Pessach. Die Wiedergeburt in JaHuWaH – wie geht das? „.. und ihr sollt kein Bein an ihm zerbrechen“ (2Mo 12,46). Teil 5

Glaubensimpuls 183

Lasst uns auch in diesem Gim an der Wiederherstellung der Ehre JaHuWaHs mitarbeiten. Dabei geht es immer auch um die Ehre seines Volkes, das sich JaHuWaH erwählte und das er als seinen Knecht bezeichnet. Im Buch Jeshajahu (Jesaja) wird sowohl der Prophet Jeshajahu als auch das auserwählte Volk als Knecht bezeichnet: „Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen“ (Jes 53,11b).

Das geschah und tat der Prophet Jeshajahu für das auserwählte Volk in einer unvorstellbar schweren Zeit. Das tat jeder einzelne Prophet zu seiner Zeit: durch seine Erkenntnis, die die Erkenntnis JaHuWaHs war und ist, führte jeder einzelne von ihnen viele zur Gerechtigkeit – in das Recht und in die Wahrheit JaHuWaHs zurück. „..und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen“. Auch das tat der Prophet Jeshajahu (Jesaja) wie jeder andere Prophet. Sie haben wegen der Treulosen im Land sehr viel gelitten, ihre Sünden getragen.

Wie die Propheten so gingen die Treuen des auserwählten Volkes denselben Weg – bis heute. Wenn es auch immer Juden und Juden gab, so gab es und gibt es bis heute ein treu gebliebener starker Überrest – zur Ehre JaHuWaHs. „Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes, du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen“ (Jes 41,8).

Dank diesem treuen Überrest haben die Verheissungen JaHuWaHs auch uns erreicht. Wir dürfen die Wurzeln unseres Glaubens in Abraham und seinem Volke erkennen – zur Ehre JaHuWaHs und zu unserem Segen. Das ist der Grund der uns treibt mit grosser Dankbarkeit und Freude an der Wiederherstellung der Ehre JaHuWaHs mitzuwirken. Auch in diesem Gim möchte ich tiefe biblische Zusammenhänge aufzeigen, die uns Licht in das folgenschwere religiöse Chaos bringen, das uns die Kirchenväter mit der Lehre über den falsch vermittelten Sühnetod Jahushuas von Nazareth beschert haben. Denn auch er nahm die Sünden des Volkes auf sich wie die andern Propheten, nicht mehr und nicht weniger.

Wie lange es zwischen der Ankunft des Moshe in Ägypten und dem Auszug des Volkes aus Ägypten dauerte ist m.W. unbekannt. Eines aber ist gewiss: der Bruch mit der Priesterschaft Ägyptens und ihren Gottheiten, vor allem mit Chnum der Widdergottheit, dem Schöpfer und Erhalter des Lebens, geschah für das auserwählte Volk äusserst abrupt, in einer radikalen und überstürzenden Weise. Die neun Plagen, die der zehnten vorausgingen, waren von erschütternder Klarheit über die Allmacht JaHuWaHs und die Unfähigkeit der ägyptischen Gottheiten. Nach diesen neun Plagen und der Ankündigung der zehnten lagen die Nerven der ägyptischen Priester, des Pharao, seiner Beamten und des ganzen Volkes blank. Die Israeliten traf keine dieser Plagen.

Die stolze Weltmacht mit ihren gewaltigen Tempeln und Tempelanlagen zu Ehren der vielen Tiergottheiten (falschen Erlöser), lag samt ihrer Gottheiten zu Füssen eines versklavten Volkes, das sich auf einen EINZIG EINEN Erlöser berief, der sich in seiner ganzen Macht offenbarte. Es gab ägyptische Pharaonen die im Laufe der Geschichte den Sprung zu JaHuWaH fast vollzogen hätten, wenn da nicht die mächtige einflussreiche Priesterschaft gewesen wäre die diesen letzten Schritt mit allen erdenklichen Mitteln verhindert hätte.

Bis heute sind es die frommen Patriarchen, Päpste, Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Klöster, Priester, Pastoren und Prediger die Massen von Menschen auf der Welt daran hindern diesen letzten Schritt der Übergabe an JaHuWaH und seine Gerechtigkeit zu vollziehen. Ebenso ist es im Islam und in den andern Religionen. Im Unterschied zum Christentum (Drei-Gott-Personen = Polytheismus = Vielgötterei) ist der Islam zwar zum Ein-Gottlauben (Monotheismus) vorgestossen, aber die Verkehrung des prophetischen Wortes das uns in der Thora gegeben ist brachte ihn auf tragische Abwege.

