Bibelstellen, die als Belege für eine Dreieinigkeit, für drei Gott-Personen, zitiert werden.

Glaubensimpuls 111

Zu 1Mo 1,26: 1Mo 1,26 ist im sogenannten „pluralis majestatis“ geschrieben, d.h. in der Majestätsform. Wenn in der Antike ein König seinen Untergebenen im ganzen Reich etwas äusserst Wichtiges mitteilen wollte, das von jedem Untergebenen ohne Wenn und Aber angenommen und umgesetzt werden musste, dann sprachen seine Gesandten in dieser Pluralform: Wir..! Lasst uns..! Der Gesandte, der die Mitteilung des Königs machte, identifizierte sich durch diese Formulierung mit dem König. Er konnte in einem solchen Falle nicht einfach sagen „der König sagt..“, „der König lässt mitteilen..“ oder Ähnliches.

Der Gesandte stellte mit dieser Formulierung die Gegenwart des Königs dar, alle Zuhörer waren bei der Formulierung des „pluralis majestatis“ ganz Aug und Ohr. Diese Formulierung ist nur im grammatikalischen Sinn in der Mehrzahl gesagt, hört sich also nur als Mehrzahl an, in der Realität ist aber nur der Wille der einen Person gemeint, nämlich der des König. In 1Mo 1,26 ist damit allein der himmlische Vater gemeint.

Ein negatives Beispiel hierzu! Gibt der katholische Papst, der sich in schändlicher Weise als der Heilige Vater ausgibt (vgl. Jo 17,11), ein bindendes Glaubensdogma für alle seine Anhänger heraus, dann spricht er heute noch im „pluralis majestatis“, d.h. er gibt sich als Gott (d.h. Erlöser) aus, der das zum Heile verbindliche mitteilt. Seine Glaubensdogmen (dogmatisierte Lehren) sind unantastbar, müssen ohne Wenn und Aber bedingungslos geglaubt werden um errettet zu werden. Sie allein führen zum Heil.

Der Schreiber von 1Mo 1,26 will mit dem „pluralis majestatis“ die unumstössliche Wahrheit der Entstehung des Menschen im Bilde Jahwehs mitteilen, an der es nicht im Geringsten einen Zweifel geben darf. Diese Mitteilung Jahwehs, unseres Schöpfers, ist unantastbar. Dass wir im Bilde Jahwehs geschaffen sind, darüber sind wir natürlich äusserst dankbar und allezeit froh, weil wir aus der völligen und vollkommenen Gemeinschaft mit ihm leben dürfen. Dazu brauchen wir also keine Kirche, die uns von Jahweh wegzieht, entmündigt und versklavt, indem sie uns an sich bindet.

Zudem gibt es genug Bibelstellen die belegen, dass Jahweh bei der Erschaffung der Welt keiner Hilfe bedurfte (vgl. 1Mo 1, 1-25 und Aussprüche der Propheten und Psalmen), wie das die griechische Mythologie von ihren Gottheiten, der Logosgottheit, lehrt.

Zu Mt 28,19

Zu Mt 28,19 sagt die katholische Kirche selbst, dass dieser Abschnitt aus katechetischen Überlegungen nach den Dogmen von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 über die Dreieinigkeit (Drei-Personen-Götter) hineingefügt worden ist (s. Jerusalemer Bibel, Einheitsübersetzung 1985, Kommentar zu Mt 28,19). Weder Jochanan der Täufer, Jahshua noch die Apostel haben jemals von einer Dreieinigkeit, von drei Gottheiten, gesprochen. Sie haben niemals auf den Namen von drei Gottheiten getauft.

Zudem wären sämtliche Apostel und Jünger ungehorsam gewesen, denn nach diesem angeblichen Taufbefehl auf drei Gott-Personen tauften sie alle tapfer auf den Namen Jahshua weiter (vgl. Apg 2,38; 8,16; 10,48; 19,5). Sie wussten also nichts von einer Dreieinigkeit oder einer Lehre von drei Gott-Personen. Weder in den übrigen Evangelien noch in den andern Bekenntnisschriften (BeS = NT) des Shaul und der andern Schreiber finden wir den Hinweis auf einen solchen Taufbefehl. Diese Unterlassung wäre in Anbetracht der zentralen Stellung der Trinitätslehre in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften schon aussergewöhnlich und äusserst absurd.

Der Heilige Geist

Der Heilige Geist, Ruach HaKodesh, kann als die persönlich wirkende Kraft oder Gegenwart des Vaters bezeichnet werden. Es sind die persönlichen Kraftauswirkungen des himmlischen Vaters. Jahweh selbst ist allgegenwärtig. Der Mensch empfängt die Kräfte und Gaben von dem allgegenwärtigen einzig EINEN Jahweh. Jahweh selbst ist kein Mensch, er ist Geist.

Jahshua sagte der Frau aus Shomron (Samaria): „Jahweh ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Jo 4,24), d.h. nach seinem Willen und seinem Wort in der Thora und in den Propheten. Dieser sein Geist ist uns vor allem in der Thora und in den Propheten gegeben. Darum müssen wir Jahweh, seinem Geist entsprechend, einzig und allein nach dem Geist der Thora und der Propheten, anbeten. Jahshua sagt ausdrücklich: müssen! Wollen wir im Trost und Segen Jahwehs und zu seiner Ehre leben, dann geht es nicht anders.

Darum hatte Jahshua zu der Frau kurz davor gesagt: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt (Trinität); wir (die Juden und ich als Jude, Bruder aus den Brüdern) beten an, was wir kennen, denn das Heil ist bei (aus) den Juden“ (Jo 4,22), d.h. in der Thora und in den Propheten. Jahshua sagte dieser Frau eindrücklich: „..der Vater sucht solche als seine Anbeter“ (Jo 4,23 aus 5Mo 6,4-5 u.a.m.). Darüber können wir nur jubeln!

Am Feste Shawuoth (Pfingsten), als die vielen Juden, die zum Pilgerfest gekommen waren, die Predigt des Kepha hörten, schenkte der Vater seine Gaben der Erkenntnis und eine neue Umsinnung auf  seine Worte in der Thora und den Propheten. Sie wurden sich ihres Schöpfers und seines Reichtums in der Thora und in den Propheten neu bewusst. Die anwesenden Juden wurden ganz neu erfüllt.  Der Schreiber benutzt das Bild von zerteilten Zungen wie von Feuer, um das Wirken des Geistes Jahwehs zu erklären.

Darum  werden diese Kraftauswirkungen in der Thora und in den Propheten und Schriften nicht als eine von unserm Schöpfer und Vater unabhängige Person verstanden und angebetet. Die Wirkungen und Eigenschaften des himmlischen Vaters sind also heiliger Geist, sind also keine Person, sondern gehören zu der Person des einzig EINEN Jahweh.

In dieser Freude grüsse ich alle Leser herzlich und wünsche allen den Shalom in Jahweh.

Übrigens findet in Grosskarolinenfeld (D) Samstag und Sonntag wieder eine kurze Bibelfreizeit statt zu der wir herzlich einladen. Themen sind: Die Opfer in den Bundesschriften. Wollte Jahweh diese Opferkultur, Menschen- und Tieropfer? In welchem Zusammenhang steht der ganze Opferkult? Ein zweites Thema: Wie steht es um die Botschaften der drei Engel in der Offenbarung an Jochanan, in Kapitel 14?

Gregor Dalliard