Mit den neun Plagen führte JaHuWaH sowohl die Ägypter als auch das auserwählte Volk schrittweise und gezielt auf das bevorstehende Finale hin. Wie wir bereits sahen, sollte das gedemütigte und entwürdigte Volk Israel, die Nachkommenschaft Abrahams, durch diese Plagen die Nichtigkeit und Verderbnis der falschen Erlöser (Gottheiten, Götter) begreifen lernen und sich von ihnen lösen. Es sollte die Allmacht JaHuWaHs erkennen und sein ganzes Vertrauen für immer allein auf ihn setzen. Damit sollte es an der Verwirklichung der Verheissungen an Abraham beitragen.

Was JaHuWaH dabei von seinem Volk an symbolischen Handlungen forderte schien inmitten von Ägypten, der Hochburg tiefsitzender Göttertraditionen, ausgeschlossen und unfassbar. Im letzten Gim habe ich auf die unfassbare Symbolhandlung, die den Prozess der Wiedergeburt in JaHuWaH widerspiegelt erwähnt: die Opferzeremonie des Chnum, des Schöpfergottes der Ägypter. Ihr Schöpfer und Erhalter des Lebens, der als männliches Schaf, als Widdergott, dargestellt und angebetet wurde, ihn sollten sie schlachten! Nicht nur das, als Zeichen seines Todes und als Bekenntnis zu JaHuWaH sollten sie sein Blut symbolisch an die Türpfosten und die Oberschwelle streichen – und das mitten in Ägypten! Für sie war er für immer gestorben. Und wie wir aus 2Mo 12 hören sollten sie ihn dazu noch verspeisen und den Rest verbrennen – einfach unvorstellbar!

Chnum, der ägyptische Schöpfergott und Erhalter des Lebens war allgegenwärtig. Durch regelmässige Opfer, Zeremonien, liturgische Handlungen, Gelübde und Prozessionen wurde seine Zuneigung gesucht. Er war für die regelmässigen lebenswichtigen Nilschwemmen zuständig, ohne die das ägyptische Leben erloschen wäre. JaHuWaH zeigte seinem Volk auf, dass alle diese Götter, Priester, Kulte, Zeremonien, Gelübde usw. nichts anderes als religiöse Sklaverei ist, eine Methode um die Verwirklichung der Verheissungen an Abraham und den Segen des Lebens zu verhindern. Das Vertrauen in ihn – den Schöpfer des Lebens – und eine Lebensführung nach seinen Ordnungen, Rechtsbestimmungen uns Shabbaten würde die Menschheit, gemäss den Verheissungen an Abraham, zum Ziele führen.

Mit dieser Symbolik der Wiedergeburt in JaHuWaH gab es noch weitere symbolische Handlungen zu vollziehen. So lesen wir: „In einem Haus soll es gegessen werden; du sollst nichts von dem Fleisch aus dem Haus hinausbringen, und ihr sollt kein Bein an ihm zerbrechen“ (2Mo 12,46; 4Mo 9,12). Im allgemeinen assen sowohl die Nomaden als auch sesshaft gewordene Menschen ein Schaf nicht bei einer Mahlzeit allein. Man ass von dem gekochten Fleisch auch noch bei der nächsten Mahlzeit. Das Fleisch wurde gekocht, darum war es etwas länger haltbar und die Übertragung von Krankheiten wurde dadurch verhindert. Damit das Fleisch aber in den Töpfen gekocht werden konnte mussten die Knochen gebrochen werden, das Bein wurde gebrochen.

Bei der Tötung der ägyptischen Schöpfergottheit Chnum ging es aber um ein aussergewöhnliches Ereignis. Es ging nicht einfach um das Kochen und Zubereiten einer Widdermahlzeit in einem Kochtopf, deren Reste bei der nächsten Mahlzeit noch hätten gegessen werden können! Es ging um die vollkommene Loslösung, die Tötung und Vernichtung dieser Widdergottheit. Sie sollte vollkommen aus dem Gedächtnis Israels verschwinden. Darum sollte die Widdergottheit als Ganzes symbolisch am Feuer gebraten werden.

Es durfte nichts roh gegessen werden. Diese Gottheit, in Form eines männlichen Schafes, durfte auch nicht gekocht werden. Es sollte nichts aufgeteilt, gebrochen, zerteilt, und aufbewahrt werden. Von ihr sollte kein bisschen Rest übrig bleiben, aber auch wirklich nichts, rein gar nichts!! Darum heisst es ausdrücklich, dass alles gegessen oder verbrannt werden soll: „..seinen Kopf samt seinen Unterschenkeln und Eingeweiden“ (2Mo 12,9b), als Ganzes. An ihr sollte darum kein Bein gebrochen werden, denn der Rest war für die Vernichtung im Feuer bestimmt. Was von dieser Gottheit (falscher Schöpfer und Erhalter des Lebens) übrig blieb sollte vom Feuer endgültig vernichtet werden, denn JaHuWaH allein ist Schöpfer und Erhalter des Lebens.

Eindrücklicher und anschaulicher konnte JaHuWaH die Nichtigkeit und die Loslösung von den Göttern Ägyptens nicht vermitteln. Besser konnte JaHuWaH die Befreiung, Erlösung und Wiedergeburt in ihn und in seine Verheissungen hinein nicht darstellen. Jeder musste verstehen, was in dieser einzigartigen Nacht, in dieser Nacht der Nächte, in dieser Nacht der Befreiung für das Heil der Welt geschah.

Im Evangelium „nach Johannes“ lesen wir: „Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und er weiss, dass er sagt, was wahr ist, damit auch ihr glaubt. Denn dies geschah, damit die Schrift (Thora) erfüllt würde: ‚Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden‘“ (Joh 19,35-36). Dabei beruft sich der Schreiber auf die Schrift. Mit „Schrift“ ist die Thora gemeint, nämlich 2Mo 12,46 und 4Mo 9,12.

Aber genau das was dieser Kirchenvater, unter dem Namen „Johannes“ hier sagt, ist eine Lüge. Die Verkehrung der Wahrheit in Lüge. Es ist das Gegenteil von der gewaltigen Wahrheit die sich in jener Nacht der Nächte in Ägypten zugetragen hatte. Dieser Kirchenvater, der unter dem Namen des Apostels „Johannes“ schrieb war nicht der Apostel Johannes der ein Jude war, sondern ein Betrüger. Seine Aussage ist eine Falschaussage. Sie ist aus dem Zusammenhang jener Ereignisse gerissen von denen uns in der Thora berichtet werden. Ein weiteres Mal müssen wir mit ansehen wie der Schreiber des Evangeliums „nach Johannes“ – ein Kirchenvater – Aussagen der Thora willkürlich missbraucht und sie verantwortungslos, rücksichtslos, blind und frech auf den erfundenen zweiten Gott der Kirche, auf Jesus, umdeutet. Die Folgen solcher Irrtümer haben unsägliches Leid hervorgebracht. Sie schreien zum Himmel und harren der Gerechtigkeit.

Auf was bezieht sich die Aussage in Psalm 34,21? Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen„. Eigentlich geben die folgenden Verse die Antwort darauf: „Den Gottlosen (JaHuWaHlosen) wird die Bosheit töten; und die den Gerechten hassen, werden es büssen. JaHuWaH erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm bergen, müssen nicht büssen“ (Ps 34,22-23).

David war in grosser Not. Er war vor dem König Achish von Gat zu Abimelech geflohen und stellte sich wahnsinnig. In wunderbarer Weise errettete ihn JaHuWaH aus dieser Not heraus. Nun legt er ein Bekenntnis des Dankes gegenüber JaHuWaH ab. Sein Bekenntnis soll als Unterweisung und Ermutigung all jenen dienen, die in grosse Nöte geraten und einer Hilfe bedürfen. In JaHuWaH finden sie diese Hilfe. Ihnen wird kein Schaden zuteil werden, das will die Metapher, die Bildrede ‚kein Gebein wird ihnen gebrochen werden‘ besagen.

Ebenso ist es mit der Aussage in Psalm 35,10-11: „Alle meine Gebeine werden sagen: ‚JaHuWaH, wer ist wie du! Der du den Elenden rettest vor dem Stärkeren und den Elenden und Armen vor seinem Räuber.‘ Es treten gewalttätige Zeugen auf; was ich nicht weiss, fragen sie mich“. Der Ausdruck „Gebeine“ bezeichnet das Ganze eines Menschen. Der Mensch in seiner Ganzheit wird den Schutz JaHuWaHs erfahren. Ebenso wird die ägyptische Gottheit Chnum in ihrer Ganzheit vernichtet, ausgelöscht.

„Jubelt dem Erlöser (Gott) zu, unserer Stärke! Jauchzt dem Erlöser (Gott) Jakobs! Hebt an den Gesang, und lasst das Tamburin ertönen, die liebliche Zither samt der Harfe! Stosst am Neumond in das Horn, am Vollmond zum Tag unseres Festes! Denn eine Ordnung für Israel ist dies, eine Verordnung des Erlösers (Gottes) Jakobs. Er setzte es ein als ein Zeugnis in Joseph, als er auszog gegen das Land Ägypten. Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: Ich habe von der Last befreit seine Schulter, seine Hände lösten sich vom Tragkorb. In der Bedrängnis riefst du, und ich befreite dich. Ich antwortete dir im Donnergewölk. Ich prüfte dich an den Wassern von Meriba.

Höre, mein Volk, ich will dich warnen. Israel, wenn du mir doch gehorchtest! Es soll kein fremder Erlöser (Gott) bei dir sein, und du sollst nicht anbeten einen Erlöser (Gott) des Auslands. Ich bin JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat“ (Ps 81,2-10).

Im nächsten Gim wollen wir auf weitere wichtige Aussagen eingehen, die im Zusammenhang vom Auszugs aus Ägypten und von Pessach stehen. Von Herzen wünsche ich allen Segen, Shalom und einen Shabbat des Dankes!

Gregor Dalliard